Die Walkuere Premiere 2026 (c) G.Schied
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE SONNTAG-PRESSE, 28. JUNI 2026
„Sehr, sehr großes Problem“: Wie gefährlich sind Wagner-Opern?
Die Münchner Opernfestspiele begannen mit einer umjubelten „Walküre“-Premiere. Richard Wagner ist populär, aber zum 150. Geburtstag der Bayreuther Festspiele auch umstritten wie lange nicht. Muss sein Antisemitismus energischer aufgearbeitet werden?
BR-Klassik.de.walkuere
Selten hat man Jurowski so aufgewühlt erlebt: Wagners Walküre an der Bayerischen Staatsoper
Tobias Kratzer schickt Walküren durch den Englischen Garten – und Dirigent Jurowski überrascht mit einem Wagner, der wirklich aufwühlt.
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Münchner Opernfestspiele: Menschenjagd im Hofgarten
Männer sind machtgeile Egoisten und die Welt kann nur von Frauen gerettet werden: Tobias Kratzer inszeniert Richard Wagners Oper „Die Walküre“ bei den Münchner Opernfestspielen neu.
sueddeutscheZeitung.de
Berlin
Comedian Bülent Ceylan in Mozarts „Entführung aus dem Serail“ in Berlin
Sendung „Fazit“- Audio von Jörn Florian Fuchs (7,13 Minuten)
deutschlandfunk-de.audio
Wien/Staatsoper
Wien Staatsoper: Ein Dreifacherfolg für die Sopranistin im „Trittico“ (Bezahlartikel)
Unter Lorenzo Viotti beeindrucken Puccinis drei so unterschiedlichen Einakter mit Stimmung, Glanz und Verve. Nicole Car gelingt der Rollen-Hattrick.
DiePresse.com.nicole.car
Berlin/ Staatsoper
Bülent Ceylan in der Staatsoper Berlin „Am Ende weiß man gar nicht mehr, ob Bassa oder Bülent spricht“
Comedian Bülent Ceylan ist ab 27. Juni in einer ungewöhnliche Rolle auf einer für ihn ungewöhnlichen Bühne zu sehen: Der 50-Jährige spielt in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ den edlen Türken Bassa Selim. Was treibt ihn zu diesem Ausflug in ungewohntes Gelände, und welche Erfahrungen hat er mit den Sängerinnen und Sängern gemacht?
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Budapest
BUDAPEST (Béla-Bartók-Konzerthalle im Palast der Künste): Richard Wagner, Siegfried
Bekanntlich gehört der Jung-Siegfried gemeinsam mit Tannhäuser und Tristan zu Wagners herausforderndsten Tenorpartien, und dementsprechend skeptisch sah ich der Besetzung mit Magnus Vigilius entgegen, denn Vigilius ist ja grundsätzlich eher ein lyrischer Tenor, der erst vor kurzem im schweren Wagner-Fach unterwegs ist und den ich vor einem Jahr „mit dem Stolzing aber gnadenlos überfordert“ fand („man hörte ihm die Mühe der Partie deutlich an“). Doch er überraschte mich angenehm, obwohl (oder gerade weil) ich von zuletzt in Wien Andreas Schager gut im Ohr habe. Die beiden verhalten sich nämlich zueinander wie Gegenpole, die komplementärer nicht sein könnten: Schager ist ein Hau-Drauf, der seine stärksten Momente in den Brüll-Stellen (allen voran in den Schmiedeliedern) hat, der aber mit der jugendlich-naiven Seite dieser Figur überfordert ist – und Vigilius ist genau das Gegenteil: Dessen Stimme erweckt den Eindruck eines jungen, noch kindlichen Knaben, und den stärksten Eindruck hinterlässt Vigilius dementsprechend im zweiten Akt, den er mit einer wunderbar unbedarften Naivität spickte und der dazu beitrug, dass seine Wandlung vom jungen, dummen Buben zum „Walter der Welt“ absolut glaubhaft vollzogen wurde (was bei Schager nicht der Fall war). Seine stimmliche Leistung war akzeptabel: In der Tiefe ist sein Tenor auffallend breit und heroisch timbriert, in der Mittellage vollzieht sich allerdings ein leichter Bruch, dann wird es dünner, und die Höhen gelingen oft, aber nicht immer. In diesem Sinne ist er natürlich keine hervorragende, aber doch eine solide Besetzung und vor allem ein Gegenpol zum unsensiblen Brüller Schager (der den Jung-Siegfried aber auf seine Art auch gut macht). Und man sollte erwähnen, dass Vigilius ein echtes Tenor-Timbre hat und kein verkappter Knabensopran ist.
