DIE MONTAG-PRESSE, 29. JUNI 2026

DIE MONTAG-PRESSE, 29. JUNI 2026

Foto: Bülent Ceylan (Bassa Selim), David Steffens (Osmin), Serafina Starke (Blonde) (c) Stephan Rabold

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE MONTAG-PRESSE, 29. JUNI 2026

„Entführung aus dem Serail“: Mozarts Meisterwerk verkommt zur plumpen Sitcom
Gleich nach der sehr flott dirigierten Ouvertüre meint man, sich im falschen Theater zu befinden. Ist das nicht die erfolgreiche deutsch-türkische Sitcom „Gutes Wedding/Schlechtes Wedding“? Ein gut gelaunter türkischer Comedian beginnt eine Conference, die man ihm im erwähnten Stehgreif-Theater nicht hätte durchgehen lassen. Das Publikum Unter den Linden jedoch belohnt ihn mit schenkelklopfendem Beifall. Was nun über drei zähe Stunden abläuft, ist hilfloses Rampentheater, immer wieder unterbrochen durch flache, unpassende Witze, die nicht selten sogar den Ablauf der Musik stören.
Von Peter Sommereggger
Klassik-begeistert.de

Berlin
„Entführung aus dem Serail“ in Berlin: KRITIK – Bitte lachen!
Zum Saisonabschluss wird’s an der Berliner Staatsoper nochmal recht komisch: Andrea Moses verwandelt Mozarts „Entführung“ in einen Comedy-Abend. Bülent Ceylan als Bassa Selim inklusive. Das funktioniert. Manchmal. Es ist ein Experiment, das die Staatsoper Unter den Linden wagt: Oper und Comedy. Geht das? Macht das alteingesessene Premierenpublikum mit? Und kann man so vielleicht neue Opernbesucherinnen und -besucher ansprechen? Es stellen sich vorab viele Fragen. Bülent Ceylan ist in mehreren Funktionen auf der Bühne zu sehen. Er übernimmt die Sprechrolle des Bassa Selim, er kommentiert und erklärt als er selbst das Geschehen und: Er tritt als Comedian auf.
BR-Klassik.de.aktuell

Baden bei Wien/ Bühne
Triggerwarnung und ein windschiefer Tiroler: „Der Vogelhändler“ in Baden
Bei Carl Zellers Operette wurde der Chor zum Herz der Produktion in der Sommerarena, trotz Oliver Baier und Birgit Sarata als Gaststars. Der Abend begann rührend: In der Badener Sommerarena gab das Publikum ein Geburtstagsständchen für Birgit Sarata. „Stellen Sie sich vor: Das alte Mädchen wird 120“, hatte Andreas Gergen zuvor in seiner Ansprache verraten. Damit hatte der Hausherr aber natürlich nicht die glamouröse Operettendiva a. D. gemeint, sondern das elegante Jugendstil-Gebäude von Rudolf Krausz. In diesem zeigte man, wie schon im Sommer 2019, Carl Zellers Vogelhändler.
DerStandard.at.story.Triggerwarnung

Der Vogelhändler“: Die Rosen in Tirol schlagen auch „Baden in Weiß“ (Bezahlartikel)
In Carl Zellers Operettenklassiker fügten sich in der Sommerarena Baden moderne Einsprengsel mäßig in eine ansonsten stimmige Inszenierung.
DiePresse.com.der.vogelhaendler

Baden bei Wien/Bühne
Der Vogelhändler in der Modernisierungsfalle
Die Inszenierung von Carl Zellers Operette in der Sommerarena Baden geriet holprig.
DerKurier.at.vogelhaendler

Bayreuth
Jascha Nemtsov über den Bayreuther Wagner-Kult: „Unsere Gesellschaft ist stark von Heuchelei geprägt“
Der Musikwissenschaftler und Pianist Jascha Nemtsov fordert, dass die Festspiele vom Kult um Gründer Richard Wagner ablassen. Weshalb, das verrät er im Gespräch.
Tagesspiegel.de

Hamburg/ Ballett-Tage
Wunderland: Mucksmäuschenstill war es im Zuschauerraum…
Was für ein Glück, bei 34 Grad Außentemperatur mit einem großen Fächer in der Hand im klimatisierten Zuschauerraum der Staatsoper sitzen zu dürfen.
An diesem Abend waren sie da, die Menschen ab 8 Jahren, hatten sich festlich geschmückt und Oma, Mama, Schwester oder Freundin mitgebracht.
Mucksmäuschenstill war es im Zuschauerraum über 2 Stunden Spieldauer …Nach dem Schlussvorhang wurde fröhlich und hellwach plaudernd nach Hause gehüpft beglückt und angefüllt mit vielen bunten Bildern und Melodien
Von Iris Röckrath
Klassik-begeistert.de

