DIE SONNTAG-PRESSE, 11. OKTOBER 2026

DIE SONNTAG-PRESSE, 11. OKTOBER 2026

Elbphilharmonie © Thies Rätzke

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE SONNTAG-PRESSE, 11. OKTOBER 2026

Wien/Musikverein
Musikverein: Drei „Julier“ und ihr Doppelliederabend (Bezahlartikel)
Sopran, Tenor, Klavier: Julia Kleiter, Julian Prégardien und Julius Drake präsentierten Brahms auf sympathische Weise.
DiePresse.com.musikverein

Linz
Vorbericht – „Lohengrin“ in Linz: Märchenheld als Manipulator
Mit Richard Wagners „Lohengrin“ bringt das Landestheater Linz eine Oper auf die Bühne, die den klassischen Märchenstoff in die Gegenwart überträgt. Die musikalische Leitung hat der designierte Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz, Christoph Koncz. Die Premiere ist Samstagabend in Linz.
https://ooe.orf.at/stories/3374662/

Hildesheim
Funkensprühendes Ereignis
Theater für Niedersachsen: Guillaume Tell. Das Experiment, den von Rossini für die große Pariser Oper konzipierten „Guillaume Tell“ („Wilhelm Tell“) ins tfn zu transferieren, ist aus musikalischer Sicht gelungen. Das wird schon bei den ersten Takten der Ouvertüre hörbar. Wunderbar gesanglich intonieren die fünf Solo-Celli diese Takte, die oft als „Morgenröte“ bezeichnet werden. Und den späteren Galopp, der diese Ouvertüre so populär macht, stattet Achim Falkenhausen mit solch vibrierender Verve aus, dass man die Funken unter den Pferdehufen zu sehen meint. Diese spielerische Qualität des Orchesters bleibt unter seiner souveränen und engagierten Leitung bis zum letzten Takt präsent.
https://www.orpheus-magazin.de/2026/10/09/hildesheim-guillaume-tell/

Freiheit wächst auf verbrannter Erde: „Wilhelm Tell“ in Hildesheim
Drei kahle Bäume, als habe ein Feuer ihnen das Leben ausgetrieben. Eine offene Bühne, die keinen Schutz verspricht. Dazu ein monumentales Bauwerk, das den Raum beherrscht: In Hildesheim beginnt die Schweiz fernab jeder Postkartenidylle. Für Gioachino Rossinis „Wilhelm Tell“ (Libretto: Étienne de Jouy und Hippolyte Bis) am Theater für Niedersachsen (TfN) ist das ein überzeugender Ausgangspunkt.
https://www.kulturfeder.de/rezension/wilhelm-tell-hildesheim-10017460.html

Aachen
Mannheims „Goldene Stimme“ ist verstummt
Die große Mannheimer Opern- und Jazzsängerin Janice Dixon verstarb im Alter von 70 Jahren in Aachen.
Große Sängerin und überzeugte Mannheimerin aus New York.
MannheimerMorgen.de

Augsburg
„Die Verwandlung“: Opern-Uraufführung von Gordon Kampe in Augsburg
Sendung „Fazit“. Audio von Jörn Florian Fuchs (7,18 Minuten)
deutschlandfunk.de

Frankfurt
Der Stoff, aus dem die Oper ist (Bezahlartikel)
Stück lesen, Musik kennenlernen, Gespräche führen: Ben Baur erzählt, wie er sich als Bühnen- und Kostümbildner vorbereitet. Zum Beispiel auf die barocke Händel-Oper „Ottone“, die in Frankfurt erstaufgeführt wird.
FrankfurterAllgemeine.net.ben.baur

Dessau
Mozarts „Le nozze di Figaro“ komplettiert den Da-Ponte-Zyklus
Der regieführende Intendant Johannes Weigand vollendet seinen Dessauer Da-Ponte-Zyklus mit der „Hochzeit des Figaro“. Dafür geht es in der anheimelnden Bühnen-Ästhetik (Nancy Ungurean) und den mit einer erfundenen Historizität spielenden Kostümen (Jessica Rohm) zurück zu den Quellen eigenen Rechts
https://www.orpheus-magazin.de/2026/10/07/dessau-le-nozze-di-figaro/

Bamberg
Midori über Mendelssohn: „Herzerwärmend und herzzerreißend“
Die Geigerin Midori geht mit den Bamberger Symphonikern und Manfred Honeck auf Tournee. Im BR Klassik-Interview verrät sie, warum sie sich Mendelssohn aktuell besonders nah fühlt und was auf Tour im Koffer unverzichtbar ist.
BR-Klassik.de.aktuell.midori

Hannover
„Il Viaggio, Dante“: Bild und Musik tanzen Tango an der Staatsoper
700 Jahre ist Dantes „Göttliche Komödie“ heute alt. Der französische Komponist Pascal Dusapin hat daraus nun eine Oper gemacht. Am Samstagabend kommt sie an der Staatsoper Hannover erstmals auf die Bühne. Ein Probenbesuch.
https://www.ndr.de/kultur/buehne/il-viaggio-dante-bild-und-musik

Feuilleton
Porträt: Raus aus der Komfortzone
Der Bassbariton Marcel Brunner engagiert sich für abseitiges Repertoire. Ja, es gibt auch Familien, in denen Talente einfach so groß werden. Ohne die gern genommenen Geschichten von der Wiege im Orchestergraben oder dem Baukasten unterm Flügel im Wohnzimmer. Fragt man Marcel Brunner nach dem Beginn seiner Liebe zur Musik, spielt die Familie keine Rolle. Da spricht der heute 34-Jährige über Chöre, übers Cellospiel im Orchester und über die schlichte Freude am gemeinsamen Musizieren. „Ich wollte ganz platt gesagt probieren, ob das mit dem Musikmachen für mich passt“, sagt der Bassbariton heute. „Es mag esoterisch klingen, aber es ist irgendwie in mir drin.“
https://www.concerti.de/portraets/portraet-marcel-brunner-2026/

Mental Health Day 2026: Musikschaffende sind psychisch belastet
Konkurrenzdruck, Geldsorgen, Kürzungen und die Angst vor KI: Viele Musikschaffende sind psychisch belastet. Psychologin Franziska Lauter erklärt, warum Beratung allein nicht reicht und weshalb vor allem die Politik gefragt ist.
BR-Klassik.de.aktuell

Links zu englischsprachigen Artikeln

Stuttgart
E avanti a lei tremava tutta Stoccarda
Two up-and-coming sopranos — Chelsea Lehnea and Marigona Qerkezi — make a splash across two nights in Stuttgart.
https://parterre.com/2026/10/09/e-avanti-a-lei-tremava-tutta-stoccarda/

Valencia
Valencia’s Carmen is musically rewarding but boringly staged
https://seenandheard-international.com/2026/10/valencias-carmen

Paris
Götterdämmerung at Paris Opera pales in comparison to the protests happening outside (Subscription required)
Students packed the Place de la Bastille in the hours before curtain up — nothing that followed in the dying spasms of Calixto Bieito’s new Ring was as dramatic
https://www.ft.com/content/55949b8a-e224-4988-b139-adbfd0d50083

New York
Carnegie Hall 2026-27 Review: Opening Night Gala, Featuring Berlin Philharmonic & Jonas Kaufmann
operawire.carnegie.hall

Boston
A new concerto proves smart, quirky and engaging in BSO’s American premiere
Andris Nelsons conducted the Boston Symphony Orchestra in music of Beethoven and Francisco Coll Thursday night.
https://bostonclassicalreview.com/2026/10/a-new-concerto-proves-smart

Feature
Q & A: Michele Spotti on ‘Carmen,’ Palau de les Arts, Deutsche Oper Berlin & Italian Repertoire
operawire.com.spotti

Recordings
Handel: Giulio Cesare (Christophe Dumaux, Louise Alder, The English Concert and Harry Bicket)
Bicket delivers a first-night Cesare that Handel would have recognised.
limelight.arts.com.recordings

Obituary
Soprano Janice Dixon Dies at 70
Born in New York, the soprano was a long-standing performer of major roles in leading German opera houses such as Staatstheater am Gärtnerplatz, Deutsche Oper am Rhein, Saarlandisches staatstheater, Nationaltheater Mannheim, Staatsoper Hannover, and Hessisches Staatstheater Wiesbaden. She also performed at the Israeli Opera and Opera Grand Rapids. Among the roles she was best known for were Tosca, Marschallin in “Der Rosenkavalier,” Senta in “The Flying Dutchman,” Elsa in “Lohengrin,” Sieglinde in “Die Walküre,” Desdemona in “Otello,” Ariadne in “Ariadne auf Naxos” and Eva in “Die Meistersinger.”
https://operawire.com/obituary-soprano-janice-dixon-dies-at-70/

Ballett / Tanz / Performance

Wien/ Tanzquartier
Karin Pauer im TQW: Im Rhythmus dieser unheimlichen Gegenwart
Mit „Ghosts & Monsters“ gelingt der Wiener Choreografin im Tanzquartier Wien ein vielleicht bahnbrechendes Tanzstück
DerStandard.at.story.tanzquartier

Was das Ballett in Deutschland so besonders macht (Bezahlartikel)
Aus den höfischen Bühnen entwickelte sich hierzulande eine einzigartige Tanzlandschaft. Ballettkompanien bewahren nicht nur Werke, sondern auch Erfahrung und künstlerische Freiheit.
FrankfurterAllgemeine.net.feuilleton

Ballet / Dance
Review: A CENTENARY CELEBRATION, Royal Ballet & Opera
An experience to behold
broadwayworld.com.westend

Medien

Österreich
Verwaltungsgerichtshof weist Beschwerde gegen ORF-Beitrag zurück
Der Beitrag verstoße nicht gegen EU-Beihilfenrecht. Thurnher: „Die ORF-Finanzierung steht damit auf einem rechtlich sicheren Fundament“. Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hat eine Beschwerde gegen den 2024 eingeführten ORF-Beitrag in Form der neuen Haushaltsabgabe abgewiesen. Laut dem Höchstgericht verstößt die Umstellung von der einst auf Geräte abzielenden GIS-Gebühr auf den nun von Geräten unabhängigen ORF-Beitrag nicht gegen das EU-Beihilfenrecht. Auch wurde die monatliche Festsetzung des ORF-Beitrags für den Übergangszeitraum durch den Gesetzgeber bestätigt.
Kurier.at.Orf.gebühr

Politik

International
Diesel-Deal: Trump berichtet von „äußerst erfolgreichem“ Gespräch mit Putin

Russland stelle umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für den US- und den Weltmarkt bereit, sagt der US-Präsident.
DiePresse.com.deal.trump

Österreich
„Werdet endlich munter!“ Wilder Zoom-Call um Babler-Aus
Für Noch-Vizekanzler Babler wird zwar intensiv ein Job gesucht. Dass er nicht abtreten will, erboste selbst eigene Funktionäre in einem Online-Call.Doch bleibt Babler tatsächlich weiter Minister? Er ließ das erstmals offen. Entschieden werde, wenn Marterbauer als Vizekanzler übernommen hat. Vor den Sitzungen äußerten etliche SP-Granden, Babler solle nur bis zu einer „anderen Lösung“ in der Regierung bleiben.
Heute.at.werdet.munter

Österreich
Neos-Chefin Meinl-Reisinger: „Die Paketsteuer ist ein echter Murks“
Beate Meinl-Reisinger will die Maßnahme zurücknehmen. Wer bei der SPÖ ihr künftiger Ansprechpartner ist und warum das Kriegsmaterialiengesetz liberalisiert werden muss.
Kurier.at.paketsteuer

Brisante Aussage
„Neutralität schützt nicht“ – Ministerin will EU-Armee
Bei der NEOS-Mitgliederversammlung hat Beate Meinl-Reisinger die Paketsteuer kritisiert. Zudem forderte sie eine EU-Armee. Im Linzer Design Center hielten die NEOS am Samstag ihre Mitgliederversammlung ab. Dabei hat die Parteichefin des kleinsten Koalitionspartners, Beate Meinl-Reisinger, die Arbeit der Bundesregierung verteidigt und begründet, warum die Pinken zu Recht einen Platz in der Koalition hätten.
Heute.at.EU-Armee

Wien
Vier Ukrainer in Wien wegen Spionageverdachts festgenommen
Zwei der festgenommenen Ukrainer befinden sich in U-Haft. Einer der bekanntesten Investigativjournalisten der Ukraine wurde nach zwölf Stunden in Gewahrsam wieder entlassen. Eine Sprecherin der ukrainischen Botschaft und die Chefredakteurin, bei dem der Journalist tätig ist, verlangen eine offizielle Stellungnahme zu den „rechtlichen Grundlagen der Festnahme“.
DiePresse.com.ukrainer festgenommen

Wie die Wiener Klatschpresse Neuwahlgerüchte streut
Nach der Entmachtung von SPÖ-Chef Babler raunen Boulevardmedien vom bevorstehenden Ende der Dreierkoalition. Was ist da dran?
DerSpiegel.de

Wirtschaft

Unternehmer aus dem Silicon Valley wechseln nach Österreich: „Die Produktion ist hier weniger als eine Stunde entfernt möglich“
Immer wieder wandern talentierte Österreicher in die USA ab. Beim US-Gründerpaar Lauren Bazley und Mark Langer ist es umgekehrt: Sie ziehen mit ihrem Unternehmen vom Silicon Valley nach Wien. Ihnen gefällt nicht nur die Stadt, sondern auch der Standort.
DiePresse.com

Sport

Singapur/ Formel 1
Verstappen gewinnt den Regen-Sprint in Singapur, Freude bei Antonelli
Der Niederländer Max Verstappen gewann das Regenrennen in Singapur, Antonelli baut seinen Vorsprung in der WM-Wertung weiter aus. Der Start des Sprintrennens in Singapur musste wegen des starken Regens verschoben werden. Als es dann losging, war Max Verstappen wie zu erwarten nicht zu bremsen. Der Niederländer bewies auf der nur langsam auftrocknenden Strecke seine Qualitäten im Nassen und siegte letztlich knapp vor Lewis Hamilton und Charles Leclerc (beide Ferrari).
Kurier.at.formel1.singapur

Singapur/ Formel 1
Taschenkontrollen: F1 in Singapur: Mehrere Festnahmen im Fahrerlager!
Unruhe vor dem Großen Preis von Singapur! Wie die „Bild“ berichtet, wurden am Freitag am Eingang des Fahrerlagers mehrere Personen festgenommen. Bei Kontrollen sollen verbotene Vape-Geräte sowie nicht versteuerte Zigaretten entdeckt worden sein.
https://www.krone.at/4326603

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Unter’m Strich

No-Show: Wenn Gäste reservieren und einfach nicht kommen
Mit Reservierungen ist das so eine Sache: Einerseits garantieren sie uns Gästen einen freien Tisch in dem Lokal, weil wir dort mit Freunden, Familie oder Kollegen lieber gemütlich essen und trinken wollen, anstatt vor der Türe oder an der Bar darauf zu warten, dass etwas frei wird. Andererseits ist so eine Reservierung halt auch eine Verpflichtung, eine Absichtserklärung, auf die man sich im Restaurant beruft und entsprechend Ware und Personal aufbietet.  Das ist, muss man leider sagen, noch nicht bei allen Gästen angekommen. Denn reserviert ist schnell einmal, vor allem online und am Handy, ohne persönlichen Kontakt, ohne dass dabei eine der beiden Seiten in den Kalender schauen muss. Nur läuft die Sache in einem Restaurant anders als etwa in einem Kino, wo der Film sowieso gezeigt wird und es dem Vorführer vergleichsweise egal ist, ob in der sechsten Reihe zwei Plätze leer bleiben.
News.at.gastronomie

Spanien, Deutschland
L’Osteria-Gründer starb wenige Monate nach Traumhochzeit
Spanien, Deutschland. L’Osteria-Mitgründer Klaus Rader (63) ist am Freitag bei einem Unfall im Rahmen der Rallye „550 Challenge Mallorca“ ums Leben gekommen. Das Unternehmen hat den tragischen Vorfall mittlerweile auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit einem „plötzlichen Unfalltod“ bestätigt.
msn.com.de

Österreich
Kurioser geht‘s nimma: Der „RaBatman“ machte dank Spenden sogar ein Plus
Das Ziel ist schon lange erreicht, doch es trudeln weiter Spenden ein für jenen Linzer (23), der als Billa-Kassierer freihändig Rabatte vergab und so rund 25.700 Euro Schaden anrichtete. Aktuell hat die Crowdfunding-Initiative von Patrick Frewein aus Waidhofen/Ybbs (Niederösterreich) durch etwa 2200 Spender schon mehr als 32.000 Euro eingenommen.
https://www.krone.at/4327100

Wien/ Neue Zahlen
Ab 125.000 Euro – hier sind Wiens günstige Wohnungen
Wiens Wohnungsmarkt kommt wieder in Bewegung. Neue Zahlen zeigen, in welchen Bezirken Käufer vergleichsweise günstig zum Zug kamen.
Heute.at-wohnungen

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 11. OKTOBER 2026)

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 11. OKTOBER 2026)

Quelle: onlinemerker.com

Linz: „LOHENGRIN“ – Premiere im Musiktheater des Landestheaters Linz, Großer Saal, 10. 10.2026
Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner
In Kooperation mit dem Saarländischen Staatstheater

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Michael Wagner, Gregorio Changhyun Yun . Foto: Philip Brunader

Das vor 176 Jahren in Weimar uraufgeführte Werk war in Linz erstmals 1866 zu erleben. Diesmal gibt es auch eine Premiere in der Premiere, denn die musikalische Leitung obliegt mit Christoph Koncz dem Nachfolger von Markus Poschner als Bruckner-Orchester-Chef und Musikdirektor des Landestheaters, ab der Saison 2027/28.

Michael Schulz, Generalintendant des Saarländischen Staatstheaters, hat in seiner Inszenierung im wesentlichen die Geschichte belassen, wie sie Wagner niedergeschrieben hat. Allerdings fallen Elsa und Ortrud nicht am Schluß tot um. Freilich hat der Regisseur fragwürdige Akzente gesetzt – MUSS man unbedingt glauben, daß Wagner, der gerade erst der Verhaftung entkommene Revolutionär, 1850 von einem Führer geträumt hat und nicht nur von einem einigen Deutschland?! Noch dazu, wo Wagner seinem Schwanenritter auch Fehlbarkeit und Hilflosigkeit gegenüber einer Intrige in die Rolle geschrieben hat. Dramaturgie: Anna Maria Jurisch.

Mit der Bedrohung aus dem Osten sind wir leider tatsächlich heute nicht viel weiter als 933, als die Ansprache von König Heinrich stattfand. Wobei, bei erst kürzlich aus dem Amt gewählten Viktor Orbán, davor sogar „die Ungarn“ textgemäß Teil der Bedrohung gewesen wären. Aber Achtung, Treppenwitz: ausgerechnet der Nationale Ungarische Herrenchor verstärkt Chor und Extrachor des Linzer Landestheaters! Einstudiert hat die bei Bedarf bis zur Gänsehaut machtvollen, wunderbar modulierenden, klar artikulierenden und präzisen Chöre deren neuer Leiter, Franz Obermair.

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Adam Kim, Julia Faylenbogen. Foto: Philip Bunader

Die 1848er Demokraten, denen Wagner angehörte, haben genau diesen König Heinrich I. als Gegenfigur zu Metternich verehrt. So viel Geschichtswissen könnte man vom Regisseur schon verlangen, und dem Publikum zumindest zutrauen, sich zu informieren. Auch erschließt sich nicht, warum der Heerrufer gegen Ende die Telramund-Gefolgschaft umbringt; daß das Volk das Paar Elsa/Lohengrin fleißig mit Smartphones ablichtet, fällt auch unter die Schmäh-Rubrik „allzubillig“.

