DIE DIENSTAG-PRESSE, 11. AUGUST 2026

DIE DIENSTAG-PRESSE, 11. AUGUST 2026

Ariadne auf Naxos © SF/Thomas Auri

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE DIENSTAG-PRESSE, 11. AUGUST 2026

Salzburg/Ariadne auf Naxos
Vom anderen Stern: Die Wiener Philharmoniker bringen in Salzburg Strauss’ Ariadne auf Naxos zum Fliegen
Mein Star des Abends ist das Orchester. Der Klang ist differenziert, transparent. Strauss’ Ariadne auf Naxos klingt an diesem Abend zum Niederknien gut. Stimmlich sticht Sopranistin Ziyi Dai in der Interpretation der Zerbinetta heraus.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

Kritik Lang Lang in Salzburg: Großes Kino mit den Wiener Philharmonikern
Sie haben sich angefreundet. Die Wiener Philharmoniker und der russische Dirigent Tugan Sokhiev haben ein wichtiges Date: Sokhiev darf das nächste Neujahrskonzert dirigieren. Dass ihn die Wiener schätzen, war am Wochenende auch bei den Salzburger Festspielen zu spüren. Solist bei zwei fulminanten Konzerten unter Sokhievs Leitung im Großen Festspielhaus war Starpianist Lang Lang. Auf dem Programm: Ravel, Debussy und Prokofjew.
BR.Klassik.de.lang-lang

Die Franziskanerkirche gab ihr Salzburger Festspiel-Debüt (Bezahlartikel)
Was für ein gigantischer Parcours! Der Pariser Organist Olivier Latry spielte Werke von Olivier Messiaen.
SalzburgerNachrichten.at.franziskaner

Festspiele: Wo Salzburgs Tastenzauber überwältigt – und verstört (Bezahlartikel)
Die Pianisten Alexander Melnikov mit dem Mozarteumorchester und Arcadi Volodos solo im Großen Festspielhaus, der Organist Olivier Latry in der Franziskanerkirche: Pointen, Überraschungen und Bizarres von Mozart bis Messiaen.
DiePresse.com.salzburgs.tastenzauber

Wiener Philharmoniker mit Lang Lang: Meer, Glut und Feuer (Bezahlartikel)
Lang Lang und die Wiener Philharmoniker unter Tugan Sokhiev begeisterten bei den Salzburger Festspielen.
Kurier.at.lang-lang

Klangzauberer mit Mikroskop
Von Arcadi Volodos und seinen extremen Zugängen – nicht zuletzt zu Franz Schubert – ist immer wieder mal die Rede. Extremer als die Wiedergabe der G-Dur Sonate am Sonntag (9.8.) im Großen Festspielhaus kann ein Schubert nicht mehr ausfallen. Auch nicht bewegender.
DrehpunktKultur.at.volodos

Salzburg
Lukas Crepaz zu Salzburgs Mega-Bauprojekt: „Drehen jeden Euro mehrfach um“
Der kaufmännische Direktor der Salzburger Festspiele im Gespräch über die kostspielige Generalsanierung der Infrastruktur und wachsenden politischen Widerstand dagegen
DerStandard.at.story.salzburgsBauprojekt

Salzburger Festspiele untersuchen die mangelnde Präsenz von Frauen
Am Wochenende geht es rund um die Uraufführung von Jelineks „Unter Tieren“ bei „FRAUEN*.FESTSPIEL.PRÄSENZ“ um den Frauenanteil von nur 2,3 Prozent
DerStandard.at.story.jelinek

