Elphi I – alles Gute zum 3. Geburtstag

Elphi I
Foto: © Maxim Schulz
Happy Birthday, liebe Elbphilharmonie!

von Kirsten Liese

Seitens der Architektur fasziniert mich dieses Konzerthaus, besonders schön finde ich die Piazza, auf der ich auch gerne einmal ohne einen Konzertabend einen Nachmittag verbringe, einen Cappuccino trinke und den herrlichen Blick auf die HafenCity genieße. „Elbphilharmonie, 2. Januar 2019“ weiterlesen

A heart hug from Hamburg

Foto: Entlebucher Sennenhündin Vianna „Juli“ Szwajcar, 8, im September 2019 in der Lüneburger Heide, Niedersachsen.
(c) Andreas Schmidt 2019

Liebe, werte Leserinnen und Leser von
klassik-begeistert.de,

meine Frau Regina, meine leider sehr schwer erkrankte Hündin Juli und ich wünschen Ihnen und Euch eine segensreiche, segensvolle, warme und herzliche Weihnachtszeit.

Wir wünschen Ihnen viel Muße, Musi und Meditation.

Bitte bleiben Sie uns gewogen. klassik-begeistert.de ist 2019 um 160 Prozent gewachsen. Mittlerweile schreiben 50 AutorInnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Schweden, Großbritannien und Hongkong für den Nr.-1-Klassik-Blog im deutschsprachigen Raum (Google-Ranking).

AutorInnen und LektorInnen von klassik-begeistert.de aus Hamburg, Hannover, Schleswig-Holstein und Wien in der Staatsoper Hamburg (E. W. Korngold, Die tote Stadt, 6. Dezember 2019)

Mein unendlicher Dank und meine Bewunderung gilt meinem Team: den wunderbaren AutorInnen und LektorInnen, die mit ihrem Gehör, ihrem Gespür, ihrem Herzen und ihrer Passion, ihrem Wissen und ihrer individuellen Schreibe klassik-begeistert.de zu einem einzigartigen Medium für klassische Musik machen.

Immer unabhängig. Immer als Anwalt der Musik. Oft leidenschaftlich. Und immer kritisch und genau, wenn es sein muss.

Euch, Ihnen und Ihren Familien, Ihren Lieben und Freunden senden wir eine Herzens-Umarmung aus HH –

a heart hug from Hamburg.

Alles Liebe,

Andreas Schmidt
Herausgeber
klassik-begeistert.de
klassik-begeistert.at
klassik-begeistert.ch

Andreas Schmidt und der Star-Dirigent Roberto Abbado im Oktober 2018 beim Festival Verdi vor dem Teatro Regio di Parma © Andreas Schmidt

Der fließend Deutsch sprechende Roberto Abbado (* 30. Dezember 1954 in Mailand) ist ein italienischer Dirigent. Er ist der Sohn des Komponisten Marcello Abbado und Neffe des Dirigenten Claudio Abbado. Er studierte bei Franco Ferrara am Teatro La Fenice, Venedig und an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Dort war er der einzige Student, der jemals das Orchestra di Santa Cecilia dirigieren durfte. Mit 23 dirigierte er seine erste Oper, Giuseppe Verdis Simon Boccanegra. Von 1991 bis 1998 war er Chefdirigent des Münchner Rundfunkorchesters. Er tritt weltweit mit berühmten Orchestern und Solisten auf. 2008 leitete er das Neujahrskonzert von Venedig. (Quelle: wikipedia)

Die Stille ist unser höchstes Gut!

Foto: Teodor Currentzis mit dem SWR Symphonieorchester im Juni 2019 © Claudia Höhne
SWR Symphonieorchester, Teodor Currentzis,
Gu
stav Mahler, Sinfonie Nr. 9 D-Dur,
Elbphilharmonie, 17. Dezember 2019

von Ulrich Poser 

„Ich bin die beste Sorte Deutscher: Begeistert von der Musik eines großen Juden.“ Diese Zeilen stammen aus dem Gedicht „Mahler“ des als Kind in die USA ausgewanderten Autors Charles Bukowski, der Mahlers Musik sehr liebte und an einigen Stellen in seinem Werk immer wieder Bezug auf sie nahm: „Und im Radio spielten sie eine Sinfonie von Mahler.“

In der Elbphilharmonie wurde an diesem ganz besonderen Abend Mahlers 9. Sinfonie D-Dur gegeben; die Darbietung war aus mehreren Gründen umwerfend.

