Zu Ulf Schirmers Abschied: Ein „Parsifal“ der Extraklasse krönt den Wagner-Marathon

Foto: Oper Leipzig, Parsifal 2013, © Tom Schulze

Opernhaus Leipzig, 14. Juli 2022

Richard Wagner
Parsifal

Gewandhausorchester Leipzig
Ulf Schirmer, Dirigent

Inszenierung  Roland Aeschlimann

von Peter Sommeregger

 Nach erfolgreichen dreizehn Jahren als Generalmusikdirektor, zehn Jahren auch Intendant des Opernhauses Leipzig, verabschiedet sich Ulf Schirmer nun. Als spektakulären Abschluss seiner Tätigkeit setzte er eine chronologische Aufführung sämtlicher Wagner-Opern an. Also bildete die Aufführung des Parsifal den Schluss-Stein des ambitionierten Vorhabens.

Die Inszenierung Roland Aeschlimanns, die schon einige Jahre alt ist, dient in ihrer Schlichtheit und klaren Personenführung als perfekte Basis für Gastsänger, die so nicht mit abstrusen szenischen Ideen zu kämpfen haben. An der Besetzung hatte das Haus für diesen besonderen Anlass nicht gespart. So konnte man als Gäste vier Weltklasse-Sänger erleben.

© klug-artists.com

Als erstes muss man aber den Amfortas des Mathias Hausmann loben, der sich mit ausdrucksvollem Einsatz seines kräftigen Baritons mühelos unter den gastierenden Stars behaupten konnte. Auch die im „Parsifal“ sehr geforderten Chöre, inklusive der ausgezeichneten Blumenmädchen zeigten das Leipziger Haus auf erfreulich hohem Niveau.

 

 

Mit dem Gewandhaus-Orchester stand Ulf Schirmer außerdem ein Spitzenorchester zur Verfügung. Man befindet sich ja an Wagners Geburtsort, und macht seiner Musik alle Ehre.

© Kirsten Nijhof, Ulf Schirmer

Auffällig breit nimmt Schirmer die Tempi des ersten Vorspiels und Aktes. Die vorzüglichen Blechbläser leisten hier Außergewöhnliches, wie auch das gesamte Orchester auf höchstem Niveau spielt. „Richard Wagner, Parsifal
Opernhaus Leipzig, 14. Juli 2022“
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Mit Parsifal in Spitzenform geht die Ära Schirmer in Leipzig zu Ende

Foto: © Tom Schulze

René Pape ist und bleibt der beste Wagner-Bass der Gegenwart, auch Andreas Schager und Elena Pankratova zeigen sich in Höchstform. Das Orchester komplettiert das Abschiedsgeschenk der Extraklasse für den scheidenden Generalmusikdirektor und Intendanten Ulf Schirmer. Ein unvergesslicher Abend in Leipzig.

Oper Leipzig, 14. Juli 2022

Parsifal
Musik und Libretto von Richard Wagner

von Johannes Karl Fischer

René Pape kommt zum Schlussapplaus auf die Bühne, donnernder Applaus tritt ein, der Boden bebt. Weil klatschen nicht reicht, um die Leistung dieses Ausnahme-Sängers ausreichend zu würdigen. 2019 schrieb klassik-begeistert-Autor Andreas Schmidt: „In Wien sang der derzeit beste Gurnemanz der Welt, René Pape“… Auch von zwei harten Pandemie-Jahren lässt er sich keine Steine in den Weg legen. Wagners Orator perfectus – nein, Cantor perfectus – ist er, makellose Monologe kombiniert mit stimmlichem Perfektionismus. Seine Stimme singt alles andere völlig zu Boden, der Gurnemanz liegt ihm noch besser als der Marke und der Orest.

Staatsoper Berlin, (c) Jiyang Chen

Andreas Schager (Parsifal) lässt Trommelfelle schwingen („Amfortas! Die Wunde“), seine Stahlkraft-Stimme segelt durch den Saal. Auf einen sensationellen Samson und einen tadellosen Tristan folgt nun ein fabelhafter Parsifal. Er ist von Anfang an der Held, der den heiligen Speer dem Zauberer Klingsor entreißen und den Rittern zurückgeben wird. Weder von den Blumenmädchen noch von Kundry lässt er sich davon aus dem Ruder bringen, er ist einfach zu stark für sie.

