Die DIENSTAG-PRESSE – 6. OKTOBER 2020

Die DIENSTAG-PRESSE – 6. OKTOBER 2020

Für Sie in den Zeitungen gefunden:
Die DIENSTAG-PRESSE – 6. OKTOBER 2020

Foto: © Pálffy / Volksoper Wien

Bayern
Ende der Soforthilfen: Was heißt das für die Künstler?
Heute enden die Corona-Soforthilfen für Solo-Selbständige, von denen auch Künstler*innen profitieren sollten. In der Praxis hat sich das aber kaum bewahrheitet und die Kulturszene fürchtet mit dem Ende des Programms umso mehr um ihren Status.
BR-Klassik.de

Wien/ Musikverein
Cecilia Bartolis reizende Rollenspiele
Der Opernstar begeisterte im Musikverein mit einer furiosen Show.
Wiener Zeitung

Ladas Klassikwelt 49: Die scheinbare Leichtigkeit von Mozarts Musik
In dem Buch haben wir es mit einem Mann zu tun, der eine exquisite Küche, elegante Kleidung und gute Unterhaltung mag, der aber ein treuer und verantwortlicher Ehemann seiner Constanze ist. Außerdem arbeitet er jeden Tag fleißig an seinen Werken. Sein einziges Problem ist, nicht mit dem Geld umgehen zu können.
Jolanta Lada-Zielke berichtet jeden Montag aus Ihrer Klassikwelt
Klassik-begeistert

Leopold Hager: Ehrung zum 85. Geburtstag
DrehpunktKultur

„Konzertgänger in Berlin“
Drei-Generationen-Konzert-hoppend: Vom Konzerthaus über die Komische Oper in die Philharmonie
Ich hatte mir vorgenommen, mir als Konzertgänger und den Meinen keine eskalierenden Terminballungen mehr aufzuhalsen: Aber am vergangenen Wochenende war ich doch wieder in drei Konzerten innerhalb von 21 Stunden. Einmal mit dem alten Vater, einmal mit dem kleinsten Söhnchen, einmal mit der Frau. Samstagabend Konzerthaus, Sonntagfrüh Komische Oper, Sonntagnachmittag Philharmonie. https://hundert11.net/3generationen/

Berlin/ Staatsoper
Erste Saisonpremiere der Staatsoper Die Visionen der Marquise von M.
Perverse Gefechte: Daniel Barenboim und Barbara Wysocka wagen sich Unter den Linden an Luca Francesconis Musiktheater „Quartett“.
Tagesspiegel

DVD
Alter und Schönheit: Bernard Haitink dirigiert Beethoven und Bruckner
Dieses Konzert, ein Live-Mitschnitt von den Salzburger Festspielen 2019 hält einen historischen Moment fest, nämlich den Abschied des großen Dirigenten Bernard Haitink von den Wiener Philharmonikern. Haitink hat dafür neben dem 4. Klavierkonzert Beethovens die 7. Symphonie Anton Bruckners gewählt. Dieser Komponist lag Haitink sehr am Herzen, besonders seine elegische Siebente, die so recht als Krönung und Abschluss einer langen Dirigentenlaufbahn passt. Haitink zieht sich mit 90 Jahren endgültig vom Dirigentenpult zurück.
Eine DVD-Besprechung von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert

Halle
Eine festspielreife Produktion von Händels „Teseo“
Im Juni diesen Jahres mussten die Händel-Festspiele in Halle an der Saale bedingt durch die Corona-Pandemie-Vorschriften abgesagt werden. Damit entfiel auch die traditionell von der Oper in seiner Geburtsstadt verantwortete Produktion der Oper Teseo zur Eröffnung der Festspiele. Die geplante frühe und 1713 in London mit großem Erfolg uraufgeführte Oper Händels wurde unter künstlerischer Leitung durch das Team Martin G. Berger (Regie) und Attilio Cremonesi (musikalische Leitung) nun zum Beginn der Spielzeit in einer neuen neunzigminütigen Spielfassung dargeboten. Mit Abstandsregelungen, radikaler Reduktion des Händelfestspielorchesters auf wenige Solisten und ohne Pause wurde nun allen Vorschriften entsprechend eine Reduktion realisiert. Und das gelingt grandios.
Von Guido Müller, Halle
Klassik-begeistert

Berlin
Luca Francesconis „Quartett“ als Saison-Eröffnungspremiere an der Berliner Staatsoper
Neue Musikzeitung/nmz.de

Berlin/ Komische Oper
Musik, die man mit Augen hört: Pierrot Lunaire an der Komischen Oper Berlin
bachtrack

München
BR-Symphonieorchester: Ernste Scherze im Anthropozän
Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Mozart und Neuer Musik im Gasteig und im Herkulessaal.
Münchner Abendzeitung

Stuttgart
„Die Zauberflöte“ in Stuttgart vor Stummfilmkulisse
https://www.swr.de/swr2/buehne/die-zauberfloete-in-der-staatsoper-stuttgart

„Dann habe ich mich in die Oper verliebt“
Ivan Repušić ist in Berlin oft als Operndirigent zu erleben. Doch sein Repertoire ist erstaunlich vielseitig und reicht weit über die Oper hinaus.
https://www.concerti.de/interviews/ivan-repusic-2/

Nürnberg
Monteverdi swingt
Paradiesische Unterwelt-Musik: Die Dirigentin Joana Mallwitz und der Sänger Martin Platz brillieren im Nürnberger Staatstheater mit „Orfeo“.
Sueddeutsche Zeitung

Burgenland
Mörbisch und jOPERA künftig unter einer Intendanz
Die Kultur-Betriebe Burgenland wollen die Seefestspiele Mörbisch und den Jennersdorfer Festivalsommer jOPERA künftig unter einer Intendanz zusammenfassen. Sie suchen dafür eine Generalintendanz für Musiktheater.
bvz-Burgenland

