Die Klassik-Begeisterten Lothar und Sylvia Schweitzer in Dresden unterwegs mit dem historischen Zweitakter „Trabi“, dem VW der DDR
von Lothar und Sylvia Schweitzer
Es kam schon vor, dass nach einer langen, endlich erfolgreichen Parkplatzsuche in einer fremden Stadt wir ausstiegen und nach einem kurzen prüfenden Blick an eine(n) der Vorübergehenden die Frage richteten, wo die Oper zu finden ist. So in Zürich, wo wir dann zu unsrem Bedauern vor Ort feststellen mussten, einen Abend zuvor „Così fan tutte“ versäumt zu haben. Meine Frau und ich legen auch wert, dass bei einer Stadtführung das Opern- oder Theatergebäude mit einbezogen wird.
Oft bleibt eine Stadt mit der einen oder der anderen Aufführung besonders verbunden. „Schweitzers Klassikwelt 35: Eine Stadt – eine Oper“ weiterlesen
Anlass dieses Aufsatzes ist die „Elektra“ von Richard Strauss der Salzburger Festspiele 2020. Vielerorts wurde von einer Banalisierung des Atridendramas geschrieben. Doch können uns die „Getriebenen“ auf Kothurnen und im archaischen Gewand menschlich nahe kommen? Die Verlegung der Tragödie vom frühgeschichtlichen, mythisch gefärbten Mykene nach dem New England der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschah bereits vor fast hundert Jahren in Eugene O’Neills Dramen-Trilogie „Mourning Becomes Elektra“ („Trauer muss Elektra tragen“), knapp nach dem Zweiten Weltkrieg als Film adaptiert und als Oper des heute fast unbekannten Komponisten Marvin David Levy anlässlich der neueröffneten MET am Lincoln Center 1967 wiederum auf die Bühne gekommen.
Über die Arrangements seitens der pharmazeutischen Firmen nicht glücklich begannen meine Frau und ich die Auslagen unsrer Apotheke selbst zu gestalten, wobei wir „Regie“ führten, das „Bühnenbild“ am Anfang von einem Grafikstudenten, später von der Firma Tucan Grafic im 3. Wiener Gemeindebezirk hergestellt wurde. Zusätzlich gehörte zu unserem Team ein Model. Thema und Idee lieferten meine Frau und ich, bezüglich der Ausführung entstand ein reger Gedankenaustausch zwischen dem Studenten bzw. dem Grafikbüro und uns, so dass wie im Theaterleben schlussendlich zwischen Regie und Bild die Grenzen verschwammen.