© David Jerusalem: Andreas Schager

Stichwort Kundry –  Elena Pankratova meisterte die Hammerrolle über zweieinhalb Oktaven Ambitus mit Bravour! Ihre Kundry ist keine schwärmerische Verführerin, stattdessen eine machtdemonstrierende, kraftvolle Königin-Göttin. Mit stimmstarkem Sopran hat sie auch in den höchsten Lagen eine bissige Präsenz – eine Kundry mit Turandot-Infusion. Eigentlich völlig unlogisch, dass auch sie an Parsifal scheitert. Wagner schreibt für diese Rolle übrigens „Sopran oder Mezzo-Sopran“ vor – ist Wurst, muss eh beides können, und das kann sie auch. „Richard Wagner, Parsifal
Oper Leipzig, 14. Juli 2022“
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Leipzig lässt Wagners Ring in einem Abschiedsfeuerwerk von und für Ulf Schirmer musikalisch funkeln und strahlen

Foto: Oper Leipzig – Richard Wagner „Götterdämmerung“, (c) Tom Schulze

Oper Leipzig, 7. – 10. Juli 2022

Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen
Das Rheingold
Die Walküre
Siegfried
Götterdämmerung

von Guido Marquardt

Dieser Leipziger „Ring“ ist zuvorderst ein Inszenierungsvehikel für hevorragende musikalische Leistungen. Neben dem souveränen Dirigat von Ulf Schirmer und dem dynamischen und nuancierten Spiel des Orchesters begeistern vor allem die weiblichen Rollen sowie Michael Volle als Wotan.

13 Jahre Generalmusikdirektor, 11 Jahre Intendant: Zum Abschluss dieser Ära gönnte Ulf Schirmer dem Leipziger Opernpublikum, zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland und natürlich auch sich selbst ein gigantisches Abschiedsprojekt: Die „Festtage WAGNER 22“ brachten tatsächlich alle 13 vollendeten Musikdramen Richard Wagners auf die Bühne. Vor Schirmers dann wirklich letztem Dirigat („Parsifal“ am 14. Juli), dem eine anderthalbjährige Auszeit folgen soll, stand nun ein kompletter „Ring“ auf dem Programm. Das hatte es in Leipzig seit vierzig Jahren nicht mehr gegeben, als Schirmer „seinen“ Ring zwischen 2013 und 2016 erstmalig auf die Bühne brachte.

Immerhin ist Leipzig nicht nur Wagners Geburtsstadt, sondern hier wurde der Ring 1878/79 auch zum ersten Mal außerhalb von Bayreuth aufgeführt. Mit dem Gewandhausorchester und einer Besetzung aus Ensemblemitgliedern und Gästen standen nun also „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und die „Götterdämmerung“ an vier aufeinanderfolgenden Tagen im Programm. Alle Inszenierungen stammten von Rosamund Gilmore.

Komplett ausverkauft war das Haus an allen vier Tagen, und mehr als nur ein Hauch von Weltläufigkeit durchwehte Ränge und Foyers, bevölkert von einem ebenso kundigen wie enthusiastischen Publikum aus dem In- und Ausland. „Oper Leipzig, 7. – 10. Juli 2022, Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen
Oper Leipzig“
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Endlich wieder ein Karfreitag mit Richard Wagners "Parsifal"

Parsifal, Oper Leipzig, (c) Tom Schulze

Oper Leipzig am 15. April 2022 (27. Vorstellung)

Richard Wagner  „Parsifal“
Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen

Gewandhausorchester
Ulf Schirmer Dirigent
Chor der Oper Leipzig
Kinderchor der Oper Leipzig
Damen des Jugendchores

von Dr. Guido Müller

Die Oper „Parsifal“ ist nicht nur durch den „Karfreitagszauber“ im dritten Aufzug sondern auch durch die Handlung rund um den Gral, das Leiden und die Erlösung traditionell an den Karfreitag gebunden und wird daher wie hier an der Oper Leipzig auch an Karfreitag gespielt. Corona-bedingt musste der Wagner-Freund aber zwei Jahre darauf verzichten.