Die Musik des ersten Satzes, Andante comodo, ist nicht unbedingt leicht zu verstehen; als eingängig würde man sie nicht gerade bezeichnen. Überwiegend typische mahlersche Dissonanzen, teilweise sehr, sehr leise, teilweise im Fortissimo. Es ist unstreitig, dass die Musik dieses Werkes die Grenze zur neuen Musik des 20 Jahrhunderts markiert. Natürlich mit Ausnahme des eingängigen, etwas täppischen und sehr derben 2. Satzes im Tempo eines gemächlichen Ländlers. „SWR Symphonieorchester, Teodor Currentzis, Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 9 D-Dur, Elbphilharmonie, 17. Dezember 2019“ weiterlesen

Joshua Bell verzaubert die Elbphilharmonie

Bildquelle: Joshua Bell

Elbphilharmonie Hamburg, 12. Dezember 2019

Joshua Bell Violine

NDR Elbphilharmonie Orchester
Dirigent Krzysztof Urbański

von Ulrich Poser

Der wunderbare Abend begann vielversprechend mit Ligetis Atmosphères für großes Orchester. Diese aus Stanley Kubricks „2001 – Odysee im Weltraum“ bekannte Komposition transferierte den Zuhörer von Takt 1 an, wie gleichsam den einsamen Astronauten aus dem Kinoerfolg, weit weg von der Erde in andere Dimensionen. Irgendwohin ins Weltall. Die von Ligeti selbst so bezeichnete Mikropolyphonie aus der „mikroskopischen Unterwasserwelt“ war in höchstem Maße synästethisch-assoziativ: Man sah farbige Bienenschwärme, die über diffuse Wolkengebilde in Richtung Weltall aufbrachen. Eine Reise zu fernen Planeten, ganz ohne LSD! „Joshua Bell, NDR Elbphilharmonie Orchester, Krzysztof Urbański,
Elbphilharmonie Hamburg, 12. Dezember 2019“
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Ausgezeichnet und gewürdigt: Unsuk Chins Portraitkonzert beeindruckt in der Kleinen Elbphilharmonie

Foto: Unsuk Chin © Priska Ketterer
Elbphilharmonie Hamburg
, Kleiner Saal, 28. November 2019
Mitglieder des NDR Elbphilharmonie Orchesters
Kairos Quartett
Rinnat Moriah, Sopran
Florent Farnier, Trompete
Henry van Engen, Posaune
Antoine Brocherioux, Schlagwerk
Bertrand Gourdy, Schlagwerk
Kathrin Isabelle Klein, Klavier
Stefan Geiger, Dirigent

Unsuk Chin – Portraitkonzert I:
ParaMetaString für Streichquartett und Tonband
Fantaisie mécanique
Akrostichon-Wortspiel

 von Guido Marquardt

Obwohl unzweifelhaft in der Gegenwart angesiedelt, ist das Werk von Unsuk Chin durchaus nicht als unzugänglich oder abweisend zu bezeichnen. Wer sich, wie an diesem Abend im Kleinen Saal der Elbphilharmonie, auf die spannungsreichen Strukturen ihrer Werke einlässt, wird belohnt mit einem faszinierenden, sehr eigenständigen Klangerlebnis.