Wien
Sommer im Burgtheater: Was los ist, wenn zwei Monate lang „nichts“ los ist
Im Juli und August herrscht nicht nur im größten Sprechtheater des Landes Sommerpause. Wenn künstlerische und technische Berufe ruhen, beginnt für das Facility-Management die Hochsaison
DerStandard.at.story.sommer.im.burgtheater

Salzburg
Oper „Agamemnon“ wurde in Salzburg uraufgeführt: Warum die Atriden einander hassen (Bezahlartikel)
Der junge Komponist Vid Ožbolt legt an der Universität Mozarteum ein bemerkenswertes Musikdrama vor.
SalzburgerNachrichten,kultur.Allgemein

Bülent Ceylans Debüt an der Staatsoper Berlin: Ein Comedian zieht vom Leder (Bezahlartikel)
Der Staatsoper ist mit der Besetzung des Komikers Bülent Ceylan in Mozarts „Entführung aus dem Serail“ ein Coup gelungen. Bei der Premiere setzt es auch Buhrufe.
Tagesspiegel.de.ceylan

Politisch korrigiertes Singspiel: „Die Entführung aus dem Serail“ mit Bülent Ceylan (Bezahlartikel)
An der Staatsoper gerät die von Andrea Moses inszenierte Mozart-Oper zum Vermittlungsprojekt. Dabei wird mit enormer Qualität musiziert und gesungen. Die Kritik.
BerlinerZeitung.de.politisch.korrigiert

„Teenie Times“ an der Deutschen Oper: Im Teenagergehirn geht’s rund (Bezahlartikel)
Deutsche Oper goes Grips Theater: Das inklusive Jugendstück „Teenie Times“ beackert das Gefühlschaos beim Erwachsenwerden mit jeder Menge Energie.
Tagesspiegel.de.Kultur

München
Die Hütte brennt
156 Jahre nach der Uraufführung der Walküre in München gelingt Regisseur Tobias Kratzer und Dirigent Vladimir Jurowski ein ebenso kluger wie packender Wagner-Abend. Eine bildstarke Inszenierung mit einem unvergesslichen Walkürenritt durch den Englischen Garten.
https://backstageclassical.com/die-huette-brennt/

Bayreuh
Bayreuther Festspiele: Streit um Friedman entfacht Debatte über NS-Aufarbeitung
Die Ausladung und Wiedereinladung von Michel Friedman sorgt bei den Bayreuther Festspielen für Kritik. Historiker und Kulturforscher sehen im Jubiläumsjahr Defizite bei der Aufarbeitung von Antisemitismus und NS-Vergangenheit. Michel Friedman wird am 26. Juli bei einer Gedenkveranstaltung auf den Bayreuther Festspielen über Wagners Antisemitismus und die NS-Vergangenheit auf dem Grünen Hügel sprechen – noch vor der Aufführung der ersten Oper der Saison. Der Weg dahin war geprägt von Empörung und schweren Vorwürfen. Anlass für das Rumoren im Kulturbetrieb war das Streichen der geplanten Veranstaltung, das erst Anfang der vergangenen Woche durch die Berichterstattung der „Süddeutschen Zeitung“ öffentlich wurde. Es folgten eine offizielle Entschuldigung und Wiedereinladung durch Festspielleiterin Katharina Wagner.
Sonntagsblatt.de.artikel

Dresden
Weg zum Selbst
Der internationale Erfolgszug von „As One“ setzt sich fort. Die 70-Minuten-Oper „As One“ von Laura Kaminsky – Komponistin mit Vorliebe für soziale Themen – ging bereits mit über 65 Inszenierungen um die Welt. Das Textbuch über die Entdeckung einer Transidentität und deren glückende Selbstakzeptanz verarbeitet Motive aus der Biografie von Co-Librettistin Kimberly Reeds und wurde vom erfahrenen Mark Campbell perfektioniert, der auch den Text zu Paul Moravecs derzeit in Regensburg und Stralsund zu erlebender Stephen-King-Oper „The Shining“ verfasste.
https://www.orpheus-magazin.de/2026/06/27/dresden-as-one/