forumconbrio.com
München/Bayerische Staatsoper
Berlin
Philharmoniker in Waldbühne
Klassik bei 41 Grad ganz hemdsärmelig
Bei 41 Grad dürfen auch die Klassik-Stars die Kleiderordnung lockern. Die Berliner Philharmoniker gaben am Sonnabend ihr alljährliches Saisonabschlusskonzert in der ausverkauften Waldbühne. Die Bühne liegt abends glücklicherweise im Schatten, erklärt Sprecherin Elisabeth Hilsdorf und fügt hinzu: „Die Herren treten ohne Jackett auf, dafür mit einem schwarzen Hemd als Oberteil, die Ärmel dürften auch hochgekrempelt werden. Das Oberteil der Damen muss nur bis zum Ellenbogen reichen und nicht langärmelig sein.“ Backstage gibt es Getränke und Kühlpacks für die Musiker.
Klassik bei 41 Grad ganz hemdsärmelig – B.Z. – Die Stimme Berlins
Salzburg
Salzburger „Festspielbezirk 2030“: Rechnungshof ortet höhere Kosten
Projektierte Investitionen von 519 Millionen Euro seien „zu niedrig bewertet“, so ein Rohbericht
DerStandard.at.story
Salzburg
Verdichtetes Atom trifft Ländlerklang
Die Salzburger Festspiele huldigen György Kurtág mit gleich neun Konzerten und spüren seiner tiefen Wahlverwandtschaft zu Franz Schubert nach.
DiePresse.com.kurtag
Schwarzenberg
Subtile Überraschungen für Schubertiadepublikum
Am vergangenen Mittwoch ging die heuer verkürzte Juni-Schubertiade in Schwarzenberg in Vorarlberg zu Ende. Drei der letzten Konzerte begeisterten das Publikum restlos.
https://www.krone.at/4193214
München
Wenn Götter ehrfürchtig werden
An der Bayerischen Staatsoper setzt Tobias Kratzer mit „Die Walküre“ seinen „Ring“ fort, der auf vielfältige, doch stets überzeugende Weise zur Glaubenssache wird.
concerti.de.muenchen
Hoch zu Ross durch München
An der Bayerischen Staatsoper inszeniert Tobias Kratzer Richard Wagners „Die Walküre“ und überzeugt dabei unter anderem mit einem Walkürenritt hoch zu Ross, der dem Abend seinen großen Theatermoment beschert.
DieDeutscheBuehne.de
In München galoppieren die Walküren durch den Englischen Garten (Bezahlartikel)
Fortsetzung im neuen „Ring des Nibelungen“ der Bayerischen Staatsoper: Tobias Kratzers Inszenierung beeindruckt erneut ungleich mehr als die musikalische Seite.
DiePresse.com.muenchen
Allzumenschelndes deckt Götteruntergang zu –
Wagners „Walküre“ als „ächt baierischer“ Festspielauftakt in Münchens Staatsoper (Bezahlartikel)
NeueMusikzeitung/nmz.de.goetteruntergang
Hubschrauber über Walhall (Bezahlartikel)
Großer Wurf: Tobias Kratzers Inszenierung von Richard Wagners „Walküre“ an der Staatsoper in München ist ebenso klug wie spannend erzählt. Das Publikum tobt vor Begeisterung.
