Wo man Eroberer der großen Opernbühnen schmiedet, Teil 2

Das Abschlusskonzert des Meisterkurses von Krassimira Stoyanova im KörberForum. Von links: Marie Maidowski, Aebh Kelly, Mziwamadoda Sipho Nodlayiya, Gabriele Rossmanith, Krassimira Stoyanova, Grzegorz Pelutis, Keith Klein und Georgiy Dubko (Klavierbegleitung) © Claudia Höhne

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit Gabriele Rossmanith, Hamburger Kammersängerin und künstlerische Leiterin des Internationalen Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper, und Hannes Wönig, Management und Kommunikation Internationales Opernstudio, Teil 2

klassik-begeistert: Was genau lernen die jungen Sängerinnen und Sänger im Internationalen Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper?

Hannes Wönig: Bei jeder einzelnen Person muss man herausfinden, was sie brauchen, was man ihnen anbieten kann. Wichtig ist: ein Opernstudio ist keine Musikhochschule. Die Sängerinnen und Sänger sind keine Studierenden, sondern bei uns angestellt und sind ganz regulär in die Proben und Vorstellungen am Haus eingebunden.
Sie arbeiten unter den Anforderungen eines großen internationalen Opernhauses. Das kann man weder im Studium noch aus den Lehrbüchern lernen. Man muss selbst erfahren, was das bedeutet, von 10:00 bis 13:00 Uhr und 17:00 bis 20:00 Uhr szenische Proben zu haben, wie man sich professionell darauf vorbereitet und die Kräfte dafür einteilt. „Interview: kb im Gespräch mit der künstlerischen Leitung des IOS, Teil 2
klassik-begeistert.de, 4. April 2025“
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Ensemble Phoenix Munich: Großartige prägnante Harmonie begeistert – à point!

EPM The Band © Gregory Wang

Wie die Stimmen des Ensemble Phoenix Munich zusammen singen, das ist an diesem Nachmittag große Klasse. Leiter und Bassist Joel Frederiksen findet und führt diese Stimmen-Kombination zu einem wunderbaren mich erfüllenden Ereignis voll von mir erstmals gehörten barocken Liedern.

Ensemble Phoenix Munich

Hannah Ely, Michaela Riener: Sopran
Ivo Haun: Tenor, Laute
Jacob Lawrence: Tenor
Michael Eberth: Clavicytherium
Sven Schwannberger: Theorbe, Flöte
Joel Frederiksen: Bass, Laute, Leitung

Bayerisches Nationalmuseum, München, 30. März 2025

von Frank Heublein

An diesem Sonntagnachmittag interpretiert das Ensemble Phoenix Munich das Programm „Mein Lieb, wie schöne bist doch du – Arien und Kantaten des Schütz-Schülers Caspar Kittel“.

Ein interessantes erstes Detail erhalte ich in der Einführung: die Jungen pubertierten auch im siebzehnten Jahrhundert (das ist es nicht). Wie konnte man sie zum Singen begeistern? Mit erotischen Texten (das ist es) wie „Dein weisser Hals giebt von sich solchen Schein, / Als wie ein Thurn gemacht auß Helffenbein. / Die Wangen sind wie Hesbons schöne Teiche“. Das sind nicht die explizitesten Zeilen des Nachmittags. Gekauft! „Ensemble Phoenix Munich
Bayerisches Nationalmuseum, München, 30. März 2025“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 3. APRIL 2025

Kirill Petrenko © Wilfried Hösl

Für Euch und Sie in den Zeitungen gefunden
DIE DONNERSTAG-PRESSE – 3. APRIL 2025

Salzburg/Osterfestspiele 2026
Wagners Ring und das Werden von Mythen
Osterfestspiele / Vorschau 2026. Wie bereits bekannt, kehren ab dem kommenden Jahr die Berliner Philharmoniker mit Kirill Petrenko als Chefdirigenten zu den Osterfestspielen Salzburg zurück. Für die ersten fünf Jahre nimmt man sich Wagners Ring des Nibelungen (mit Kirill Serebrennikov als Regisseur) und Schönbergs Moses und Aron vor.
DrehpunktKultur.at

Salzburger Osterfestspiele starten 2026 einen neuen „Ring“
DerStandard/at

München/Isar-Philharmonie
Kritik Liederabend mit Kaufmann, Damrau und Deutsch:  Liedkunst hoch drei

Von ehrgeizigen Plänen zu einer bayerischen Weltraum-Oper war gestern bei BR-KLASSIK zu lesen – mit Jonas Kaufmann in der Titelrolle! Eine kuriose Idee, die von Musikfans natürlich schnell als April-Scherz entlarvt wurde. Denn sein jüngster Auftritt führte den Publikumsliebling nicht ins Weltall, sondern „nur“ in die Münchner Isarphilharmonie, wo er gemeinsam mit Diana Damrau und Pianist Helmut Deutsch einen Liederabend gestaltete.
BR-Klassik.de „DIE DONNERSTAG-PRESSE – 3. APRIL 2025“ weiterlesen

Wo man Eroberer der großen Opernbühnen schmiedet, Teil 1

Die aktuellen Mitglieder des Internationales Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper: Mziwamadoda Sipho Nodlayiya, Aebh Kelly, Grzegorz Pelutis, , William Desbiens, Marie Maidowski,  Aaron Godfrey-Mayes und Keith Klein © Jörn Kipping

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit Gabriele Rossmanith, Hamburger Kammersängerin und künstlerische Leiterin des Internationalen Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper, und Hannes Wönig, Management und Kommunikation Internationales Opernstudio, Teil 1.

Das im Jahre 1994 gegründete Internationale Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper (IOS) feierte im letzten Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass verlieh der Hamburger Senat vier ehemaligen Mitgliedern des IOS, die die Weltkarriere machten, den Titel Hamburger Kammersängerin und Hamburger Kammersänger: Olga Peretyatko, Vida Miknevičiūtė, Christoph Pohl und Alexander Tsymbalyuk. Ich selbst bin stolz auf die hervorragenden polnischen Absolventen dieses Studios: Aleksandra Kurzak, Agnieszka Tomaszewska, Szymon Kobyliński, Ryszard Kalus und Hubert Kowalczyk. „Interview: kb im Gespräch mit Mitgliedern des IOS, Teil 1
klassik-begeistert.de, 3. April 2025“
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Klein beleuchtet kurz 54: Double Whopper für Klassikliebhaber – Mäkelä rockt die Elphi an zwei großen Abenden

Seung-Won Oh, Klaus Mäkelä, Royal Concertgebouw Orchestra; Foto Patrik Klein

Er ist jung, erfolgreich wie kein anderer seiner Generation – Klaus Mäkelä übernimmt ab 2027 das Royal Concertgebouw Orchestra, eines der besten Klangkörper der Welt – eine Liebe auf den ersten Blick zwischen ihm und dem Orchester? Ja, darf man konstatieren – an zwei Abenden schenkt er dem Hamburger Publikum feinste Cocktails der klassischen Musik ein – nur der klassischen? Nein, da geht noch mehr – und wie das geht! – man kriegt den Mund vor Staunen kaum noch zu.

von Patrik Klein

Eröffnet wurde das Doppelkonzert mit einem Stück einer lebenden Komponistin, die auch noch anwesend war und sich nach fünfzehn Minuten vom Jubel des Publikums aus den Weinbergrängen des Hauses mitreißen ließ.

Das Auftragswerk Spiri III der koreanischen Komponistin Seung-Won Oh erlebte als Schlussteil der „Spiri“- Trilogie seine Hamburger Erstaufführung. Themen waren die Auseinandersetzung mit Atem, universeller Energie und der zyklischen Natur des Universums. Zudem griff die Musik auf das anschließende Stück von Sofia Gubaidulina zurück, der es gewidmet war und die vor Kurzem in Hamburg verstarb. „Klein beleuchtet kurz 54: Klaus Mäkelä rockt die Elphi
Elbphilharmonie, 2. April 2025“
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Auf den Punkt 51: Klaus Mäkelä macht in Risikomanagement

Seung-Won Oh, Klaus Mäkelä, Royal Concertgebouw Orchestra © Sebastian Madej

Auf einem Empfang habe ich Pawel Kisza gefragt, wie Sternstunden zustande kommen. Also Konzerte, die zutiefst bewegen. Welche Dirigenten verfügen über die erforderliche magische Gabe? Seine Antwort, wie aus der Pistole geschossen: Klaus Mäkelä. Die Antwort hat Gewicht, Kisza  ist Stimmführer der 2. Violinen  der Symphoniker Hamburg. Und hat unter Mäkelä im Lucerne Festival Orchestra gespielt.

Royal Concertgebouw Orchestra
Klaus Mäkelä / Dirigent

Arnold Schönberg / Verklärte Nacht op. 4 (Fassung für Streichorchester)
Gustav Mahler / Sinfonie Nr. 1 D-Dur

Elbphilharmonie, 2. April 2025

von Jörn Schmidt

Mich hat das überrascht, denn ich bin überzeugt: Sternstunden sind selten. Wenn sie passieren, dann steht ein altersweiser Dirigent am Pult. In der Regel kein Jet-Set-Star. Sondern jemand, der die deutsche Kapellmeistertradition lebt.

Natürlich müssen weitere Umstände hinzukommen. Loslassen + Erfahrung + Risiko + Publikum sind für Jan Vogler die Voraussetzungen dafür, dass ein besonderer Moment gelingen kann. Sie können das in  meinem Interview mit dem Cellisten hier bei Klassik-begeistert nachlesen. „Auf den Punkt 51: Klaus Mäkelä macht in Risikomanagement
Elbphilharmonie, 2. April 2025“
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Diese Elektra ist ein wunderbarer Abschluss zum Strauss-Wahnsinn der Deutschen Oper

Elektra © Bettina Stoess

Nach fünf Opern und zwei Konzerten enden die Strauss-Wochen an der Deutschen Oper. Die finale Vorstellung zeigt, wie wunderbar das Orchester klingen kann. Starke Sänger und stimmige Regie sorgen für ein Grand Finale.