Wien/Renaissancetheater am Steinhof
Pathys Stehplatz (64): Wiener Meisterkurse – gebt den Kindern das Kommando
Schon Herbert Grönemeyer forderte: Gebt den Kindern das Kommando, denn sie berechnen nicht, was sie tun. Wie man das deutet, bleibt jedem selbst überlassen. Was man als Musiker jedoch von ihnen lernen kann – man muss sich das Kindliche immer beibehalten. Den Fehler, den viele machen, bereits ab 15, 16, also der Pubertät: Sie versteifen sich viel zu sehr auf die Technik. Dabei ist es doch etwas ganz anderes, was zählt: Es ist die Verspieltheit, das Liebliche, mit der man jede einzelne Note spielt. Ganz besonders bei Mozart, aber auch Beethoven. Das hat man heute mittags im Renaissancetheater am Steinhof erleben dürfen. Alleine beim Gang der Knirpse zum Bösendorfer-Flügel muss man schmunzeln. Ein Dreikäsehoch, Lingjun Zhu, und zuvor Xinhua Feng. Maximal 7 Jahre alt, beide Asiaten (ein Bub, ein Mädchen), beide Teilnehmer am Meisterkurs von Vladimir Kharin.
Von Jürgen Pathy
Klassik.begeistert.de

Bayreuth
Keine Aussicht auf Besserung in Bayreuth…
Auch in der Götterdämmerung II kommt die KI nicht zur Ruhe, das Publikum auch nicht. Und was bleibt? Eine alles übertreffende musikalische Darbietung durch Christian Thielemann und das Festspielorchester, ein optisch verpatzter Jubiläums-Ring, die Einsicht, das sich in Bayreuth vieles weiterhin zum Schlechten entwickelt, die merklich nachlassende Demut gegenüber dem Werk Richard Wagners und die bange Frage „Weißt Du, wie das wird…?“
Von Axel Wuttke
Klassik-begeistert.de

Es liegt nicht nur an der KI – der dritte Tag des Rings ist auch musikalisch unausgewogen
Und wenn auch im Schlussduett „Siegfried“ die Stimmen von Klaus Florian Vogt und Camilla Nylund gut zueinander finden, kann es nicht darüber hinwegtäuschen, dass Camilla Nylund vom Stimmtypus her nur bedingt eine Brünnhilde ist. Bei Phrasen wie „Fürchtest Du nicht, das wild, wütende Weib?“ fehlt der Stimme die strahlende Leuchtkraft.  Auch bei Brünnhildes Erwachen vermisst man das jubelnde Strahlen, das unter die Haut geht.
Von Axel Wuttke
Klassik-begeistert.de

Podcast Kultur Kompass
Mallwitz: „Womit ich dirigiere? Mit den Ohren!“
Joana Mallwitz dirigiert in Salzburg gerade Mozarts Oper „Così fan tutte“. Zwischen den Aufführungen war sie zu Gast im „Krone“-Kultur-Podcast. Ein Gespräch über fantasievolles Hören, das Wunder eines Symphoniekonzerts und warum das Ohr der wichtigste Körperteil beim Dirigieren ist.
https://www.krone.at/4228753

Innsbruck
Kritik „Il pomo d’oro“ in Innsbruck: Barockoper mit Legendenstatus
Mit Antonio Cestis „Il pomo d’oro“ stemmen die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik ein barockes Mammutwerk: über sieben Stunden Musik, 20 Sänger und 47 Rollen. Ein ambitioniertes Spektakel mit starken Momenten, aber auch Schwächen in Inszenierung und Klang.
BR.Klassik.de,legendenstatus

Pompöser Zickenkrieg
Mit der ersten szenischen Wiederaufführung von Antonio Cestis legendärer Oper „Il pomo d’oro“ nach fast 360 Jahren hat Ottavio Dantone die 50. Innsbrucker Festwochen Alter Musik eröffnet.
FrankfurterAllgemeine.net.zickenkrieg

„Il pomo d’oro“ in Innsbruck (Bezahlartikel)
Sieben Stunden Oper über zwei Abende: Wie erlebt man als Besucher diesen Marathon?
TirolerTageszeitung.com.artikel