Die Inszenierung und Bühne Roland Aeschlimanns von 2006 mit den Kostümen von Susanne Raschig, der Bewegungsregie von Lucinda Childs und dem Licht von Lukas Kaltenbäck bebildert das „Passions- und Leidenschaftsspiel“ zurückhaltend. Dies dreht sich um den reinen Toren Parsifal, der durch Mitleid wissend werden soll, seinen Begleiter aus der Gralsritterschaft Gurnemanz, der ihn im ersten Aufzug findet,  die erotisch attraktive und zugleich der heidnischen Welt des Zauberers Klingsors wie der christlichen der Gralsritter dienende Kundry und den Gralskönig Amfortas und seinem Vater Titurel.

So steht in Leipzig ganz die musikalische Interpretation im Vordergrund. Ulf Schirmer kostet schon im Vorspiel mit dem Gewandhausorchester die musikalischen Feinheiten und Generalpausen fast bis zum Zersprengen aus. Und lässt den Sängern die Freiräume ihre Partien quasi auszubuchstabieren. Im zweiten Aufzug schafft Schirmer aber auch eine zum Zerreißen angespannte und erotisch extrem aufgelade Stimmung für die Verführungsversuche erst der Blumenmädchen und dann einer alle ihre enormen stimmlichen und im eng anliegenden roten Kleid körperlichen Reize einsetzenden Kundry. „Richard Wagner, Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen „Parsifal“,
Oper Leipzig am 15. April 2022 (27. Vorstellung)“
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Trotz einzelner musikalischer Einschränkungen – eine sehenswerte Aufführung

Leipziger Opernhaus (Foto: RW)

Die Leipziger Oper verfügt über eine herausragende Akustik, wie sich auch bei der heutigen Lucia di Lammermoor-Aufführung zeigte. Dazu trug sicher auch die Idee der Regisseurin Katharina Thalbach bei, die gesamte Handlung vorn an der Rampe ablaufen zu lassen. Insofern hätten die Protagonisten der Oper durchaus auf Lautstärke verzichten und mehr Piano singen können.

Oper Leipzig, 2. April 2022

Gaetano Donizetti
Lucia di Lammermoor

Gewandhausorchester
Antonino Fogliani musikalische Leitung

Chor der Oper Leipzig

von Dr. Ralf Wegner

Zum dritten Mal besuchten wir das Leipziger Opernhaus. Und erst jetzt fiel uns die unaufdringliche Schönheit dieses 1954/60 im neoklassizistischen Stil errichteten, aber die 1950er Jahre nicht verleugnenden Gebäudes auf.

Der warme Ton der Holzausstattung, die ansprechenden Beleuchtungskörper und gefälligen ovalen Lichtschächte der Treppenhäuser, aber auch die zeitlos schönen Fenster und Türen unterstützen den angenehmen Gesamteindruck.

Zudem verfügt der Saal über eine herausragende Akustik, wie sich bei der heutigen Lucia di Lammermoor-Aufführung zeigte. Dazu trug sicher auch die Idee der Regisseurin Katharina Thalbach bei, die gesamte Handlung vorn an der Rampe ablaufen zu lassen. Insofern hätten die Protagonisten der Oper durchaus auf Lautstärke verzichten und mehr Piano singen können.

Der Bariton Mathias Hausmann sang mit hohem Schalldruck Lucias Bruder Enrico. Im hohen Tonbereich öffnete sich seine Stimme dabei mit ansprechender Farbigkeit, insgesamt fehlte mir vom Timbre her aber die beim Belcanto gewünschte durchgehende Schönheit des Stimmorgans. Arthur Espiritu hatte als sein Gegenspieler Edgardo ebenfalls schöne Momente, aber insgesamt ohne den rechten Belcanto-Schmelz.

Die hochgetrimmten Tenorstimmen von Patrick Vogel als Arturo und jene von Dan Karlström (Normanno) empfand ich ebenfalls als nicht stimmig. Sejong Changs Bass (Raimondo) verfügte dagegen über den notwendigen samtenen Klang verbunden mit hoher Legatokultur. Man hörte ihm, der auch nicht forcierte, gern zu, ebenso der herausragenden Leistung des Chores des Leipziger Opernhauses. „Gaetano Donizetti, Lucia di Lammermoor,
Oper Leipzig, 2. April 2022“
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Goethes Faust als bildmächtiges Ballett

Die Choreographie konzentrierte sich ganz auf den Part des Mephisto. Und dieser wurde von dem hochgewachsenen Genuesen Andrea Carino auch fabelhaft in Szene gesetzt. Schade, dass die rot perückte und grün gewandete Dortmunderin Ester Ferrini nicht mehr zu tanzen hatte, denn sie überzeugte als Marthe tänzerisch mit großer darstellerischer Kraft. Ihr hätte man länger zusehen mögen.

