Interview: „Wenn man mir mit geschlossenen Augen zuhört, stellt man sich mich als einen erfahrenen Sänger vor“

Mateusz Ługowski, Foto: privat

Geboren in Działdowo (Polen), studierte Mateusz Ługowski Gesang und Chorleitung an der Ignacy-Jan-Paderewski-Musikhochschule in Poznań (Abschluss 2024). Er ist Preisträger der Gesangswettbewerbe in Mława, Angel Voice Classic und ArtSong Opus sowie Gewinner des Grand Prix des Internationalen Kunstfestivals „Sakura Blossom“ und des ersten Preises beim Internationalen Musikwettbewerb in Moskau (2021). Derzeit absolviert er die zweijährige Ausbildung im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Hamburg.

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit dem Bariton Mateusz Ługowski


klassik-begeistert:
Haben Sie schon immer davon geträumt, professionell zu singen?

Mateusz Ługowski: Zuerst habe ich Gesang an der Musikhochschule in Mława studiert. Aber ich habe überlegt, ob ich Naturwissenschaften studieren soll, weil ich Biologie und Chemie schon immer mochte. Ich bewarb mich an der medizinischen Fakultät und gleichzeitig an der Musikhochschule in Poznań. Schließlich entschied ich mich für ein Gesangsstudium und nach einem Jahr auch für das Fach Chorleitung.

Vor einem Monat habe ich meinen Master-Abschluss erhalten. In das Hamburger Opernstudio wurde ich nach einem erfolgreichen Vorsingen aufgenommen. Da ich damals noch vor dem Hochschulabschluss war, wechselte ich in einen individuellen Studiengang, um das eine mit dem anderen zu vereinbaren. Ich bin glücklich in dem Internationalen Opernstudio der Staatsoper Hamburg zu sein, weil mehrere hervorragende polnische Sänger daraus hervorgegangen sind: Aleksandra Kurzak, Szymon Kobyliński, Hubert Kowalczyk.

„Interview: Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit dem Bariton Mateusz Ługowski
klassik-begeistert.de, 17. Juli 2024“
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Haben Sie das Sylter Biikebrennen vertont, Frau Winkelman? Interview, Teil 2

KmfSylt Kleiner Zuhörer in St. Niels © Matthew Johnson

Das Kammermusikfest Sylt geht in seine 12. Edition, es findet inselweit vom 27. Juli bis 1. August 2024 statt. Dieses Jahr gibt es gleich drei Auftragswerke. Der Künstlerische Leiter Claude Frochaux  und Composer in Residence Helena Winkelman sprechen auch zu  Inspiration und Technik der Uraufführungen.

Interview zum Kammermusikfest Sylt 2024 – Teil 2

Jörn Schmidt im Gespräch mit Claude Frochaux und Helena Winkelman

klassik-begeistert: Sie sind Composer in Residence, im Abschlusskonzert wird Ihr Werk Ignis (Feuer) uraufgeführt. Bei Feuer denke ich sofort an das Sylter Biikebrennen. Kennen Sie diese Tradition?

Helena Winkelman: Ich habe sie erst jetzt kennen gelernt, da ich mich etwas mit Sylt auseinandergesetzt habe – es gibt aber in Liestal, der Nachbarstadt von Basel wo ich wohne, jeweils vor der Fastnacht im Februar/Anfang März den Chienbäse-Umzug… das ist dem Biikebrennen so ähnlich, dass es mir scheint, dass die beiden Feuerfeste von gleichen Eltern sind – das Biikebrennen ist aber älter wie ich herausfand… erst seit 1902 gibt es Fackelzüge in Liestal… „Jörn Schmidt im Gespräch mit Claude Frochaux und Helena Winkelman – Teil 2
Vorschau Kammermusikfest Sylt 2024“
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Was halten Sie von Sylt, Herr Frochaux?

KmfSylt, Künstlerischer Leiter Claude Frochaux mit Pianistin Irina Zahharenkova © Fred Roschki

Das Kammermusikfest Sylt geht in seine 12. Edition, es findet inselweit vom 27. Juli bis 1. August 2024 statt. Der Künstlerische Leiter  des Festivals, Cellist Claude Frochaux, erklärt unter anderem, wie man Menschen und Künstler für Sylt begeistern kann. Und was er von Sylt hält. 

