Franz Welser-Möst und die Wiener Philharmoniker im Goldenen Saal Musikverein © Amar Mehmedinovic
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 10. AUGUST 2026
Salzburg
Welser-Möst hält „Überraschungen“ bei Salzburger Intendantensuche für möglich
Dirigent Franz Welser-Möst ist neben Christian Kircher, Nora Schmid und Sonja Anders in der Findungskommission für Intendanz und Präsidentschaft. Bei der Suche nach der nächsten Intendanz der Salzburger Festspiele „kann es auch Überraschungen geben“. Das sagt Franz Welser-Möst als Mitglied der Findungskommission im Interview mit den „Salzburger Nachrichten“ (Samstag-Ausgabe). „Wir suchen nicht Namen, sondern Ideen und Visionen“, so der Dirigent, der in der Vergangenheit immer wieder selbst für die künstlerische Festspiel-Leitung gehandelt wurde. „Mehrmals wurde ich ja schon gefragt, in führender Position bei den Salzburger Festspielen tätig zu sein, aber das wollte ich nicht. Doch in der Findungskommission mache ich gern mit, noch dazu sehe ich das als eine patriotische Pflicht“, sagt Welser-Möst, der eigene Ambitionen auf die Intendanz abermals verneint. „Nach meiner schweren Erkrankung ist meine Lebensplanung eine andere.“
Kurier.at
Salzburger Festspiele: „Ariadne auf Naxos“, Richard Strauss
An sich wäre das Grundkonzept nicht schlecht: Mit Blick auf die reichsten Männer der Welt, die nicht nur auf der Erde ihren absurden Ideen einer nur für die elitärste Elite zugänglichen, nach den eigenen Wünschen gestalteten Welt nachgehen, sondern gar vom Leben auf dem Mars träumen, ist es nicht weit hergeholt, eine Verbindung zu der Ausgangslage des Vorspiels der Oper in der Oper herzustellen. Ersan Mondtag lässt diesen Traum in seiner Inszenierung Wirklichkeit werden und verlegt das nach eigenen Spielregeln funktionierende Wiener Haus des reichsten Mannes auf den Mars. Es ist davon auszugehen, dass dies nicht nur einem Wunsch entspricht, sondern auch der selbst verursachten Notwendigkeit, nach der Zerstörung des Planeten Erde einen neuen Lebensraum zu suchen. Eine genaue Antwort auf die Frage, warum die Reichsten der Reichen nun auf dem Mars leben – und ob sie das überhaupt tun oder sich nicht vielmehr in einem auf oder in der zerstörten Erde befindlichen Bunker eine andere Realität als die erlebte vorspielen –, gibt Mondtag bewusst nicht
Von Elena Deinhammer
DerOpernfreund.de
Salzburg: Lang Lang hin oder her, dieser Prokofjew war hinreißend! (Bezahlartikel)
Die Wiener Philharmoniker unter Tugan Sokhiev mit Auszügen aus „Romeo und Julia“, Debussy und Lang Lang als bejubeltem Solisten bei Ravel.
DiePresse.com
Säuseln und sausen
Festspiele / Wiener Philharmoniker / Sokhiev
Eine so facettenreich in Silberblau schimmernde „Flaute“ wie in Morgengrauen bis Mittag auf dem Meer wünscht sich beinah der Segler. Einen Sturm, wie ihn Tugan Sokhiev und die Wiener Philharmoniker im Dialog zwischen Wind und Meer entfacht haben, dagegen kein Seemann bei Verstand … La Mer – einer von drei Höhepunkten.
Drehpunkt.Kultur.at
Philharmoniker mit Lang Lang: Impressionismus mit Ecken und Kanten
Die Wiener unter Tugan Sokhiev begeisterten mit Ravel, Debussy und Prokofjew. Bejubelter Klaviersolist war Lang Lang
DerStandard.at
Ein Ereignis, auch ohne Spektakel: Wiener Philharmoniker, Tugan Sokhiev und Lang Lang im Großen Festspielhaus (Bezahlartikel)
Zwischen Olympia und TikTok ist Pianist Lang Lang unterwegs. In Salzburg punktete er mit den Wiener Philharmonikern und dem Dirigenten des nächsten Neujahrskonzerts aber nicht nur mit Knalleffekten.
SalzburgerNachrichten.at
Kritik Budapest Festival Orchestra: Salzburg feiert Iván Fischer
Unter Leitung von Dirigent Iván Fischer hat das Budapest Festival Orchestra bei den Salzburger Festspielen 2026 konzertiert. Auf dem Programm stand neben Mahler erster Sinfonie und Schuberts „Unvollendeter“ auch eine Hommage an den 100-jährigen Komponisten György Kurtág.