Oper Leipzig, 1. April 2022

Foto: Kurz nach der Vorstellung: Natasa Dudar (Gretchen), Marcelino Libao (Faust), Andrea Carino (Mephisto), Ester Ferrini (Martha)

Faust
Ballett von Edward Clug
Musik von Milko Lazar
Deutsche Erstaufführung

Gewandhausorchester
Matthias Foremny  musikalische Leitung

von Dr. Ralf Wegner

Faust ist ein schwieriger Stoff und ohne die ohrgängige Goethe´sche Sprache schwer zu vermitteln. Der philosophische Tiefsinn ist nicht jedem zugängig und das Drama um Gretchen zwar herzerweichend, aber im gesamten Kontext nur kurz. Insoweit ist die narrative Umsetzung des Faust-Mephisto-Stoffs durch das Team Edward Klug (Choreographie), Marko Japelj (Bühne), Leo Kulaš (Kostüme), Tieni Burkhalter (Video) und Martin Gebhardt (Licht) bildmächtig gelungen.

Dieses Team wird im Abendzettel auch ausführlich biographisch gewürdigt, die engagierten und das Stück ebenfalls tragenden Tänzerinnen und Tänzer allerdings nicht. Deren Lebensläufe seien der Internetseite der Oper Leipzig zu entnehmen. Welche Arroganz steckt dahinter. Wüsste man doch gern, und bereits im Saal, mehr über die dieses Ballett tragenden Tänzerinnen und Tänzer. „Faust, Ballett von Edward Clug, Musik von Milko Lazar,
Oper Leipzig, 1. April 2022“
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Oper Leipzig: Ortruds Rache – oder es gibt (k)ein Glück, das ohne Reu'

Foto: © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig am 26. März 2022 (Premiere)

Richard Wagner  Romantische Oper in drei Aufzügen „Lohengrin“

Gewandhausorchester
Christoph Gedschold Musikalische Leitung

von Dr. Guido Müller

Mit dem „Glück ohne Reu“ beschwört Elsa im großen Duett mit ihrer Widersacherin, der heidnischen Friesenfürstin Ortrud, im zweiten Aufzug zumindest musikalisch ihre Utopie auf ein Liebesglück mit dem ihr unbekannten, auf einem Schwan gekommenen Ritter Lohengrin. Er ist aus fernem Land gekommen und sie hat ihn vorher nur im Traum gesehen. Er rettete sie aus großer Not.

Immer noch oder genauer gesagt noch besser als je ist DER Sänger der Titelpartie unserer Zeit, der Tenor Klaus Florian Vogt. Jedes Opernhaus darf sich glücklich schätzen, ihn für die Titelrolle verpflichten zu können. Mit seinen exquisiten lyrischen und noch gewachsenen Qualitäten als Heldentenor ist sein Name zum Synonym für „Lohengrin“ geworden. Der hohen Festspielqualität dieser Besetzung stehen die anderen Sänger und Sängerinnen nicht nach. Sowohl die lyrisch-dramatische Sopranistin Gabriela Scherer als Elsa wie ganz besonders die Mezzosopranistin Kathrin Göring als Ortrud, die von der Inszenierung in das dramatische Zentrum gerückt wird, überzeugen restlos.

Foto: (c) Kirsten Nijhof

Lohengrin ist Elsa im Ersten Aufzug zu Hilfe gekommen, als Ortrud und deren Mann Telramund ihr vor König Heinrich dem Vogler, den Heerführern und dem ganzen Deutschen Reich einen Brudermord vorwarfen. „Richard Wagner, Lohengrin,
Oper Leipzig am 26. März 2022 (Premiere)“
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Gelungenes Ring-Vorspiel in Leipzig macht Lust auf Mehr

Fotos: (c) Tom Schulze
Eine sehr gelungene Rheingold-Aufführung in Leipzig. Musikalisch steht Thomas Mohrs Loge im Vordergrund, auch die anderen Rollen sind großenteils sehr stark besetzt. Man bekommt Lust auf mehr.

