Jonas Kaufmann und Diana Damrau singen von der Liebe in reiferen Jahren

DVD-Rezension:

Damrau und Kaufmann haben ihr fünftes Lebensjahrzehnt längst vollendet, das sieht, und das hört man auch. Man hat es mit durchaus gutaussehenden und erfahrenen Künstlern zu tun, keine Frage. Aber von dem jugendlichen Überschwang, der in all diesen Liedern enthalten ist, haben sich die Sänger schon deutlich entfernt. In ihrem Fall klingt es mehr nach Reminiszenz vergangener Tage, was durchaus auch seinen Reiz hat.

Love Songs
by Schumann and Brahms

Diana Damrau
Jonas Kaufmann

Helmut Deutsch

Unitel c-major 766104

von Peter Sommeregger

Bereits mehrfach tourten und touren der Tenor Jonas Kaufmann und die Sopranistin Diana Damrau mit dem Pianisten und prominenten Liedbegleiter Helmut Deutsch und wechselnden Programmen durch die Konzertsäle.

Der neu auf DVD und Blu-ray erschienene Mitschnitt wurde im April 2022 im berühmten Goldenen Saal des Wiener Musikvereinsgebäudes aufgezeichnet. Auf dem Programm standen Lieder und Duette von Robert Schumann und Johannes Brahms. Das beherrschende Thema: die Liebe in all ihren Spielarten und Variationen. „DVD-Rezension: Love Songs by Schumann and Brahms, Damrau und Kaufmann
klassic-begeistert.de, 2. Juni 2024“
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Demis Volpis Ballett „Krabat“ begeistert das Duisburger Premierenpublikum

Krabat © Ingo Schaefer

Großer anhaltender Jubel des Publikums und stehende Ovationen beendeten diese Premiere im Duisburger Theater. Ob Demis Volpi mit seinen Choreographien aber auch als neuer Hamburger Ballettintendant ebenso erfolgreich sein wird, scheint mir nach seinen bisher gesehenen Balletten Salome, Giselle und jetzt Krabat fraglich. Dafür wird bei ihm zu wenig getanzt.

Krabat
Ballett von Demis Volpi nach Ottfried Preussler

Bühne und Kostüme: Katharina Schlipf

Musik: Peteris Vasks, Philip Glass, Krzysztof Penderecki, Christoph Kirschfink

Musikalische Leitung: Katharina Müllner

Ballett am Rhein, Theater Duisburg, Premiere, 1. Juni 2024

von Dr. Ralf Wegner

Beim Publikum hatte Demis Volpis 2013 in Stuttgart uraufgeführtes Ballett über einen Zauberlehrling (Krabat: Miquel Martínez Pedro), der am Ende seinen Meister durch die Liebe Kantorkas besiegt und die Mitgesellen in die Freiheit führt, großen Erfolg. Ein beeindruckendes Bühnenbild mit hunderten an der Bühnenrückwand sowie an den Seitenwänden gestapelten Mehlsäcken und großartigen Rabenkostümen für die Müllergesellen bzw. Zauberlehrlinge (Bühne und Kostüme von Katharina Schlipf) trugen sicher zum Erfolg bei. Die Geschichte wurde recht gradlinig, aber ohne wesentliche tiefere Entwicklungsmöglichkeiten erzählt. Vor allem der erste Akt litt stärker unter Bewegungsakrobatik und zeigte zu wenig tänzerischen Ausdruck. „Krabat, Ballett von Demis Volpi nach Ottfried Preussler
Ballett am Rhein, Theater Duisburg, Premiere 1. Juni 2024“
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Riccardo Muti bringt die Isarphilharmonie zum Leuchten

BRSO Muti © Severin Vogl

Joseph Haydn: Te Deum für Chor, Orchester und Orgel C-Dur

Franz Schubert: Messe Nr. 2 G-Dur für Soli, Chor, Orchester und Orgel, D 167

Richard Strauss: „Aus Italien“. Sinfonische Fantasie für großes Orchester G-Dur, op. 16

Riccardo Muti   Dirigent

Siobhan Stagg   
Sopran
Julian Prégardien   Tenor
Vito Priante   Bassbariton
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Isarphilharmonie, München, 1. Juni 2024

von Kirsten Liese

Mit nur wenigen Klangkörpern verbindet Riccardo Muti eine so lange, kontinuierliche und freundschaftliche Zusammenarbeit wie mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das er seit über 40 Jahren dirigiert. Eine so lange Zeit können nur noch die Wiener Philharmoniker toppen, die mit dem Maestro seit über einem halben Jahrhundert zusammenwirken. „Riccardo Muti, Dirigent, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Isarphilharmonie, München, 1. Juni 2024“
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Klein beleuchtet kurz Nr 35: Die Frauenpower geht weiter: Statt Christian Thielemann versetzt Mirga Gražinytė-Tyla den Saal in Verzückung

Lang Lang und Mirga Gražinytė-Tyla; Foto Patrik Klein

Samstag Abend noch brachten zwei Frauen aus den USA und Großbritannien die schönste und bestklingendste Konzerthütte des Globus in wahre Rauschzustände. Jess Gillam und Marin Alsop zeigten in der Elbphilharmonie, was musikalisch heutzutage möglich ist und vor wenigen Dekaden noch verboten und geächtet war. Nun stand eine junge Litauerin am Pult eines der renommiertesten Orchester überhaupt und ließ die Absage von Christian Thielemann vergessen.