Essen
Lieblingslieder einer Primadonna: Ein Abend mit Anna Netrebko
Anna Netrebko gilt als eine der berühmtesten Primadonnen des 21. Jahrhunderts, die aufgrund ihrer Medienpräsenz auch einem opernfernen Publikum bekannt sein dürfte. Ab den frühen 2000er Jahren eroberte sie in zentralen Partien des Repertoires die Bühnen auf der ganzen Welt. Unvergessen dürften ihre Traviata bei den Salzburger Festspielen 2005 in der Inszenierung von Willy Decker und ein Jahr darauf ihre Susanna in Mozarts Le nozze di Figaro sein. Doch mit dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine geriet sie in mediale Kritik, weil sie sich nicht rechtzeitig und für einige auch nicht deutlich genug gegen ihren ehemaligen Gönner Putin und den Krieg positionierte. So fanden sich auch am Abend des Konzerts in der Essener Philharmonie vor dem Eingang protestierende Menschen ein, die gegen ihren Auftritt demonstrierten. Doch die Leitung der Philharmonie hielt an dem Engagement fest und hat Netrebko auch bereits für die nächste Spielzeit im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Große Stimmen“ nach Essen eingeladen. Das Konzert am Samstagabend bei tropischen Temperaturen war nicht nur lange Zeit ausverkauft, sondern wurde auch in den Stadtgarten übertragen, so dass man sich auch ohne Karte von den vokalen Leistungen der Ausnahme-Sängerin überzeugen konnte
.https://www.omm.de/veranstaltungen/konzerte20252026/E-26-06-27-anna-netrebko.html

Kassel/Staatstheater Kassel
Kassel: „Eine Deutsche Symphonie“, Hanns Eisler
https://deropernfreund.de/staatstheater-kassel/kassel-eine-deutsche-symphonie-hanns-eisler/

Zürich
Heimatlos in allen Welten
Tannhäusers rastlose Suche – und ein starker Saisonabschluss. Richard Wagners „Tannhäuser“ lebt von scharf gezeichneten Gegensätzen: sinnliche Verführung und geistige Reinheit, Venusberg und Wartburg, ekstatische Entgrenzung und gesellschaftliche Ordnung. Thorleifur Örn Arnarsson interessiert sich in seiner Zürcher Neuinszenierung jedoch weniger für diese Polaritäten als für einen Menschen, der zwischen ihnen gefangen bleibt. Sein Tannhäuser ist ein Suchender, vielleicht mehr noch ein Irrender, der zwischen Venus und Elisabeth, Begehren und Erlösung hin- und hergerissen bleibt.
https://www.orpheus-magazin.de/2026/06/27/zuerich-tannhaeuser/

Aix-en-Provence
Salzburgs bezaubernde französische Opernschwester
Das Festival von Aix-en-Provence startet den Reigen der bedeutenden sommerlichen Musikfestivals. Ab 2. Juli feiert man in der südfranzösischen Stadt Mozart und Richard Strauss ganz groß.
https://www.krone.at/4196390

Bremen/ Knoops-Park
Eine Melange aus Klassik und kubanischem Sound sorgt für beste Unterhaltung
Noch knapp zwei Stunden vor Beginn des Großen Orchesterkonzerts prognostizieren die Wetterdienste eine 99%ige Unwetterwarnung für diesen extrem heißen Abend. Wenig erfreulich für das kleine, aber feine Open-Air-Festival „Sommer in Lesmona“, das zum bereits einunddreißigsten Mal unter dem alten, teils exotischen Baumbestand im nordbremischen Knoops Park stattfinden soll. Doch die standhaft optimistischen Veranstalter wie auch die schon Stunden zuvor mit reichlich Picknick-Utensilien eingetroffenen Zuhörer nehmen’s hanseatisch gelassen. Und siehe da: keine einzige Wolke verdüstert den abendlichen Himmel, die Temperatur geht auf ein angenehmes Maß zurück. Allein schon in Sachen Wetter also optimale Bedingungen für einen Cross-Over-Konzertabend aus Klassik und typisch kubanischem Sound.
Dr. Gerd Klingeberg
Klassik-begeistert.de

Links zu englischsprachigen  Artikeln

Oldenburg
Rare production of Manfred Gurlitt’s Wozzeck in Oldenburg
seenandheard.international.com.gurlitts.wozzeck