Richard Strauss
Elektra (1909)

Musikalische Leitung:  Thomas Søndergard
Orchester der Deutschen Oper Berlin

Inszenierung:  Kirsten Harms
Bühne, Kostüme:  Bernd Damovsky

Deutsche Oper, 1. April 2025

von Arthur Bertelsmann

Mit Elektra geht der Richard Strauss-Exzess der Deutschen Oper zu Ende,
fünf Opern des Komponisten konnte das Publikum in den letzten 30 Tagen sehen: Die Frau ohne Schatten, Intermezzo, Arabella, Salome und final nun Elektra.

Ein passendes Ende der Strauss-Welle. Nie arbeitete das Duo Strauss-Hofmannsthal so perfekt zusammen, selten schmiegt sich Musik so perfekt an Libretto und umgekehrt. „Richard Strauss, Elektra (1909)
Deutsche Oper, 1. April 2025“
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Lodern und glühen, zupfen und singen

Janine Jansen © Marco Borggreve

In der Kölner Philharmonie geben Janine Jansen und Denis Kozhukhin einen phänomenalen Kammermusikabend.

Johannes Brahms (1833-1897) – Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 A-Dur op. 100; Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 G-Dur op. 78

Francis Poulenc (1899-1963) – Sonate für Klavier und Violine FP 119 (1942-43, rev. 1949)

Olivier Messiaen (1908-1992) – Thème et variations (1932) für Violine und Klavier

Maurice Ravel (1875-1937) – Sonate für Violine und Klavier G-Dur (1923-27)

Janine Jansen, Violine
Denis Kozhukhin, Klavier

Kölner Philharmonie, 1. April 2025

von Brian Cooper

Gibt es eine Urform der Kammermusik? Das Streichquartett wird bisweilen als die perfekte Manifestation intimer Vierstimmigkeit angesehen. Noch intimer ist vielleicht nur das Duo als die klassischste Form, die Reinform, etwa in Werken für Violine und Klavier. (Oder, im Falle von Beethovens Kreutzer-Sonate, „für Klavier und Violine“.) „Kammermusik mit Janine Jansen und Denis Kozhukhin
Kölner Philharmonie, 1. April 2025“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 2. APRIL 2025

Johann Strauss Jr Paris 1867 © de.m.Wikipedia.org

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 2. APRIL 2025

Johann Strauss 2025 Wien: Veranstaltungen im April
Der April startet mit einem großangelegten Thementag zu Strauss’ berühmtester Operette Die Fledermaus.
leadersnet.at

Bremen/Konzerthaus „Die Glocke“
Einschmeichelnde Harfen- und Streicherlänge verzaubern das Bremer Publikum
Die imposante Konzertharfe steht wie zur Begrüßung mittig auf der Bühne und lässt für diesen Konzertabend Besonderes erahnen. Bei Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ bleibt sie indes noch ungespielt: Das wohl bekannteste Werk des Komponisten ist lediglich für eine Streicherbesetzung gedacht. Vermutlich könnten es viele der Zuhörer problemlos mitpfeifen, so simpel erscheint die Melodielinie. Was vielleicht der Grund dafür sein mag, dass es nur selten von renommierten Ensembles vorgetragen wird. Doch die luftige Leichtigkeit setzt spieltechnisch hohe Präzision voraus. Und damit kann die Klassische Philharmonie Bonn von Beginn an perfekt punkten
Von Dr. Gerd Klingeberg
Klassik-begeistert.de

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Eric Laporte: „Die aktuelle wirtschaftspolitische Diskussion ist eine Gefahr für die Kultur“, Teil 3

Eric Laporte © Louise Leblanc

Der Quebecer Tenor Eric Laporte begann seine Karriere im Opernstudio Opéra de Montréal und ist seitdem an wichtigen Häusern vor allem in Europa und Nordamerika aktiv. Dank seiner wandlungsfähigen Stimme besitzt der preisgekrönte Tenor ein von Wagner bis Weill reichendes, äußerst breit gefächertes Repertoire. Im dritten Teil unseres Interviews sprechen wir über Kulturfinanzen, Klassik in Kanada und natürlich die aktuelle Bundestagswahl.

Johannes Karl Fischer im Gespräch mit Eric Laporte, Tenor, Teil 3

klassik-begeistert:  Herr Laporte, brauchen die Spielpläne der Opernhäuser mehr und neuere Werke? Viele Häuser spielen gefühlt nur die Schlager-Opern wie Zauberflöte, Tristan und Traviata…

Eric Laporte: Den Alfredo in La Traviata habe ich auch schon gesungen, das macht auch super viel Spaß! Aber es gibt so viel gute, interessante Opern. Das Problem sind halt die Finanzen, wir müssen irgendwie am Leben bleiben. In Deutschland hat man eine einzigartige Situation, weil die Theater nicht nur vom Staat unterstützt werden, aber das Volk sozusagen Eigentümer von Kunst und Kultur ist. Das muss man unbedingt so erhalten, aber gleichzeitig sollen die Leute natürlich auch kommen! „Interview: kb im Gespräch mit Eric Laporte, Tenor, Teil 3
klassik-begeistert.de, 2. April“
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