Interviews zum Kammermusikfest Sylt 2024 – Teil 1

Jörn Schmidt im Gespräch mit Claude Frochaux

klassik-begeistert: Zunächst möchte ich Ihnen herzlich danken. Mit dem Kammermusikfest Sylt bringen Sie unzählige klassische Konzerte auf die Insel, Ihre Festspiele sind längstens etabliert.  Ein solcher Erfolg ist in den letzten Jahren nur noch Kampen Jazz by Till Brönner gelungen, aber eben in einem anderen Genre. Das ist eine richtig gute Sache, für unsere Gäste, ganz besonders aber auch für Einheimische. Wie kam es zu der schönen Idee?

Claude Frochaux: Als Gast bei vielen Kammermusik-Festivals und überhaupt als passionierter Programmplaner habe ich schon immer den großen Wunsch gehabt, ein eigenes Festival zu gründen. Und die Insel mit ihrer einzigartigen Natur und ihrer doch sehr künstlerischen Geschichte schien mir sofort das perfekte Szenario und der ideale Ort für ein Kammermusik-Festival zu sein. „Interview: Jörn Schmidt im Gespräch mit Claude Frochaux
Vorschau Kammermusikfest, 12. Juli 2024“
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Wo wird Olivier Messiaens Turangalîla-Symphonie besser klingen, in der Laeiszhalle oder in der Elbphilharmonie…? – Teil 2

Sylvain Cambreling © Daniel Dittus

Im Vorfeld zu den beiden Turangalîla-Konzerten der Symphoniker Hamburg am 16. und 17. Juni in Laeiszhalle und Elbphilharmonie sprechen Maestro Sylvain Cambreling und die Ondistin Nathalie Forget im zweiten Teil unseres Turangalîla-Interviews zur Akustik der beiden Hamburger Häuser. Außerdem geht es noch mal um die Ondes Martenot.

Jörn Schmidt im Gespräch mit Sylvain Cambreling und Nathalie Forget

klassik-begeistert: Wo findet die Probenarbeit zu den beiden Turangalîla-Konzerten statt: In Laeiszhalle oder Elbphilharmonie oder in beiden Häusern?

Sylvain Cambreling: Die Proben finden in der Laeiszhalle statt.

klassik-begeistert: Am Konzertabend, in welchem Konzerthaus wird die Turangalîla-Symphonie besser klingen? In der Elbphilharmonie, möchte man meinen, allein schon wegen des großen Orchesterapparats, den Messiaen auffährt. Ist dieser Ansatz vielleicht zu kurz gesprungen?

Sylvain Cambreling: Ich glaube, die Turangalîla -Symphonie wird in beiden Sälen funktionieren, aber natürlich kann ich es noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich bin sehr interessiert an diesem Experiment und wie es dann tatsächlich auch zu hören sein wird.

Nathalie Forget: Ich bin bereits in beiden Häusern aufgetreten und ich weiß bereits jetzt: Das werden zwei unterschiedliche Konzerte, jedes für sich hochinteressant. Wo es besser klingt, das kann ich nicht sagen, aber mein Gefühl ist: Ein Mix aus beidem wäre ein guter Konzertsaal! Wie auch immer, es wird gewaltig. Also kommt alle ins Konzert!!!  „Jörn Schmidt im Gespräch mit Sylvain Cambreling und Nathalie Forget – Teil 2
klassik-begeistert.de, 13. Juni 2024“
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Das Turangalîla-Experiment der Symphoniker Hamburg steht kurz bevor – Teil 1

Sylvain Cambreling © Daniel Dittus

Zum Saisonabschluss spielen die Symphoniker Hamburg unter Sylvain Cambreling die Turangalîla-Symphonie von Olivier Messiaen gleich zwei Mal. Am 16. Juni in der Laeiszhalle und am Folgetag in der Elbphilharmonie. Das macht neugierig, auch auf die Ondes Martenot.

Jörn Schmidt im Gespräch mit Sylvain Cambreling und Nathalie Forget 

klassik-begeistert: Liebe ist für Messiaen, mit seinen Worten, eine „kosmische Größenordnung“, die „über das Körperliche, ja über das Geistige hinausweist und sich ausweitet“ und die sich auch nicht aufspalten lässt, weder in Frömmigkeit noch in Erotik. Messiaen war gläubiger Katholik, hat die Symphonie auch religiöse Aspekte?