Da konnte sogar der Weltstar am Klavier, Lang Lang, trotz sensationellem Spiel kaum von der zarten Person mit klarem und raumgreifenden Taktstockansagen ablenken. „Klein beleuchtet kurz Nr 35: Die Frauenpower geht weiter: Statt Christian Thielemann versetzt Mirga Gražinytė-Tyla den Saal in Verzückung
klassik-begeistert.de, 2. Juni 2024“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 2. JUNI 2024

Bildquelle: Ernst Kainerstorfer

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 2. JUNI 2024

Jubiläum
Neil Shicoff zum 75. Geburtstag: „Ich nehme meinen Beruf unglaublich ernst“
Er hatte eine dieser Stimmen, von denen Opernfans nicht genug bekommen können: der amerikanische Tenor Neil Shicoff. Es gab ein halbes Dutzend Partien, in denen ihm kein Kollege das Wasser reichen konnte – vor allem Rollen des französischen Repertoires. 2015 nahm der gebürtige New Yorker an seinem Lieblingshaus, der Wiener Staatsoper, seinen Bühnenabschied. Am 2. Juni wird Neil Shicoff 75 Jahre alt.
BR-Klassik.de

München/Isarphilharmonie
Riccardo Muti korrigiert Richard Strauss: „Kein Strand in Sorrent“
Der Neapolitaner mit Werken von Haydn, Schubert und Strauss in der Isarphilharmonie. Er ist ein Phänomen. Sein stilistisches Profil mag aus heutiger Sicht in Teilen überholt wirken, aber: Wenn Riccardo Muti dirigiert, ist das Ergebnis bis ins letzte Detail konsequent durchgeführt. Der 82-jährige Neapolitaner ist ein Meister der klanglichen Architektur und Dramaturgie, schlicht stupend sein Gespür für Chor und Gesang. Dieses Profil war nun auch in der Isarphilharmonie hörbar.
MuenchnerAbendzeitung.de

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Das Berlin-Brandenburgische Sinfonieorchester wird 60 und lässt die Herzen des Publikum schmelzen

Archiv, Konzerthausorchester Berlin, Joana Mallwitz 2023 © Simon Pauly

Opern & Operetten-Gala

Mit Werken von Bizet, Delibes, Tchaikowsky, Puccini, Johann Strauß u.a.

Adriane Queiroz   Sopran
Natalia Strycka   Mezzosopran
Sotiris Charalampous   Tenor

Mariano Domingo   Dirigent
Berlin-Brandenburgisches Sinfonieorchester

Konzerthaus Berlin, 31. Mai 2024

von Peter Sommeregger

Schon der Einstieg mit Ausschnitten aus George Bizets „Carmen“ animierte das Publikum hörbar, ein Höhepunkt wurde mit zwei Titeln aus Puccinis „Madama Butterfly“ erreicht, bei dem Liebesduett, gefühlvoll interpretiert von Adriane Queiroz und Sotiris Charalampous, schmolzen die Herzen des Publikums dahin. „Opern & Operetten-Gala, Mariano Domingo  Dirigent, Berlin-Brandenburgisches Sinfonieorchester
Konzerthaus Berlin, 31. Mai 2024“
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Louis Lohraseb privat

© Louis Erica

Im vierten und letzten Teil unseres großen Interviews mit Louis Lohraseb geht es um die wirklich wichtigen Dinge, und auch noch mal um Mozarts letztes Klavierkonzert.

Jörn Schmidt im Gespräch mit Louis Lohraseb – Teil 4

klassik-begeistert: Ihr Repertoire ist bereits jetzt überaus vielseitig, welche Rolle spielt da Mozart?

Louis Lohraseb: Wie Sie sehen, ist Mozart eine Säule meines musikalischen Fundaments. Ich bin dankbar für jede Gelegenheit, seine Werke zu dirigieren oder aufzuführen. Der Schatten, den er auf so viele meiner anderen Lieblingskomponisten wirft (Verdi, Tschaikowsky, Beethoven, Donizetti, Rachmaninow, Ravel, um nur einige zu nennen), ist enorm. Sein allgegenwärtiger Einfluss ist so anerkannt, dass man leicht vergisst, wie tiefgreifend er wirklich ist. „Jörn Schmidt im Gespräch mit Louis Lohraseb – Teil 4
klassik-begeistert.de, 2. Juni 2024“
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Paris schwebt: Patrick Lange bettet „Giselle“ auf Rosen

© Julien Benhamou

Einmal Dirigent sein. Aus Reihe 1, Parkett, Opéra Garnier, fühlt es sich beinahe so an. „Fffuuh“, faucht Dirigent Patrick Lange. Seine Freude und Energie spiegelt sich im Orchester wider. Unheimlich lebendig & emotional tiefgründig die Musik, von Eleganz geprägt die Figuren auf der Bühne. „Giselle“, klassisches Ballett at its best.