Londons Royal Opera House verkauft Hockney-Gemälde
https://orf.at/stories/3183960/

Ruhm und Ablehnung: Jacques Offenbach zum 140. Todestag
https://www.dw.com/de/jacques-offenbach-140-todestag/a-55158694

CD
Giuseppe Verdi: Otello
Oper Ein Interpretationsvergleich anlässlich der Neueinspielung mit Jonas Kaufmann
https://www.freitag.de/autoren/thomas-w70/giuseppe-verdi-otello

Musikmarkt
Streaming statt CD: Die Silberscheibe auf dem Abstellgleis
Der Standard

Links zu englischsprachigen Artikeln

Paris
Jonas Kaufmann, Andreas Schager, Ricarda Merbeth, Eva-Maria Westbroek, Günther Groissböck, Iain Paterson Lead Opéra de Paris 2020 Ring Cycle Concert Performances

https://operawire.com/jonas-kaufmann-andreas-schager-ricarda-merbeth-eva-maria

Streams
Hildegard Behrens, Jessye Norman, Stéphanie d’Oustrac Headline Top 10* Operas to Stream This Week
https://operawire.com/hildegard-behrens-jessye-norman-stephanie-doustrac

Greek National Opera to Stream “Wozzeck’
https://operawire.com/greek-national-opera-to-stream-wozzeck/

Birmingham Opera Company Streams FIDELIO
The production is available through February 24, 2021.
https://www.broadwayworld.com/uk-regional/article/Birmingham-Opera

CRITIC’S PICKS | Classical Music Livestreams You Absolutely Need To See This Week (Oct. 5 – 11)
https://www.ludwig-van.com/toronto/2020/10/05/critics-picks-classical-music

Brno
In Brno, a vital and resonant Jenůfa
bachtrack

London
Bryn Terfel at the Barbican — every word touched the heart
https://www.ft.com/content/3d0ec79d-7283-45bc-be8b-bc003ccd73b0

Tête à Tête: The Opera Festival 2020, in London and Online
https://www.icareifyoulisten.com/2020/10/tete-a-tete-opera-festival

Wigmore Hall announce lockdown commissions: ‚we want new voices‘
Previous applicants need not apply, says artistic director John Gilhooly, who particularly welcomes female, BAME and LGBTQ+ composers
The Guardian

Tokio
It’s back to business for opera in Japan
https://www.rhinegold.co.uk/opera_now/its-back-to-business-for-opera-in-japan/

Sydney
A magpie’s song that lifted the darkness: new opera tells potent tale
https://www.smh.com.au/culture/opera/a-magpie-s-song-that-lifted-the-darkness

Obituary
Metropolitan Opera Conductor Richard Woitach Dies at 84
https://operawire.com/obituary-metropolitan-opera-conductor-richard

Sprechtheater

Österreich
Nestroy-Preise: Zwischen Hochschaubahn und Skype-Überraschung
Die coronabedingt ins Fernsehen verlegte Preisverleihung mit Überraschungs-Interviews ließ politische Dankesreden vermissen.
Wiener Zeitung

Film/ TV

Schauspieler Thomas Jefferson Byrd erschossen
Byrd spielte in Spike Lees Filmen „Clockers“ und „Auf engstem Raum“. Nun starb er durch mehrere Schüsse in Atlanta.
Die Presse

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Unter’m Strich

Trauer um NÖN-Edelfeder Thomas Jorda
Nach langer schwerer Krankheit starb Prof. Thomas Jorda am Montag, 28. September, im 61. Lebensjahr. Der Badener mit Herz und Seele zählte Jahrzehnte lang zu den prägendsten Journalisten des Landes, setzte vor allem mit seinen Kritiken und hintergründigen Analysen neue Standards im Kulturjournalismus in Niederösterreich und wirkte als Chefredakteur-Stellvertreter auch entscheidend an der Weiterentwicklung der NÖN in den vergangenen Jahren mit.
Niederösterreichische Nachrichten

Österreich
„Woman“-Herausgeberin löscht Trump-Tweet nach Shitstorm
„Hätte ich mir sparen können“. Die Journalistin rechtfertigt sich für den umstrittenen Post.
Kurier

Deutschland
Reisebeschränkungen
So kommt der Lockdown durch die Hintertür
Deutschland ist sich einig: Einen zweiten Lockdown darf es nicht geben. Diese Absichtserklärung bedeutet indes lange nicht, dass es nicht erneut zum völligen Stillstand kommt. Denn derzeit handelt die deutsche Politik kopflos.
Die Welt.de

Corona: Maximale Alarmstufe in Paris
Das Coronavirus zwingt Paris zu drastischen Regeln: Bars und Cafés werden wieder geschlossen, private Treffen stark eingeschränkt. Wut und Sorge unter den Gastronomen sind groß.
Der Spiegel

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 6. OKTOBER 2020)

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 6. OKTOBER 2020)

www.onlinemerker.com

WIENER STAATSOPER: Besetzungsänderung in Don Pasquale

Adam Plachetka Steps Into The Cast of 'Don Pasquale' at Wiener Staatsoper -  Opera Wire
Adam Plachetka. Foto: Website

Adam Plachetka singt in der anstehenden Vorstellungsserie von Donizettis Don Pasquale (13., 17., 21., 24. Oktober 2020) die Partie des Malatesta anstelle von Boris Pinkhasovich, der in Russland positiv auf COVID-19 getestet wurde. Der Künstler erholt sich von der Infektion und ist wohlauf, kann allerdings noch nicht reisen.

Adam Plachetka verkörperte den Malatesta im Haus am Ring zuletzt 2018.
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WIENER STAATSOPER: Bericht über die Matinée zu „DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL“

Helena Ludwig war für uns dabei!

Matinee zu Die Entführung aus dem Serail | Spielplan & Karten | Wiener  Staatsoper

Die Veranstaltung war sehr gelungen, interessant, kurzweilig und informativ. Es  machte so richtig Freude auf die Neuinszenierung dieser, von vielen geringgeschätzen, Mozart Oper.