BR-Klassik.de
Pretty damm good
Festspiele / Liederabend / Krimmel
DrehpunktKultur.at
„Ich habe noch nie in meinem Leben Urlaub gemacht“ (Bezahlartikel)
Sie spielt eine zentrale Rolle im »Jedermann«, ihre Stimme ist vor jeder Aufführung zu hören, sie kellnert im inoffiziellen Festspiel-Lokal: Juliette Larat sprach mit der „Presse am Sonntag“ über Glauben, Salzburg und das Ende der Ära Hinterhäuser.
DiePresse.com
Domingo-Ständchen und Riesen-Torte für Cecilia Bartoli in Salzburg
Mit „Il viaggio a Reims“ mischt Cecila Bartoli gerade Salzburg auf. Ovationen und eine Geburtags-Gala mit Plácido Domingo, Rolando Villazón oder Lang Lang inklusive.
oe24.at
Innsbruck
Barockoper mit Legendenstatus
09.08.2026 von Jörn Florian Fuchs
Mit Antonio Cestis „Il pomo d’oro“ stemmen die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik ein barockes Mammutwerk: über sieben Stunden Musik, 20 Sänger und 47 Rollen. Ein ambitioniertes Spektakel mit starken Momenten, aber auch Schwächen in Inszenierung und Klang.
BR-Klassik.de
Innsbrucker Festwochen: Die Miss Europa erringt den goldenen Apfel (Bezahlartikel)
Zum Fünfziger wagten sich die Innsbrucker Festwochen an Cestis Barockspektakel „Il pomo d’oro“. Nach über sieben Stunden, verteilt auf zwei Abende, gab es Standing Ovations.
DiePresse.com
Jubiläum
Otto Biba 80: Zur Musikstadt Wien muss man ihn fragen (Bezahlartikel)
Die Handschriften Beethovens oder die Bibliothek von Brahms: Otto Biba hat diese Schätze 42 Jahre lang im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde für die Öffentlichkeit zum Sprechen gebracht. Jetzt wird er achtzig Jahre alt.
FrankfurterAllgemeine.net
Kirchstetten/NÖ
Kirchstetten: Oper am Laufsteg mit billigen Perücken (Bezahlartikel)
„La cambiale di matrimonio“ von Gioachino Rossini will beim Klassikfestival Kirchstetten „Dynasty“ mit Slapstick sein.
Kurier.at
Tonträger
„Hotel Metamorphosis“: Ein barockes Vivaldi-Pasticcio
Für die Salzburger Pfingstfestspiele im vergangenen Jahr haben sich ein Regisseur (Barrie Kosky), ein Dramaturg (Olaf Schmitt) und ein Dirigent (Gianluca Capuano) zusammengetan und nach altem Vorbild ein barockes Pasticcio aus 45 Vivaldi-Stücken gebacken: „Hotel Metamorphosis“. Jetzt ist dieses Opern-Pasticcio auf DVD erschienen.
BR-Klassik.de
Links zu englischsprachigen Artikeln
München
Don’t go in the basement
Malin Byström is a radiant water nymph in the Bayerische Staatsoper‘s house-of-horrors-set Rusalka.
parterre.com
London
PROMS 2026: Carl Maria von Weber, Oberon, Semi-Staged at the Proms
operatoday.com
Weber’s rarely heard Oberon convinces musically but fails dramatically
bachtrack.com/de
PROMS 2026: A Mini–Italian Festival at the Proms
operatoday.com
Gerstein, Søndergård and the Royal Scottish National Orchestra triumph at the Proms
seenandheard-international.com
Washington
Wolf Trap’s strong cast credibly transports “Tosca” to the Age of Aquarius
washingtonclassicalreview.com
Chicago
Mäkelä’s revisited “Firebird” takes memorable flight at Ravinia
chicagoclassicalreview.com
Review: Klaus Mäkelä, Daniel Lozakovich, and the CSO Entertain with Sibelius and Strauss at Ravinia
thirdcoastreview.com
Feuilleton
Interview: pays tribute to the great theatre director Bob Wilson with a new film, DON Q
Mikhail Baryshnikov, one year after the death of his friend and collaborator, the director Robert Wilson, is working on completing their last project. DON Q is an art film co-produced by the Teatro Stabile di Catania in Sicily, Baryshnikov Productions, and the Watermill Centre in New York.