Äpfel für alle! Antonio Cestis „Il pomo d’oro“ wird in Innsbruck zum Triumph
Zum Fünfziger gelingt den Festwochen der Alten Musik ein Kraftakt, der dank der Regiekunst von Fabio Ceresa spielerisch leicht wirkt
DerStandard.at.story.antonio.cesti

Die längste, teuerste und bunteste Barockoper der Welt (Bezahlartikel)
Seit 358 Jahren war „Il pomo d’oro“ von den Bühnen verschwunden. Wer kann sich schon noch eine Oper leisten, die so lang ist, dass sie zwei Abende braucht und Dutzende Sänger für noch mehr Rollen? Innsbruck kann es. Fahren Sie hin!
DieWelt.de,Kultur.festspielsensation

„Großoper“ in Innsbruck: Üppiges Zankapfel-Epos
Die „Großoper“ „Il pomo d’oro“ von Pietro Antonio Cesti hat Freitag- und Samstagabend im Großen Haus des Tiroler Landestheaters in Innsbruck in der Regie von Fabio Ceresa und der musikalischen Leitung von Ottavio Dantone ihre Premiere gefeiert. Die Festwocheninszenierung zeigte das Epos rund um einen goldenen Zankapfel als äußerst üppige und erstaunlich anschlussfähige Erzählung, die sich geschickt zwischen Historie und Gegenwart bewegte. Das Publikum reagierte euphorisch.
Niederösterreichische.nachrichten.at

Rheinsberg
Klassik in Rheinsberg: Veranstalter ziehen Zwischenbilanz
NeueMusikzeitung.nmz.de.politik

Båstad
Tennis? Oder ein „Holländer“ mit Möwenbegleitung? Das Birgit Nilsson Festival in Schweden (Bezahlartikel)
In Schwedens dänischster Provinz gedenkt man der großen Sopranistin Birgit Nilsson, indem man gutes Essen, Kaltwasserbaden und Wagner mit einem „Fliegenden Holländer“ im Tennisstadion feiert.
DiePresse.com.tennis.oder.hollaender

Links zu englischsprachigen Artikeln

Verona
Q & A: Sebastiano Rolli on ‘Nabucco,’ the Arena di Verona & the Italian Repertoire
operawire.com.sebastiano.rolli

Chamonix
theartsdesk in Chamonix: mountains of the mind
A young festival finds music to match a stupendous setting
https://theartsdesk.com/classical-music/theartsdesk-chamonix-mountains-mind

London
The newly commissioned narration undermined a superb bicentenary Oberon Proms performance
seenandheard.international.com.newly

BBC Symphony Orchestra/Venditti review – a fervent but lithe-limbed Stabat Mater
Nil Venditti’s animated account of Rossini’s choral work embraced its lyricism and theatricality – paired on the bill with the Proms debut of Respighi’s Church Windows
TheGuardian.com.music.venditti

A thrilling Symphonie fantastique at the Proms from the National Youth Orchestra and Thomas Adès
seenandheard.international.com.thomas.ades

Oxford
The Elixir of Love | Waterperry Opera Festival
Londontheatre1.com.oxford

Sydney
The Drover’s Wife (Opera Australia)
An epic Australian story finds lyrical expression through music, movement and commanding central performances.
https://limelight-arts.com.au/reviews/the-drovers-wife-opera-australia/

The Drover’s Wife review – operatic version of Leah Purcell’s story is powerfully emotional
Sydney Opera House
Purcell’s play-turned-book-turned-film is now also an opera, a form that allows for a more expansive story and a deeper sense of First Nations culture
TheGuardian.com.sidney.opera

Perth
Eugene Onegin (West Australian Opera)
Gorgeous voices and Tchaikovsky’s aching score overcome a slow and sombre beginning.
https://limelight-arts.com.au/reviews/eugene-onegin-west-australian-opera/

Seoul
South Korea Unveils First Fully Domestic Production of Wagner’s ‚The Ring‘
150th anniversary concert features Korean artists in historic domestic staging of Wagner’s epic opera
chosun.com.english