FrankfurterAllgemeine.net.hubschrauber
Berlin
Wieder Auftritt als Mélisande: Magdalena Kožená: „Ich habe heute mehr Angst als damals“
Diesmal darf sie wieder ganz weiblich sein: Mezzosopran-Star Magdalena Kožená (53) singt nach zwei Hosenrollen an der Staatsoper mit „Das schlaue Füchslein“ und „Idomeneo“ diesmal im Kleid. Jetzt gibt sie die Titelpartie in Debussys „Pelléas et Mélisande“.
BerlinerZeitung.kozena
In transkaukasischen Gefilden zwischen Nord- und Ostsee – Lortzings „Zar und Zimmermann“ an der Deutschen Oper Berlin (Bezahlartikel)
NeueMusikzeitung/nmz.de
BILD zeigt „Die Entführung aus dem Serail“
Am 8. Juli wird die Berliner Staatsoper Unter den Linden zum Opern-Wohnzimmer für BILDplus-Kunden! BILD überträgt exklusiv Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ ab 19 Uhr live und komplett aus dem traditionsreichen Opernhaus.
Bild.de.unterhaltung.entfuehrung
Bülent Ceylan trifft auf Mozart: „Die Oper muss da jetzt durch“ (Bezahlartikel)
Der Comedian und Metal-Musiker Bülent Ceylan gibt sein Operndebüt: in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“. Kann er als Pascha Bassa Selim dem Werk Neues hinzufügen? Ein Interview.
Tagesspiegegel.de.kultur.ceylan
Prag
100 Jahre SOČR: Komponiert für das Prager Radio-Symphonieorchester
Das Radio-Symphonieorchester Prag (SOČR) war von Anfang an Interpret und Inspirationsquelle zugleich. Dutzende Werke wurden eigens für seine Musiker und Sendeformate komponiert – von den ersten Radioopern über symphonische Uraufführungen bis hin zu zeitgenössischen Experimenten
deutsch.radio.cz.symphonieorchester.prag
Tonträger
Symphonien von Copland und Walker: Zwei verschiedene Bilder Amerikas
BR-Klassik.de.news
Links zu englischsprachigen Artikeln
München
Munich’s Die Walküre surpasses all expectations (Subscription required)
Tobias Kratzer’s ‘Ring’ cycle for Bavarian State Opera is shaping up to be one for the ages
https://www.ft.com/content/47c32b62-84fd-4a64-8c74-8f22ebd64dff
Alresford
Ruzan Mantashyan’s compelling Tatyana makes the Grange Festival’s Eugene Onegin unmissable
bachtrack.com.de.eugeneonegin
New York
Review: THE MET OPERA ORCHESTRA MAHLER 4TH at Carnegie Hall
broadwayworld.com.bww
Jean Rondeau and the Orchestra of St. Luke’s explore the Bach dynasty’s musical inheritance
seenandheard.international.com.jeanrondeau
Chicago
Photos: LA BOHÈME At Opera Festival of Chicago
See production photos from Puccini’s classic opera, directed by Sasha Gerritson and conducted by Sir Emanuele Adrizzi, now playing through July 5.
broadwayworld.com.chicago
Atlanta
The Atlanta Opera 2025-26 Review: Turandot
https://operawire.com/the-atlanta-opera-2025-26-review-turandot/
Feature
OperaWire Podcast Features a Conversation with Jack Swanson on Vocal Health, Fatherhood & Bel Canto (Podcast)
operawire.podcasts.features
Recordings
National Symphony Orchestra’s Vanessa Captures a Landmark American Opera at Full Force
sfcv.org.articles
Jonas Kaufmann Goes Hungarian in Magische Töne
https://www.sfcv.org/articles/review/jonas-kaufmann-goes-hungarian-magische-tone
Ballet / Dance
Palermo
Mauro Bigonzetti’s Caravaggio in Palermo: striking intelligence, exceptional subtlety
bachtrack.com.de.bigonzetti
Review: A Life in Four Seasons – unmemorable dancing to Vivaldi in Regent’s Park
https://www.gramilano.com/2026/06/review-a-life-in-four-seasons/#google_vignette
Interview: English National Ballet’s Anri Sugiura – dancing with ease, softness and elegance
https://www.gramilano.com/2026/06/interview-anri-sugiura/
Sprechtheater
Rosenburg
„Manche mögen’s heiß“ auf der Rosenburg: Gelungene Hommage
„Sugar – Manche mögen’s heiß“ auf der Rosenburg landet mit einem klassischen Hollywoodstoff einen Volltreffer.