gramilano.com
Sprechtheater
Wien
Volkstheater-Ikone Vera Borek gestorben
Die vor allem als langjähriges Ensemblemitglied des Wiener Volkstheaters und als Ehefrau der 1986 verstorbenen Schauspiel-Legende Helmut Qualtinger bekannt gewordene Schauspielerin Vera Borek ist tot. Die 85-Jährige starb „nach einem kurzen Spitalsaufenthalt“ am Samstagabend in Wien. Die Tochter einer deutschen Opernsängerin und eines Wiener Lederwarenhändlers wurde am 20. September 1940 in Breslau geboren und kam mit der Familie als Kind nach Wien. Sie besuchte in Hannover die Schauspielschule und hatte in Bochum, Münster, Wiesbaden und Hamburg Engagements, ehe sie auch beruflich wieder nach Wien kam.
krone.at
Politik
„Krone“-Kommentare
Strittiger Kanzler-Sager: Aber wo er recht hat …
„Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen.“ Mit diesem Sager sorgte Bundeskanzler Christian Stocker für heftige Diskussionen. Die „Krone“-Journalistinnen Petja Mladenova und Conny Bischofberger – beide zweifache Mütter – argumentieren, warum der Kanzler mit dieser Aussage durchaus recht hat – oder eben nicht …
krone.at
AK-Präsidentin Anderl: „Kindererziehung ist Hundsarbeit“
Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl hat ihre Partei am Samstag in „Im Journal zu Gast“ auf Ö1 zu Geschlossenheit aufgerufen. „Das fehlt mir derzeit bei der Sozialdemokratie“, sagte Renate Anderl etwa in Richtung von Burgenlands Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil, der Bundesparteichef Andreas Babler zuletzt indirekt den Rücktritt nahegelegt hat. Die SPÖ müsse auch besser transportieren, wofür sie steht und was davon in der Bundesregierung umgesetzt wird. „Er hat recht, es ist Feuer am Dach“, sah Anderl wie Doskozil angesichts schlechter Umfragewerte und Wahlergebnisse Handlungsbedarf. „Aber ich möchte hier anmerken: Es liegt nicht immer an einer Person.“ Diskussionen – „ob es um den Parteivorsitzenden geht, ob es um andere Themen geht“ – sollten in den Gremien geführt werden. Danach müsse die Partei „mit einer Sprache nach außen gehen, damit die Menschen auch uns wieder vertrauen“. Das fehle derzeit.
Kurier.at
Burgenland
Eine Milliarde Euro Verlust angehäuft: Dem Burgenland fehlt das Geld für die Rettung von Lenzing
In einem vernichtenden Bericht zerlegt der Landesrechnungshof die Finanzgebarung des Landes Burgenland. Reserven wurden aufgebraucht, ein Verlust von einer Milliarde Euro angehäuft.
DiePresse.com
Österreich
Nach Ibiza-Skandal sagt Ex-Minister Blümel: „Strache tut mir extrem leid“
Für Aufsehen sorgt aktuell ein Social-Media-Clip von Ex-Finanzminister Gernot Blümel. Er spricht darin über den früheren FPÖ-Chef und Koalitionspartner Heinz-Christian Strache, das Ende der Regierung und was er im Nachhinein bereut. „Tut Ihnen HC Strache leid im Nachhinein“, wird der ehemalige Finanzminister und Kurz-Vertraute Gernot Blümel in einem Social-Media-Interview gefragt. „Extrem. Er ist ein wirklich netter Typ, das hat er sich eigentlich nicht verdient“, sagt Blümel daraufhin reuig. „Im Nachhinein war das sicher die falsche Entscheidung“, ergänzt er auf die Frage, ob er es bereue, die Regierung nach Veröffentlichung des Ibiza-Videos so schnell gesprengt zu haben.
krone.at
Geschichte
Deutschland
König Otto I.: Eine Krönung voller Rätsel
Am 7.8.936 wurde Otto der Große zum König gekrönt. Für manche beginnt mit ihm die Geschichte Deutschlands. Doch wie wahr die Berichte über sein Leben sind, ist fraglich. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler, wie genau sich das Ostfränkische Reich zusammensetzt, warum der König ausgerechnet in Aachen gewählt wird und vom Mönch Widukind von Corvey, einer der bedeutendsten, aber auch rätselhaftesten Quellen der deutschen Geschichte im Mittelalter.
Am 7. August 936 wird der sächsische Herzog Otto in Aachen zum König des ostfränkischen Reichs gekrönt. Zunächst bricht Otto die Macht des Reichsadels und schlägt die Herrschaftsansprüche diverser Familienmitglieder nieder. Krieg ist der Normalzustand während Ottos Regierungszeit und Otto ist ein überaus erfolgreicher Krieger. Unter Ottos Herrschaft wächst der Zusammenhalt des Landes.
ardsounds.de
___________________
Unter’m Strich
Nach schwerer Krankheit! Trauer um Jorge Messi
Jorge Messi, Vater von Fußball-Star Lionel Messi, ist am Freitagabend im Alter von 68 Jahren in seiner Heimatstadt Rosario gestorben. Er hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Das berichten argentinische Medien, darunter die bekannte Tageszeitung „El Litoral“.
krone.at
Mandelieu-la-Napoule/ Frankreich
Streit läuft seit Jahren: Burkini-Verbot gescheitert – Gericht kippt Bade-Regel
Ein französischer Küstenort will Burkinis am Strand verbieten. Doch ein Gericht stoppt die Regel erneut und sieht gleich drei Freiheiten verletzt. Seit Jahren versucht es der südfranzösische Küstenort Mandelieu-la-Napoule immer wieder, doch erneut ist das Burkini-Verbot vor Gericht gescheitert. Das Verwaltungsgericht Nizza erklärte das Verbot jetzt in einem Eilverfahren für rechtswidrig. Nach Ansicht der Richter werden dadurch gleich drei Grundfreiheiten schwerwiegend und rechtswidrig beeinträchtigt: die Bewegungsfreiheit, die Gewissensfreiheit und die persönliche Freiheit.
heute.at
INFOS DES TAGES (MONTAG, 10. AUGUST 2026)
INFOS DES TAGES (MONTAG, 10. AUGUST 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Asmik Grigorian sang auch in Bayreuth

ZU FACEBOOK
________________________________________________________________________________________
LISZT-ZENTRUM RAIDING (Bgld)

Liebe Liszt Freunde!
Die Saison 2026/27 steht im Zeichen eines besonderen Jubiläums: 20 Jahre Liszt Zentrum Raiding. Von großen Festivalmomenten im Oktober über besondere Kammermusik und barocke Orchesterpracht im März, dem beliebten Brass Fest im April und den sommerlichen Konzertabenden im Juni spannt sich der einzigartige musikalische Bogen durch die neue Saison.
Zum Jubiläum erwarten Sie zwei ausgewählte Abo-Angebote, mit denen Sie die Vielfalt der Saison entdecken und gleichzeitig 20 % Jubiläumsbonus sichern können.
Wer bis 20. August 2026 ein Matinee-Abo oder Freitagabend-Abo bucht, darf sich zusätzlich auf eine genussvolle Konzertpause freuen: Wir reservieren Ihnen einen Pausentisch und laden Sie auf ein Glas Sekt und pannonische Pogatschen ein.
Matinee-Abo
Vier besondere Konzertvormittage jeweils um 11:00 Uhr im Liszt Zentrum Raiding
Sa., 24.10.2026
Paganini Ensemble Wien · Mario Hossen
Sa., 13.03.2027
Minetti Quartett
So., 25.04.2027
Federspiel
So., 13.06.2027
Philharmonic Five
Freitagabend-Abo
Vier Konzertabende jeweils um 18:30 Uhr zum Auftakt ins Wochenende
Fr., 23.10.2026
ensemble minui · Christina Scherrer
Fr., 12.03.2027
Barucco | Vokalensemble & Orchester
Fr., 23.04.2027
Vienna Brass Connection
Fr., 11.06.2027
Benjamin Schmid Jazz Quartett
Alle Veranstaltungen im Oktober 2026
________________________________________________________________________________________
Salzburg, Haus für Mozart 8.8.2026: Il viaggio a Reims + Gala
Ein Nachmittag in Götterdämmerungslänge

© Salzburger Festspiele/ Monika Rittershaus
Der längste eine Akt unter den einigermaßen gebräuchlichen Opern ist Rossinis Il viaggio a Reims; länger als 1. Aufzug Götterdämmerung oder 3. Aufzug Meistersinger. Il viaggio findet sich seit ihrer Wiederentdeckung in den Siebzigerjahren immer wieder auf den internationalen Spielplänen, aber nicht stetig. Das ist bei einer Besetzung von 10 Hauptrollen und einigen Comprimarii auch kein Wunder.
Wien kennt – wie mancher andere Ort – Il viaggio unter Abbado mit Stars wie Caballé, Valentini Terrani, Merritt, Raimondi, Ramey/Furlanetto, Dara und so weiter. Die damalige sehr klare Inszenierung und die nachgerade übergroßen Persönlichkeiten mancher der Mitwirkenden blieben in Erinnerung.
Von einer klaren Inszenierung im Sinne von übersichtlich konnte diesmal nicht die Rede sein. Barrie Kosky entfachte sein springlebendiges Pandämonium mit hüpfenden Statisten, hüpfendem Chor, hüpfenden Solisten. Und dann fand er auch immer wieder einmal zu jener Ruhe, die umgeben von so viel Spektakel von besonderer Wirkung ist. Eine für Darsteller wie Publikum anstrengende, aber in ihrer Sinnbefreitheit dem seltsamen Werk durchaus angemessene Produktion mit einer Ausstattung (Bühne Rufus Didwiszus, Kostüme Victoria Behr), die exzentrisch schillernd ebenso wie die Regie klarmacht: Hier gibt es überdrehteste Farce, nicht Charakterkomödie. Kann man so machen.
Es ist natürlich kein Naturgesetz, dass die zentrale Rolle der Corinna von einer italienischen Cecilia gesungen werden muss, der auch Intendantenfunktion zukommt (zukam oder zukommen wird). Trotzdem: war es unter Abbado die seelenvolle Cecilia Gasdia, ist es nun die feurige Cecilia Bartoli, mit all ihrem Charme, ihrer Erfahrung und ihrem gran cuore zurecht im Zentrum der Oper (und erst recht in dem, was danach noch kam). Ihre bevorzugte Sopranpartnerin Mélissa Petit legte als Contessa di Folleville ein kesses, modeverhextes Girlie hin, Marina Viotti holte als Marchesa Melibea Verve und äußert profunde Brusttöne hervor und Tara Erraught absolvierte den Part der Madama Cortese sehr ordentlich (ohne die geringste Chance, den Eindruck zu verdrängen, den seinerzeit Montserrat Caballé hinterließ). Das Programmheft verwies, durchaus zutreffend, auf die Stimmfächer: 3 Soprane, 1 Alt; die Aufführung wurde indes von 1 Sopran, 2 Mezzos und 1 Alt bestritten. Was sind schon Fachgrenzen im Vergleich zu persönlichem Engagement.
Il Viaggio verlangt zwei Tenöre der Sonderklasse. Explosiver, höhenlastiger der fast heldische Conte Libenskof, diesmal Dmitry Korchak, der mit lockeren Koloraturen und nahezu anstrengungslosen sovracuti vergessen lässt, dass er eigentlich schon bei Lohengrin, Hoffmann angelangt ist, lyrischer der charmante Windhund Cavalier Belfiore, mit dem Edgardo Rocha zeigt, dass er seine alte Form wiedergefunden hat. Vier Bässe komplettieren die Schar der Protagonisten: Der elegante, leicht verklemmte Lord Sidney in der immer noch schlanken Gestalt und profunden Stimme von Ildebrando D’Arcangelo, der alerte Don Alvaro, sehr beweglich von Peter Kellner gespielt und gesungen (und hier wie in anderen Baritonrollen überzeugender als in Bass[buffo]partien), der leicht skurrile Don Profondo, bei dem Florian Sempey es naheliegender Wiese sehr schwer hat, die Erinnerung an Ruggero Raimondi verblassen zu lassen, so zufriedenstellend er die Partie auch bietet. Baron Trombonok, der „Deutsche“ im Ensemble, wird zu einer weiteren Paradepartie des hünenhaften, bestens in allen Lagen tönenden und mit ebenso viel Engagement wie Selbstironie agierenden Misha Kiria. Dazu einige bestens ausgesuchte Comprimarii und ein volltönender Chor der Opéra de Monte Carlo.
Einprägsam: Rossini auf historischen Instrumenten der Musiciens du Prince (schade übrigens, weder den Fürsten noch ihre hannoversche Hoheit dabei zu haben, denen dieses Orchester zu verdanken ist). Gianluca Capuano spielt mit ihnen (fast, dazu kommen wir gleich) alles, von Monteverdi bis Wagner, stilistisch ziemlich in der Mitte einen farbigen, mitunter freilich etwas knallig lauten Rossini. Das Stück – wenn es eines ist – läuft großartig ab mit seinen etwa drei Stunden.
Ja aber: Das war es dann noch lange nicht, denn die Feier galt in dieser Produktion „La Ceci“ und nicht dem (historisch nicht eben bedeutend in Erscheinung getretenen) Charles X. Und an diesem Nachmittag schloss sich der Feier im Stück eine Feier nach dem Stück an: Da war es dann weder Corinna noch La Ceci, sondern Cecilia Bartoli, die Huldigungen zu ihrem gar nicht verschämt deklarierten Sechziger entgegennehmen durfte. Dieser alles andere als kurze, aber kurzweilige Teil brachte fast nur musikalische Grüße: Rolando Villazón und der Chor animierten die Bartoli zum Traviata-Brindisi (und ich will die Stimmung nicht dadurch zerstören, dass ich meine Meinung zum rhythmischen Mitklatschen kundtue). Darüber hinaus moderierte Villazón humorig, charmant und ohne jede Blödelei die restliche Gala. Laut Bartoli huldigte ihr ein lebendes Monument (living monument) mit Salzburger Erstauftritt vor 50 Jahren, die Legende Plácido Domingo, mit der Beteuerung „Dein ist mein ganzes Herz“ in hinreißender Klavierbegleitung durch Antonio Pappano, sodann Pretty Yende orchesterbegleitet mit Norinas Auftrittsarie, Lang Lang mit seelenvollem Pianosolo sowie einem Lied der Bartoli, Maxim Vengerov mit Töchtern als Vengerov-Trio. Huldigungen in Prosa kamen vom aktuellen Präsidium (Karin Bergmann in stummer Begleitung von Hammer und Crepaz angenehm kurz und korrekt) und von Barrie Kosky (ganz sicher der Regisseur von Il Viaggio – ob in absehbarer Zeit selbst Teil des Präsidiums? Das pfeifen die Vögel in Salzburg nicht alle von den Dächern, vielleicht weil manche im St. Francois d’Assise genug zu tun haben) mit besonders witzigen und liebevollen Worten, nur noch zu toppen durch La Bartolis Dankesworte voll Herz und Seele. Am Ende war es dann doch noch mal die Musik, Bartoli mit „Una voce poco fa“, begleitet von den Musiciens, aber nicht unter Capuano, sondern unter Tony Pappano (das reimt sich, und was sich reimt [nicht Reimst] ist gut) und am Ende das gesamte Ensemble samt Villazón mit dem ersten Barbiere-Finale. Genug des Lobes, ein „tanti Auguri“ an Cecilia und auch ein wenig an die Heilige gleichen Namens.
Robert Fucik
________________________________________________________________________________________
BASTAD Tennisstadion: DER FLIEGENDE HOLLÄNDER – halbszenische Aufführung mit Maltman, Strid, Groissböck und Barbeyrac; 8.8.2026
Ein nordischer Operntraum am Centrecourt

Christopher Maltman, Elisabet Strid © Gunilla Hovenäs
Båstad ist eine beschauliche Gemeinde mit 5000 Einwohnern in der südschwedischen Provinz Skåne län am Kattegat. Landesweit bekannt für Tennis und Golf, ist Båstad der Austragungsort des Hauptevents des jährlichen Birgit Nilsson Festivals, einer Opernaufführung vor großem Publikum im riesigen Centrecourt, wo auch der Nordea Open Tennis Wettbewerb stattfindet. In diesem Jahr galt der musikalische Höhepunkt des Festivals Richard Wagners „Der fliegende Holländer“. Gesungen wurde in Konzertkleidung. Für die szenischen Elemente der Auftritts- und Bewegungsregie war Staffan Valdemar Holm verantwortlich.
2.700 Besucher und Besucherinnen waren gekommen, Einheimische wie zahlreiche Feriengäste, die in dem idyllisch gelegenen, von Ludvig Nobel (Bruder des Alfred Nobel) in seiner Bedeutung geförderten Orts zur Erholung Kultur serviert bekamen. Das Stadion liegt passend zum Inhalt der Oper direkt am Meer. So ließen es sich eifrige Möwen, Krähen und Schwalben in der Abenddämmerung nicht nehmen, in ihre Flugkünste und kleinen Sangeseinlagen vorzuführen. Die Bühne für Orchester, Chor und Solisten mit ihrer wuchtigen weißen Überdachung sah ohnedies wie Riesensegel am Schiffsbug aus.
Spannend und in der Verankerung des Nilsson Projekts vor Ort begründet ist, dass die Organisatoren auf eine gute Durchmischung von internationalen Stars mit schwedischen Solisten, ein schwedisches Orchester aus geografischer Nähe und einen Amateurchor setzten, der sich wiederum aus Mitgliedern von sechs Chören der Gegend (Einstudierung Linn Björklund, Iréne Jönssen, Mats Paulson und Brigitta Roslund) rekrutierte. Das Konzept ging auf und das Publikum konnte nach einer kleinen Zeit der Feinjustierung der Technik – Verstärker, Mikros und Lautsprecher samt links und rechts oberhalb der Bühne angebrachten Leinwänden – eine stimmungsvolle, dramatisch zugespitzte wie romantisch erfühlte Aufführung erleben.
