BRSO-Blomstedt © Astrid Ackermann
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DONNERSTAG-PRESSE – 5. NOVEMBER 2026
Göteborg
Er wollte der Musik dienen: Dirigent Herbert Blomstedt gestorben
Der schwedische Dirigent Herbert Blomstedt ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Von 1996 bis 1998 war er Chefdirigent des damaligen NDR Sinfonieorchesters. Er galt als einer der herausragenden Dirigenten seiner Zeit und war für seine musikalische Präzision, seine umfassende Partiturkenntnis und seine Bescheidenheit bekannt. Bis ins hohe Alter wollte er dirigieren, musste sich zuletzt jedoch aus gesundheitlichen Gründen von der Bühne zurückziehen.
ndr.de
Dirigent Herbert Blomstedt 99-jährig verstorben
Der in den USA geborene, schwedische Maestro verstarb am Mittwoch in seinem Haus in Göteborg im Beisein seiner Familie. Er war die Freundlichkeit in Person, ob auf den Konzertpodien dieser Welt oder im persönlichen Umgang. Zur Warmherzigkeit kam bei Herbert Blomstedt auch eine Freude am leisen, augenzwinkernden Schalk dazu. Neugierig auf die Welt blieb der groß gewachsene, schlanke Dirigent, dem jede Eitelkeit oder Selbstüberschätzung fremd waren, bis zuletzt. Am Mittwoch ist er im Alter von 99 Jahren „friedlich im Kreise seiner Familie in seinem Zuhause in Göteborg“ in Schweden verstorben, wie seine Agentur Künstlersekretariat am Gasteig am Abend mitteilte.
DerStandard.at
Wien/Staatsoper
Es ist wieder Hochsaison für die hohen Cs
Ein Publikumshit ist an die Staatsoper zurückgekehrt: Donizettis „La fille du régiment“ begeistert mit vielen Rollendebüts, darunter Tenor Xabier Anduaga als alle überstrahlender Tonio mit bombigen Höhen. In Tirol ist wieder Brunftzeit und der Partisan Tonio steigt Marie, Marketenderin des 21. französischen Regiments, fröhlich nach. Laurent Pellys Inszenierung, 2007 zwischen New York, London und Wien koproduziert, schnurrt herzig und brav. Selbst wenn die Pointen längst alte Bekannte sind. Einzig, ein flotteres Dialogspiel täte gut. Dafür wird höchst proper gesungen. Erin Morley soubrettet sich etwas zart, aber allerliebst durch die Höhen und Tiefen von Maries Gefühlswelten
krone.at
„La fille du régiment“ in der Staatsoper: Alle Neune mit Silberglanz (Bezahlartikel)
Der Tenor Xabier Anduaga triumphiert bei der aktuellen Spielserie von Gaetano Donizettis „Regimentstochter“ in der Wiener Staatsoper.
Kurier.at
Wien/Musikverein
Orgel ausgefallen: Dramatische Konzertpause im Musikverein (Bezahlartikel)
Bei den „Musikverein-Perspektiven“ rund um Elfriede Jelinek ging bei György Ligetis berüchtigtem Orgelkillerstück „Volumina“ plötzlich nichts mehr – Totalschaden? Die Organistin Angela Metzger meisterte die Situation. Zum Glück war Orgelbauer Wolfgang Karner als Berater angereist.
DiePresse.com
Neue Oper in Schanghai: Hier gilt Wagner als der größte Komponist
Das norwegische Büro Snøhetta hat in Schanghai das neue Grand Opera House gebaut. Während Europa in der klassischen Musik abbaut, genießt sie in China höchstes Prestige.
FrankfurterAllgemeine.net
Wien/Konzerthaus
Konzerthaus: Sogar eine Totenmesse profitiert von Musizierfreude (Bezahlartikel)
Ton Koopman bewies am Pult der Symphoniker bei Haydn und Mozart, dass „Middle-of-the-Road“ nicht „so lala“ sein muss.
DiePresse.com
Wien/Volksoper
Sie ist das Herzstück jeder Vorstellung
In unserer neuen „Krone“-Kultur-Serie „Vor den Vorhang geholt“ stellen wir Ihnen Menschen vor, die hinter den Kulissen des Kunst- und Kulturbetriebs unersetzlich sind – zum Auftakt stellen wir Ihnen Volksopern-Inspizientin Celia Tafaj vor!
krone.at
Grafenegg
Neuer Grafenegg-Leiter Neubert: „Neue Handschrift“ in der „Oase der Musik“ (Bezahlartikel)
Johannes Neubert ist als Nachfolger von Rudolf Buchbinder neuer künstlerischer Leiter. Er übernimmt die Klassik-Paradespielstätte unter schwierigeren Vorzeichen – und setzt auf Kontinuität mit eigener Handschrift.
