Mehr Trompete geht nicht

CD-Besprechung: The Trumpets of Matthias Höfs

Foto: © Dörte Ebermann

„Für alle Liebhaber der Trompete ein Muss!“

CD-Besprechung: The Trumpets of Matthias Höfs
Berlin Classics 03011600 BC

von Peter Sommeregger

Diese neue CD mit dem Startrompeter Matthias Höfs beinhaltet ein breites Spektrum von Kompositionen und Arrangements von der Barockzeit bis zu zeitgenössischen Werken. So gesehen entspricht sie der Vielseitigkeit und Kreativität des Künstlers, der sich inzwischen auch als Sammler von Instrumenten und als Entwickler neuer Techniken einen Namen gemacht hat.

Schon das einleitende Stück, Händels Arie „The Trumpet Shall Sound“ aus dem Messias, gespielt auf einer Barocktrompete, zeigt eindrucksvoll die Möglichkeiten dieses Instruments trotz der wenigen Naturtöne auf. Haydns Trompetenkonzert erfordert dagegen neben den lauten Naturtönen auch leise Klappentöne.

Foto: © Sibylle Zettler

Das Arrangement von Alexander Glazunovs Albumblatt von 1899 für Kornett und Kammerorchester spielt Höfs mit den Hamburg Philharmonic Soloists. Ein Höhepunkt der CD ist der Triumphmarsch aus Verdis Oper „Aida“, Höfs spielt seine eigene Bearbeitung für Bläserensemble zusammen mit der Formation German Brass. Ebenfalls in seiner Bearbeitung folgt Ravels „Pavane pour une infante defunte“, arrangiert für Trompete und Harfe.

Bei seinem Arrangement des Adagios aus dem Oboenkonzert von Alessandro Marcello für Bläserensemble kommt wieder German Brass zum Einsatz, Matthias Höfs spielt bei diesem barocken Stück eine Piccolo-Ventiltrompete. Selten zu hören ist das Concertino für Trompete und Klavier des griechischen Komponisten Nikos Skalkottas, eines Schülers Arnold Schönbergs. Hier wird Matthias Höfs vom Pianisten Wolfgang Watzinger begleitet.

Das Concertino für Trompete, Klavier und Streicher des französischen Komponisten Andre Jolivet von 1948 enthält Elemente aus afrikanischen und asiatischen Kulturen sowie aus dem Bereich des Jazz. Bei dem reizvollen Werk wird Höfs von den Virtuosi di Praga begleitet. Stark vom Jazz inspiriert ist auch der Komponist Wolf Kerschek, der 2008 für Höfs das „Poem for Matthias for Flügelhorn, Jazz Trio and String Quartet“ schrieb. Der Widmungsträger spielt es zusammen mit den Hamburg Philharmonic Soloists.

Dieses Album deckt damit einen nicht unwesentlichen Teil der Musikgeschichte ab und gibt Matthias Höfs Gelegenheit, seine Virtuosität und Stilsicherheit zu beweisen.

Für alle Liebhaber der Trompete ein Muss!

Peter Sommeregger, 14. Oktober 2020, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

 

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