Die musikalische Seite wurde erst einmal vom Helsingborgs Symfonieorkester unter der Stabführung von Henrik Nánási geprägt. Wer den ungarischen Dirigenten noch aus seiner Zeit als musikalischer Chef der Komischen Oper Berlin kennt, weiß, dass Nánási dem steten Klangfluss und einer temporeichen Agogik den Vorzug vor zugespitzter Artikulation und rhythmischer Schärfe gibt. Dementsprechend färbten vor allem die Streicher und das Holz das bewegte Klangwogen der lautmalend wütenden Natur ebenso wie das Scheinidyll einer Gesellschaft, die sich in der Figur des Daland als patriarchalisch rücksichtslos und selbstbezogen erweist.
Die Blechbläser bescherten anfangs einige Kiekser und die Chortenöre einige scharfe hohe Töne, was sich glücklicherweise alsbald einrenkte. Besonders loben möchte ich die Chorsoprane, die im berühmten „Summ und brumm, du gutes Rädchen“ Mädchenchor wirklich liedhaft volkstümlich ohne störendes Vibrato sangen. Natürlich war der Chor am heftigsten in der großen Eröffnungsszene des dritten Akts, „Steuermann, lass die Wacht!“ gefordert, die er mit bewundernswertem Volumen, Ausdruck und Textverständlichkeit darbot.

Tobias Westmann, Günther Groissböck © Gunilla Hovenäs
Sängerisch überzeugte die Aufführung als ein Wagner-Fest an stilistisch geeichten Stimmen. Zudem war ein wacher Ensemblegeist zu spüren, der die Intensität des Miteinander festspielreif abbildete.
Christopher Maltman, längst ins heldische schwere deutsche Fach hineingereifter britischer Bariton, interpretierte die Titelrolle des auf allen Weltmeeren, nach Erlösung durch eine treue Frau suchenden, unstet herumirrenden Mannes äußerst charismatisch und in dunklen Erdtönen. Dämonisch düster und doch zart liebend, gelang ihm ein Rollenporträt von zwingender Präsenz. Wotan, Amfortas und Holländer gehören mittlerweile zu seinem Stammrepertoire. Den Walküren-Wotan wird er bei den Salzburger Osterfestspielen 2027 unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko singen. Kein Wunder, dass die Nachfrage der Intendanten und Dirigenten dementsprechend hoch ist.

Günther Groissböck © Gunilla Hovenäs
Im perfekten Kontrast dazu sang Günther Groissböck den Daland ganz in deutscher Singspielmanier nahe am Wort, lyrisch expressiv und liedhaft melodisch. Der österreichische Bass, bekannt für seine innovativ und den Traditionen neue Facetten hinzugewinnend gestalteten Figuren wie beispielsweise des Ochs von Lerchenau, gab die sonst oft biergemütlich abgespulte Rolle von Sentas Vater als schlauer Fuchs in den besten Jahren. Sein Daland war einmal kein ruraler Polterer, sondern ein gerissener Geschäftsmann und deshalb in seiner scheinbaren Verbindlichkeit so gefährlich.
Als Senta folgte Elisabet Strid keiner hochdramatischen Lesart der jungen, von einer idée fixe wie einer Art heiligen Mission gleichermaßen erfüllten Frau. In der Ballade und den lyrischen Szenen erfreute die schwedische Sopranistin mit wunderbar blühenden Phrasen und poetischer Schwärmerei. Manch Spitzenton im großen Duett mit dem Holländer sowie im Finale des dritten Akts hingegen setzte sie einzeln vorsichtig, manchmal allzu verhalten in Szene. Das funktionierte zwar technisch einigermaßen, aber von der Wirkung her blieb sie damit etwas an emotionaler Wucht schuldig.

Stanislas de Barbeyrac, Elisabet Strid © Gunilla Hovenäs
Mit einem exzellenten Erik überraschte Stanislas de Barbeyrac. Bewundernswert war, wie raffiniert Barbeyrac seine beispielhafte Legatokultur und die Gestaltung von musikalischen Bögen mit heldischer Attacke zu verbinden wusste. Die von der Tessitura und den unbequemen Intervallsprüngen hundsgemeine Tenorpartie ist ja kaum singbar. Dennoch gelangen Barbeyrac vor allem im Duett mit Senta und der düsteren Kanzone im dritten Akt mit seinem dunkel fundierten Tenor erzählerisch packende Auftritte.
Die Mary war mit der schwedischen Mezzosopranistin Martina Dike ungewohnt stimmkräftig, der Steuermann mit dem metallisch granulierten Tenor Tobias Westmann auffällig dramatisch besetzt.