Madrid
Q & A: Mané Galoyan on How People Are Longing for Real Singing
This summer, the soprano became part of one of Madrid’s most anticipated musical events: Christof Loy’s new production of Manuel Penella’s “El Gato Montés” (The Wild Cat) at Teatro de la Zarzuela.
https://operawire.com/q-a-mane-galoyan-on-how-people-are-longing-for-real-singing/

Epidaurus
An Inspiring Medea at the Ancient Theater of Epidaurus
https://operatoday.com/2026/06/an-inspiring-medea-at-the-ancient-theater-of-epidaurus/

Paris
Et O ces voix d’enfants
Brundibár at the Opéra Comique combines whimsy with historicity to sobering effect.
https://parterre.com/2026/06/27/et-o-ces-voix-denfants/

London
Netrebko or Leonskaja: Tough Russian Choices on the London Front
slippedisc.com.russianChoice

Alresford
Two stars triumph in this outstanding Eugene Onegin (Subscription required)
The Grange Festival’s strikingly sophisticated new production offers a subtly different take on Tchaikovsky’s great opera
https://www.telegraph.co.uk/opera/what-to-see/eugene-onegin-grange-festival-review/

Aldeburgh
Aldeburgh festival – there’s something in sea air (Subscription required)
The annual gathering at Snape Maltings has Britten at its heart, but a whole world of talent at its fingertips. Plus energetic Haydn from the English Baroque Soloists
observer.co.uk.music.britten

West Horsley
Grange Park Opera’s sparky Das Rheingold augurs well for its forthcoming Ring cycle
seenandheard.international.com.grangepark

Los Angeles
LA Opera’s 40th Anniversary Season Marks Growing Impact Across Los Angeles
operawire.com.impact.acrossRecordings

A little tenderness
The premiere recording of David T. Little’s What Belongs to You reveals a work of both tenderness and artistic tenacity.
https://parterre.com/2026/06/26/a-little-tenderness/

Ballett / Tanz

„Pale Blue“ von Nikolaus Adler: Ein Planet der Objekte
Gelungen und sehr tänzerisch: Uraufführung der neuen Choreografie des Wieners im Wuk
DerStandard.at.story.nikolaus.adler

München/Bayerisches Staatsballett
Es war schön, präzise und sehr französisch
Den französischen Stil von formaler Eleganz, präzisem Ausdruck und fast mathematischer Klarheit der Aussage, ohne jede Gefühligkeit oder emotionalem Überschwang fängt Preljocajs Choreographie bemerkenswert ein.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de

Ballet / Dance
English National Ballet’s Sleeping Beauty: mixed results at the RAH
bachtrack.com.de.sleeping.beauty

Medien

Trauer um Concordia-Präsident und Ex-SN-Politikchef: Andreas Koller ist tot
Der ehemalige Innenpolitik-Leiter der Salzburger Nachrichten ist am Freitag nach schwerer Krankheit mit 65 Jahren verstorben. Der Wiener hatte seine journalistische Laufbahn 1983 als Mitarbeiter der Tageszeitung Die Presse begonnen. 1988 wechselte er in die Wiener Redaktion der Salzburger Nachrichten. Dort wurde er zum prägenden Gesicht der SN auf dem Wiener Parkett. Andreas Koller war nicht nur Leiter des Innenpolitik-Ressorts und Mitglied der Chefredaktion, er war seit 2014 auch Präsident des Presseclubs Concordia. Weitere Funktionen in der Medienbranche waren Senatssprecher des Presserates, Vorstandsmitglied im Kuratorium der Journalistenausbildung, Vorsitzender des Publizistikbeirats des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) sowie Vorsitzender der Vereinigung der Parlamentsredakteure.
Kurier.at.trauer.umandreas.koller

Politik

Die Straße von Hormus wird zur Goldgrube für den Iran
Die Straße von Hormus ist wieder frei, doch der Iran demonstriert seine Macht: Wer nicht zahlt, wird beschossen. Das macht die Schifffahrt durch die Meeresenge unkalkulierbar teuer – und verschafft dem Iran ein Ass im Ärmel.
Kurier.at.hormuz

Österreich
Sebastian Kurz: „Mitte-Rechts-Politik gut
Kurz knallhart: „Zuwanderung ins Sozialsystem ist Gift“
Ex-Kanzler Kurz hat eine klare Meinung zum Rechtsruck in Europa: „Ich bin Mitte-Rechts. Insofern bereitet mir eine Verschiebung per se keine Sorgen.“
Heute.at.sebastian.kurz