Sylvain Cambreling: Turangalîla hat mit Religion nichts zu tun. Es hat mit der Natur zu tun, mit Menschen, der Menschheit und mit Liebe in all ihren Formen. 

klassik-begeistert: Sie sprechen die Natur an. Messiaen hat sich auch mit Ornithologie beschäftigt, wenn man so will hat er den Vögeln einiges abgelauscht. Aber wird der Konzertbesucher Amsel, Fink und Star tatsächlich heraushören können?

Sylvain Cambreling: Der Vogelgesang ist das Material, welches Messiaen nutzt, um seine Musik zu kreieren, zu komponieren – es ist keine Imitierung der Natur, es ist eher eine künstlerische Metamorphose der Natur. „Interview: Jörn Schmidt im Gespräch mit Sylvain Cambreling und Nathalie Forget – Teil 1
klassik-begeistert.de, 12. Juni 2024“
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Louis Lohraseb privat

© Louis Erica

Im vierten und letzten Teil unseres großen Interviews mit Louis Lohraseb geht es um die wirklich wichtigen Dinge, und auch noch mal um Mozarts letztes Klavierkonzert.

Jörn Schmidt im Gespräch mit Louis Lohraseb – Teil 4

klassik-begeistert: Ihr Repertoire ist bereits jetzt überaus vielseitig, welche Rolle spielt da Mozart?

Louis Lohraseb: Wie Sie sehen, ist Mozart eine Säule meines musikalischen Fundaments. Ich bin dankbar für jede Gelegenheit, seine Werke zu dirigieren oder aufzuführen. Der Schatten, den er auf so viele meiner anderen Lieblingskomponisten wirft (Verdi, Tschaikowsky, Beethoven, Donizetti, Rachmaninow, Ravel, um nur einige zu nennen), ist enorm. Sein allgegenwärtiger Einfluss ist so anerkannt, dass man leicht vergisst, wie tiefgreifend er wirklich ist. „Jörn Schmidt im Gespräch mit Louis Lohraseb – Teil 4
klassik-begeistert.de, 2. Juni 2024“
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Louis Lohraseb: „Meine ständige Suche nach der Schönheit des Klangs entspringt meiner großen Verehrung für Herbert von Karajan...“

Louis Lohraseb © Louis Erica

Im dritten Teil unseres großen Interviews erklärt Louis Lohraseb, dass Klangschönheit keine Schande ist.

Jörn Schmidt im Gespräch mit Louis Lohraseb – Teil 3


klassik-begeistert: Wie sind Sie zum Dirigieren gekommen?

Louis Lohraseb: In den ersten vierzehn Jahren meines Lebens wollte ich Tenor wie Pavarotti werden. Zu Halloween verkleidete ich mich als meine Lieblingsfiguren und verbrachte die meisten Sommerferientage im Haus meiner Großeltern, wo ich meine Lieblingsopern mitsang. Als jedoch meine Kenntnisse des Symphonie-, Kammer- und Solorepertoires zunahmen, wurde mir klar, dass meine Liebe zur Musik allumfassender war. Diese integrative Sichtweise, gepaart mit der Notwendigkeit, etwas über diese Musik zu sagen, führte schließlich dazu, dass ich dirigierte. Ich hatte das große Glück, 2013 als Conducting Fellow an der Yale School of Music ausgewählt zu werden, und seitdem habe ich meine Entscheidung nie bereut. „Interview: Jörn Schmidt im Gespräch mit Louis Lohraseb – Teil 3
klassik-begeistert.de, 1. Juni 2024“
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Louis Lohraseb zu den sinfonischen Mittelsätzen aus Mahler 5 und Bruckner 6: „Beide sind in F-Dur und beide Sätze wimmeln nur so von Liebe, Sehnsucht und Schmerz. Sie treiben mir Tränen in die Augen, aber auf so unterschiedliche Weise.“

Louis Lohraseb © Louis Erica 

Im zweiten Teil unseres Interviews blickt der Dirigent Louis Lohraseb auf Anton Bruckner. Außerdem: Wie füllt man ein Opernhaus?

Jörn Schmidt im Gespräch mit Louis Lohraseb – Teil 2

klassik-begeistert: Viele Dirigenten kombinieren in Sinfoniekonzerten gerne Mozarts letztes Klavierkonzert mit einer Sinfonie von Anton Bruckner. Besonders eindrücklich geriet das bei Bernard Haitink anlässlich seines Abschieds von den Berlinern Philharmonikern mit Bruckner 7. Warum passt das Klavierkonzert Nr. 27 so gut zu Bruckner?