Immerhin: die Vor- und Zwischenspiele finden, und das ist an diesem Abend besonders wichtig (wir gehen noch drauf ein), bei geschlossenem Vorhang statt – die Ouverture wird, sozusagen gemäß Friedrich Nietzsche, in blaues Licht getaucht; Beleuchtung: PhilipMixa. Die Bühne (Dirk Becker) beschreibt zwar höchstens näherungsweise, manchmal überhaupt nicht, die von Wagner angegebenen Räume, ist aber zur dramatischen Entwicklung (auf vordergründiger und hintergründiger Ebene, mehrdeutig gemeint) durchaus gut brauchbar und akustisch recht geschickt ausgelegt, um z. B. den Heerrufer aus dem Bühnenhintergrund noch druckvoll vernehmbar bleiben zu lassen.

Videos (Robert Josipovic) spielen mit den protagonistischen Gesichtern, durchaus mit doppelbödigen politischen Anspielungen – aber sind die wirklich gerechtfertigt (siehe oben)? Die Kostüme von Renée Listerdal halten sich meist in einer nicht ganz taufrischen Moderne auf (das Volk scheint in den 1970ern zu stecken), was nicht wirklich plausibel ist – ja, natürlich, die Geschichte kann durchaus zeitlos aufgefaßt werden, aber dann hätte man die Leute gleich völlig heutig anziehen können. Andererseits wird so der Kontrast zum „knight in shiny armour“, nämlich dem ohnedies auffallend großgewachsenen Lohengrin-Darsteller in weißseiden glänzendem, militärisch anmutendem Aufzug, betont, besonders gegenüber den in rotbraunen Tönen gehaltenen Telramunds. Dabei weist Ortrud ein subtiles Detail auf: sie trägt eine Weste mit dem selben Muster wie Heinrich – Symbol für ihren Machtanspruch.

Besonders anhand der Szene des „Schurkenehepaares“ zu Beginn des 2. Aktes und später der Gemeinheiten Ortruds gegenüber Elsa muß man auch konstatieren: bei aller schalen Klischeehaftigkeit vor allem der politischen Behandlung des Stückes ist die Personenregie sehr ausgefeilt, spannend, ja bisweilen unterhaltsam gelungen. Auch das „ewige Problem“ des Schwans wird, wenn nicht auf neue, so doch auf eine szenisch sinnvolle Art, behandelt. Grundsätzlich: an diesem samt Pausen knapp 4 ½ Stunden langem Abend wird einem sicher nicht langweilig. Was – neben dem Bühnengeschehen – natürlich auch an der überaus gelungenen musikalischen Seite liegt.

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Julia Faylenbogen, Marco Jentzsch. Foto: Philip Brunader

Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber
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Aachen: Mannheims „Goldene Stimme“ ist verstummt
Die große Mannheimer Opern- und Jazzsängerin Janice Dixon verstarb im Alter von 70 Jahren in Aachen.
Große Sängerin und überzeugte Mannheimerin aus New York.
MannheimerMorgen.de

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Video: Der Männer Sippe … aus „Die Walküre

Zum Video Janine Dixon

Soprano Janice Dixon Dies at 70
Born in New York, the soprano was a long-standing performer of major roles in leading German opera houses such as Staatstheater am Gärtnerplatz, Deutsche Oper am Rhein, Saarlandisches staatstheater, Nationaltheater Mannheim, Staatsoper Hannover, and Hessisches Staatstheater Wiesbaden. She also performed at the Israeli Opera and Opera Grand Rapids. Among the roles she was best known for were Tosca, Marschallin in “Der Rosenkavalier,” Senta in “The Flying Dutchman,” Elsa in “Lohengrin,” Sieglinde in “Die Walküre,” Desdemona in “Otello,” Ariadne in “Ariadne auf Naxos” and Eva in “Die Meistersinger.”
https://operawire.com/obituary-soprano-janice-dixon-dies-at-70/

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Opera di Roma: IL DEBUTTO ITALIANO DI TATJANA GÜRBACA CON IL NUOVO FALSTAFF DELL’OPERA DI ROMA DIRETTO DA MICHELE MARIOTTI

falstaff
ZUM KURZVIDEO

Dall’11 ottobre al Costanzi con Luca Salsi nel ruolo del titolo
La recita del 1° novembre è ripresa da Rai Cultura e trasmessa in diretta in prima serata su Rai 3, mentre la prima è proposta in diretta su Radio 3

«Falstaff non è una commedia su un vecchio che fallisce, ma sull’umanità stessa: sulle nostre illusioni, sui nostri desideri, sulle nostre debolezze e sul nostro instancabile tentativo di trasformare il breve miracolo della vita in qualcosa di significativo». Così la regista tedesca Tatjana Gürbaca descrive l’ultimo capolavoro di Giuseppe Verdi, che mette in scena a partire da domenica 11 ottobre alle ore 19.00 al Teatro dell’Opera di Roma, in una nuova produzione che segna il suo debutto assoluto in Italia dopo i successi ottenuti nei principali teatri europei, da Berlino a Vienna, da Amsterdam a Zurigo. Sei le recite dello spettacolo, con l’ultima replica, domenica 1° novembre, trasmessa in diretta TV su Rai 3, nell’ambito del progetto patrocinato dal Ministero della Cultura che vede l’Opera di Roma e Rai Cultura impegnate assieme in una diretta in prima serata ogni 1° novembre dell’anno. Su Rai Radio 3  invece l’opera è proposta in diretta la sera della prima rappresentazione.