Graz
Gemeinderatswahl
So hat Graz gewählt: Alle Ergebnisse in Grafiken
Im Stadtparlament von Österreichs zweitgrößter Gemeinde dürften sich einige Mandate verschiebenElf wahlwerbende Listen buhlten am Sonntag in der steirischen Landeshauptstadt um die Gunst von 225.883 Wahlberechtigten. Realistische Chancen auf den Einzug in den Gemeinderat wurden allerdings nur der Kommunistischen Partei (KPÖ) von Bürgermeisterin Elke Kahr, der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ), der Volkspartei (ÖVP), den Freiheitlichen (FPÖ), den Grünen und den Neos eingeräumt. So ergeben sich die Stärkeverhältnisse laut aktueller Hochrechnung:
DerStandard.at.story

Graz
Elke Kahr, vom Adoptivkind zur Marxistin und Bürgermeisterin
Porträt. Über das Erfolgsgeheimnis der marxistischen Sozialarbeiterin aus dem Gemeindebau und erstaunliche Gemeinsamkeiten mit einer ÖVP-Legende. Es ist eine ungewöhnliche Gemeinsamkeit. Wie die frühere steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic, die in der ÖVP und darüber hinaus als Landesmutter gesehen wurde, ist auch Elke Kahr ein Adoptivkind. Wie Klasnic war auch Kahr die erste Frau in ihrer Funktion: Klasnic erste Landeshauptfrau der Steiermark in der Geschichte, Kahr erste Bürgermeisterin der Stadt Graz. Und das dürfte die KPÖ-Chefin weiterhin bleiben. 2021 wurde sie nach einem völlig überraschenden Wahltriumph erstmals angelobt, nach der gestrigen Wahl in Graz stehen die Chancen gut, dass sie weiter im Amt bleibt. Offen scheint lediglich, mit wem.
KleineZeitung.at

Kasperl der Woche: Stocker & Babler: Eigentor von galaktischem Ausmaß
Die Kasperln der Woche sind dieses Mal hochrangig. Christian Stockers und Andreas Bablers WM-Abenteuer auf Steuerzahlerkosten haben sich weit herumgesprochen. Sparen, das müssen nur die anderen …
https://www.krone.at/4196266

Sport

Fußball-WM
3:3 mit dem letzten Angriff: Kalajdzic rettet das ÖFB-Team
Die Österreicher standen nach dem 2:3 in der Nachspielzeit bereits vor dem Aus. Kalajdzic schoss das ÖFB-Team mit der letzten Aktion weiter.
Kurier.at.aufstieg.in.letzter sekunde

Mitspieler schimpften: Auch Algerien ärgerte sich über Mahrez‘ Treffer
Nicht nur Österreich ärgerte sich, als Riyad Mahrez in der Nachspielzeit des letzten WM-Gruppenspiels zum 3:2 für Algerien traf. Auch seine eigenen Teamkollegen waren mit dem Tor ihres Kapitäns nicht d‘accord. Auf X und Co. drehten nun Bilder ihre Runden, die zeigen sollen, wie sich Mahrez‘ Teamkollegen über das Tor beschwerten. Das sei so nicht ausgemacht gewesen. Gut für Algerien – und ganz nebenbei auch für Österreich –, dass Sasa Kalajdzic in der sprichwörtlich letzten Sekunde des Spiels doch noch zum 3:3 traf und die Sechzehntelfinal-Paarungen wieder in Ordnung brachte.
https://www.krone.at/4197482

TOOOR für Kanada!!! 0:1, Torschütze: Eustaquio
Der Kapitän macht es höchstpersönlich! Angriff der Kanadier von der rechten Flanke und der Ball landet an der Strafraumgrenze bei Stephen Eustaquio. Sein Schuss ins lange Eck passt perfekt!
KronenZeitung. Canada weiter.in.der.wm

Spielberg/ Formel 1 Rennsport
Sieg in Spielberg! Russell zurück im WM-Kampf
Mercedes-Pilot George Russell hat nach 2024 zum zweiten Mal beim Formel-1-Grand-Prix von Österreich auf dem Red Bull Ring triumphiert. Der Brite gewann am Sonntag bei extremer Hitze in der Steiermark nach einem spannenden Finish vor Spielberg-Rekordsieger Max Verstappen im Red Bull. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli wurde im zweiten Mercedes Dritter. In der Gesamtwertung verkürzte Russell seinen Rückstand auf den 19-jährigen Italiener um zehn Punkte auf 40 Zähler.
https://www.krone.at/4196698