Seit Wochen wird die aufsehenerregende Regiearbeit von Hans Neuenfels aus dem Jahr 1998 an der Staatsoper unter Mitwirkung des 1941 geborenen Multitalents geprobt. Die Premiere ist am 12. Oktober unter der musikalischen Leitung von Antonello Manacorda.

Die Gäste an diesem strahlenden, warmen Herbstvormittag waren:
Daniel Behle
Andreas Grötzinger
Goran Jurić
Hans Neuenfels
Antonello Manacorda
Regula Mühlemann
Christian Nickel
Lisette Oropesa
Michael Laurenz

Die Matinee durfte der 1974 geborene deutsche Tenor und Komponist Daniel Behle eröffnen, der nun hoffentlich öfter bei uns gastieren wird. Ausser bei einem Einspringen als Nemorino 2007 und einer tollen Arabella Serie als  Matteo im Februar 2019 konnten wir ihn hier noch nie begrüßen.
Er sang überraschenderweise die wunderbare Arie „Un´aura amorosa“ aus Cosí fan tutte. Den Sinn dahinter erklärte danach Staatsoperndirektor Bogdan Roščić. Belmontes Baumeisterarie im 3. Akt („ich baue ganz auf deine Stärke…“) wurde nämlich schon 1872 durch die Cosi-Arie ersetzt, Auch Gustav Mahler nahm es mit der Werkstreue nicht so genau und fügte zB den türkischen Marsch in die Entführung ein. Erst 1989 wurde die Original Arie von Nikolaus Harnoncourt wieder etabliert.

Wieso die Entführung aus dem Serail in dieser Neuproduktion, die zu den Besten zählt, nach 20 Jahren wieder ins Programm aufgenommen wird?
1.) weil dieses Singspiel wie kaum ein  anderes Stück mit diesem Haus verbunden ist. Es wurde auch in Wien – damals aber noch am alten Burgtheater – im Auftrag von Kaiser Josef II am 16.7.1782 uraufgeführt. Bis zum Jahr 2000 wird das Werk alleine 700 mal am hier, am ersten Haus am Ring gespielt. Es war zB. in den Jahren 1959-64 dreißig bis vierzig mal pro Saison zu sehen. Zuletzt kam es im Jahr 2006, zu Mozarts 250. Geburtstag, unter der Leitung von Philippe Jordan zu einer Jubiläumsvorstellung, allerdings am Burgtheater.
2.) Das Werk gibt ein Zeugnis von Mozarts Genie, wie sonst kaum eines. Eine Hitrakete nach der anderen lässt er auf uns los, als ob er unerschöpfliche Vorräte habe.

Da das Konzept von Hans Neuenfels in der Verdopplung der Sänger durch  Schauspieler besteht, wurde vom Direktor nun der Schauspieler und Hörspielsprecher Andreas Grötzinger vorgestellt, der den Osmin verkörpern wird. Er las Briefe von Wolfgang A. Mozart an seinen Vater Leopold in denen er seinem „mon très cher Père“ von den Arbeiten bzw. den Aufführung seines türkischen Singspiels berichtete. „Die Poesie muss der Musik gehorsamste Tochter sein“ schreibt er zB am 13.10.1781.

Der singende Osmin wurde als nächstes von Herrn Roščić begrüßt. Der 1983 in Kroation geborene Bass Goran Jurić wird in dieser Rolle an der Staatsoper sein Hausdebüt geben. Er sang Mozarts Bassarie „Männer suchen stets zu naschen“ und das ganz wunderbar. Im Gespräch sagte er u.a., dass die Rolle des Osmin für Bässe das sei, was die Arie der Königin der Nacht für Sopranistinnen ist. Dass er sich besonders auf sein Debüt an der Wiener Staatsoper freut glaubt man dem sympathischen Sänger ung’schaut.

Nun war es an der Reihe über und mit dem Schöpfer der Inszenierung zu sprechen. Hans Neuenfels, 1941 in Krefeld geboren, ist  Schriftsteller, Filmemacher, Librettist, Dichter, Filmemacher, Theater- und Opernregisseur. Sein Autobiografisches Werk „Das Bastardbuch“ wurde vom Direktor allen Theater- und Opernbegeisterten wärmstens empfohlen. Herr Neuenfels erzählte von seiner Aufnahme am Reinhardt Seminar. Als er dann noch angab Regie führen zu wollen meinte einer der Juroren „sein Sie froh, dass sie Schauspieler werden dürfen“. Das war damals Otto Schenk. Herr Neuenfels studierte dann aber sehr wohl auch Regie.
Es war äußerst interessant und aufschlussreich seinen Ausführungen  über Mozart und im Besonderen über die Entführung aus dem Serail zu folgen.
„Die Entführung ist kein minderes Werk, es hat einen unendlichen Zauber…. Das Hauptthema ist Identität. Was braucht und will der Mensch…. Mozarts Figuren denken immer, in der Wiederholung Halt zu finden in ihrer Existenz, einen Sinn des Diesseits zu finden….. Mozart nimmt das Libretto immer nur als Ausgangspunkt. Fremdheit und Anderssein sind immer Themen bei ihm – nicht nur Liebe und Tod……. Es ist keine Oper sondern ein Singspiel. Damals konnten Sänger auch Schauspielen und Akrobatik. Das ist heute für Sänger sehr schwierig zwischen gesanglichen Höchstleistungen und Sprechrollen zu wechseln. Deswegen die Lösung mit dem alter Ego auf der Bühne. Jeder Charakter hat auch einen schauspielenden Zwilling der aber seinen eigenen Willen hat. Es war interessant während der Proben zu beobachten wie die anfängliche Distanz der Künstler zu einer Symbiose führte.“
Herr Neuenfels sieht diese Neuauflage nicht als Wiederholung an, es ist eine Neuinterpretation und es ist ein tolles Gefühl das miterleben zu können. Er ist sehr glücklich darüber.