Kurier.at.rosenburg
Politik
Ukraine/Krim
Ausnahmezustand auf der Krim: Wie die Ukraine Putins Halbinsel unter Druck setzt
Bisher spielten die russischen Behörden die Nachschubprobleme herunter. Die Maßnahme ist ein Eingeständnis, dass nicht mehr alles rund läuft.
DiePresse.com.putins.krim
Wien
Sonntagsfrage: Neue Hammer-Umfrage: Rot-Pink in Wien Geschichte!
So schaut’s aus im Rathaus – eine neue Umfrage von W24 gemeinsam mit dem IFDD-Institut zeigt, wie Wien am Sonntag wählen würde:
Die Wiener SPÖ verliert und stünde bei 36 Prozent – ein Wert von dem viele Parteien nur träumen können. 46 Prozent der 1000 Befragten würden Michael Ludwig direkt zum Bürgermeister wählen, wenn sie könnten. Auf Platz zwei in der Stadtchef-Frage mit 26 Prozent: Dominik Nepp von den Freiheitlichen.
https://www.krone.at/4194779
Österreich
Im neuen Doppelbudget: Millionen für Marterbauers ehemaligen Arbeitgeber
Im Doppelbudget wird der Rotstift bekanntlich bei Familien und Pensionisten angesetzt. Zu den Profiteuren des „Budgets in Krisenzeiten“ zählt indes die Arbeiterkammer – und damit just SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauers ehemaliger Arbeitgeber.
https://www.krone.at/4195018
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Unter’m Strich
Österreich
Krone“-Kommentar: Grauslichkeiten, die vor Gästen versteckt bleiben
Ein Menü, fabriziert aus um die halbe Welt zu uns gekarrtem Fleisch oder ebensolchen Eiern – bloß der Gast erfährt es nicht. Vor uns Konsumenten versteckt man Geschmacklosigkeiten, die nicht selten zu Grauslichkeiten ausarten. „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“, denken sich jene, die Billigstprodukte mit verschleierter Herkunft servieren. So wehren sich Teile der Wirtschaft auch mit aller Macht gegen eine Lebensmittel-Herkunftsbezeichnung in der Gastronomie.https://www.krone.at/4195228
Alarmstufe Sommer: Wie heiß kann es eigentlich noch werden?
Der Klimawandel macht Hitzewellen häufiger, länger und intensiver. Wo es künftig besonders heiß wird und wann Europa die 50-Grad-Marke knacken könnte.
Kurier.at.hitzewelle
Fußball-WM
Österreich muss zittern: DAS ist die Tabelle der besten Gruppen-Dritten
Wenn das ÖFB-Team in der Nacht von Samstag auf Sonntag (ab 4 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) in Kansas City auf Algerien trifft ist klar, dass sie mit einem Sieg oder Remis auf Platz 2 in der Gruppe J landen und der Aufstieg fix ist.
oe24.at.tabellendritte
3:3 gegen Algerien. Drama! Thriller! Wahnsinn! Österreich steigt auf
Völliger WM-Wahnsinn! Österreich steigt nach einem unglaublichen 3:3 im letzten Gruppenspiel gegen Algerien doch noch ins Sechzehntelfinale auf. Es ist der erste Einzug einer österreichischen Nationalmannschaft in eine WM-K.-o.-Phase seit 44 Jahren.