Singapore
Orchestra of Music Makers to Present Singapore Premiere of ‘Siegfried’
Orchestra of the Music Makers will present the Singapore premiere of Richard Wagner’s “Siegfried” on Sept. 5, 2026, at Esplanade  Concert Hall.
operawire.com.singapore

Rock/ Pop

Er produzierte Musik von Madonna und Blur: William Orbit ist tot
Der britische Star-Produzent verstarb, wie erst jetzt bekannt wurde, am 23. Juli im Alter von 69 Jahren. Der Produzent hinter Madonnas Album „Ray of Light“, William Orbit, ist tot. Der Brite verstarb bereits am 23. Juli im Alter von 69 Jahren, wie seine Angehörigen am Freitag auf seinem Profil im Onlinedienst Instagram mitteilten. „Er wird sehr fehlen, uns und allen, die er mit seiner Musik, seiner Freundschaft und seiner Freundlichkeit berührt hat.“Orbit wurde am 15. Dezember 1956 als William Mark Wainwright, kam 1956 im Londoner East End als Sohn zweier Lehrer geboren. Mit 16 begann er als Straßenmusiker in London und Paris zu spielen und gründete 1980 mit Laurie Mayer und Grant Gilbert die Band Torch Song. Seinen größten Erfolg hatte er 1998 als Produzent von Madonnas Album „Ray of Light“, dessen ungewohnter und modernder Mix aus Trip-Hop, Techno und Ambient der Sängerin einen komplett neuen Sound gab. Die Platte gewann vier Grammys, darunter den für das beste Popalbum.
Kurier.at.william.orbit

Politik

Hinter der Fassade Putins Doppelleben: Seine geheime Familie
Russlands Machthaber Wladimir Putin (73) hat sich – abseits seiner offiziellen Auftritte – ein zweites Leben mit neuer Familie aufgebaut. Seine kleinen Söhne werden westlich erzogen. Was man darüber weiß.
https://www.krone.at/4245826

Österreich
Minister plant noch strengere Regeln für E-Scooter – Helmpflicht bis 18
Seit Mai gelten strengere Regeln für E-Scooter. Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) erwägt aber bereits weitere Verschärfungen: Nach einer ersten Bilanz will er über eine Ausweitung der Helmpflicht diskutieren. Im „Krone“-Interview kontert Hanke außerdem die Kritik aus dem Burgenland, spricht über einen „langen Weg“ im Klimaschutz und verrät, was die nächsten Schritte rund um die Brenner-Thematik in Tirol sind.
https://www.krone.at/4249033

Verena Dunst kontert Stocker: „Sie beleidigen mich als Großmutter aufs Tiefste“
Bundeskanzler Christian Stockers (ÖVP) Aussagen zur Kinderbetreuung bringen Alt-Landesrätin Verena Dunst auf die Palme. Die Vollblut-Oma lädt den Kanzler zum Praxistest nach Moschendorf ins Burgenland ein.
https://www.krone.at/4250121

Österreich
Umfrage-Beben! Regierung stürzt immer weiter ab

Die Koalition verliert in den Umfragen weiter an Boden und kommt nur noch auf 43,5 Prozent. Gleichzeitig nähert sich die FPÖ der 40-Prozent-Marke. Am Montag startet der ORF seine traditionellen Gespräche mit den Spitzen der Parlamentsparteien. Eine reguläre Nationalratswahl steht 2026 zwar nicht an, der von der Austria Presse Agentur erstellte „Wahltrend“ zeigt dennoch, wie sich die politische Stimmung seit der Wahl entwickelt hat.
Heute.at.umfragebeben