Dann betrat die reizende schweizer Sopranistin Regula Mühlemann die Bühne. Sie debütierte vorige Saison als Adina.. Auch sie gab keine Arie aus der Entführung, sondern Susannas „“Giunse alfin il momento – Deh Vieni“ aus „Le Nozze di Figaro“, und das so wunderbar, dass mir die Tränen kamen. Großartg! In der nächsten Saison wird sie in dieser Partie auch bei uns zu erleben sein. Nun singt sie aber die Blonde – auch mit einer mächtig blonden Perücke. Sie betonte, dass sie sich bei Mozart mehr als zuhause fühlt.

Der Herr Direktor kündigte dann ein Streichquartett des Staatsopernorchesters an, welches die Ouvertüre spielte. Ich wusste nicht, dass Mozart die Enführung aus dem Serail auch für diese Formation erarbeitete. Wunderbar anders.

Danach der musikalische Leiter der nächsten Premiere: Antonello Manacorda. Der sympathische Dirigent wurde 1970 in Turin geboren und ist Gründer des Gustav Mahler Jugendorchesters. Bogdan Roščić und er lernten sich bereits 2004 kennen, als er Konzertmeister des Mahler Chamber Orchesters war und eine CD mit Anna Netrebko unter Claudio Abbado in Italien eingespielt wurde. Wegen schwerer Schneefälle saß man damals zehn Tage miteinander wie in einer Enklave fest. Nur ein Restaurant war erreichbar und Abbado griff tief in seine Taschen, da er sehr oft einlud. Das Ergebnis ist die wohl beste CD Netrebkos – beim „Ave Maria“ aus Otello mussten alle weinen, so perfekt war das. Eines seiner unvergesslichsten Momente bisher.

Auf die Frage des Direktors, wieso er Dirigent geworden und nicht Geiger geblieben ist antwortete Manacorda, dass er nie ein Geiger war, sondern Konzertmeister. Er hat koordiniert, organisiert und halt nebenbei Geige gespielt. Der Weg zum Dirigenten war also quasi unausweichlich. Wieso gerade Mozart in Wien? Er ist kein Barock Spezialist, aber die Originalklangbewegung in den 80ern und Nikolaus Harnoncourt haben ihn geflasht. Er zitierte auch Gustav Mahler mit: „Gegen die Lüge der Zierlichkeit bei Mozart“,  und meinte dass Mozart IMMER Oper komponiert hat, da er fortwährend so an Menschen interessiert war. Er betrachtet immer alles von allen Seiten. Seine Musik interpretiert. Der Text ist heilig…

Nun zu Konstanze. Diese Rolle wird von Lisette Oropesa gesungen, die damit ebenfalls ihr Debüt an der Wiener Staatsoper geben wird. Die US-amerikanischen Sopranistin mit kubanischen Wurzeln debütierte an der Met mit nur 22 Jahren als Susanna. Sie sang dem Matinee Publikum die „Martern aller Arten“ Arie und war total in ihrer Rolle. Sehr eindrucksvoll! Ebenso wie ihr ausgezeichnetes Deutsch.

In der Gesprächsrunde auf der Bühne wurde dann von Daniel Behle ua.  äußerst amüsant von seinem bereits jahrelangem Kampf erzählt, den Tenor-Rollen Mozarts etwas Männlichkeit angedeihen zu lassen. „Das große Problem bei Tenören bei Mozart ist das Leiden….“.s
Das Einspielen einiger Schlüsselszenen aus den Klavierproben war äußerst interessant. Eine tolle Idee, dem interessierten Publikum diese Einblicke zu ermöglichen.

Es wurde dann der Charakter von Bassa Selim auf die Bühne gebeten. Eine reine Sprechrolle, die vom (Burg)Schauspieler Christian Nickel verkörpert wird, und der auf der Bühne immer auf der Suche nach der Musik sein wird. Alle anderen dürfen singen und haben einen zweiten Schauspielcharakter und Verbündeten, nur Bassa nicht…. Das Stück wird mit einem Gedicht von Eduard Mörike enden – „Denk es, o Seele“ – welches Herr Nickel vortrug.
Herr Roščić merkte an, dass dieses Gedicht erstmals 1852 in einer Frauenzeitschrift veröffentlicht wurde.

Den Abschluss der Matinee durfte  Michael Laurenz bestreiten. Der deutsche, 1978 geborene Tenor ist eine riesige Bereicherung im Ensemble der Staatsoper seit der Saison 2018/19. Es ist immer ein Vergnügen den spielfreudigen Sänger auf der Bühne zu sehen. Der Herr Direktor dankte ihn für seinen Einsatz, da er erst am Vortag in Salome als dritter Jude eingesprungen ist und betonte außerdem die generelle Wichtigkeit eines guten, verlässlichen Ensembles an einem Repertoiretheater. Er bedankte sich für das Interesse, den regen Besuch und beendete die Veranstaltung pünktlich um 12:30. Wir alle können uns auf Mozarts türkisches Singspiel in deutscher Sprache sehr freuen. Toitoitoi allen Beteiligten.

Die nächste Matinee ist bereits am 11.10 2020 um 11 Uhr, wo der neue Eugen Onegin von Dmitri Tcherniakov – der zum ersten mal an der Wiener Staatsoper inszeniert – Thema sein wird.