Kurier.at
Dresden/Semperoper
“Sex and Money” regieren in der Oper “Der Wildschütz” von Albert Lortzing
In seiner komischen Oper “Der Wildschütz” zeichnete Albert Lortzing ein gesellschaftskritisches Bild, das allerdings auch heute noch immer aktuell ist, wie die Inszenierung von Jens-Daniel Herzog bezeugt. “Sex and Money” regieren die Welt! Unter der musikalischen Leitung von Christoph Gedschold zeigt die Semperoper Dresden, dass die deutsche Spieloper absolut nicht altmodisch und bieder ist. Georg Zeppenfeld ist mit seiner Interpretation als Baculus die Kirsche auf dem Kuchen in einem hervorragenden Sängerensemble.
Von Jean-Nico Schambourg
Klassik-begeistert.de
Salzburg
Störaktion bei Salzburger Festspielen 2025: Aktivistinnen angeklagt
Zwei Aktivistinnen müssen sich wegen gefälschter Zutrittskarten zur Festspiel-Eröffnung vor Gericht verantworten. Zwei weitere kamen mit einer Diversion davon. Im Fokus der Anklage stehen Zutrittskarten mit der Aufschrift „Salzburger Festspeiben“, aus Sicht der Exekutive gefälschte Ausweise, für die Aktivistinnen und Aktivisten hingegen klar als Persiflage zu erkennen. Als Bühnenarbeiter verkleidet, mit den Ausweisen ausgestattet sowie durch Hilfe einer Ex-Mitarbeiterin hatten sich fünf Aktivistinnen und Aktivisten am 26. Juli vergangenes Jahr Zutritt zur Eröffnungsfeier in der Felsenreitschule verschafft.
DerStandard.at
Eichgraben/NÖ
Himmlische Klänge und große Fragen: Kirchen-Pop-Oper begeisterte
Ein außergewöhnliches Musik- und Theatererlebnis verwandelte den Wienerwalddom in eine Opernbühne
NiederösterreichischeNachrichten.at
Berlin
Christian Thielemann im Interview: „In Berlin existiert das Bildungsbürgertum noch, aber in kleineren Kreisen“ (Bezahlartikel)
Mit der Staatskapelle geht er demnächst auf Asientour: Christian Thielemann im Gespräch über Richard Strauss, leere Reihen und seine Gefühle für die Deutsche Oper.
Von Kirsten Liese
Tagesspiegel.de
Budapest
War Budapests Opernchef ein Nutznießer Orbáns? (Bezahlartikel)
Ungarns Kulturminister hat den Generaldirektor der Ungarischen Staatsoper, Szilveszter Ókovács, vor die Tür gesetzt. Er soll Gelder veruntreut haben. Der aber sagt: „Mein Herz ist rein, ich gehe ruhig.“
FrankfurterAllgemeine.net
Budapest
Nächster Akt des Kulturkampfs: Generaldirektor der Staatsoper fristlos gekündigt
Szilveszter Ókovács betrachtet seine Entlassung als politische Entscheidung und hat in der Montagsabend-Sendung von Hír TV die Einwände des Kulturministeriums ausführlich widerlegt. Der ehemalige Generaldirektor der Oper erinnerte daran, dass Péter Magyar ihm vor einigen Jahren noch zur Erneuerung der Institution gratuliert und ihm weitere neun erfolgreiche Jahre gewünscht habe, ihn nun aber der „Schreckensherrschaft und der Verschwendung“ bezichtige. Mit drei schwachen Argumenten versucht man, seine Entlassung zu rechtfertigen, erklärte Szilveszter Ókovács in einem Exklusivinterview mit Hír TV. Dem entlassenen Generaldirektor der Oper zufolge lautete einer der Vorwürfe, dass die Stelle des Musikdirektors seit 2023 nicht besetzt worden sei. Wie er erklärte, seien die Aufgaben auf sieben Mitarbeiter aufgeteilt worden, einschließlich der dazugehörigen Vergütung
ungarnheute.hu
Bremen/Konzerthaus „Die Glocke“
Ein fesselndes Konzertprogramm, das Beethoven, Strauss und Ravel perfekt vereint
Gewiss ließe sich ein zumindest einigermaßen stimmiger Zusammenhang zwischen den stilistisch recht unterschiedlichen Werken dieses Konzerts herstellen. Muss aber nicht zwingend sein; ebenso gut kann man diese doch etwas ungewöhnliche Programmabfolge als ein Beispiel für die Wandlungsfähigkeit der Bremer Philharmoniker werten.
Von Dr. Gerd Klingeberg
Klassik-begeistert.de
Tonträger
„Mir passiert es, dass ich spiele und meinen Fingern zuschaue“
Der Pianist und Komponist Tim Allhoff widmet sein neues Album „Between Here and Nowhere“ der Welt des japanischen Schriftstellers Haruki Murakami. Im Gespräch mit BR Klassik erzählt er, welcher Satz aus Murakamis Werk ihn nicht mehr loslässt, warum die fragile Figur Naoko aus „Naokos Lächeln“ ein eigenes Musikstück bekommen hat und wie er beim Musizieren in einen tranceartigen Zustand gerät – und sich manchmal selbst beim Spielen zuschaut.
BR-Klassik.de
Links zu englischsprachigen Artikeln
Wien
Wiener Staatsoper 2026-27 Review: Otello
Verdi’s “Otello” stands as one of the ultimate crowning achievements of the late Italian operatic canon. The libretto, a brilliantly concise and reasonably faithful adaptation of William Shakespeare’s tragedy, was penned by Arrigo Boito – a renowned poet, librettist, and composer in his own right, affiliated with the Scapigliatura, Italy’s bohemian literary movement. Boito’s dramatic genius lies in his streamlining of the plot: by excising Shakespeare’s entire first act in Venice, he thrusts the audience straight into the action on the storm-swept shores of Cyprus. Here, Otello, the commander-in-chief of the Venetian fleet, arrives in triumph after defeating the Ottoman forces in the name of the Republic.
operawire.com
London
A new Tosca at the ENO: When the music triumphs over the production
seenandheard-international.com
The Winner Takes It All: The Guildhall School’s Double Bill of Bernstein and Menotti
„Trouble in Tahiti“ / „Amelia al ballo“
operatoday.com
Wexford
Wexford Festival: L’equivoco stravagante
edinburghmusicreview.com
New York
Video: Watch ‚E lucevan le stelle‘ From TOSCA at Met Opera
The clip comes from the final dress rehearsal of the 2026-27 season production conducted by Oksana Lyniv.
broadwayworld.com
San Francisco
SF Opera’s Marriage of Figaro Is a Witty, Ebullient Triumph
sfcv.org
Berkeley
Amanda Forsythe Bewitches Again With Voices of Music
sfcv.org
Shanghai
Announcing the Operalia 2026 Winners!
operaliacompetition.org
Recordings
Fogli d’album (Anna Bonitatibus, Adele D’Aronzo)
An audio archive sees Anna Bonitatibus turn musical detective and biographer.
limelight-arts.com.au
Politik
USA
„Absolut beschissen“: Stimmung im Weißen Haus auf Tiefpunkt
Nach der Zwischenwahl-Niederlage gerät US-Präsident Trump parteiintern unter Druck. Republikaner fordern einen Kurswechsel und mehr Disziplin.
Kurier.at
Österreich
Babler fix auch als Minister weg – aber mehrere wackeln
Finanzminister Markus Marterbauer könnte seinen Start als Vizekanzler mit einer symbolischen Posten-Diät beginnen. „Heute“ weiß, wessen Jobs wackeln. Für ihn wird hinter den Kulissen derzeit fieberhaft ein Versorgungsjob gesucht. Angesichts seiner Vita soll es gar nicht so einfach sein, einen ähnlich dotierten Posten (als Vizekanzler cashte er rund 21.000 Euro monatlich ab) zu finden. Seine Agenden sollen auf Peter Hanke und Eva-Maria Holzleitner aufgeteilt werden. Auch Bablers linker Hand, Staatssekretärin Michaela Schmidt, droht bei einer „Posten-Diät“ in der XXL-Regierung naturgemäß das Polit-Aus. Sie ist derzeit noch für die Regierungskoordination der Roten zuständig und gilt als ideologische Hardlinerin. Die frühere AK-Abteilungsleiterin in Salzburg kann sich ebenfalls auf ihr Nationalratsmandat zurückziehen.
heute.at
International
Melania Trump kündigt Treffen mit Ukrainern und Russen an
US-First Lady Melania Trump will Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland organisieren. Die First Lady der USA, Melania Trump, hat nach ihrer Vermittlung einer Waffenruhe in der russisch besetzten Frontstadt Oleschky ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Ukraine und Russlands im Weißen Haus angekündigt. Sie persönlich werde am Donnerstag um 11.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) die Repräsentanten zusammenbringen, teilte das Weiße Haus mit. Es wurden keine Angaben gemacht, wer genau an der Begegnung teilnehmen soll.
Kurier.at
Volkspartei umgefallen: Verbrenner-Verbot kommt nun doch durch Hintertür
Es ist ein gefährliches Hin und Her auf Kosten unseres Wirtschaftsstandortes: Zuerst wurde das EU-weite Verbrenner-Verbot ab 2035 nach massivem Widerstand aufgeweicht. Nun steht es wiederum vor der Tür. Und das Ganze mit abstrusen Zahlenspielen, die europäische Autobauer gegenüber China in den Abgrund treiben. Krone+ analysiert den Irrweg von Volkspartei, Sozialisten und Liberalen, die am Mittwoch eine Mehrheit dafür bereiten wollen.
krone.at
Berlin
In Hotel gefunden: Bayerns Wirtschaftsminister tot. Hubert Aiwanger (55)
Der Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Bayerns, Hubert Aiwanger (55), ist tot. Er wurde leblos in einem Hotel in Berlin gefunden. Staatsanwaltschaft und die Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.
krone.at
Wirtschaft
Österreich
AMS-Chef Kopf in der ZiB2: „Wir werden wohl alle länger arbeiten müssen“
Die Österreicher werden künftig wohl länger arbeiten müssen. AMS-Chef Kopf erklärt, warum er eine Anhebung des Pensionsalters für notwendig hält. Beim Arbeitsmarktservice (AMS) laufen derzeit umfangreiche Neuberechnungen. Hintergrund sind zu niedrig ausbezahlte Arbeitslosengelder, die nun nachgezahlt werden müssen. Insgesamt geht es um rund 135 Millionen Euro. Wie viele Menschen tatsächlich Geld zurückbekommen ist unklar!
heute.at
Amanda Mille: „Wir sagen auch sehr reichen Kunden Nein“
Wer eine Richard Mille am Handgelenk trägt, der zeigt, dass er es ganz nach oben geschafft hat und nicht auf Quiet Luxury steht. Amanda Mille, Tochter des Gründers, über künstliche Verknappung, was sie von weiblichen Uhrenfans in Dubai gelernt hat und wann sie Kundenwünsche ablehnt.
news.at
Sport
Autorennsport/Formel 1
Eklat bei Haas: „Er hat seine Formel-1-Karriere weggeschmissen!“
Sitzt Esteban Ocon nach dem jüngsten Streit mit seinem Arbeitgeber Haas nie wieder in einem Formel-1-Auto? Möglich, meint der ehemalige Weltmeister Jenson Button bei „Sky“: „Er hat womöglich den Rest seiner Formel-1-Karriere weggeschmissen.“ Der 30 Jahre alte Ocon, dessen Aus bei Haas nach der laufenden Saison bereits feststeht, wurde nach den ersten beiden Trainingssessions in Mexiko-Stadt überraschend durch Ersatzfahrer Ryo Hirakawa ersetzt. Später bestätigte Ocon, dass es „aufgrund unterschiedlicher Standpunkte zu einer Diskussion“ gekommen sei. Gerüchte über Anwendung von Gewalt dementierte er aber vehement.
krone.at
Fußball
Spanien
Tragödie in Spanien: Fußballprofi (30) stirbt nach fürchterlichem Foul
„Es gibt keine tröstenden Worte; nichts kann diese unermessliche Trauer lindern“, teilte der Club am Dienstag mit. De Miguel sei um 8.00 Uhr gestorben. Der 30-Jährige hatte sich am Montag nach einem heftigen Zusammenprall mit Torhüter Jesus Owono vom FC Andorra vor Schmerzen gekrümmt. Auf dem Weg ins Krankenhaus hatten Rettungskräfte ihn dann wiederbeleben müssen.
OberösterreichischeNachrichten.at
_____________________
Unter’m Strich
Österreich
Gaspreis über 100 Euro: Die Krise ist zurück
Heizen mit Gas wird für Neukunden um bis zu 500 Euro teurer. Die Versorgung ist laut E-Control gesichert, eine Entspannung an den Märkten aber nicht in Sicht. Die Regierung will das Gasnetz verkleinern.
Kurier.at
Präparierte Süssigkeiten: Nadel-Schoko: Erstes Kind verletzt, Soko gegründet
Kein Stein auf dem anderen bleibt nach den jüngsten schockierenden Funden in Halloween-Süßigkeiten in mehreren Ländern – darunter auch in drei österreichischen Bundesländern. Das Bundeskriminalamt gründet laut „Krone“-Informationen nun gemeinsam mit Europol und deutschen Behörden eine eigene Ermittlungsgruppe, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Mittlerweile gibt es ein erstes verletztes, junges Opfer in Österreich zu beklagen.
krone.at
Österreich
„Falsche Lebensläufe“. Insiderin packt aus! So wird bei Sozialbetrug getrickst
Weil sie sich nach eigenen Angaben weigert, bei möglichen AMS-Betrügereien mitzumachen, wird eine 45-jährige Rumänin beleidigt und bedroht.
heute.at
INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 5. NOVEMBER 2026)
INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 5. NOVEMBER 2026)
Quelle: onlinemerker.com
4. November 2026: Herbert Blomstedt im Alter von 99 Jahren verstorben
© Paul Yates
Mit großer Trauer geben wir den Tod von Herbert Blomstedt bekannt, einem der herausragendsten Dirigenten unserer Zeit. Er verstarb am 4. November 2026 friedlich im Kreise seiner Familie in seinem Zuhause in Göteborg, Schweden.
Herbert Blomstedt wird uns als außergewöhnlicher Mensch in Erinnerung bleiben, dessen Leben und Handeln durchwegs von seinem Glauben als Siebenten-Tags-Adventist geprägt waren. Seine große Lebenserfahrung und seine besondere menschliche Persönlichkeit hinterließen bei jedem, der ihm begegnete, einen bleibenden Eindruck. Im Laufe seiner langen und beeindruckenden Karriere erwarb er sich durch seinen Respekt für den kompositorischen Willen, seine Partiturkenntnis, seine herausragende Musikalität sowie seine Disziplin und Bescheidenheit die uneingeschränkte Anerkennung der Musikwelt. Sein größtes Anliegen war es stets, der Musik zu dienen.
Immer wieder sprach er davon, bis zu seinem 100. Geburtstag – und darüber hinaus – dirigieren zu wollen. Seine Liebe zur Musik und das Bedürfnis, sie mit dem Publikum zu teilen, waren ungebrochen. Zunehmende gesundheitliche Einschränkungen machten ihm das Dirigieren jedoch zuletzt unmöglich und zwangen ihn, seine Engagements der letzten Monate abzusagen.
Lothar Schacke, Ehrendirektor beim KünstlerSekretariat am Gasteig und für fast vier Jahrzente sein Generalmanager: „Der Verlust von Herbert Blomstedt erfüllt mich und meine Kolleginnen und Kollegen mit tiefer Trauer. Jede Begegnung mit ihm war ein Geschenk. Seine Herzlichkeit, sein Wissen, seine Weisheit und sein feiner Humor haben uns alle bereichert – geistig ebenso wie menschlich. Neben den vielen wunderbaren Konzerten, die ich miterleben durfte, denke ich besonders gerne an unsere gemeinsamen Antiquariatsbesuche zurück. Die Sorgfalt und Zuneigung, mit der er seine geliebten Bücher behandelte, spiegelten eine umfassende Haltung wider: den aufrichtigen Respekt, die Freundlichkeit und die Aufmerksamkeit, mit denen er allem und allen in seinem Leben begegnete.’‘
Mit seiner lebenslangen Hingabe an die Musik hinterlässt Herbert Blomstedt ein Vermächtnis, das weit über seinen Tod hinaus fortwirken wird. Eine Würdigung seines Lebens finden Sie auf unserer Website.
Wir bitten darum, die Privatsphäre seiner Familie in dieser schweren Zeit uneingeschränkt zu respektieren.
________________________________________________________________________________________
Johannes Neubert präsentierte den Grafenegg-Sommer 2027

Portal. Foto: Lisa Edl
Mit Johannes Neubert als künstlerischem Leiter beginnt 2027 ein neues Kapitel in Grafenegg. In seinem ersten Jahr als Programmverantwortlicher präsentiert er einen neu strukturierten Grafenegg-Sommer, der regionale Verankerung, europäische Begegnung und internationale Spitzenklasse in drei eigenständigen Formaten vereint.
(Grafenegg, 4. November 2026) In der mumok Lounge des Wiener MuseumsQuartiers präsentierten der künstlerische Leiter Johannes Neubert, Geschäftsführerin Simone Bamberg und Dramaturg Markus Hennerfeind im Beisein von Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Programm für die Sommersaison 2027.
Geschichten der Musik zwischen Tradition, Europa und internationaler Exzellenz
Grafenegg schlägt 2027 ein neues Kapitel seiner Erfolgsgeschichte auf. Erstmals gliedert sich der Sommer in drei klar profilierte Formate: die Sommerklänge (17. Juni bis 17. Juli), das neue Im Herzen Europas (24. Juli bis 7. August) sowie das Grafenegg Festival (13. August bis 5. September). Gemeinsam bilden sie die drei Säulen eines Grafenegg-Sommers, der Bewährtes weiterentwickelt und neue Akzente setzt.
Im Lichte dieser Neuerungen bleibt das Wesen des Standorts unverändert: Grafenegg verbindet musikalische Spitzenqualität mit einer einzigartigen Atmosphäre aus Schloss, Parklandschaft und außergewöhnlichen Spielstätten.
«Grafenegg ist eine Oase für die Musik», erklärt Johannes Neubert. «Die besondere Verbindung von Natur, Architektur und künstlerischer Exzellenz schafft eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Mein Ziel für 2027 war es, die gewachsene Identität dieses Ortes zu bewahren und zugleich neue Perspektiven zu eröffnen. Ich gestalte Programme, die mit Musik Geschichten erzählen, Traditionen weitertragen und neue Impulse setzen. So entsteht ein Grafenegg-Sommer mit drei eigenständigen Profilen, die gemeinsam das Wesen Grafeneggs widerspiegeln: regional verwurzelt, europäisch geprägt und international ausgerichtet.»
Mit 48 Veranstaltungen und mehr als 80 internationalen Dirigent:innen, Solist:innen und Orchestern versammelt Grafenegg 2027 die Spitze der internationalen Klassikwelt. Auf dem Programm stehen Gastspiele renommierter Klangkörper wie der Wiener Philharmoniker, des Royal Concertgebouw Orchestra, des London Symphony Orchestra und der Tschechischen Philharmonie sowie Auftritte von Künstlerpersönlichkeiten wie Martha Argerich, Daniel Barenboim, Leonidas Kavakos, Klaus Mäkelä, Andris Nelsons, Sir Antonio Pappano und Daniil Trifonov. Auch Rudolf Buchbinder bleibt als Präsident des Festivals und auf der Bühne ein prägender Teil des Geschehens: Der langjährige künstlerische Leiter wird an allen vier Festivalwochenenden zu erleben sein und damit die besondere Verbindung zu Grafenegg weiterführen.
«Grafenegg steht seit mehr als zwei Jahrzehnten für kulturelle Exzellenz, internationale Strahlkraft und die erfolgreiche Verbindung von Tradition und Innovation», betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. «Mit Johannes Neubert übernimmt eine Persönlichkeit die künstlerische Leitung, die Grafenegg seit seinen Anfängen kennt und mitgeprägt hat. Das Programm 2027 zeigt eindrucksvoll, wie aus einer Position der Stärke heraus neue Impulse gesetzt werden können. Damit bleibt Grafenegg auch in Zukunft ein kultureller Leuchtturm Niederösterreichs und einer der bedeutendsten Musikstandorte Europas.»
Sommerklänge: Grafeneggs musikalische Wurzeln
Die Sommerklänge werden ab 2027 exklusiv vom Tonkünstler-Orchester Niederösterreich als Residenzorchester gemeinsam mit internationalen Solist:innen und Dirigent:innen gestaltet. Den Auftakt bildet die traditionelle Sommernachtsgala, gefolgt von Konzerten mit großer Klassik, Filmmusik, Familienprogrammen sowie neuen Perspektiven auf vertraute Werke.

Eingang Schloss Grafenegg. Foto: Lisa Edl
Im Herzen Europas mit dem European Union Youth Orchestra
Im Herzen Europas entsteht 2027 gemeinsam mit dem European Union Youth Orchestra (EUYO) als neues Format. Junge Spitzenmusiker:innen aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten kommen für eine dreiwöchige Residenz nach Grafenegg und gestalten Konzerte, Diskussionsformate und Begegnungen. Zu den Höhepunkten zählen die Weltpremiere eines einzigartigen Inszenierungskonzepts von Richard Strauss’ «Also sprach Zarathustra» unter der Leitung von EUYO-Musikdirektor Iván Fischer mit einer Choreografie von Liz Lerman sowie eine Auseinandersetzung mit europäischer kultureller Identität rund um Ludwig van Beethovens «Eroica». Den Abschluss bildet Beethovens 9. Symphonie unter der Leitung von Iván Fischer.
«Mit Im Herzen Europas schaffen wir gemeinsam mit Grafenegg einen Ort, an dem herausragende junge Musiker:innen aus ganz Europa ihr Können entfalten und Menschen über Grenzen hinweg durch Musik verbinden können», erklärt Marshall Marcus, CEO des European Union Youth Orchestra. «Johannes Neuberts Vision und Grafeneggs Anspruch auf künstlerische Exzellenz machen diese Partnerschaft zu etwas ganz Besonderem.» Die langjährige Partnerschaft mit dem EUYO, das seit 2022 seinen Sitz in Grafenegg hat, wird damit auf eine neue Ebene gehoben. Das gemeinsame Format versteht sich als Ort des kulturellen Austauschs, an dem europäische Vielfalt durch Musik unmittelbar erlebbar wird.
Grafenegg Festival: Internationale Exzellenz
Mit dem Grafenegg Festival endet die Sommersaison: Internationale Spitzenorchester treffen auf herausragende Solist:innen und Dirigent:innen unserer Zeit. Das Eröffnungswochenende steht unter dem Motto «Heimat / Fremde / Nachbarn» und rückt die kulturellen Verbindungen innerhalb Europas in den Mittelpunkt. Zur Eröffnung erklingt Antonín Dvořáks Oper «Rusalka» mit der Tschechischen Philharmonie unter Semyon Bychkov in einer semikonzertanten Aufführung mit einer eigens entwickelten Konzert- und Lichtregie. Darüber hinaus sind mit Dvořáks Symphonie Nr. 9 «Aus der Neuen Welt» und Bedřich Smetanas Zyklus «Mein Vaterland» weitere Schlüsselwerke der tschechischen Musiktradition zu erleben.
Steve Reich als Composer in Residence
Ein besonderer Schwerpunkt gilt 2027 dem amerikanischen Komponisten Steve Reich, der anlässlich seines 90. Geburtstags mit einer umfassenden Personale geehrt wird. Konzerte, Kammermusik, eine Ausstellung und Installationen beleuchten Leben, Werk und Einfluss eines der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. Reich übernimmt zudem die künstlerische Leitung des renommierten Composer-Conductor-Workshops «Ink Still Wet» und arbeitet dort mit jungen Komponist:innen aus aller Welt.
«Steve Reich hat unser musikalisches Denken nachhaltig geprägt», sagt Johannes Neubert. «Seine Musik verbindet Innovation mit unmittelbarer Wirkung auf das Publikum. Ihm in Grafenegg eine umfassende Personale zu widmen, ist uns Freude und Verpflichtung zugleich.»
Das Grafenegg Festival Orchestra: Weiterentwicklung einer Erfolgsgeschichte
Mit dem Grafenegg Festival Orchestra wird der erfolgreiche Ansatz der Grafenegg Academy weiterentwickelt: Herausragende junge Musiker:innen musizieren in diesem Spitzenensemble Seite an Seite mit erfahrenen Orchestermitgliedern und renommierten Künstlerpersönlichkeiten. Künstlerischer Mentor und prägende Persönlichkeit des Orchesters ist Vladimir Jurowski.
Mit dieser neuen Struktur setzt Grafenegg 2027 gleichermaßen auf Kontinuität und Aufbruch. Die besondere Atmosphäre des Standorts bleibt erhalten, während neue Formate und Partnerschaften den Blick in die Zukunft richten.
Johannes Neubert: «Grafenegg ist einzigartig. Wo sonst kann man die größten Künstler:innen unserer Zeit in einer so entspannten Atmosphäre erleben? Diese Verbindung aus künstlerischer Exzellenz, Offenheit und Begegnung wollen wir bewahren und zugleich in die Zukunft führen.»
Vorverkauf startet im November
Der Vorverkauf für die Saison 2027 beginnt am 11. November 2026 für fördernde Mitglieder des Grafenegg Freundeskreis, am 18. November 2026 für Inhaber:innen der Grafenegg Card. Der allgemeine Verkauf startet am 25. November 2026. Tickets sind online unter grafenegg.com, telefonisch sowie in den Kartenbüros in Wien und Grafenegg erhältlich.
Starke Partner für Grafenegg
Die Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft wird als Public-Private-Partnership gemeinsam vom Land Niederösterreich, der Familie Metternich-Sándor sowie den Gemeinden Grafenegg und Grafenwörth getragen. Wichtige Beiträge zum Erfolg des Standorts leisten darüber hinaus langjährige Partner wie Raiffeisen NÖ-Wien als Generalsponsor, OMV als Zukunftspartner sowie Agrana, EVN, Österreichische Lotterien, Münze Österreich, Volkswagen und voestalpine als Hauptsponsoren.
Einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung Grafeneggs leisten zudem die Mitglieder des Grafenegg Freundeskreis, deren Engagement zahlreiche Projekte und Programme der Nachwuchsförderung ermöglicht.
________________________________________________________________________________________
Metropolitan Opera: JENŮFA mit Asmik Grigorian / Nina Stemme vom 16.11. bis 4.12.2026

________________________________________________________________________________________
GRAZ: KUG-Hauptabonnement: Orchesterkonzert „Tausendundeine Nacht“

Der Grazer Stefaniensaal © Lucija Novak
Unter der Leitung von Claire Levacher feiert das Orchester der Kunstuni Graz am 11. November im Stefaniensaal große Stoffe der Weltliteratur: Nikolaj Rimskij-Korsakov erweckt Scheherazade zu musikalischem Leben, Goethes Faust dient als Inspiration für Emilie Mayer und Charles Gounod.
MI 11.11.2026, 19:30 Uhr (Konzert)
18:45 Uhr: All Inclusive
Grazer Congress, Stefaniensaal
Musik aus dem späten 19. Jahrhundert entführt bei diesem ersten großen Orchesterkonzert der KUG-Saison auf eine literarisch inspirierte Weltreise, die Orient und Okzident verbindet: In der titelgebenden sinfonischen Dichtung nähert sich Nikolaj Rimskij-Korsakov musikalisch der berühmten Märchensammlung „Tausendundeine Nacht“ und rückt ihre Erzählerin Scheherazade in den Fokus. Goethes „Faust“ bildet den Ausgangspunkt für Emilie Mayers Ouvertüre und Charles Gounods gleichnamige Oper, aus der die Ballett-Musik zu hören ist. Die musikalische Leitung liegt in Händen von KUG-Professorin Claire Levacher.
Emilie Mayer: Faust-Ouvertüre, op. 46
Charles Gounod: Ballett-Musik aus Faust, Akt V
Nikolaj Rimskij-Korsakov: Scheherazade, op. 35
Orchester der KUG
Dirigentin: Claire LEVACHER
Karten unter www.kug.ac.at/tickets & Abendkasse
________________________________________________________________________________________
Oper Frankfurt: Liederabend Kelsey Lauretano / Alden Gatt (3.11.2026)

© Barbara Aumüller

© Barbara Aumüller
________________________________________________________________________________________
WIEN: Der OTTO MAUER PREIS 2026 geht an die deutsch-dänische in Wien lebende und arbeitende Künstlerin BIRKE GORM

Birke Gorm © Marcella Ruiz-Cruz
in Fortführung der Anliegen von Msgr. Otto Mauer (1907–1973), der mit seinem Engagement für die zeitgenössische Kunst und die Förderung junger Künstler:innen international Maßstäbe setzte, verleiht der Otto Mauer Fonds den 46. Otto Mauer Preis an die deutsch-dänische in Wien lebende und arbeitende Künstlerin Birke Gorm. Der Preis würdigt ein Gesamtwerk, das den künstlerischen und gesellschaftlichen Diskurs auf innovative Weise verbindet.