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Unter’m Strich

Wien
Gänsehäufel-Bademeister: »Ich habe viele auch schon mit einem Lächeln rausgehaut«
Erich Gsellmann ist seit 1989 Bademeister im Gänsehäufel. Über lautloses Untergehen, Häfenbrüder, nachlässige Eltern und ein nicht unwichtiges Element: den Schmäh.
DiePresse.com.Gaensehaeufel.at

Preis-Explosion
4.800 Euro: Wird Italien-Urlaub jetzt unbezahlbar?
Der Grund für die explodierenden Kosten ist ein echter Nah-Tourismus-Boom, von dem Experten laut ORF sprechen. Geopolitische Krisen sorgen dafür, dass viele Urlauber auf Fernreisen verzichten und stattdessen Ziele in Europa bevorzugen. Die hohe Nachfrage treibt nun die Preise nach oben. Besonders tief müssen Urlauber auf Sardinien in die Tasche greifen. Dort kann eine Urlaubswoche für eine Familie laut Berichten bis zu 4.800 Euro kosten, heißt es beim ORF. In den oberösterreichischen Reisebüros hält sich der Preisanstieg bei Hotels bisher zwar noch in Grenzen.
oe24.at.italienurlaub

INFOS DES TAGES (MONTAG, 29. JUNI 2026)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 29. JUNI 2026)

Quelle: onlinemerker.com

Heute Wiener Staatsoper: BALLETT-GALA 2026

Feier des Tanzes
Die Ballettgala ist heuer dem legendären Choreografen Frederick Ashton gewidmet
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© National Portrait Gallery London

Frederick Ashton, 1962 für seine Ver­diens­te um das Bal­lett zum Rit­ter von Groß­bri­tan­nien ge­schla­gen, zählt zu den her­aus­ra­gen­den Per­sön­lich­kei­ten der Tanz­ge­schich­te und gilt als ei­ner der maß­geb­li­chen Ge­stal­ter einer Bal­lett­kunst des 20. Jahr­hun­derts. 1935 von Ninette de Valois an das Vic-Wells Ballet, wel­ches erst zum Sadler’s Wells Ballet und spä­ter zum Royal Ballet London wer­den soll­te, als Tän­zer und Chef­cho­reo­graf ver­pflich­tet, ist seine Kar­rie­re eng mit der be­rühm­ten Lon­do­ner Com­pa­gnie ver­bun­den: 1942 bis 1963 war Ashton stell­ver­tre­ten­der Di­rek­tor, 1963 bis 1970 Di­rek­tor des Royal Ballet.

Wiener Staatsoper Ballett-Gala 2026)

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Baden/ Bühne: DER VOGELHÄNDLER. Premiere

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Ricardo Frenzel-Baudisch, Verena Tranker. Copyright: Christian Husar

Am Währinger Gürtel hat sich eine Gutmensch*Innende das Ziel gesetzt, unter den Augen der politisch Verantwortlichen, aber fachlich Ahnungslosen die Kunstform Operette auszurotten. In Baden verhindert der Bannstrahl des seligen Robert Herzl — Gott sei Dank! — Schlimmeres. (Noch.)

Anläßlich der 120 Jahr-Feier der Sommerarena spielt die Bühne Baden Der Vogelhändler: die erfolgreichste Operette des k. u. k. Sektionsrates im Finanzministerium, Dr. Carl Zeller.

Auf Basis einer Konzeptionsidee des nachmaligen Intendanten Michael Lakner bearbeiteten Barbara Spitzer und Francesc Abós Text, Ort und Zeit der Handlung: Baden bei Wien im Jahr 1906 statt der Pfalz im 18. Jahrhundert. Wie gut, daß Natalia Ushakova als Kurfürstin Marie ihr Fröhlich Pfalz, Gott erhalts! weitgehend unverständlich singt: So kümmert derartige Diskrepanz niemanden.

Die Verbindung mit Baden und Österreich, so Barbara Spitzer und Francescs Abós in einem vor Gemeinplätzen strotzenden Beitrag im Programmheft, schüfe eine zusätzliche Nähe. (Ja, eh.) Gleiches gelte für die Anspielungen und Bezüge, die dem Publikum vertraut vorkommen (es aber nicht sein müssen). … Schade eigentlich, daß Carl Zeller und seine Librettisten M. West und Ludwig Held davon keine Ahnung hatten. Nie wäre es ihnen eingefallen, ihren Vogelhändler woanders als in Baden bei Wien spielen zu lassen…