Gewessler: „Auf einem Parkplatz wächst keine Kartoffel“
Die Parteichefin der Grünen zog erwartungsgemäß gegen die Regierung vom Leder und gab sich beim Thema der Grenzsicherheit überraschend selbstkritisch. Liegt’s an der  anhaltenden Hitze? Oder an Leonore Gewessler als Person? Oder vielleicht an beidem ein bisserl? Fakt ist: In den Umfragen können sich die Grünen derzeit kaum beschweren.  Laut APA-Wahltrend vom Juli hat die Öko-Partei im Vergleich zur Nationalratswahl klar zugelegt, man ist mit 12,4 Prozent  stabil zweistellig. Montagabend beschrieb die grüne Bundessprecherin im ersten ORF-Sommergespräch, wie sie ihre Partei stärker machen will.
Kurier.at.gewessler

Wissenschaft/ Medizin

Die giftigste Schlange der Welt: Der tödliche Weg zum Gegengift gegen den Taipan
Wenn man heute von einer Giftschlange gebissen wird, gibt es in vielen Fällen ein Gegengift. Doch bis dahin war es ein langer Weg: Wer beim Taipan dafür sein Leben opferte.Früher konnten Ärzte bei einem giftigen Schlangenbiss wenig tun: Man versuchte, das Gift herauszusaugen oder amputierte im Extremfall das Körperteil. Erst im späten 19. Jahrhundert begann die Entwicklung von Gegengiften. Das Prinzip: Man injiziert Schlangengift zum Beispiel in ein Kaninchen. Dort entstehen Antikörper. Diese Antikörper spritzt man dem Menschen, der gebissen wurde. Die Antikörper fangen das Gift ein.“Plötzlich war der Biss einer Giftschlange kein Todesurteil mehr“, sagt der Geschichtsjournalist James Ellis in der ZDFinfo-Doku „Wissenschaft extrem – Lautlose Killer„. Doch um das Gift der Schlangen zu bekommen, musste man sie lebendig ins Labor bringen – ein gefährliches Unterfangen.
zdf.schlangenbiss

Sport

Fußball
FIFA stellt sich hinter Infantino: UEFA soll mutmaßliche Geliebte ausgezahlt haben
Die FIFA verteidigt Infantino gegen einen „koordinierten“ Angriff auf seine Führung. Zuvor gab es Gerüchte, eine Geliebte habe während seiner Zeit als UEFA-Generalsekretär ein großzügiges Abfindungspaket erhalten.Die FIFA hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie ihren Präsidenten Gianni Infantino gegen das verteidigt, was sie als „koordinierten und anhaltenden Versuch“ bezeichnet, seine Führung des Verbands zu untergraben.
euronews.com

————————–

Unter’m Strich

Trotz Skandal: Andrew soll im Fall des Falles einmal ein royales Begräbnis bekommen
Titel weg, raus aus dem royalen Leben – doch eine letzte große Ehre könnte Andrew Mountbatten-Windsor trotzdem erhalten. Trotz Skandal: Andrew soll royales Begräbnis bekommen
Heute.at,andrew

ID-Austria-Chatbot wirft Babler aus Regierung
So nützlich Künstliche Intelligenz auch sein kann, einfache Fragen bringen sie oft aus dem Konzept: So auch beim neuen KI-Chatbot für ID Austria und Co. Seit Montag ist der neue KI-Chatbot „ida“ auf ID Austria und oesterreich.gv.at in Betrieb. Nutzerinnen und Nutzer können Fragen frei formulieren und erhalten rund um die Uhr Antworten. Möglich macht das Künstliche Intelligenz – die aber auch ihre Grenzen hat
oe24.at.künstlicheIntelligenz

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 11. AUGUST 2026)

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 11. AUGUST 2026)

Quelle: onlinemerker.com

Das wurde vorgestern nach VIAGGIO  von ORFIII nicht gesendet.

plac

ZU FACEBOOK mit Video
________________________________________________________________________________________

Klassikfestival Schloss Kirchstetten

kirch

Gestern ging mit der Derniere von Rossinis  La cambiale di matrimonio | Der Heiratswechsel einer erfolgreichen Opernsaison im Maulpertsch-Saal zu Ende. Doch lange bleibt es nicht ruhig im Schloss: Schon mitten in den Aufbauarbeiten verwandelt sich der Ehrenhof von Schloss Kirchstetten in eine große OpenAir-Bühne.