https://www.krone.at/4195846
INFOS DES TAGES (SONNTAG, 28. JUNI 2026)
INFOS DES TAGES (SONNTAG, 28. JUNI 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Bayerische Staatsoper . Nach der Premiere „Die Walküre“. Heute Quartett der Kritiker (11 h, „Rheingold-bar bistro)
Kaum ein Ort ist enger mit Richard Wagners Die Walküre verbunden als das Nationaltheater. Mehr als 150 Jahre nach der Uraufführung entstand hier nun eine neue Deutung des Musikdramas. Doch welcher Dirigent nimmt den „Walkürenritt“ am martialischsten? Darüber unterhalten sich am Sonntagvormittag drei Kritiker:innen mit Staatsintendant Serge Dorny. Im Audiofeature beschäftigt sich Journalist Holger Noltze ebenfalls mit der Musik Richard Wagners und Tobias Kratzers Interpretation, die Wagners Analyse der großen Menschheitsfragen sichtbar macht.
Diese Themen stehen auch im Mittelpunkt des Festspiel-Fokus: Vor ausgewählten Vorstellungen werden Fragen von Recht und Unrecht, Macht und Selbstbestimmung sowie von Freiheit und Verantwortung ikonischer Opernfiguren aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und diskutiert.
Mit der Vergänglichkeit von Kultur setzt sich schließlich auch der diesjährige Festspielkünstler Jeff Koons auseinander. Sein eigens für die Bayerische Staatsoper entwickeltes Kunstwerk an der Fassade des Nationaltheaters eröffnet einen weiteren künstlerischen Blick auf zentrale Fragen der diesjährigen Münchner Opernfestspiele.
Heute Quartett der Kritiker. RHEINGOLD bar-bistro. Eintritt frei (11 h)

Quartett der Kritiker
Quartett der Krikitiker
Welcher Heldenbariton ist in Wotans großem Monolog am eindringlichsten? Bei welchem Paar blüht das Wälsungenblut am heftigsten? Über all dies und viel mehr unterhält sich das „Quartett der Kritiker“ im RHEINGOLD bar-bistro. Richard Wagners Walküre ist das wohl beliebteste Musikdrama im Ring des Nibelungen, entsprechend umfangreich ist die Diskographie – beginnend mit der Gesamtaufnahme unter Erich Leinsdorf aus dem Jahr 1940 über schier zahllose Bayreuth-Mitschnitte bis hin zur Einspielung unter Sir Simon Rattle, die 2019 entstand. Die repräsentativsten Produktionen hat sich das „Quartett der Kritiker“ herausgegriffen. Zum vierten Mal wird dieses Format an der Bayerischen Staatsoper in Zusammenarbeit mit dem „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ angeboten. In diesem Verein haben sich Journalist:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen, um Musik- und Wortproduktionen auszuzeichnen. Seit 2010 treten die Juror:innen des Vereins öffentlich auf. Sie setzen sich zu dritt oder viert zusammen, um live vor Publikum über ein Werk kontrovers zu diskutieren und Einspielungen zu vergleichen. Diesen Sonntag unterhalten sich Eleonore Büning, Kai Luehrs-Kaiser, Markus Thiel und Staatsintendant Serge Dorny über herausragende Aufnahmen von Wagners Oper.
QUARTETT DER KRITIKER
Sonntag, 28. Juni 2026, 11 Uhr
RHEINGOLD bar-bistro
Eintritt frei; keine Eintrittskarten erforderlich
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DIE WIENER STAATSOPER BEIM FILM FESTIVAL AM WIENER RATHAUSPLATZ: »FIDELIO«

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebes Publikum!
Bevor wir Sie, wie angekündigt, über das Programm des ersten »Staatsopern-Sonntags« beim Film Festival am Wiener Rathausplatz informieren, wagen wir einen kleinen Vorausblick in die kommende Spielzeit und möchten Sie an die Möglichkeit erinnern, Zyklen zu erwerben.