Zunächst gilt es, herzliche Glückwünsche auszusprechen: Unsuk Chin wurde vor dem Konzert durch Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda mit dem Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird nur alle vier Jahre verliehen, für Komponisten, „deren Werke unter dem hohen Anspruch, der der Namensgeber des Preises setzt, Auszeichnung verdienen“. „Unsuk Chin – Portraitkonzert I
Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal, 28. November 2019“
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Augustin Hadelich rettet einen unterdurchschnittlichen Abend in der Elbphilharmonie

Foto – Quelle: www.augustinhadelich.com
Hinzuweisen ist zum wiederholten Male auf das zum Teil fürchterliche Publikum in der Elphi, welches – absolut beratungs- und belehrungsresistent – nach jedem (!) Satz der Bruckner-Sinfonie trotz der gerechtfertigten Zischer unbeirrbar reingeklatscht hat. Es schien, als sei man noch stolz darauf seine mangelnde Bildung zur Schau zu stellen. Proud to be a cad. Bleibt zu hoffen, dass es diesem Teil des Publikums nicht gefallen hat und man sich nächstes Mal doch für den Besuch eines Musicals wenige Meter jenseits der Elbe entscheidet. 

Ulrich Poser berichtet über die Aufführung des
NDR Elbphilharmonie Orchesters vom 7. November 2019 in der Elbphilharmonie Hamburg
Alan Gilbert (Dirigent), Augustin Hadelich (Violine)
Augustin Hadelich
Foto: Elbphilharmonie Hamburg (c)

Anton Bruckner, Sinfonie Nr. 7
Béla Bartók, 2. Violinkonzert

Zäumen wir das Pferd heute einmal von hinten auf: Bruckners Sinfonie Nr. 7 wurde im Todesjahr Richard Wagners (1883) nach Wagners Tod vollendet, 1884 in Leipzig uraufgeführt und war Bruckners später und erster großer Erfolg. Der berühmte Wagnerdirigent Hermann Levi leitete die zweite Aufführung in München; Bruckner – selbst ein glühender Wagnerverehrer – widmete sein erstes populäres Werk dann umgehend (und völlig selbstlos) König Ludwig II., welcher – so viele Bayern heute noch glauben – zwei Jahre später 1886 von den Preußen ermordet werden sollte. Die herrschende Meinung hat sich mittlerweile eher für einen Freitod durch Ertrinken im Starnberger See entschieden. „NDR Elbphilharmonie Orchester, Alan Gilbert, Augustin Hadelich, 7. November 2019“ weiterlesen

Elbphilharmonie Hamburg: Das Verdi-Requiem ist Nahrung für Herz, Seele und Verstand

Eine Frau sagte nach dem Konzert: „Das Verdi-Requiem ist Nahrung für Herz, Seele und Verstand. Diese Klänge sind nicht von dieser Welt. Ich fühle mich abgeholt, getragen und nach Hause gebracht.“

Foto: © Peter Hundert
Elbphilharmonie Hamburg
, 31. Oktober 2019
Verdi-Requiem, NDR Elbphilharmonie Orchester

von Andreas Schmidt

Frauen weinten. Männer hielten ihre Hände. Eines der besten Orchester der Welt spielte das Stück der Stücke: Das Verdi-Requiem. Im schönsten Konzertsaal der Welt, ausgestattet mit einer göttlichen Akustik. „Verdi-Requiem, NDR Elbphilharmonie Orchester
Elbphilharmonie Hamburg, 31. Oktober 2019“
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Mariss Jansons entfaltet mit Schostakowitsch einen unwiderstehlichen Sog und reißt das Hamburger Publikum mit

Foto: © Peter Meisel

Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal, 29. Oktober 2019

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Rudolf Buchbinder, Klavier
Mariss Jansons, Dirigent

Wolfgang Amadeus Mozart:
Konzert für Klavier und Orchester A-Dur KV 488

Dmitri Schostakowitsch:
Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

von Guido Marquardt

Ruhig und freundlich beginnt dieses Konzert, mit einem vielleicht allzu lieblichen Mozart. Doch nach der Pause nimmt es Fahrt auf, und wie – und der Saal wird fast zu klein für die musikalische Traumabewältigung des Dmitri Schostakowitsch, dargeboten von einem Weltklasse-Duo aus Dirigent und Orchester. „Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Rudolf Buchbinder, Mariss Jansons,
Elbphilharmonie, 29. Oktober 2019“
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Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg beschenkt das Publikum mit einem brillanten Konzertabend