Und schon am  Donnerstag, 13. August , ist es so weit: Bei Klassik unter Sternen XVI erklingen unter der Leitung von Hooman Khalatbari große Ouvertüren von Rossini, Donizetti, Mozart, Puccini, Verdi, Wagner, Debussy und vielen anderen. Ein sommerlicher Konzertabend unter freiem Himmel im stimmungsvollen Ehrenhof.

Am Samstag, 15. August , folgt mit Symphonic Blockbuster – Eine Weltreise durch die Filmmusik ein ganz besonderes Highlight: Das Symphonieorchester der TU Wien bringt berühmte Filmmusiken von Star Trek, Forrest Gump, Jurassic Park, Robin Hood, Die Schöne und das Biest und weiteren Kino-Klassikern auf die große OpenAir-Bühne.

Und das Beste: Für alle 4 OpenAir-Abende sind noch Tickets erhältlich! Die Woche darauf warten Gert Steinbäcker & Band am 19. August sowie Gernot Kulis am 21. August auf das Publikum im Ehrenhof.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Liebe Grüße vom gesamten Team des KlassikFestivals Schloss Kirchstetten

Sichern Sie sich jetzt Ihre Karten!

9.8. Salzburg Felsenreitschule Saint François d’Assise

Scènes franciscaines – Eine Oper?

saint

Olivier Messiaens opus summum, ein Auftragswerk der Pariser Oper, ist mit seiner 18,5 kg schweren Partitur wohl eines der sperrigsten, am schwierigsten aufzuführenden Werke der gesamten Opernliteratur. Die Salzburger Festspiele hatten sich dessen bereits zwei Mal, jeweils mit dem kürzlich verstorbenen José van Dam in der Titelrolle angenommen (1992 und wieder aufgenommen 1998). Wie sehr hätte man es ihm gegönnt zu sehen, welch würdig-kongenialen Nachfolger er gefunden hat!

Das Orchester agiert in denkbar großer Besetzung, der Chor ist gewaltig, und der Hauptdarsteller – die Länge der Rolle kann wohl mit Hans Sachs konkurrieren – ist gefordert, eine sängerische, emotionale und schauspielerische Höchstleistung erbringen. Eine Opernhandlung im klassischen Sinn weist das Werk zweifelsohne nicht auf. Es ist vielmehr eine mystisch-mythische Betrachtung des Lebens des großen Heiligen, dessen Todesdatum sich heuer zum 800. Mal jährt. Eher vielleicht ein Oratorium. Jedenfalls lässt es sich nicht in klassische Kategorien einordnen und steht so für sich. So ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit, über die Spieldauer von 6 ¼ Stunden hinweg (in Salzburg sind 2 jeweils einstündige Pausen inkludiert) die Spannung aufrecht zu erhalten, dies insbesondere beim 6. Bild, der Vogelpredigt. Einen klassischen Handlungsduktus weist das Werk nicht auf, es werden vielmehr Szenen und Momente aus dem Leben des Heiligen geschildert. Ein Aussätziger, einige Klosterbrüder, ein Engel, sind die wenigen Protagonisten, die den Heiligen auf seinem Weg durch das Werk begleiten. Anhand von Episoden werden mehr oder weniger innere Zustände, Zweifel, Qualen, geschildert.