Louis Lohraseb: Für mich gibt es eine inhärente Nostalgie, die das letzte Klavierkonzert durchdringt, und eine Lyrik, die auf die Romantik verweist. Es war daher eine gute Wahl für das letzte Haitink-Konzert. Mozart blickt liebevoll in die Vergangenheit und verspricht gleichzeitig eine gute Zukunft. „Interview: Jörn Schmidt im Gespräch mit Louis Lohraseb – Teil 2
klassik-begeistert.de, 31. Mai 2024“
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Best Practice ist nicht alles: Louis Lohraseb enthüllt seine Mozart-Formel, letzte Geheimnisse bleiben gewahrt

Louis Lohraseb © Louis Erica 

Nach einem Mozart-Dirigat von Louis Lohraseb an der Staatsoper Hamburg war ich tief bewegt, wie sonst  nur bei  Richard Wagner. Fernerhin passiert das gerne mal bei Richard Strauss, wenn Salome, Elektra und FROSCH (Frau ohne Schatten) gegeben werden. Aber bei Mozart? Eine erste Überlegung diesbezüglich habe ich hier auf https://klassik-begeistert.de/auf-den-punkt-9-w-a-mozart-le-nozze-di-figaro-staatsoper-hamburg-17-mai-2024-klassik-begeistert-de-17-mai-2024/ hinterlegt, nun hat Louis Lohraseb persönlich meiner Ursachenforschung auf die Sprünge geholfen. Bitte lesen Sie nachstehend das Interview in vier Teilen.


Jörn Schmidt im Gespräch mit Louis Lohraseb – Teil 1

klassik-begeistert: Ein Abend mit Mozart ist immer großartig, aber eine Wiederaufnahme von Mozarts Le nozze di Figaro gerät selten spektakulär. Bereits nach dem 1. Akt unter Ihrer Leitung fand ich mich indessen in einer anderen Welt: Es war, als ob Mozart vom Himmel herab gelächelt hätte. Bleibt Ihnen beim Dirigieren Zeit, Mozart zu genießen, so wie es Ihr Publikum tut? „Interview: Jörn Schmidt im Gespräch mit Louis Lohraseb – Teil 1
klassik-begeistert.de, 30. Mai 2024“
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Interview mit Aco Biščević: John Dowland trifft auf Carl Heinrich Graun und Franz Schubert

Aco Biščević als Titus in der konzertanten Aufführung von Christoph Willibald Glucks „La clemenza di Tito“ bei den Gluck-Festspielen in Bayreuth am 9. Mai 2024 © Beth Chalmers

Nach dem Studium am Salzburger Mozarteum, wo er Gesang und Cembalo erlernte, debütierte Aco Biščević an der Mailänder Scala. Er trat bereits in den Opernhäusern in Berlin, Innsbruck, Ljubljana und München sowie auf verschiedenen Festivals auf wie den Salzburger Festspielen, Valle d’Itria Martina Franca, Trame Sonore Mantova, Styriarte in Graz und in Bad Ems. Bišćević ist als Opernsänger ebenso wie als Liedinterpret gefragt, der sich selbst am Klavier begleitet, sowie als Evangelist in den Bach-Passionen. Als Konzertsänger arbeitete er bereits mit Dirigenten wie Theodor Guschelbauer, Jordi Savall, Reinhard Goebel, Vittorio Ghielmi, Ingo Metzmacher, Federico Maria Sardelli, Nikolaus Harnoncourt und Michael Hofstetter zusammen.

Bei den diesjährigen Gluck-Festspielen in Bayreuth sang er die Titelrolle in Christoph Willibald Glucks „La clemenza di Tito“ und trat im Nachtkonzert „Time stands still“ in der Schlosskirche gemeinsam mit Hannah-Theres Weigl auf.

Jolanta Łada-Zielke führte ein Gesprächt mit dem Haute-Contre Aco Biščević

klassik-begeistert: Auf dem Programm des Konzerts „Time stands still“ standen Werke von Gluck, Dowland, Purcell und Monteverdi. Sie haben auch ein bosnisches Lied, „Žute dunje“, gesungen. Wovon handelt es? „Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit dem Haute-Contre Aco Biščević
klassik-begeistert.de, 22. Mai 2024“
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