Bremer Philharmoniker im Bibelgarten der Glocke © Hannes von der Fecht
12. Philharmonisches Konzert „Neue Bahnen“
Schostakowitschs packend ausgeführte Stimmungsambivalenz trifft auf opulente Klangfarbigkeit energiestrotzender Brahms-Sinfonik
Dmitrij Schostakowitsch Violinkonzert Nr.1 a-Moll op. 77
Johannes Brahms Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98
Vadim Gluzman Violine
Marko Letonja Dirigat
Die Bremer Philharmoniker
Bremer Konzerthaus Die Glocke, Großer Saal, 22. Juni 2026
von Dr. Gerd Klingeberg
Schönstes Sommerwetter herrscht am Tag nach Mittsommer in Bremen. Doch diese Leichtigkeit des Seins sucht man eher vergeblich im letzten Saisonkonzert der Bremer Philharmoniker. Vielmehr verbreiten schon eingangs die ersten dunklen Streicherklänge des Violinkonzerts von Dmitrij Schostakowitsch eine nocturnale, deutlich melancholisch gefärbte Stimmung.
Solist Vadim Gluzmann bleibt mit seinem Violinpart anfangs zumeist unaufgeregt. Sein Spiel klingt nahezu wie beiläufig; es gibt allenfalls kurzzeitig angedeutet dramatische Einwürfe, wird dann aber zunehmend deutlich aufgewühlter. Wie bei vielen von Schostakowitschs Werken erschließt sich deren Bedeutungsinhalt auch diesmal am ehesten aus den diffizilen Lebensumständen des Komponisten, der sich unter dem politischen Druck der Stalin-Ära jahrelang in einer Art Ausnahmezustand befand. Sein Violinkonzert ist so etwas wie ein Psychogramm jener Zeit. „12. Philharmonisches Konzert
Bremer Konzerthaus Die Glocke, 22. Juni 2026“ weiterlesen