Zyklen bündeln bis zu zehn Vorstellungen zu einem – meist thematisch passenden – Paket. Sie haben Ihren garantierten Termin, Ihre garantierten Sitzplätze und auch noch einen um rund 10% ermäßigten Ticketpreis. Anders als beim Abonnement verlängert sich ein Zyklus nicht automatisch, er gilt ausschließlich für eine Saison. Und er ist online problemlos buchbar! Sehr empfehlen können wir Ihnen zum Beispiel den → »Verdi-Zyklus«, der neben der Neuproduktion von Un ballo in maschera auch Otello mit Jonas Kaufmann beinhaltet. Oder aber den → Zyklus »Komische Oper«, bei dem Klassiker wie Il barbiere di Siviglia, La fille du régiment, L’elisir d’amore oder Le nozze di Figaro zu sehen sind.
Informationen zu all unseren Opern- und Ballett-Zyklen finden Sie → hier.
Nun aber zum Programm des ersten »Staatsopern-Sonntags« am Rathausplatz:
LUDWIG VAN BEETHOVEN
»FIDELIO« (2025)
Nach mehr als einem halben Jahrhundert – genauer nach 55 Jahren – brachte die Wiener Staatsoper im Dezember 2025 eine Neuproduktion von Beethovens Fidelio heraus. Ein Werk, das in der Staatsoper eine denkbar große Rolle spielt, nicht zuletzt, da das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Haus am 5. November 1955 mit ebendiesem Werk wiedereröffnet worden war. Auch die Aufführungszahlen sprechen für sich: mit mehr als 1.000 Vorstellungen gehört Fidelio zu den populärsten Stücken des gesamten Repertoires.
Regisseur Nikolaus Habjan, der mit dieser Inszenierung sein Hausdebüt gab, konzentriert sich nicht nur auf die zentralen Themen des Stückes wie Freiheit, Brüderlichkeit, Hoffnung und Liebe, sondern zusätzlich auch auf die zahlreichen Zwischentöne: wie beispielsweise Mitläufertum, die Frage nach der Wichtigkeit von wirtschaftlicher Sicherheit oder menschliche-charakterliche Entwicklungspotenziale. Am Pult steht Franz Welser-Möst. Unter seiner Leitung sind Malin Byström in der Titelpartie, David Butt Philip als Florestan, Christopher Maltman als Pizarro, Tareq Nazmi als Rocco und Attila Mokus als Minister zu erleben.
Termin → Fidelio (2025)
Sonntag, 5. Juli 2026, 21.30 Uhr
beim Film Festival am Rathausplatz
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FLENSBURG/ Schleswig-Holsteinisches Landestheater: DIALOGUES DES CARMÉLITES
am 25.6.2026 (Derniere)

Foto: Thore Nilsson
Zwischen Angst und Glauben
Francis Poulencs Dialogues des Carmélites setzt nicht auf Effekt und Überwältigung. Die Oper arbeitet leise, aber unerbittlich. Sie zeigt Menschen, die unter Druck Entscheidungen treffen müssen, die sich nicht mehr zurücknehmen lassen. Im Zentrum steht Blanche de la Force, die vor ihrer Angst ins Karmeliterkloster flieht. Doch die Außenwelt bleibt nicht draußen. Mit der Französischen Revolution verschiebt sich alles und plötzlich wird jede Haltung zur existenziellen Entscheidung.
Regisseur Hendrik Müller erzählt diese Geschichte ohne Umwege und ohne aktuelle Überblendungen. Er vertraut dem Stück und den Figuren. Zusammen mit Bühnenbildner Rifail Ajdarpasic entwickelt er einen offenen Raum, der Beziehungen sichtbar macht, statt sie zu rahmen oder zu kommentieren. Die Inszenierung drängt sich nicht vor, sie gibt Konflikten Raum. Genau daraus gewinnt sie ihre Spannung, zu der auch die Kostüme von Ariane Isabell Unfried beitragen.
Den Abend trägt von Beginn an Marysol Schalit als Blanche de la Force. Sie zeigt keine Heldin, sondern eine junge Frau, die ständig zwischen Rückzug und Sehnsucht nach Halt schwankt. Schalit arbeitet diese Unsicherheit mit großer Genauigkeit heraus und hält die Figur auch in ruhigen Momenten innerlich in Bewegung. Ihr Sopran bleibt dabei flexibel und warm, ohne je ins Forcierte zu kippen. Gerade die leisen Übergänge geben der Figur ihr Profil.