Ich freue mich, wenn Sie die 46. Otto Mauer Preisträgerin Birke Gorm in Ihrem Medium kommunzieren. Auf unserem Pressedownload www.otto-mauer-fonds.at/presse/ finden Sie dazu ein Portrait und Werkansichten sowie den Pressetext und die Biografie von Birke Gorm. Alle Fotos sind honorarfrei und nicht KI-generiert. Für alle Fotos gilt: Courtesy Croy Nielsen, Wien, Birke Gorm
Preisverleihung
Der Preis wird von Generalvikar Andreas Kaiser am Donnerstag, den 19. November 2026 um 19.30 Uhr im Erzbischöflichen Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien an Birke Gorm übergeben. Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien, die heuer erstmals der Jury vorsteht, wird die Preisträgerin vorstellen.
U.a.w.g. zur Preisverleihung wird gebeten für Journalist:innen unter , Interessierte bitte unter
Der Otto Mauer Preis beinhaltet ein Preisgeld von € 15.000, eine Ausstellung der Preisträgerin im JesuitenFoyer und eine umfangreiche Pressearbeit. Im Interesse der Fortführung der Sammlung Otto Mauer im Dom Museum Wien wird der Otto Mauer Fonds eine repräsentative Arbeit der Preisträgerin ankaufen.
Jurybegründung
Die diesjährige Jury – bestehend Johanna Schwanberg (Direktorin Dom Museum Wien) als Juryvorsitzende, Iris Andraschek (Künstlerin), Cäcilia Brown (Künstlerin, Otto Mauer-Preisträgerin), Rainer Fuchs (freier Kurator), Klaus Speidel (Kurator und Kunstkritiker) und Luisa Ziaja (Chefkuratorin Belvedere) hat den Otto Mauer Preis 2026 Birke Gorm zuerkannt.
„Überzeugt hat Birke Gorm mit ihrer eigenständigen skulpturalen und installativen Praxis, die Fragen nach gesellschaftlichen Wertordnungen, Arbeit und Geschlechterverhältnissen auf ebenso subtile wie eindringliche Weise verhandelt. Ausgehend von einfachen, gebrauchten und vermeintlich wertlosen Materialien entwickelt Gorm Arbeiten, die zwischen Fragilität und Monumentalität, Körperlichkeit und Abstraktion oszillieren. Durch das Sammeln und Aufbewahren ausrangierter Dinge, die sie zu existenziell berührenden Szenarien verarbeitet und verdichtet, kontert die Künstlerin kapitalistische Verwertungslogiken unserer Wegwerfgesellschaft: Jute, Karton, Treibholz, Tonscherben oder Metallfragmente tragen die Spuren ihrer Herkunft, ihres Gebrauchs und der Mühen menschlicher Arbeit. In sorgfältiger, oft zeitintensiver Bearbeitung schafft Gorm anthropomorphe Wesen und Materialkonstellationen, die zwischen archaischer Erscheinung und gegenwärtiger Erfahrung vermitteln. Sie lassen an Vergänglichkeit, Verlust und Entwurzelung denken und stellen Fragen nach der Konstitution des Individuums und seinem Verhältnis zur Gemeinschaft.
Birke Gorm begreift ihre Materialien dabei nicht als neutrale Gestaltungsmittel, sondern als Bedeutungsträger, die dabei eine neue Wertschätzung erfahren, ohne ihre Hinfälligkeit und Prekarität zu verlieren. Traditionelle, häufig weiblich konnotierte Kulturtechniken wie Nähen, Weben und Flicken werden zu Verfahren einer kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Hierarchien, unsichtbarer Arbeit, Wertzuschreibungen und damit verbundenen Ökonomien.
Die besondere Kraft dieses Werks liegt im Dazwischen: in den Beziehungen zwischen Körpern, Dingen und Raum, in denen universelle menschliche Erfahrungen und aktuelle gesellschaftliche Fragen aufeinandertreffen. Indem Birke Gorm mit ihren figurativen und installativen Setzungen eindrückliche Bildwelten menschlicher Grund- und Grenzerfahrung schafft, weisen ihre Werke über aktuelle gesellschaftliche und politische Spaltungen hinaus.
Die Jury würdigt mit der Auszeichnung eine künstlerische Position, die durch ihre unverwechselbare Formensprache, ihre gesellschaftspolitische Sensibilität und die überzeugende Verbindung von ästhetischer Eigenständigkeit und kritischer Reflexion herausragt.“
Ausstellung mit Werken von Birke Gorm im JesuitenFoyer
Vom 17. Dezember 2026 bis 29. Jänner 2027 zeigt die Otto Mauer Preisträgerin 2026 Birke Gorm ausgewählte Arbeiten im JesuitenFoyer in der Bäckerstraße 18, 1010 Wien. Die Eröffnung findet am Mittwoch, den 16. Dezember 2026 um 18.00 Uhr statt. Öffnungszeiten jeweils am Donnerstag und Freitag von 16 bis 18 Uhr und am Samstag von 11 bis 13 Uhr. Eintritt frei.