…VII.
Dennoch, nehmt nur alles in allem: Mit dieser Vogelhändler-Produktion machte man sich am Stadttheater das größte Geschenk für die 120 Jahr-Feier der Sommerarena. Man bewies, daß die Wiener Operette lebt — in Baden.

https://dermerker.com/index.cfm?objectid=9015BF81-0F7B-D14A-37F623BB7387E313

Thomas Prochazka/www.dermerker.com

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Wiesbaden: Abschluss Hessische Theatertage 2026: Preisverleihung

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Auf dem Foto zu sehen sind: vordere Reihe v. l. n. r. Mikheil Charkviani (Theaterregisseur, Jurymitglied), Pia Eppig (Regisseurin, Gewinnerin Publikumspreis), Bella Enderlein  (Vertreterin HTA für die Nachwuchspreisgewinner Aleksandra Nowakowska und Andrzej Józefczyk), Bea Banca (Produktionsassistenz Hessische Theatertage); zweite Reihe v. l. n. r. Shirin Sojitrawalla (freie Journalistin, Jurymitglied), Dorothea Hartmann (Intendantin Staatstheater WIesbaden), Andreas Jahnke (Künstlerische Produktionsleitung Hessische Theatertage); hintere Reihe v. l. n. r. Hannah Stollmayer (leitende Schauspieldramaturgin, Jurymitglied), Paul Ansmann (Regisseur/Regieassistent, Jurymitglied), Theresa Willeke (Künstlerische Betriebsdirektorin), Uwe Arsand (Technische Produktionsleitung Hessische Theatertage). Copyright: Lukas Anton

Mit einer Preisverleihung endeten am Samstag, den 27. Juni 2026 die diesjährigen Hessischen Theatertage am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Zehn Tage lang waren Produktionen der Theater Kassel, Frankfurt, Darmstadt, Gießen, Marburg und Wiesbaden sowie Produktionen der Freien Szene Hessens – im Rahmen des MADE.Festivals – und Arbeiten Studierender der Hessischen Theaterakademie zu erleben.

Zwei Preise wurden verliehen: Eine Fachjury vergab den Nachwuchspreis der Hessischen Theatertage an eine Produktion unter den sechs präsentierten Arbeiten Studierender der zum Verbund der Hessischen Theaterakademie gehörigen Hochschulen. Gewonnen hat den Preis, der mit 3000 Euro dotiert ist, die Produktion „Speechless“, eine Tanzperformance mit Live-Sampling, von Aleksandra Nowakowska und Andrzej Józefczyk.

Für den mit 2000 Euro dotierten Publikumspreis durften die Zuschauerinnen und Zuschauer unter allen im Rahmen des Festivals gezeigten Stücken abstimmen. Auch beim Publikumspreis setzte sich eine Produktion Studierender der Hessischen Theaterakademie durch: Es gewann das Stück „Hertopia“ von Pia Epping.

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Stuttgart: Gauthier Dance: „LUCK / UNLUCK“ 26.06. 2026 (Premiere im Theaterhaus) – Gruppenglück

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Beschwörende Gesten in UNLUCK von Hofesh Shechter. Copyright: Jeanette Bak

 Während das Stuttgarter Ballett seit Beginn der derzeitigen Intendanz auf Hauschoreographen verzichtet, hat Eric Gauthier für sein inzwischen kaum weniger renommiertes Ensemble gleich drei sogenannte Artists in residence an Land gezogen. Außer Barak Marshall, der für die letzte Premiere ein Stück konzipierte, sind es die führenden Modern Dance Vertreter ihrer Herkunftsländer, Aszure Bartonaus Kanada und Hofesh Shechter aus Israel, die das aktuellste Programm mit Auftragsarbeiten zum Titel gebenden Thema „Glück / Unglück“ bestimmen. In seinem Vorwort bezeichnet Gauthier es als besonderes Glück, die beiden Tanzschöpfer fix für Stuttgart gewonnen zu haben. Indes ist der umtriebig charmante Compagnieleiter generell durch seine erfolgreiche und beständig neue Publikumsschichten erobernde Arbeit ein Glückspilz. Vor den beiden Uraufführungen begrüßte er in den Zuschauerreihen u.a. keine Geringere als Marcia Haydée, die im nächsten Jahr ihren 90.Geburtstag feiern und wie er bei dieser Gelegenheit verrät, in der kommenden Spielzeit sogar eine Choreographie für Gauthier Dance beisteuern wird. Das Glück bleibt also auf seiner Seite.