Einen klaren Gegenpol setzt Anna Avdalyan als Schwester Constance. Sie begegnet der Welt mit einer Offenheit, die Blanche fremd bleibt. Avdalyan gestaltet diese Leichtigkeit ohne Naivität. Ihr heller, direkt geführter Sopran bringt eine andere Energie in die Szenen und schärft im Zusammenspiel mit Blanche die Kontraste.
Vera Semieniuk prägt als Mutter Marie die Szenen mit einer Präsenz, die schier atemberaubend ist. Sie spielt keine Autorität vor, sondern entwickelt sie aus der Figur heraus. Ihr facettenreicher Mezzo verbindet Kraft und Wärme und zeigt zugleich ihre inneren Spannungen zwischen Überzeugung und Zweifel.
Zu den eindringlichsten Momenten des Abends gehört die Sterbeszene von Madame de Croissy, gestaltet von Itziar Lesaka. Sie vermeidet jede Überhöhung und zeigt eine Frau, die dem Tod mit Angst begegnet. Gerade diese Unmittelbarkeit nimmt der Szene jede Distanz und macht sie beinahe unerträglich.
Menna Cazel setzt als Madame Lidoine einen anderen Ton. Sie führt Ruhe ein, ohne sie als Pose zu spielen. Ihr warmer Sopran trägt die Figur mit einer stillen Autorität, die nicht auf Lautstärke angewiesen ist.
Auch Anna Grycan gibt der Mutter Jeanne klare Kontur und nutzt ihre Auftritte, um die Figur aus dem Ensemble herauszulösen, ohne sie zu isolieren. Auch stimmlich macht die polnische Mezzosopranistin diese kleine Partie zu einem Gewinn des Abends. Als Schwester Mathilde ergänzt Anna Stepanets das Klostergefüge mit einer präzisen, unaufdringlichen Zeichnung.
Als Marquis de la Force verkörpert Kai-Moritz von Blanckenburg Blanches Vater mit stimmlicher Autorität, aber ohne Überzeichnung. Dritan Angoni gibt dem Chevalier de la Force eine klare Linie und emotionale Direktheit, die die familiären Spannungen zusätzlich verdichtet. Christian Alexander Müller verleiht dem Beichtvater des Karmel eine ruhige, glaubwürdige Präsenz, die der kurzen Partie Gewicht gibt.
Die Männerrollen im Hintergrund verteilt Mikołaj Bońkowski über ein breites Spektrum. Er wechselt zwischen Offizier, Kerkermeister, Thierry und Javelinot und hält jede Figur klar voneinander getrennt. Gemeinsam mit Xiaoke Hu als Kommissar zeichnet er das revolutionäre Umfeld präzise, ohne es zu vereinfachen.

Foto: Thore Nilsson
Gerade im Zusammenspiel der Karmeliterinnen entfaltet die Inszenierung eine ihrer größten Stärken. Im Verlauf des Abends treten die einzelnen Schwestern vor den Vorhang. Dort werden ihr Ordensname, ihr bürgerlicher Name, ihr Geburtsjahr und ihr gemeinsamer Todestag projiziert. So formen die Karmeliterinnen kein gesichtsloses Kollektiv, sondern eine Gemeinschaft klar unterscheidbarer Frauen. Eva Eiter, Iveta Jürgensen, Lizzie Krogh, Rhonda Lynn Lehmann, Sünne Ohlen-Grothe, Frida Regling, Alma Samimi, Mayumi Sawada, Oxana Sevostianova, Jiahui Song und Emma Victoria Stern geben dem Orden Leben, ohne sich in den Vordergrund zu schieben.
