Lieses Klassikwelt 17: Celibidache

So sehr ich manchmal traurig werde, weil es mich schmerzt, dass Celibidache nicht Furtwänglers Nachfolger wurde, so sehr hat mich doch das Lebensfazit seines Neffen gefreut, den ich 2010 in Bukarest traf. Er sagte, sein Onkel sei bei allen Konflikten, Widersprüchen und Ambivalenzen ein glücklicher Mensch gewesen, für ihn zählte nur die Musik, er lebte für sie und fand in ihr Erfüllung.

von Kirsten Liese

Es gibt geniale Künstler, die ich beim besten Willen nicht hätte live hören können,  weil ich zu ihren Lebzeiten noch nicht geboren war. Auf die Dirigenten Wilhelm Furtwängler und Bruno Walter trifft das beispielsweise zu.

Aber es gibt einen, für den ich mich leider nach seinem Tod erst richtig zu interessieren anfing, was ich bis heute untröstlich bereue: Sergiu Celibidache. Ihm ist  meine heutige Klassikwelt gewidmet. „Lieses Klassikwelt 17, Celibidache,
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Lieses Klassikwelt 16: Abschiede

von Kirsten Liese

Das vergangene Jahr war geprägt von zahlreichen schmerzlichen Verlusten. Mir kam es so vor, als seien 2019 besonders viele große Künstler gestorben.

Ich nehme das zum Anlass für ein paar persönliche Erinnerungen. Die am 26. Januar verstorbene Sopranistin Wilma Lipp macht den Anfang. Um ein Haar hätte ich sie noch kennengelernt. Als ich mit ihr im November 2018 für eine Radiosendung Kontakt aufnahm, war sie 93 und litt schon an Demenz. Deshalb schien es sinnvoll, dass der Ehemann anwesend sein würde, um weiterzuhelfen, falls das Gedächtnis die alte Dame im Stich lassen sollte. Über ihre betreuende Pflegerin, eine Seele von Mensch, verabredeten wir uns für Anfang Januar. Aber kurz vor dem Termin erlitt Wilma Lipp einen Schlaganfall. „Lieses Klassikwelt 16
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Lieses Klassikwelt 15: Lärm

Foto: © Kirsten Liese
Lärm scheint selbstverständlich zu sein. Viele produzieren ihn folgenlos, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein, die wenigsten scheinen sich daran zu stören ungeachtet dessen, dass Lärm nicht nur die Ohren schädigen kann, sondern auch Stress und Aggressionen aufbaut.

von Kirsten Liese

Ich mag keine Böller und bin deshalb immer froh, wenn Silvester überstanden ist, zumal ich mit den Tieren leide, die sich an diesem Tag zu Tode fürchten und mitunter auch zu Tode kommen wie in diesem Jahr die 21 Affen im Krefelder Zoo. Insofern würde ich es begrüßen, wenn es bei uns in Deutschland so wäre wie in Schweden, wo Normalbürger seit dem jüngsten Jahreswechsel  nicht mehr böllern dürfen. Zu meinem Erstaunen habe ich in den Nachrichten vernommen, dass sogar 70 Prozent der Deutschen eine solche Regelung begrüßen würden. „Lieses Klassikwelt 15
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Lieses Klassikwelt 14 / 2019: Pavarotti

Im Gegensatz zu Pavarotti bin ich der Meinung, dass Oper eine elitäre Kunstform ist und als eine solche auch ohne den ganzen Rummel von Attraktionen, Sensationen und Effekten zu ihrem Recht kommen sollte.

von Kirsten Liese

Seine Stimme wurde als „honigsüß“ beschrieben, die gefürchteten hohen C’s steuerte Luciano Pavarotti mühelos an, problemlos konnte er sie neunmal hintereinander singen. Er war einer der größten Tenöre, wenn nicht der bedeutendste seiner Zeit. „Lieses Klassikwelt 14 / 2019
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Lieses Klassikwelt 13/2019: Unter Tierfreunden

Bildquelle: Pinterest

Maria Callas nahm ihren Pudel Toy überall hin mit, er durfte auf Reisen sogar in der Flugzeugkabine Platz nehmen. Vermutlich gab es da für die Primadonna Assoluta Ausnahmekonditionen, denn leider dürfen in die Kabine gewöhnlich nur ganz kleine Hunde im Katzenformat.

von Kirsten Liese

Heute singe ich ein hohes Lied auf einen Popmusiker: Paul McCartney. Der erfolgreiche Songwriter, der neben John Lennon die meisten Stücke für die Beatles schrieb, ernährt sich vegan und setzt sich seit den 1970er Jahren für Tierrechte ein – gegen Massentierhaltung, Tierversuche und das Abschlachten von Robben. Er trägt kein Leder, macht bei Konzerten Werbung für seine „Meat-Free“-Kampagne und sagt zum Thema Klimaschutz das, was ich eigentlich von der Bundeskanzlerin erwarten würde: „Wenn jemand etwas für die Umwelt tun möchte, muss er einfach aufhören, Fleisch zu essen. Das ist der größte Beitrag, den jeder von uns leisten kann. Wenn man darüber nachdenkt, ist es einfach überwältigend: Vegetarier tun so viele gute Dinge auf einmal – für die Umwelt, gegen Welthunger und Grausamkeit.“ „Lieses Klassikwelt 13/2019
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Lieses Klassikwelt 12/2019: Bewegende Begegnungen

… EINE GESCHICHTE, DIE SIE BERÜHREN WIRD…

Edith Mathis, Rollenfoto mit Unterschrift für die damals 11 Jahre alte Kirsten

„Es fiel mir immer schwer, über Musik und deren ‚Business‘ zu sprechen“,  schrieb Edith Mathis, 81, unserer Autorin, „meine angeborene Schüchternheit hat sich (leider!) zu einer Zurückgezogenheit ausgebildet, die jedem öffentlichen Auftritt zuwider läuft.“

von Kirsten Liese

Meine Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern zählen zu den Höhepunkten meines Journalistenlebens. Die meisten lernte ich  über Interviews kennen.

Alle aufzuzählen, würde an dieser Stelle zuviel Raum beanspruchen, selbst die Liste mit all jenen, die mir besonders in Erinnerung blieben, weil ich sie in ihrer privaten Umgebung treffen durfte, ist mit so großen Namen wie Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf, Christa Ludwig, Sena Jurinac, Catarina Ligendza, Dame Gwyneth Jones, Theo Adam, Anneliese Rothenberger, Ingeborg Hallstein, Anja Silja, Teresa Berganza, Inge Borkh, Otmar Suitner oder den Schauspielerinnen Marianne Hoppe und Jutta Lampe schon recht lang. „Lieses Klassikwelt 12/2019
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Lieses Klassikwelt 11 / 2019: Exzentriker – warum ich Teodor Currentzis nicht gerne beim Dirigieren zuschaue

Foto: Teodor Currentzis © Astrid Ackermann

Nun ist der Russe mit griechischen Wurzeln erst 47 und damit das Nesthäkchen neben all den profilierten Granden unserer Zeit, Herbert Blomstedt (92), Bernard Haitink (90), Riccardo Muti (78), Daniel Barenboim (77),  Mariss Jansons, der – wie traurig !- vor wenigen Tagen im Alter von 76 Jahren starb, Riccardo Chailly (66) und Christian Thielemann (60). Keineswegs alle von ihnen ruhten in jüngeren Jahren schon derart in sich wie heute, meist wurden die Bewegungen von Zeit zu Zeit reduzierter.

von Kirsten Liese

Wenn ich mir berühmte Interpreten anschaue, fallen mir immer wieder Macken, Marotten und Eigenwilligkeiten auf, einige verzeihliche, andere weniger schöne. „Lieses Klassikwelt 11 / 2019
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Lieses Klassikwelt 10/2019: Wieviel Neues verträgt die Oper?

Die Oper scheint zum Selbstbedienungsladen herunter gekommen sein, wenn beliebig Texte dazu erfunden werden, wie es schon ein Hans Neuenfels in seiner Zauberflöte an der Komischen Oper beliebte, der eine zusätzliche Rolle für seine Ehefrau Elisabeth Trissennaar kreierte, oder Arien umverteilt werden wie im Don Giovanni von Peter Konwitschny, der die zweite Arie des Don Ottavio Il mio tesoro von der Donna Anna an der Seite einer lesbisch gewordenen Donna Elvira singen ließ.

von Kirsten Liese

Die älteren unter Ihnen erinnern sich vielleicht noch an die Sendung Erkennen Sie die Melodie?, eine Unterhaltungsshow der siebziger und achtziger Jahre mit dem Gentleman Ernst Stankovski als Entertainer. „Lieses Klassikwelt 10/2019
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Lieses Klassikwelt 9/2019: Strenge Lehrerinnen

„Ich bin noch nicht dahintergekommen, warum diese verbissenen Damen – und es sind konsequent durch die Bank weg Frauen – gerade so Konjunktur im Kino haben. Reiner Zufall wie die Regisseure und Regisseurinnen meinen? Mir kommt es so vor, als wären solche Persönlichkeiten eher ein Auslaufmodell in unserer heutigen Zeit, in denen Pädagogen und Psychologen davor warnen, Kinder zu überfordern.“

von Kirsten Liese

Womöglich ist Ihnen die Dame im roten Mantel schon aufgefallen, die man jetzt vielerorts plakatiert sieht: Sie heißt Lara und ist die Heldin in einem aktuellen Kinofilm, verkörpert wird sie von Corinna Harfouch. Die üppige Werbung für diesen anspruchsvollen Arthausfilm (Lara) ist bemerkenswert. Es ist, zumal im deutschen Kino, einer der stärksten, in der Welt der klassischen Musik angesiedelten und von großer Kennerschaft dieses Betriebs zeugenden Spielfilme. „Lieses Klassikwelt 9/2019
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Lieses Klassikwelt 8 / 2019: Skandale

Auch im Lebenslauf der genialen Mozart- und Strauss-Sängerin Elisabeth Schwarzkopf gibt es Dinge richtig zu stellen: Dass sie 1942 Mitglied der NSDAP wurde, hatte nichts mit persönlichem Ehrgeiz oder menschlicher Kälte und am allerwenigsten mit Antisemitismus zu tun, sondern resultierte aus einer von Verzweiflung und Repressionen geprägten Situation.

von Kirsten Liese

So manche Operngänger suchen das Event. Sie wollen miterleben, was für Verrücktheiten sich Regisseure einfallen lassen und wie sie am Ende dafür ausgebuht werden.

Mittlerweile scheint sich aber das Publikum weniger stark davon beeindrucken zu lassen, die Provokation um der Provokation willen zieht nicht mehr. Oder war die jüngste Premiere von „Die Macht des Schicksals“ an der Deutschen Oper Berlin, bei der Zuschauer  „Verdi, Verdi“  riefen, nachdem auf der Bühne zusätzliche, werkfremde Texte ins Spiel kamen, doch ein Skandal? „Lieses Klassikwelt 8 / 2019
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