Sul podio è impegnato il Direttore musicale della fondazione lirica capitolina Michele Mariotti, che dirige l’ultimo capolavoro verdiano per la prima volta con il pubblico in sala, avendolo interpretato nel dicembre 2020 alla Staatsoper di Monaco che lo diffuse in streaming a causa della pandemia. Protagonista sul palco è Luca Salsi, baritono dalla carriera internazionale, che negli ultimi anni è diventato interprete di riferimento per la parte di Sir John Falstaff, cantandola in teatri come la Staatsoper di Vienna o il Liceu di Barcellona. Accanto a lui sono impegnati Maria Agresta come Alice, George Petean come Ford, Violeta Urmana nei panni di Quickly, Marina Monzò in quelli di Nannetta, Dave Monaco nella parte di Fenton in alternanza con Pietro Adaini (13, 15, 20) e Carmen Artaza come Meg. Completano il cast Carlo Bosi (Cajus), Paolo Antognetti (Bardolfo) e Gabriele Sagona (Pistola). Il coro è istruito da Ciro Visco. Le scene sono di Henrik Ahr, i costumi di Silke Willrett e le luci di Stefan Bolliger.

«Falstaff è filosofo della vita, un edonista sovversivo, un uomo di radicale libertà e di profonda autoironia – prosegue la regista, figlia di padre turco e madre italo-slovena – Abbraccia tutto ciò che la società cerca spesso di regolare o di reprimere: il mangiare, il bere, la sessualità, l’ozio, il piacere e la semplice bellezza dell’essere vivi. È immorale, ma mai malvagio. Mente, imbroglia, sfugge alle proprie responsabilità e manipola gli altri, ma non è mosso dalla crudeltà né dal desiderio di potere. Non gli interessa dominare; gli interessa esistere. Si muove in una società che ha perduto la generosità nei confronti della vita. È un mondo dominato dal calcolo, dall’ambizione sociale, dalla paura del fallimento e da una costante sorveglianza di sé. Gli individui misurano il proprio valore attraverso lo status, la ricchezza, la reputazione e il successo. Hanno poco tempo e ancora meno coraggio nei confronti dell’amore. Verdi compose Falstaff alla fine della sua vita, nel 1893, sulla soglia di un nuovo secolo. Stava emergendo un mondo nuovo, plasmato dall’industrializzazione, dal progresso economico, dall’istruzione, dall’ambizione e dal potere del denaro. Il personaggio di Falstaff rappresenta tutto ciò che sembra non avere più posto in questo nuovo ordine: l’abbondanza, l’immaginazione, la sensualità, la libertà artistica e la ricerca della bellezza al di là dell’utile. Ho ambientato l’azione in una versione di fantasia del Grand Hotel et de Milan – conclude la regista – il luogo che divenne la seconda casa del compositore negli ultimi anni della sua vita e dove nacque la sua ultima opera. Ma questo albergo esiste in uno stato onirico: è uno spazio appartenente a un’altra epoca, già in parte abbandonato e in parte riconquistato dalla natura. Un mondo sospeso tra passato e futuro, tra memoria e dissoluzione».

«Con Falstaff si entra in un laboratorio teatrale perfetto – aggiunge Michele Mariotti – È una commedia nella quale non si ride mai davvero, ma si sorride con il disincanto tipico di Verdi. Per l’orchestra è una delle sfide più impegnative del repertorio: la scrittura è virtuosistica, ricca di interventi solistici, e richiede brillantezza, precisione e fantasia timbrica. Ma sono proprio la libertà strutturale e l’unicità del coinvolgimento tra buca e palcoscenico a rendere quest’opera il primo grande capolavoro che guarda al Novecento».