Fazit: Ein gelungenes, atmosphärisch aufgeheiztes Finale des Birgit Nilsson Festivals 2026. Möge das Festival seinen lokalen Charakter behalten und dennoch überall dorthin ausstrahlen, wohin sich seine Bedeutung als Verbindung von Förderung des Nachwuchses und großer Oper noch nicht durchgesprochen hat. Die großzügige Stifterin und kluge Strategin Nilsson hätte es sich verdient.
Dr. Ingobert Waltenberger
________________________________________________________________________________________
Rückschau: Liedkunst 2026 im Schloss vor Husum

© Andreas Guballa
25. Meisterkurs für Liedgestaltung mit Charles Spencer und Ulf Bästlein Die diesjährige Liedkunst im Schloss vor Husum war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Ihren Auftakt bildete am 26. Juli das Eröffnungskonzert, mit dem zugleich das 25-jährige Bestehen gefeiert wurde. Die Freude über dieses Jubiläum prägte den Abend und war bei den Mitwirkenden ebenso spürbar wie im Publikum. Gemeinsam mit den Gründern und Leitern der Liedkunst, Charles Spencer und Ulf Bästlein, musizierten die ehemaligen Preisträgerinnen und Preisträger Katia Ledoux, Feride Büyükdenktas, Vincent Kusters, Lisa-Marie Lebitschnig, Amelie Warner und Hedayet Jonas Djeddikar.
Einen herausragenden Programmpunkt bildete die erstmalige öffentliche Aufführung des Liederzyklus „Of Love and Life“ durch Feride Büyükdenktas und Hedayet Jonas Djeddikar in Anwesenheit des in Nordfriesland geborenen Komponisten Hans Christian Détlefsen. Zugleich wurde die gleichnamige neue CD präsentiert, die fünf Liederzyklen Détlefsens vereint. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler sind frühere Preisträgerinnen und Preisträger des Festivals beziehungsweise dessen Leiter.
Zum Eröffnungsabend erschien zudem die Publikation „25 Jahre Liedkunst am Meer“. Das reich bebilderte Buch zeichnet die Geschichte der Liedkunst über ein Vierteljahrhundert hinweg nach, berichtet von ihrer Entwicklung vor und hinter den Kulissen und gibt Einblicke in die künstlerischen Überzeugungen und Ideen, die das Festival von Beginn an getragen haben.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Porträtkonzerts am 30. Juli stand der renommierte Liedbegleiter Michael Gees. Sowohl solistisch als auch im musikalischen Dialog mit Ulf Bästlein und Katia Ledoux ließ er seine faszinierende Kunst der Improvisation hörbar werden, nicht zuletzt über „Gute Nacht“, das erste Lied in Schuberts „Winterreise“.
Die Meisterkurse und das Abschlusskonzert erreichten 2026 ein außergewöhnlich hohes künstlerisches Niveau und zeigten die besondere Intimität und Ausdruckstiefe der Liedkunst. Die Jubiläumsveranstaltungen werden daher als besonderer Höhepunkt in der Geschichte der Liedkunst im Schloss vor Husum in Erinnerung bleiben. Auch der renommierten Jury fiel die Auswahl nach dem Abschlusskonzert am 1. August alles andere als leicht.
Mit Preisen wurden folgende Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet:

© Andreas Guballa
Liedduo-Preis: „Johann-Max-Böttcher-Preis”: Hannah O’Brien (Sopran), Hedayet Djeddikar (Klavier)
Liedduo-Preis: Nordfriesischer Liedpreis des Ministeriums für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein: Lisa-Marie Lebitschnig (Sopran), Amelie Warner (Klavier)
Preis der St. Marienkirche Husum: Erik Ginzburg, Bass
Publikumspreis – gestiftet von Barbara Heß und dem Freundeskreis Meisterkurs für Liedgestaltung: Hannah O’Brien (Sopran), Hedayet Djeddikar (Klavier)
Hardenack Otto Conrad Zinck- Preis: Miriam Fußeder (Sopran)
Theodor-Storm-Klavierpreis: Constance Vogel
Annegret-und Ulf-von-Hielmcrone-Preis für ausgezeichnete Nachwuchskünstler: Nina Schumertl (Mezzosopran), Amelie Warner (Klavier)
Konzertpreis „2. Jubiläumskonzert in Kiel, 19.11.2026“:
Nina Schumertl (Mezzosopran), Amelie Warner (Klavier) und
Vincent Kusters (Bariton), Sofi Simeonidis (Klavier)
Den ausführlichen Bericht über die Liedkunst 2026 gibt es hier: Liedkunst im Schloss vor Husum