Oper Leipzig, 2. März 2022

Das Rheingold
Musik und Libretto von Richard Wagner

von Johannes Karl Fischer

Diese Oper lebt davon, dass es keine Nebenrollen gibt. Donner und Freia sind musikalisch ähnlich wichtig wie Wotan und Alberich. In Leipzig glänzten vor allem die „kleinen“ Rollen. Beginnen wir mit Erda: Einfach ein spektakulärer Auftritt von Marina Prudenskaya. Leider sind es nur 60 Takte, in denen die magische Kraft ihrer Stimme verzaubern konnte. „Weiche Wotan, Weiche“: Solch mahnende Worte sollte sie mal den Atommächten vorsingen…

Auch Donner (Anooshah Golesorkhi) und Froh (Sven Hjörleifsson), die Götter des Gewitters bzw. der Sonne, waren sehr stark besetzt. Vor allem Golesorkhis kräftige Stimme trug deutlich zum allesamt sehr gelungenen Schluss bei. Für die Handlung eigentlich völlig unwichtig, hat er doch einige musikalisch wichtige Momente („das fegt den Himmel mir Hell“).

Olga Jelínkova (Woglinde), Sandra Maxheimer (Wellgunde) und Sandra Janke (Flosshilde) waren drei verzaubernde Rheintöchter. Die Dreiklänge flossen wie das Wasser des Rheins. Keine der drei Sängerinnen hat versucht, die beiden anderen zu „übertönen“, wie es leider allzuoft bei solchen Partien zu hören ist. Wie ein richtig gutes Streichquartett. Alle Stimmen sind gleich wichtig. „Das Rheingold, Richard Wagner,
Oper Leipzig, 2. März 2022“
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Diesen Mephisto muss man gesehen haben – diese Schlange, wie sie sich windet, duckt und würgt

Fotos (c) Ida Zenna

Oper Leipzig, 12. Februar 2022

Faust

Ballett von Edward Clug 
Milko Lazar (Musik)

Deutsche Erstaufführung

Gewandhausorchester Leipzig
Matthias Foremny  Musikalische Leitung

 von Sandra Grohmann

 Coronabedingte Spielplanänderung ohne Reue: Diesen Mephisto muss man gesehen haben, diese Schlange, wie sie sich windet, duckt und würgt. Ob das Mädchen in der ersten Reihe der Oper Leipzig, vermutlich wegen der angekündigten „Cenerentola“ mit der Mama in die Oper gekommen, den Schrecken unbeschadet überstanden hat? Explizite Provokationen, die einen Besuch des Balletts „Faust“ von Milko Lazar (Musik) und Edward Clug (Choreografie) erst für Volljährige angeraten erscheinen lassen würden, hielt der Abend jedenfalls nicht bereit. Und das war ein ausgesprochenes Glück. Boshaftigkeit, Erotik, Weltschmerz und die Frage nach dem Sinn des Seins brauchen keine brachialen Bilder. Wer es kann, bringt sie in intelligenterer Weise auf die Bühne.

„Faust, Ballett von Edward Clug, Milko Lazar Musik,
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Richard Wagners Große Komische Oper "Das Liebesverbot" oder Liebeslust und Lebensfreude an der Oper Leipzig

Foto: @ Kirsten-Nijhof, Copyright Oper Leipzig

Oper Leipzig, 22. Januar 2022

Richard Wagner, Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo.
Große Komische Oper in zwei Akten

Gewandhausorchester
Christoph Gedschold Dirigent
Chor der Oper Leipzig

von Dr. Guido Müller

Endlich hat die Oper Leipzig wieder ihre Tore geöffnet und macht den Anfang mit der zweiten Oper Richard Wagners. Anlaß ist zunächst die regelmäßige Aufführung sämtlicher Wagner-Opern an seinem Geburtsort und ein Zyklus aller seiner Opern im Frühjahr 2022. Und einige Hauptrollen sind mit neuen Sängern besetzt, die sich hervorragend in das Ensemble einfügen. Das „Liebesverbot“ ist eine Ensemble-Oper im Stil Rossinis, Bellinis und Aubers, die Wagner genau wie Carl Maria von Webers „Euryanthe“ hier als Vorbild dienten. „Richard Wagner, Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo,
Oper Leipzig, 22. Januar 2022“
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