 Spontan hat Gauthier die Reihenfolge vertauscht und lässt den Abend mit dem Unglück beginnen, wobei sich ja die beiden weit gedehnten und von philosophischer Tragweite bis zum Alltag reichenden Begriffe nicht wirklich trennen lassen und das Eine mit dem Anderen in seiner Gegensätzlichkeit irgendwie verbunden ist. Für Shechter ist persönliches Glück mit täglichen Ritualen, speziell in seiner schöpferischen Arbeit verbunden. Diese mal bewusst außer Acht zu lassen, bedeutet somit das Risiko der Herausforderung des Schicksals. Bedeutet das Unglück? In seiner Choreographie mit dem Untertitel „Any way the wind blows“ versucht er Antworten auf die zutiefst menschlichen Fragen nach der Erklärung unbekannter und unverständlicher Mächte und Zusammenhänge zu finden. Das geschieht bei ihm nicht in solistischen Einzelgängen, sondern von Anfang bis Ende im Verbund einer Gruppe, die sich wohl auch mal teilt oder auseinander strebt, den Sog der Bewegungen letztlich gemeinschaftlich trägt. Einem von akustisch unablässig wummernder Rhythmik angetriebenen unaufhörlichen Sog aus ganzkörperlichen Riten, beschwörenden gestischen Formeln aus Gebetszuständen, stemmenden Fäusten, markierend gestischen Beschwörungen der Hände bis hin zu sprechenden Formen des Mundes. Stillstand gibt es hier keine Sekunde. Die Tänzer in individuellen farblich diversen Gewandungen bis auf einen mit freiem Oberkörper – was angesichts der Hitze dieses Tages allen zu wünschen gewesen wäre – demonstrieren Shechters einerseits weich fließenden, andererseits massiv dramatischen Stil bei allem manchmal augenscheinlichen Chaos mit einer bestechenden Präzision, die die Wirksamkeit der Aufführung noch steigert.

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Brillante Gruppen-Wirkung in LUCK von Aszure Barton. Copyright :Jeanette Bak

 Für die Ohren genauso penetrant laut, gar noch beständig hämmernder in den Beats, entfaltet sich nach der Pause Aszure Bartons Beitrag „Luck“ in einem ganz auf schwarz-weiß konzentrierten Bühnenraum inklusive der schwarzen Kostüm-Kreationen aus gerafften Hosen, teils am Kragen krinolierten Jacken und Strümpfen. Glückszustände mögen doch anders ausschauen, mag sich da mancher fragen, aber Barton konzentriert die große Reichweite der Thematik ganz auf den Tanz, auf  einen im Tempo konstant durchgezogenen Vorwärtsdrang, der keine Zeit zum Atemholen lässt. Hin und wieder gehört einzelnen Tänzern die Bühne, doch auch hier lebt das Geschehen von der Energie der Gruppe, dem Verbundensein, das dem Glück einen Raum bereitet. Leicht und fast lässig demonstrieren sie in Flug- und Auffang-Aktionen, im Halten und Getragensein ein gegenseitiges Grundvertrauen. Zwischen teils grob ausscherenden, teils ganz kongruenten Bewegungsmustern werden erwartungsvolle Blicke nach oben gerichtet. Kommt das Glück doch von einer höheren Macht? Bei aller Komplexität entsteht immer wieder eine Synchronität, die das Glücksgefühl in den Körpern spürbar macht. In den besten Momenten ist das nicht weit von virtuosem Ballett entfernt.

 Auch wenn wie gesagt die Last der Darbietung diesmal ganz auf dem gesamten Ensemble lag, haben es doch die Compagnie-Mitglieder, die Gauthier immer ganz individuell nach Persönlichkeiten auswählt, verdient, einzeln genannt zu werden: Rebecca Amoroso, Bruna Andrade, Tuti Cedeno, Andrew Cummings,  Karlijn Dedroog, Stefano Gallelli, Garance Goutard Dekeyser, Barbara Melo Freire, Shai Ottolenghi, Luca Pannacci, Alexandra Policaro,  Arnau Redorta Ortiz, Sidney Elizabeth Turtschi, Giovanni Visone, Shawn Wu und Shori Yamamoto.

 Zweifellos in einem Glückszustand befand sich das Publikum in der gewohnt ausverkauften großen Halle des Theaterhauses. Jubelchöre und größtenteils stehende Ovationen sind mittlerweile Normalität bei Gauthier Dance. Möge es in den Zeiten bröckelnder Subventionen so weiter gehen!

Udo Klebes

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