Müller arbeitet die Beziehungen innerhalb dieser Gruppe präzise heraus. Er setzt weniger auf große Gesten als auf kleine Verschiebungen in Blicken, Haltungen und Reaktionen. Dadurch entstehen intuitiv wahrnehmbare Spannungen, die nicht intellektuell erklärt werden müssen.
Musikalisch hält Sergi Roca Bru Bühne und Orchester sicher zusammen. Das Schleswig-Holsteinische Sinfonieorchester folgt ihm mit feinem Gespür für die wechselnden Farben dieser Partitur. Die Musik bleibt durchsichtig, wo Poulenc sie transparent anlegt, und verdichtet sich, wenn die Situation es verlangt, ohne je an Klarheit zu verlieren.
Auch der Opernchor (Einstudierung: Avishay Shalom) trägt entscheidend zur Wirkung des Abends bei. Im Finale entsteht eine große Spannung, die ohne äußere Effekte auskommt und deshalb ins Mark trifft.
Das Schlussbild dieser Inszenierung gewinnt seine außergewöhnliche Wirkung dadurch, dass es die Hinrichtung der Karmelitinnen nicht naturalistisch zeigt, sondern in eine eindringliche symbolische Bildsprache übersetzt. Während des Salve Regina verlässt eine Nonne nach der anderen die Bühne. Kurz darauf erklingt jeweils das dumpfe Geräusch der fallenden Guillotine. Die Gewalt selbst bleibt unsichtbar und vollzieht sich allein in der Vorstellung des Publikums. Gerade diese Zurückhaltung verlagert den Fokus von der Brutalität der Hinrichtung auf die innere Haltung der Frauen und ihre bewusste Entscheidung, ihrem Glauben treu zu bleiben. Dadurch wird das Martyrium nicht als passives Erleiden, sondern als Ausdruck einer selbstbestimmten Glaubensentscheidung erfahrbar. Mit jedem Abgang wird die Schwesternschaft kleiner und es verstummt im Chor eine weitere Stimme.
Die Nonnen tragen verschmutzte weiße Brautkleider und halten schwarze Schuhe in den Händen. Das Brautkleid verweist wohl auf das christliche Bild der Nonne als „Braut Christi“ und damit auf die Hoffnung auf die endgültige Vereinigung mit Christus. Die Verschmutzungen nehmen diesem Symbol jedoch jede sentimentale Verklärung. Sie erzählen von einem Weg durch Angst, Verfolgung und Leid und machen deutlich, dass die Schwestern ihre Vollendung nicht unversehrt, sondern gezeichnet von den Erfahrungen ihres Lebens erreichen. Die schwarzen Schuhe, die nicht mehr getragen, sondern lediglich in den Händen gehalten und schließlich auf dem Boden stehen gelassen werden, wirken wie die letzten Zeichen des weltlichen Daseins. Es scheint, als hätten die Frauen ihren irdischen Weg bereits hinter sich gelassen.
Über ihnen schwebt an Seilen aufgehängte Ordenskleidung der Karmelitinnen. Sie wirken wie verlassene Hüllen und verweisen auf das Leben im Kloster, das die Nonnen im Moment ihres Martyriums endgültig hinter sich lassen.
So erzählt das Schlussbild zwei Ebenen zugleich. Akustisch wird der historische Ablauf der Hinrichtung durch das immer wiederkehrende Geräusch der Guillotine nachvollziehbar. Visuell hingegen zeigt die Inszenierung einen geistlichen Übergang. Die Frauen schreiten nicht in erster Linie in den Tod, sondern in die Erfüllung ihrer Berufung. Diese poetische Reduktion verleiht dem Schlussbild eine große emotionale und spirituelle Dichte und macht es zu einem eindrucksvollen Abschluss von Poulencs Oper. Wäre ich eine KI, würde ich schreiben, dies sei ein Opernabend gewesen, der lange nachhallt. Als Mensch sage ich lieber: Dieser Abend hat mich tief berührt. Die Standing Ovations bei der Derniere waren dafür ein ebenso deutlicher Ausdruck wie die Stille unmittelbar vor dem Schlussapplaus.
Marc Rohde