Bericht von Helena Ludwig

https://twitter.com/HelenaAustria

https://www.facebook.com/helena.ludwig

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„Freunde der Wiener Staatsoper“. Wie gestern von mir vermutet: Der Rechnungshof hat die Gebarung kritisiert

Hier die Presseaussendung zum Rechnungshofbericht

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200624_OTS0220/rechnungshofausschuss-debattiert-pruefberichte-des-rechnungshofs-zu-oper-und-burgtheater

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Buchbesprechung: Philippe Jordan – DER KLANG DER STILLE
Aufgezeichnet von Haide Tenner
254 Seiten, Residenz Verlag, 2020

„Musik wird störend oft empfunden, derweil sie mit Geräusch verbunden“, ist ein nicht ganz korrektes Zitat nach Wilehlm Busch, und man würde es nicht wagen, dergleichen im Zusammenhang mit großen Dirigenten zu erwägen (Gott sei Dank machen sie Geräusch!), wenn man nicht schon zum zweien Mal feststellte, dass diese besonders auf Stille setzen. „Als ich die Stille fand“ nannte Franz Welser-Möst sein kürzlich erschienenes Erinnerungsbuch, und nun zieht Philippe Jordan mit „Der Klang der Stille“ nach. Aufgezeichnet von Haide Tenner, die dem Künstler nach langer gemeinsamer Arbeit mit vielen Gesprächen in der Pariser Bastille Oper „Klarheit, Weitblick und Stilgefühl“ attestiert.

Stille ja, berichtet wird allerdings von einem sehr ambitionierten, arbeitsreichen, bewegten Künstlerleben. Auf die Stille kommt er ganz zuletzt – am Gipfel eines Berges, mitten in der Wüste, die unerlässliche Konzentration vor einer Aufführung. Philippe Jordan ist ein spiritueller Mensch, wie er eingesteht, ohne religiöse Bindung, aber kulturell im christlichen Abendland verwurzelt. Das würde auch nicht jeder so ohne weiteres zugeben….

Weiterlesen in Renate Wagners BUCHRUBRIK

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WIEN/ sirene Operntheater – sirene 2020  DIE VERBESSERUNG DER WELT
ein Festival in sieben Runden
F23.wir.fabriken – Breitenfurter Strasse 176, 1230 Wien

Die Verbesserung der Welt: 7 - Die Verwechslung - sirene Operntheater /  WIEN MODERN 33

Autobus 62A Kunerolgasse, Parkplätze vorhanden
Runde 4 – Der Fremde
06. / 07. / 08. / 09. Oktober 2020
(UA). Text. Martin Horváth | Musik. Gerhard E. Winkler

20:30 Ein Kammeropernfestival in sieben Runden
Sieben neue Musiktheaterwerke von Dora Lux & Alexander Wagendristel, Irene Diwiak & Margareta Ferek-Petric, Kristine Tornquist & Julia Purgina, Martin Horváth & Gerhard E. Winkler, Antonio Fian & Matthias Kranebitter, Thomas Arzt & Dieter Kaufmann und Helga Utz & Thomas Desi.
Weitere Informationen und Kartenbestellung unter www.sirene.at/aktuell/karten-bestellen

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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Barcelona IL TROVATORE konzertant Dudamel, Willis Sorensen, von der Damerau, Eyvazov, Tezier

ZU INSTAGRAM mit 7 weiteren Fotos

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MAILAND: Vor der heute beginnenden AIDA-Serie (prominent besetzt)


ZU INSTAGRAM-Video

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 Liszt Festival Raiding feiert Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag: Beethoven zu Gast bei Liszt

News | lisztfestival

Das Liszt Festival Raiding feiert Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag mit hochkarätigen Klavier-, Vokal- und Orchesterkonzerten. Von 16. bis 25. Oktober 2020 erklingen im Franz Liszt Konzertsaal Meisterwerke sowie Highlights aus dem Schaffen Beethovens und Liszts.
Die Verehrung Liszts für seinen Vorgänger Beethoven war groß und viele Gemeinsamkeiten lassen sich zwischen diesen beiden Giganten der Musikgeschichte feststellen. Als Komponisten waren beide auch hervorragende und herausragende Pianisten ihrer Zeit. Beide waren gleichermaßen Rebellen, Visionäre und Kosmopoliten und warfen viele Usancen ihrer Zeit über Bord. Das Liszt Festival stellt daher besonders im Beethoven-Jahr die Seelenverwandtschaft der beiden großen Musiker in den Mittelpunkt seines Programms.
Darunter finden sich unter anderen seine berühmten Klaviersonaten „Appassionata“, die „Mondscheinsonate“ oder „Hammerklaviersonate“.
Spannende Konzerterlebnisse und Begegnungen mit großartigen Interpreten machen das Liszt Festival Raiding zu „dem“ internationalen Zentrum der Pflege des Werks Franz Liszt. Im Oktober-Programmblock stehen das Orchester Wiener Akademie, das TrioVanBeethoven, Klavierstar Shani Diluka, die Wiener Pianistin Gerda Struhal, Max Müller in „Der Karneval der Tiere“ begleitet vom Klavierduo Kutrowatz sowie Solisten des Liszt Festival Orchesters auf der Bühne.

Das Klavierkonzert Nr. 5 wird am historischen Erard-Flügen, an dem bereits Liszt spielte, von Gottlieb Wallisch dargeboten. Der Konzertflügel von Erard aus dem Jahr 1861 steht im Eigentum des Franz Liszt-Vereins, der sich im Besonderen der Liszt-Pflege annimmt. Weitere historische Aufnahmen werden am 26.10.2020 bei der ersten Franz Liszt Akademie unter der Leitung von Martin Haselböck zu hören sein.