Foto: © Ralph Larmann

Elbphilharmonie Hamburg, 28. Oktober 2019
2. Philharmonisches Konzert

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Nobuyuki Tsujii Klavier
Dirigent Kent Nagano

von Dr. Holger Voigt

Das Timing war optimal: Nur Tage vor Abreise des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg zu einer mehrwöchigen Japan-Tournee präsentierten sich Dirigent, Orchester, und der japanische Pianist Nobuyuki Tsujii in zwei Konzerten in der Hamburger Elbphilharmonie (27., 28. Oktober 2019) in einer hervorragenden Verfassung auf Weltklasse-Niveau. Ohne Frage: In Japan wird dieses Orchester mit Sicherheit eine glänzende Visitenkarte hinterlegen. „Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Kent Nagano, Nobuyuki Tsujii,
Elbphilharmonie Hamburg, 28. Oktober 2019“
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Ein Geniestreich in der Leichtigkeit der Musik

Foto: Kremerata Baltica  © Angie Kremer
Schwerpunkt Weinberg, Kremerata Baltica, Elbphilharmonie Großer Saal , 22.Oktober 2019 

Kremerata Baltica
Georgijs Osokins Klavier
Sergei Nakariakov Trompete
Gidon Kremer Violine und Leitung

Mieczyslaw Weinberg (1919-1996)
Concertino op. 42 für Violine und Streichorchester (1948)
Sinfonie Nr. 10 op. 98 (1968)

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-Moll op.35 (1933)

Leonid Desjatnikow (*1955)
Musik zum Film „Target“

von Elzbieta Rydz

Gidon Kremer gründete vor 20 Jahren die Kremerata Baltica,  ein innovatives Ensemble, welches Musiker aus Lettland, Litauen und Estland vereint und mit Freude und der Leichtigkeit auf der ganzen Welt musikalische Erfolge feiert.

1968 komponierte Mieczyslaw Weinberg seine Zehnte Sinfonie für Streichorchester, in der besonders die Einarbeitung der frühen Formen der Musikgeschichte wie z.B. das Hervortreten einzelner Instrumente im ersten Satz, Concerto grosso, herausgestellt werden sollte.

Die Pastorale und die Canzona umspielen und beflügeln die Seele, die Konzertmeisterin Giedre Dirvanauskaite spielt so warm und lyrisch an diesem Abend , dass die scherzoartige Burlesque schon fast verstörend wirkt.

Die herausragende Interpretation des Abends ist das Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester von Dmitri Schostakowitsch. Sergei Nakariakov mischt sich mit seiner Trompete unter die Geiger und überlässt dem 24jährigen Georgijs Osokins die Bühne, der bereits 2015 beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau 19 jährig für Aufsehen sorgte. Osokins Spiel beflügelt, die spürbare Freude an der Musik ist auch der jungen Kremerata Baltica anzusehen.

Schostakowitsch komponierte das Werk 1933, noch weit entfernt von den Verunglimpfungen der Kommunisten, der existentiellen Krisen, der persönlichen Verluste, Alkohol- und Angstzustände.

Was als „spöttische Herausforderung an den konservativ-seriösen Charakter des Konzert-Gestus“ komponiert wurde, bietet eine unglaubliche Bandbreite an Stimmungswechseln, Musikrichtungen, die Jazz-Elemente überraschen und erfreuen. Kaum wiegt sich der Zuhörer in der russischen Romantik, schon wird er durch Experimente, Persiflage und Karikatur diverser musikalischer Richtungen auf den Arm genommen.

An diesem Abend gelingt die musikalische Gegenüberstellung der genialen Kompositionen auf hervorragende Art, das Publikum im Großen Saal der Elbphilharmonie jubelt.

Elzbieta Rydz ,  26. Oktober 2019, für
klassik-begeistert.de