Romeo Castellucci hat schon mehrfach bewiesen, dass er kein „klassischer“ Opernregisseur im engeren Sinn ist, aber ein faszinierender Bebilderer, der starke Stimmungen erzeugt. Dies gelingt ihm erwartungsgemäß grandios. Der Duft des Brotes, das die Mönche backen, wird ebenso in Erinnerung bleiben, wie der ausgemergelte Aussätzige (von einem Schauspieler dargestellt), der von François gewaschen wird. Die beiden Schlusstableaus („Stigmata“, „Der Tod und das neue Leben“) weisen erdige Gräber als Charakteristika auf, die im vorletzten Bild befüllt mit Menschen sind. François legt sich hier selbst in seine letzte Ruhestätte und bedeckt sich mit Erde. Sparsam eingesetzte Lichtkegel, Wasser, Blut, das verkehrte Riesenbild einer anonymen Wolkenkratzer-Großstadt, dort und da ein paar (echte) Tiere und tote Vögel – den Naturbezug des Heiligen verdeutlichend. Die Szenerie wird um eine nicht unbedeutende Anzahl von Statisten/Schauspielern angereichert, die in fließenden Bewegungen (Choreographie: Yasmine Hugonnet) das Geschehen verdeutlichen.

Der Hauptdarsteller Philippe Sly, frankokanadischer Bassbariton, hat sich zur Vorbereitung 2 Monate ins Kloster begeben. Er spielt nicht Franziskus, er IST der Heilige, noch mehr, er agiert fast als Nachfolger Christi. Method acting, eine Entäußerung, wie man sie auf den Bühnen der Welt nur sehr selten zu sehen bekommt. Zuletzt vielleicht am selben Ort bei Bogdan Volkov als Idiot oder der Salome der Asmik GrigorianSly weist eine Intensität von der ersten bis zur letzten Silbe auf, die beispiellos ist, am stärksten wahrscheinlich im 7. Bild „Die Stigmata“ – einem Moment, der die Leidensgeschichte Christi vergegenwärtigt, der zu Tränen rührt. Sly tut all dies zurückgenommen, ganz Diener an Religion und Musik. Natürlich, seine warme Bassbaritonstimme ist, wenn es Not tut, auch zu Ausbrüchen fähig, aber seine intensivsten Momente sind die, die er mit innerer Kraft, nicht mit Lautstärke gestaltet. Körperlich ist er von der Regie fast immer höchst gefordert, in Bewegung mit Bewegung, in Berührung mit Berührung.

Als seine Bühnenpartner, denen vergleichsweise kleinere bis mittlere Rollen zugedacht sind, fungieren die preisgekrönte junge Sopranistin Lauranne Oliva als Engel – mit schönem, gut sitzenden Stimmkern, Sean Panikkar, Münchens glanzvoll-listiger Loge, durchsetzungsstark als Aussätziger, Léo Vermot-Desroches, dem Salzburger Publikum als Hoffmann-Einspringer bekannt, mit deutlich mehr tenoralem Schmelz als Frère Massée, der selbst  François-erprobte Willard White sonor als Frère Bernard und angenehm timbriert Russell Braun als Frère Léon.

Eine Mammutaufgabe auch für die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor (Einstudierung Jozef Chabroň), die in 90-Personen-Formation (unsichtbar) auftritt, und jede dynamische Variation, die das Monsterwerk von ihr abverlangt, tadellos mit edlem Klang perfekt dosiert aus höchsten Sphären mit Dolby-surround-Wirkung gleich einer Engelsschar ins Publikum platziert.

Und eine gigantische Aufgabe für die Wiener Philharmoniker, die sich unter dem gerade erst einmal 40-jährigen Franzosen Maxime Pascal des Zyklopenwerkes annehmen und dieses mit einer Präzision interpretieren, die Staunen und Ergriffenheit gleichermaßen provoziert. Allein die Percussion-Abteilung, rechts und links des Orchestergrabens erhöht positioniert, werkt die vier Stunden quasi ununterbrochen mit allerlei Instrumentarium, die Flöten und Querflöten auch allenthalben im Einsatz, die Streicher mit gewohnt sattem Klang. Dort, wo es flirren muss, flirrt es, dort, wo Düsternis und Transzendenz gefragt ist, erklingen Mystik und Geheimnis.

Eine wahr-wahrhaftige, der Festspielstadt würdige Apotheose auf vielen Ebenen!

Sabine Längle

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert