Viotti und die Wiener Symphoniker sind wieder am Werk, und diesmal ist auch der Singverein dabei. Ein bejubelter Auftritt mit einer spätromantischen Rarität und Bruckners wichtigster Messe.
Alexander Zemlinsky Frühlingsbegräbnis. Für Soli, Chor und Orchester
Text von Paul Heyse
Revidierte Fassung 1903
Anton Bruckner Messe f-moll. Für Soli, Chor und Orchester
Christina Gansch, Sopran Rachael Wilson, Mezzosopran Andrew Staples, Tenor Derek Welton, Bassbariton
Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Johannes Prinz, künstlerische Leitung
Das einzigartige Oratorium Das Paradies und die Peri zeigt den Komponisten auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Unter der Leitung von Laurence Equilbey entstand eine hinreißende, zutiefst berührende Wiedergabe des Werks, eine ideale Synthese von Schumanns Liedkunst und orchestraler Kraft. Das Orchester Insula, der Chor accentus und ein hervorragendes Sängerensemble fanden im großen Saal des Wiener Musikvereins begeisterten Zuspruch.
Robert Schumann Das Paradies und die Peri
Oratorium für Solostimmen, Chor und Orchester op. 50
Libretto von Emil Flechisg und Robert Schumann, nach Thomas More
Chor: Accentus
Orchester: Insula
Leitung: Laurence Equilbey
Musikverein Wien, 30. Mai 2025
von Dr. Rudi Frühwirth
Der Inhalt des Oratoriums ist rasch erzählt. Nach zwei vergeblichen Versuchen gelangt die Peri, ein himmlischer Geist, der aus dem Paradies verstoßen wurde, wieder in das Ziel ihrer Sehnsucht: das himmlische Eden. Nicht der letzte Blutstropfen eines gefallenen Jünglings, nicht der letzte Seufzer eines liebenden Mädchens, erst die Träne eines reuigen Sünders erlöst sie aus ihrer Verbannung. „Robert Schumann, Das Paradies und die Peri Musikverein, Wien, 30. Mai 2025“ weiterlesen
Alles in allem war dieser Konzertabend eine wahrhafte Erleuchtung!
Im Thielemann-Zyklus der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und als philharmonisches Abonnementkonzert der Wiener Philharmoniker hatte Christian Thielemann mit seinen erlesenen Solisten einen großen Auftritt, von dem man noch lange wird zehren können. Einen so vollendeten Brahms hat man schon lange nicht mehr gehört; dieses Konzert erinnert an die großen Zeiten mit Böhm, Bernstein, Karajan, Giulini – es war ein herausragender Abend.
Johannes Brahms Konzert für Violine und Violoncello mit Orchester a-moll op. 102 “Doppelkonzert“
Symphonie Nr. 4 in e-moll op. 98
Augustin Hadelich, Violine Gautier Capuçon, Violoncello Wiener Philharmoniker
Dirigent: Christian Thielemann
Musikverein, Wien, 9. April 2025
von Herbert Hiess
„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“ – so formulierte es der große Philosoph Ludwig Wittgenstein in seinem „Tractatus logico-philosophicus“. Und so kommt man sich nach diesem in jeder Hinsicht phantastischen Konzert mit den Wiener Philharmonikern und Christian Thielemann vor. „Christian Thielemann/Hadelich/Capuçon Musikverein, Wien, 9. April 2025“ weiterlesen
Philharmonic Generations Vienna (Mitglieder der Wiener Philharmoniker)
Friedrich Pfeiffer, Dirigent Sona MacDonald, Rezitation
FRANZ SCHUBERT
Ouvertüre zum Zauberspiel mit Musik „Die Zauberharfe”, D 644
RICHARD WAGNER
Siegfried-Idyll
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Serenade B-Dur, KV 361, „Gran Partita”
Musikverein, Großer Saal, 13. April 2025
von Herbert Hiess
Gegründet im Herbst 2018 von Friedrich Pfeiffer, dem jahrelangen Solohornisten der Wiener Philharmoniker, vereint das Ensemble erfahrene Musiker der Wiener Philharmoniker und junge Talente. Ziel ist es, die Brücke zwischen Tradition und Innovation zu schlagen. Die Mission von Philharmonic Generations Vienna besteht darin, Menschen unterschiedlicher Generationen und kultureller Hintergründe durch die universelle Sprache der Musik zu verbinden.
Dieses Ensemble vereint „altgediente“ Musiker wie Friedrich Pfeiffer, Peter Wächter und Heinrich Koll, die regelmäßig unter Größen wie Karl Böhm, Herbert von Karajan, Leonard Bernstein… gespielt haben – und junge talentierte Damen und Herren, die gemeinsam mit ihren hochrangigen und hocherfahrenen Kollegen geniale Musik interpretieren.
Am 13. April 2025 spielen die Musiker neben Musik von Franz Schubert und Richard Wagner vor allem Mozarts grandiose „Gran Partita“ in B-Dur, die eigentlich schon den Charakter eines Spätwerkes des Komponisten hat. Hier kommen auch schon die Bassetthörner vor, die auch in seinem Requiem eine wesentliche Bedeutung haben.
Philharmonic-Generations-vienna.at/konzerte/
Die Schauspielerin Sona MacDonald verziert das edle Programm mit Zitaten und Gedanken über Mozart.
Dieser Konzertabend verspricht ein unvergessliches Musikerlebnis, das sich Musik- und Klassikfreunde nicht entgehen lassen sollten.
Herbert Hiess, 4. April 2025, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at
Man kann jetzt doppelt froh sein, den oberösterreichischen Stardirigenten Franz Welser-Möst wieder am Podium des großen Musikvereinssaales zu erleben. Er trotzt offenbar seiner üblen Krebserkrankung und dürfte sich jetzt in einer „Hoch-Phase“ befinden. Und das Johann-Strauss-Pasticcio, das er und die Philharmoniker präsentierten, war von einer unübertroffenen Elegance, Schönheit und Brillanz.
Musikverein, Wien, 29. März 2025
Operetten-Pasticcio
Werke von Johann Strauss Junior (Arien, Duette, Orchesterwerke)
Mit Christiane Karg (Sopran), Mauro Peter und Maximilian Schmitt (Tenor)
Jetzt ist es an der Zeit, eine Art Apotheose an die Wiener Philharmoniker erklingen zu lassen. Was wir fast unverschämterweise als selbstverständlich betrachten, ist ein Umstand, nach dem sich viele Kulturbeflissene weltweit sehnen würden. Bei diesem Strauss-Pasticcio hörten wir die Philharmoniker in einer Art unbeschreiblichen Schwebezustand; angefangen von den großartigen Streichern über die Harfe und den superpräzisen Holzbläsern bis hin zum Schlagwerk und dem Blech. „Johann Strauss Junior, Operetten-Pasticcio Musikverein, Wien, 29. März 2025“ weiterlesen
Die Vorschau von Intendant Stephan Pauly orientierte sich entlang von drei Linien: Tradition bewahren und in die Zukunft bringen; kreativ neue Wege erforschen; neues Publikum erschließen. Pauly sprach auch mit dem designierten Chefdirigenten des RSO Wien, Markus Poschner, und mit der Cellistin Julia Hagen. Für die musikalische Umrahmung sorgten Julia Hagen, Christoph Traxler und Khatia Buniatishvili.
Großer Saal der Gesellschaft der Musikfreunde zu Wien, 20. März 2025
von Dr. Rudi Frühwirth
In der Saison 2025/2026 werden nicht weniger als 76 Zyklen angeboten, und insgesamt etwa 900 Konzerte. Die Zyklen umfassen alle denkbare Formate und Inhalte: Orchestermusik, Soloabende, Kammermusik und Ensembles, Musik und Wort, Originalklang, Zeitgenössisches. „Programmpräsentation Saison 2025/2026 Musikverein Wien, 21. März 2025“ weiterlesen
Semyon Bychkov conducts the Czech Philharmonic (c) Marco Borggreve for the Czech Philharmonic
2 Konzerte der Spitzenklasse im Wiener Musikverein
Beide Konzerte waren Abende der Spitzenklasse für den Musikverein. Bleibt nur zu hoffen, dass die Tschechische Philharmonie mit Semyon Bychkov bald wieder in Wien zu hören sein wird.
Musikverein Wien, 2. März 2025
Dmitrij Schostakowitsch: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 Es-Dur, op. 107
Symphonie Nr. 5 op. 47
Rudolf Buchbinder schenkte uns zwei Stunden mit Schubert. Sein virtuoses Spiel faszinierte mit perfekter Artikulation und bezauberndem Klang. Die tieferen melancholischen, ja tragischen Schichten der Impromptus erschloss er nicht immer. Schuberts letzte Sonate hinterließ dagegen einen starken Eindruck.
Franz Schubert
Vier Impromptus für Klavier, D 935
Sonate für Klavier B-Dur, D 960
Zugaben:
Impromptu Nr. 2 in Es-Dur, D. 899
Impromptu Nr. 4 in As-Dur, D. 899
Rudolf Buchbinder, Klavier
Musikverein, Wien, 26. Februar 2025
von Dr. Rudi Frühwirth
Kürzlich hat Rudolf Buchbinder seinen Rücktritt als Intendant des Grafenegg Festivals bekanntgegeben; als Pianist ist der bald achtzigjährige Künstler noch immer und hoffentlich noch lange aktiv! Die Wiener Klassik war stets einer der Schwerpunkte seines Repertoires. Und Schubert wurde anders als Mozart, Haydn und Beethoven tatsächlich in Wien geboren und ist dort auch – viel zu früh! – gestorben. Für mich ist er daher neben Johann Strauß der wienerischste aller großen Komponisten. „Rudolf Buchbinder, Klavier/Franz Schubert Musikverein, Wien, 26. Februar 2025“ weiterlesen
So exquisit wie an diesem Abend habe ich Dvořáks Neunte noch nie gehört. Wieder einmal bewegten sich Dirigent und Orchester auf gleicher Welle, waltete beim Musizieren eine große Sensibilität wie in der Kammermusik, und davon profitiert freilich ein Werk, das von so vielen Soli in den Holzbläsern durchdrungen ist wie dieses.
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie KV 551 „Jupiter“ Antonín Dvořák: Sinfonie Nr. 9 op. 95 „Aus der Neuen Welt“
Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Riccardo Muti
Musikverein, Wien, 18. Februar 2025
von Kirsten Liese
Als Berliner kann man die Wiener einfach nur beneiden! Allein in einem Monat dirigiert Riccardo Muti am Pult der Wiener Philharmoniker sechs Konzerte mit drei unterschiedlichen Programmen, man könnte schon fast von einem Muti-Festival reden.
Auslöser für diese Kolumne ist ein „crazy Saturday evening” am 15. Februar 2025, den ich ähnlich am 12. Mai 1979 erlebte. Am Nachmittag im Musikverein Anton Bruckners 8. Symphonie mit den Wiener Philharmonikern unter Herbert von Karajan (Konzert – Musikverein Wien) und ein paar Stunden später um 19 Uhr, ein paar hundert Meter weiter in der Staatsoper, eine unvergleichliche Aufführung („Le nozze di Figaro“ am 12.05.1979 | Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper) unter Karl Böhm.
Jeder Beitrag ist „subjektiv“ gefärbt.
Bei den von mir besuchten beiden Konzerten am 15. Februar 2025 unterscheidet sich mein Empfinden so sehr, dass ich diese zwei Konzerte lieber in meine Kolumne verpacke.