Die Intendanten des Liszt Festivals, Eduard und Johannes Kutrowatz, freuen sich auf eine abwechslungsreiche Oktober-Ausgabe des Liszt Festivals Raiding: „Es braucht schon unter ‚normalen‘ Umständen viel Phantasie, um Kunst zu ermöglichen und erlebbar zu machen.
Aber in fordernden Zeiten wie diesen kommt Liszts berühmtem Zitat ‚Ohne Phantasie keine Kunst‘ eine besondere Aktualität und Bedeutung zu. Kunst und Kultur ist lebensnotwendig!
Der persönliche Austausch mit unserem Publikum gehört mit Abstand zu den berührendsten Erlebnissen.“

Zum Liszt Festival Raiding
Als Pianist, Dirigent und Komponist war Franz Liszt Zeit seines Lebens ein Pendler zwischen den Welten, ein echter Europäer, der in jeder Hinsicht Grenzen überschritten, sie immer wieder neu definiert und in vielen Bereichen überwunden hatte. Sein Werk wird zum Inbegriff für Offenheit und Erneuerung sowie zum Vorbild für viele Größen der Musikgeschichte.
Das Liszt Festival Raiding stellt das Werk aber auch die Gedanken und Werte des genialen Franz Liszt in den Mittelpunkt und zählt mittlerweile zu den weltweit wichtigsten und meist beachteten Spielstätten für die Musik dieses Komponisten und Pianisten. Seit der Errichtung des Lisztzentrums Raiding mit dem Franz Liszt Konzertsaal im Jahre 2006 sind beim jährlich stattfindenden Festival internationale Stars und Ensembles zu Gast. Festivalbesucher erleben im Konzertsaal direkt neben dem Geburtshaus von Franz Liszt hochkarätige Klavier- und Orchesterkonzerte, Lieder- und Chorabende sowie grenzüberschreitende Darbietungen, die sich mit Uraufführungen und Improvisationen auf schöpferisch-innovative Art mit dem Werk von Franz Liszt auseinandersetzen. Seit 2009 steht das Liszt Festival Raiding unter der künstlerischen Leitung von Eduard und Johannes Kutrowatz.

Programmübersicht
16. – 25. OKTOBER 2020

Fr. 16. Oktober 18.00 Uhr & 20.30 Uhr
Wiener Sängerknaben
Chorus Viennensis
Orchester Wiener Akademie
Martin Haselböck
€ 69,- / 59,- / 49,- / 39,-
Mozart, wie von Liszt gehört
 Gregorio Allegri: Miserere mei, Deus (Psalm 51)
 L. v. Beethoven: Drei Hymnen für Männerchor
„Ach, erbarme Schöpfer“ (Text. Ignaz von Seyfried), „Du, dem nie im Leben Ruhstatt
ward (Text: Franz Grillparzer), „Amplius lava me“ (Text: Ignaz v. Seyfried)
 F. Liszt: Evocation à La Chapelle Sixtine
 W. A. Mozart: Missa C-Dur, KV 220 „Spatzenmesse“
Kirchensonate C-Dur für Orgel und Orchester, KV 278
Offertorium „Sub tuum praesidium“, KV 198
Motette „Ave verum corpus“, KV 616

Sa. 17. Oktober 19.30 Uhr
Shani Diluka – Klavierabend
€ 39,- / 34,- / 29,- / 24,-
 L. v. Beethoven: Klaviersonate cis-moll, op. 27 Nr. 2 – „Mondschein-Sonate“
 F. Schubert / F. Liszt: Ständchen, Auf Dem Wasser zu singen
 F. Liszt: Jeux d’eau à la Villa d’Este
 L. v. Beethoven: Sonate f-moll, op. 57 „Appassionata”

So. 18. Oktober 11.00 Uhr
TrioVanBeethoven – Kammermusik
€ 39,- / 34,- / 29,- / 24,-
 L. v. Beethoven: Trio in D-Dur op. 70/1, „Geister-Trio“
 F. Liszt: Tristia – La vallée d’Obermann
 F. Mendelssohn-Bartholdy: Trio in d-moll op. 49
Mag. Elisabeth Buranits
Marketing & Kommunikation

Do. 22. Oktober 19.30 Uhr
Fr. 23. Oktober 18.00 Uhr & 20.30 Uhr
Max Müller
Klavierduo Kutrowatz
Solisten des Liszt Festival Orchesters
€ 59,- / 51,- / 43,- / 35,-
 F. Liszt: Orpheus
 F. Meschwitz: Tiergebete
 Ridout: Ferdinand der Stier (Violine und Sprecher),
 C. Saint-Saens: Der Karneval der Tiere

Sa. 24. Oktober 19.30 Uhr
Gerda Struhal – Klavierabend
€ 39,- / 34,- / 29,- / 24,-
 L. v. Beethoven: 6 Variationen über „Nel cor piu non mi sento“
 L. v. Beethoven: „Für Elise“
 F. Liszt/L. v. Beethoven: „An die ferne Geliebte“
 L. v. Beethoven: Sonate op. 106 „Große Sonate für das Hammerklavier“

So. 25. Oktober 11.00 Uhr & 15.00 Uhr
Orchester Wiener Akademie
Gottlieb Wallisch
Martin Haselböck
€ 69,- / 59,- / 49,- / 39,-
Beethoven, wie von Liszt gespielt
 L. v. Beethoven: Symphonie Nr. 8, F-Dur, op. 93
 L. v. Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5, Es-Dur, op. 73
 F. Liszt: Hunnenschlacht – Symphonische Dichtung Nr. 11

Kartenreservierungen und Information:

T: +43 (0)2619-51047
E-Mail:
www.lisztfestival.at
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HÖHEPUNKTE  IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM OKTOBER 2020

Sonntag, 18. Oktober 2020, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Premiere / Frankfurter Erstaufführung
LA SERVA PADRONA (DIE MAGD ALS HERRIN)
Intermezzo in zwei Teilen von Giovanni Battista Pergolesi
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
STABAT MATER
Katholische Sequenz von Giovanni Battista Pergolesi
In lateinischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Karsten Januschke; Regie: Katharina Thoma
Mitwirkende La serva padrona: Simone Osborne / Kateryna Kasper (Serpina), Gordon Bintner / N.N. (Uberto), Frank Albrecht (Vespone)
Mitwirkende Stabat mater: Monika Buczkowska / Ekin Su Paker (Sopran), Kelsey Lauritano / Bianca Andrew (Alt)
Weitere Vorstellungen: 22., 30. Oktober 2020 sowie im November und Dezember 2020
Falls nicht anders angegeben, beginnen die Vorstellungen im Oktober 2020 um 19.00 Uhr
Preise: € 15 bis 182 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Vor dem Hintergrund der Einschränkung des Proben- und Spielbetriebs durch die Corona-Krise wird die geplante Frankfurter Erstaufführung von Jacques Offenbachs Die Banditen in eine der kommenden Spielzeiten verschoben. Stattdessen präsentiert das Haus am Willy-Brandt-Platz das heitere Intermezzo in zwei Teilen La serva padrona (Die Magd als Herrin) von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) in Kombination mit dem Stabat mater, einer geistlichen Komposition des gleichen Tonsetzers. Bei aller Unterschiedlichkeit der Sujets bzw. der Gattungen ging Pergolesi mit dem in der Opera buffa erprobten „galanten Stil“ auch an das Stabat mater heran, was ihm immer wieder zum Vorwurf gemacht wurde, aber gleichzeitig auch die ungeheure Beliebtheit des Werks beförderte.

Freitag, 23. Oktober 2020, um 19.00 Uhr im Opernhaus
(Oper für Familien; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche
bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren)
Zweite Wiederaufnahme
XERXES
Oper in drei Akten von Georg Friedrich Händel (gekürzte Fassung)
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Roland Böer; nach der Regie von Tilmann Köhler
Mitwirkende: Cecelia Hall / Bianca Andrew (Xerxes), Eric Jurenas (Arsamene), Kateryna Kasper (Romilda), Elizabeth Sutphen (Atalanta), Katharina Magiera (Amastre), Božidar Smiljanić (Ariodate), Thomas Faulkner (Elviro)

Erste Wiederaufnahme von Xerxes an der Oper Frankfurt
„Xerxes“. Foto: Barbara Aumüller

Weitere Vorstellungen: 25. (18.00 Uhr), 29. Oktober 2020 sowie im November 2020 und Juli 2021
Falls nicht anders angegeben, beginnen die Vorstellungen im Oktober 2020 um 19.00 Uhr
Preise: € 15 bis 116 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Xerxes von Georg Friedrich Händel (1685-1759) feierte in der Sicht von Tilmann Köhler am 8. Januar 2017 Premiere an der Oper Frankfurt und war bei Publikum und Presse gleichermaßen erfolgreich. So konnte man im Main-Echo Aschaffenburg lesen: „Ein furioser Zauber, von dem man
auch nach gut drei Stunden reiner Spieldauer nicht genug bekommen konnte. Es hätte einfach so weiter gehen können mit all den Arien, mit der traumhaften Musik. (…) Regisseur Tilmann Köhler hat aus den gut drei Stunden Musiktheater ein kurzweiliges Vergnügen gemacht.“ Und trotzdem zeigt die Oper Frankfurt Corona-bedingt eine gekürzte Fassung.

Die musikalische Leitung dieser zweiten, den Corona-Bedingungen angepassten Wiederaufnahme hat mit Roland Böer kein Unbekannter an der Oper Frankfurt inne. Ihr war er anfangs als Solorepetitor und von 2002 bis 2008 als Kapellmeister verbunden. Roland Böer ist seit 2009 musikalischer Leiter und seit 2015 auch Künstlerischer Direktor des Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano. Seit der Spielzeit 2018/19 ist er für drei Jahre Erster Gastdirigent des MikhailovskyTheaters in Sankt Petersburg. Zu den Neubesetzungen aus dem Ensemble zählen Cecelia Hall und Bianca Andrew, welche die Titelpartie zum Jahreswechsel übernimmt, sowie Kateryna Kasper als Romilda. Als Gast steigt der Countertenor Eric Jurenas (Arsamene) neu in die Produktion ein.

2018/19 debütierte er als Natascha in Peter Eötvös’ Tri sestry (Drei Schwestern) an der Oper Frankfurt und gastiert daneben an zahlreichen internationalen Opernhäusern. Mit der Produktion bereits vertraut sind das ehemalige Opernstudio-Mitglied Elizabeth Sutphen (Atalanta) sowie aus dem Ensemble Katharina Magiera (Amastre), Božidar Smiljanić (Ariodate) und Thomas Faulkner (Elviro).

Samstag, 31. Oktober 2020, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
MANON LESCAUT
Dramma lirico in vier Akten von Giacomo Puccini
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Sesto Quatrini; nach einer Regie von Àlex Ollé
Mitwirkende: Jessica Rose Cambio (Manon Lescaut), Martin Muehle (Chevalier Renato Des Grieux), Domen Križaj (Lescaut), Alfred Reiter (Geronte de Ravoir), Jonathan Abernethy (Edmondo), Magnús Baldvinsson (Der Wirt / Der Kapitän), Kelsey Lauritano (Ein Musiker), Carlos Andrés Cárdenas (Ein Tanzmeister / Der Laternenanzünder), Božidar Smiljanić (Der Sergeant)

Weitere Vorstellungen: 8. (18.00 Uhr), 13., 15. (18.00 Uhr), 21. November 2020
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 116 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

HEUTE Dienstag, 6. Oktober 2020, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Liederabend JACK SWANSON, Tenor
MALCOLM MARTINEAU, Klavier
Lieder von Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Franz Liszt, Roger Quilter, Francis Poulenc und John Musto
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Jack Swanson. Foto: Lilly Lancaster

Mit seinen Interpretationen der virtuosen und temporeichen Partien von Rossini oder Donizetti feiert Jack Swanson einen Erfolg nach dem anderen. Sowohl in den USA, als auch in Europa ist der aufstrebende junge Tenor kein Unbekannter mehr. Im September 2019 gab der Amerikaner sein umjubeltes Debüt an der Oper Frankfurt und stach in der anspruchsvollen Rolle des Rodrigo in Rossinis Otello als begnadeter Belcanto-Interpret hervor. Jüngste Engagements führten ihn für sein Rollendebüt als Belmonte (Die Entführung aus dem Serail) an die Opera Omaha, als Lindoro (L’italiana in Algeri) und Almaviva (Il barbiere di Siviglia) an die Santa Fe Opera, deren Nachwuchsprogramm er absolvierte, sowie in der Titelpartie von Candide an die Los Angeles Opera und als Ramiro (La Cenerentola) an die Houston Grand Opera. Seinen ersten Nemorino (L’elisir d’amore) sang er in Oslo, außerdem war er bereits an der Oper Köln und beim Glyndebourne Festival zu Gast. Nun kehren Jack Swanson und seine beeindruckende Gesangskunst für einen Liederabend zurück nach Frankfurt.

Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.
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LINZER LANDESTHEATER/Schauspielhaus: KÖNIG ÖDIPUS
TRAGÖDIE VON SOPHOKLES
Deutsch von Peter Krumme

Premiere im Landestheater Linz am Samstag, 10. Oktober 2020 um 19.30 Uhr | Schauspielhaus
Die nächsten Vorstellungstermine: 14., 21., 27. Oktober, 1., 13. November, 4., 10., 17. Dezember 2020
Inszenierung Peter Wittenberg
Bühne Florian Parbs
Kostüme Hanna Rode, Johanna Schraut
Musik Bernhard Moshammer
Chorregie Julia von Sell
Dramaturgie Martin Mader
Ödipus Alexander Hetterle
Kreon Christian Higer
Teiresias Sebastian Hufschmidt
Jokaste Angela Waidmann
Priester / Chorführer Julian Sigl
1. Bote Lutz Zeidler
Hirte Helmuth Häusler
Botin Lorraine Töpfer
Chor Alle Schauspieler*innen dieser Besetzung

ZUM STÜCK
In Theben ist die Pest ausgebrochen. König Ödipus lässt durch seinen Schwager Kreon das Orakel in Delphi um Rat fragen. Das Orakel weissagt, dass erst dann Hilfe für die Stadt eintritt, wenn die Blutschuld – der Mord an König Laios – getilgt ist. Ödipus will die Angelegenheit sofort aufklären, kündigt strenge Bestrafung an und befragt den blinden Seher Teiresias, der erst ausweichend antwortet, dann aber behauptet, Ödipus selbst sei der Mörder. Iokaste beruhigt ihren Gatten Ödipus, da das Orakel prophezeite, dass ihr erster Gemahl – Laios – von seinem eigenen Sohn getötet werden sollte. Ein Bote berichtet vom Tod des Königs Polybos, den Ödipus für seinen Vater hält, und man erfährt, dass jemand vor vielen Jahren das Findelkind Ödipus zu Polybos gebracht hat. Iokaste beginnt die schrecklichen Zusammenhänge zu ahnen und setzt alles daran, dass Ödipus die Wahrheit nicht erfährt … Der junge Ödipus hat auf seiner Wanderschaft nach Theben seinen ihm unbekannten Vater erschlagen, die Stadt Theben von dem Ungeheuer der Sphinx befreit und als Dank die Herrschaft über die Stadt und die Hand Iokastes – seiner Mutter – erhalten.
König Ödipus ist das Musterbeispiel aller Schicksalstragödien und zählt zu den Höhepunkten der dramatischen Literatur der Antike. Die Moderne sieht darin den ersten Kriminalfall, ein Entdeckungsdrama des Menschen in schlimmster Not – als Täter und Opfer.
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Russisches Kulturinstitut in Wien: Russische Seele und die andere Wertigkeiten

Auch Putin ist schon hier gewesen. Vor Jahren. Ohne Gardebegleitung, als ein reservierter, gänzlich unauffälliger Beobachter. Das Russische Kulturinstitut am Wiener Brahmsplatz erinnert in diesen Tagen an seine Gründung vor 45 Jahren. Und weist auf dieses vielfältiges Programmangebot hin, welches für die Wiener wie für hier lebende Russen geboten wird. Ein lehrreiches wie auf Kultur ausgerichtettes. Russische Seele, die friedvoll gestimmte, kann zweifellos bereichernd für die inneren Werte jedes Aufnahmebereiten wirken.

Also, ganz locker sind hier zu genießen: Günstige Sprach- und Musikkurse; eine riesige Bibliothek (russisch müsste man wohl können); im Parterre Ausstellungen über russisches Leben, Landschaften und Kunst, im Hochparterre Spielfilme und Treffen oder Vorträge für Landsleute im Literaturklub. Und wichtig: viele Konzerte von der Klassik bis zu Folklore sind angesetzt. Demnächst, am 21. Oktober, ist die Wiener Staasoper zu Gast, dessen neuer Chefdramaturg Sergio Moabito diskutiert mit Regisseur Dmitri Tschernjakow. Der interessierte Besucher findet schon einiges Beeindruckendes in dieser Anlaufstelle, wohl auch eine Dokumentation politischer Überlegungen für slawisches Empfindungslebens.

Und bitte, auf einen Sprung in die Kurstadt Baden! Im dem zur Zeit dort installierten ‚Festival La Gacilly – Baden Photo‘, Europas größtes Fotofestival mit den Open-Air-Galerien quer durch die Stadt, sind auch von mehreren russischen Fotokünstlern feinsinnig übermittelte Russland-Themenschwerpunkte durchaus zu bestaunen: „Das Zarenreich in Farben“, „Leben in eisiger Kälte“, „Moskau im Wandel“, „St. Petersburg, Stadt der Schatten“ oder „Der slawische Geist“ – Seelenbilder von Schülerinnen in sibirischer Kälte, Oligarchen im altnoblen Tröpferlbad oder von einsamen Mensch in endloser Weite, anderen Wirklichkeiten ausgesetzt. Ja, nochmals, die Auseinandersetzung mit der russische Seele, von Tschaikowski bis zu von völlig anderen Wertigkeiten und Charakterzügen geprägten Menschen des 20. Jahrhunderts vermag nachdrückliche Werte zu vermitteln.

Info: www.russischeskulturinstitut.at  /  

Meinhard Rüdenauer

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