Prima rappresentazione: domenica 11 ottobre ore 19.00 e in diretta su Radio 3

Repliche: martedì 13 ore 20.00, giovedì 15 ore 18.00, domenica 18 ore 16.30, martedì 20 ore 20.00, domenica 1° novembre ore 20.15 e in diretta TV in prima serata su Rai 3

Info: www.operaroma.it
Biglietti: online https://www.operaroma.it/spettacoli/falstaff/ e presso il botteghino del teatro negli orari di apertura
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Heute Opus Klassik-Gala im Berliner Konzerthaus

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Unter gutem Stern. Festakt zur Wiedereröffnung der Kölner Oper 

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Der Offenbachplatz vor der Eröffnung. Foto: Andrea Matzker

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Intendant Hein Mulders und Oberbürgermeister Torsten Burmester. Foto: Andrea Matzker

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Petrus hatte ein Einsehen! Auch die für öffentliche Veranstaltungen relevanten Planeten Saturn, Mars und Jupiter standen in positiver Konstellation, und der leuchtende Mond, zwei Tage vor dem Vollmond namens Erntemond, leuchtete über allem. Bei himmlischem Wetter öffnete die Kölner Oper zum ersten Mal nach dem großen Bürgerfest am Wochenende zuvor ihre Pforten und empfing geladene Gäste und erlauchtes Publikum aus Klerus, Politik, Wirtschaft und Kultur zur Galaveranstaltung aus Anlass der Wiedereröffnung des Kölner Hauses. Nach 14 schmerzhaften Jahren ohne funktionierendem Haus in der Innenstadt konnte man endlich wieder einmal den schönen Offenbachplatz und das gesamte Ensemble genießen. Ab 17:00 Uhr durften sich die feierlich gewandeten 1200 Gäste im Haus umschauen, bevor um 19:00 Uhr das Programm begann. Die mühsame, und langwierige Wiederherstellung des Originalzustandes des denkmalgeschützten Riphahn-Baus aus den fünfziger Jahren begeisterte das Publikum und ließ somit den Unmut, die hohen Kosten von insgesamt anderthalb Milliarden, die dauernde Nörgelei und die deutschlandweite Verhöhnung vergessen. Alles Negative geriet in Vergessenheit angesichts der zauberhaften Farben in originaler Beleuchtung aller Räumlichkeiten.

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Zu Beginn des Festaktes erschien der gesamte Operchor in Kostümen. Foto: Andrea Matzker

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Fotograf Boris Becker vor seinem monumentalen Foto der Oper aus dem Jahr 2013. Foto: Andrea Matzker

Als nach dem ersten Bürger der Stadt ein strahlender Intendant mit seinen Kollegen den roten Teppich betrat, war man auch geneigt zu vergessen, dass er noch am selben Tag von der Presse genötigt worden war, sich zur angeblich nicht funktionierenden Technik zu äußern. Diese Forderung, die ihn in all diesem Stress vor der Eröffnung auch wirklich an den Rand der Verzweiflung brachte, war nun wirklich überflüssig, zumal man weiß, dass eine komplexe und riesige Bühnentechnik, die nicht ununterbrochen bewegt wird, nicht sofort anrollen kann. Dieser Druck seitens der Presse zeugte lediglich von viel Unverständnis. Hätten die Journalisten einen der Bühnenarbeiter dazu befragt, hätte er dies mit einem Lächeln abgetan, so selbstverständlich sind diese Dinge. Schließlich lag es ja nicht allein an der Besetzung oder am Personal des Hauses, dass die Technik noch nicht regelmäßig genutzt werden konnte, seit sie vor ca. zehn Jahren eingebaut worden war. Nun wird sie halt im anlaufenden Betrieb benutzt und eingespielt werden, so einfach ist das.

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Bettina Boettinger moderierte den Festakt. Foto: Andrea Matzker

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Endlich wieder ein bewegtes Leben im Foyer. Foto: Andrea Matzker

Vielleicht hatte man andere kleine Einzelheiten aus der Vergangenheit längst vergessen? Vielleicht will man auch immer der Lust auf schlechte Nachrichten Futter geben? Vielleicht mangelt es auch einfach an der Mühe, einmal nachzuforschen, was es schon für andere Vorfälle gab? Vor allem auch, was für viele positive andere Ereignisse, die womöglich überhaupt nicht erwähnt und als ganz selbstverständlich hingenommen werden? Wenn zum Beispiel während einer Carmen von Jean-Pierre Ponnelle in der Gebirgsschlucht des dritten Aktes der Schuss fällt, jedoch der Hut von Escamillo sich nicht bewegt und ihm erst ein paar Zehntelsekunden später vom Kopf fliegt, so ist das eine Begebenheit, die den Zuschauer und Zuhörer eher zum Schmunzeln als zum Meckern bringen sollte. Oder haben die selbsternannten Experten vergessen, dass zum Beispiel die Generalprobe von Rigoletto von August Everding hervorragend lief, was sowieso normalerweise als schlechtes Omen gewertet wird, und dann – es war wohl während einer der wichtigsten Arien überhaupt, nämlich der großen Arie „Caro nome“ von Gilda – der schwere Turm, der über die gesamte Breite der Bühne gezogen werden musste, in der Premiere unentwegt jämmerlich quietschte? Na und?! Von den verschiedenen Fast-Unfällen während der Proben auf dem steil nach oben verlaufenden Bühnenboden unter der riesigen, beweglichen Spiegelfläche ganz zu schweigen. Immerhin ist, außer dem tragischen Unfall von Bariton Wolfgang Anheisser auf der Bühne während der Vorstellung des Bettelstudenten am 1. Januar 1974, nie etwas wirklich Gravierendes hinter oder auf der Bühne Kölns geschehen! Das muss auch einmal erwähnt werden bei solch einem riesigen Betrieb mit ungefähr 850 Mitarbeitern und schier unendlichen Gefahren! Das begreift doch selbst ein Laie des Fachs. Vielleicht liegt es ja auch einfach nur an mangelndem Sachverständnis und nicht vorhandener wirklich echter Liebe zur Materie derjenigen, die sich immer nur über irgendetwas beklagen möchten und gerne die Mücke zum Elefanten machen, um sich womöglich selbst und ihr Pseudowissen ins rechte Licht zu rücken.