Giselle (Ballett)
Jean Coralli, Jules Perrot


Palais Garnier, Paris, 28. Mai 2024

von Jürgen Pathy

„Er ist immer am Punkt“. Rubens Simon, erster Solotänzer, sticht nicht nur mir ins Auge. Meine Begleitung, links neben mir, spricht es ebenso laut aus. Gedankenübertragung zur selben Zeit. Faszination, wohin man nur blickt. Dass sie in Paris ihr Ballettensemble noch auf Händen tragen, wird sofort klar. Auftritt Hannah O’Neill, Primaballerina: Szenenapplaus. Die Asiatin rechts neben mir schlägt die Hände vor dem Mund zusammen. Entzückung und Hingabe pur. Der Zauber des Balletts fesselt alle.

„Giselle (Ballett) Jean Coralli, Jules Perrot
Palais Garnier, Paris, 28. Mai 2024“
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Mit Musik, Tanz und Erzählkunst nimmt das Concierto Ibérico die Zuhörer mit auf eine faszinierende Reise nach Al–Andalus

© re-note.eu

Arabeske – im tänzerischen Dialog mit Al-Andalus

Concierto Ibérico:

John Rogers  Erzählkunst
Dani Niemietz   Tanz
Inés Pina Pérez   Historische Blockflöten
Juan González Martínez  Historische Posaunen und Leitung
Miguel Bellas  Spanische Gitarren, Theorbe
Lea Suter   16-Fuß-Cembalo
Peter Kuhnsch  Perkussion

Sendesaal Bremen, 31. Mai 2024

Von Dr. Gerd Klingeberg

Muslime, Christen und Juden lebten dereinst zumeist friedlich und tolerant miteinander in Al-Andalus, dem maurischen Spanien in der Zeit vom 8. bis zum 15. Jahrhundert. Und wenn gefeiert wurde, dann gehörten Musik, Tanz und Erzählkunst immer dazu. Mit ihrem Programm „Arabeske“ vermittelten die fünf Instrumentalisten des „Concierto Ibérico“ reizvolle Eindrücke einer solchen Festivität. „Arabeske – im tänzerischen Dialog mit Al-Andalus
Sendesaal Bremen, 31. Mai 2024“
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Schönheit vs Action – wie Gordon Hamilton beides in Einklang bringt

Foto: Ignition (c) Nelly Balancik

Düsseldorfer Symphoniker

Gordon Hamilton, Dirigent
Jörg Mohr, Regie

John Williams – Hedwigs Thema (Aus den Harry Potter-Filmen), 2001
Joe Hisaishi – The Legend of Ashitaka (aus: Princess Mononoke), 1997
Joe Hisaishi – The Path of the Wind (aus: My Neighbour Totoro), 1988 & Orchestral Stories
Jules Massenet – Méditation aus „Thaïs“, 1894
Purojekuto Musashi – Sadness and Sorrow, 2003
Evan Call – The Voice in My Heart (aus: Violet Evergarden) & The Ultimate Price, 2018
Antonín Dvořák– Largo aus der Symphonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“, 1893
Johann Sebastian Bach – Toccata und Fuge in d-Moll (Orchesterbearbeitung nach Leopold Stokowski)
Masuda / Takanashi – Naruto Medley, 2002
George Gershwin – Gershwin in Hollywood (Auszüge)
Shiro Sagisu – Musik aus „Neon Genesis Evangelion“, 1995
Arturo Márquez – Danzón No. 2, 1994

Tonhalle Düsseldorf, 29. Mai 2024

von Daniel Janz

Wenn in Düsseldorf das Publikum kein Halten kennt, weil Musik aus Film, Anime und Computerspielen gepaart mit Klassik erklingt, kann das nur bedeuten: Es ist wieder #IGNITION. Erneut entführen Gordon Hamilton (42) und die Düsseldorfer Symphoniker in fremde Welten und präsentieren Werke, die eingefleischten Klassik-Fans wohl unbekannt, Liebhabern fernöstlicher Kulturgüter dafür aber umso mehr ans Herz gewachsen sein dürften. Unter dem Titel „Totoro & Friends“ stellen sie 2 Fragen: „Wer hat die schönste Melodie?“ – und – „Bei wem gibt’s die größte Action?“ „Düsseldorfer Symphoniker, Gordon Hamilton, Dirigent, Jörg Mohr, Regie
Tonhalle Düsseldorf, 29. Mai 2024“
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