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Uwe Eric Laufenberg und Andreas Homoki. Foto: Andrea Matzker

Der Festakt gestaltete sich als sehr interessant und vielseitig. In seiner lang erwarteten Ansprache entschuldigte sich Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester über die unzumutbaren Zustände der langwierigen Sanierung. Diese Entschuldigung war bereits im Vorfeld der Eröffnung besonders seitens der Pressemitglieder erwartet worden. Bettina Böttinger führte durch das Programm und wähnte sich kurzfristig in Bonn, da sie so lange nicht mehr im Kölner Haus aufgetreten war. Das Publikum lachte herzlich. Neben den Intendanten des Opernhauses und des Schauspielhauses sprachen Ina Brandes, die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie Projektleiter, Architekt und künstlerischer Bauleiter des Opernhauses. Die Festrede hielt Dr. Carsten Brosda, der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, der 25 Minuten im Zeitraffer sprach, was teilweise technisch nicht zu verstehen war. Marcel Reich-Ranicki war ja – Gott habe ihn selig – nicht anwesend. Seine Rede bekam trotzdem großen Applaus. Dafür war die Akustik beim musikalischen Programm absolut hervorragend. Highlight des gesamten Festaktes war die für Diana Damrau eingesprungene Sopranistin Alina Wunderlin, die mit viel Geschmack, Charme, Humor und vollendeten Koloraturen mit der Arie der Olympia glänzte und damit wohlverdienten Beifall erntete.

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Alina Wunderlin mit einer zauberhaften Tasche in Form eines Klaviers, einem Geschenk ihres Vaters. Foto: Andrea Matzker

Eine kleine Geste der Versöhnung, ein direkter Anschluss an die Schließung des Opernhauses und vor allem ein thematischer Knüller als Bühnenbild oder zumindest Hintergrund der Aktionen auf der Bühne zum Festakt wäre die Festwiese aus den Meistersingern der letzten Vorstellung vom 7. Juni 2012 gewesen, die das Opernhaus mit dem anschließenden 4711 Haus so trefflich darstellte. „Ehrt eure deutschen Meister, dann bannt ihr gute Geister:::“ Dies hätte ja auch zu Anlass, Architektur und Thema gepasst, denn: Kunst ist für alle da. Vielleicht ist man ja bei all den Vorbereitungen zu Bürgerfest und Festakt nicht auf diese Idee gekommen, die einerseits so schön und andererseits so simpel, da naheliegend, gewesen wäre. Außerdem hätten sich Uwe Eric Laufenberg und Andreas Homoki, die beide anwesend waren, sehr darüber gefreut. Alle Gäste waren sichtlich bewegt von der neuen-alten Schönheit des Hauses. Ebenfalls völlig begeistert von den Ergebnissen der Sanierungsarbeiten war der langjährige ehemalige Chef des Kolumba Museums, Dr. Stefan Kraus, dem maßgeblich mit zu verdanken ist, dass der Riphahn-Bau saniert und nicht abgerissen wurde.

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Schlussapplaus für alle Beteiligten. Foto: Andrea Matzker

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Sappho von Emile Antoine Bourdelle aus 1887, erstellt 1925, am Abend nach dem Festakt. Foto: Andrea Matzker

Einen kleinen Wermutstropfen gab es am Ende doch. Wenn man nach einem wunderschönen Opernabend gegen Mitternacht über den Offenbachplatz flaniert, fehlt einem die schöne, beleuchtete Ansicht, die Fontäne und das beruhigende Plätschern des Opernbrunnens. Könnten Stadtverwaltung, Gebäudewirtschaft oder Grünflächenamt nicht einmal ein Auge zudrücken, und ihn etwas länger laufen lassen, gerade am Tag der Eröffnung? So lange mussten wir darauf verzichten und haben auch gerne zu seinem Wohlergehen gesammelt und gespendet. Was muss geschehen, damit er zumindest an den Abenden von Aufführungen länger sprudelt? Petrus würde sich freuen.

Andrea Matzker/ Dr. Egon Schlesinger

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Nach dem Festakt wurde im Schauspielhaus weitergefeiert. Foto: Andrea Matzker

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Nach dem Festakt im Mondschein. Foto: Andrea Matzker

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Petrus im Opernbrunnen soll die Züge seines Gründers Hans Jürgen Grümmer tragen. Foto: Andrea Matzker

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