Die MONTAG-PRESSE – 12. OKTOBER 2020

Die MONTAG-PRESSE – 12. OKTOBER 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 12. OKTOBER 2020

Luciano Pavarotti. Foto: Elisa Leonelli (c) – Lesen Sie bitte den Bericht weiter unten.

Playlist: 85 Jahre Luciano Pavarotti
Fünf herausragende Aufnahmen des Star-Tenors
Schon 13 Jahre ist er tot: Luciano Pavarotti, der Dreizentner-Mann aus Modena. Pavarotti war eine „Marke“, der die hehre Klassik auf Tuchfühlung mit der Pop-Kultur brachte. Zu seinem 85. Geburtstag am 12. Oktober staunen wir gerne noch einmal über seine Audio- und Video-Hinterlassenschaft. Und erinnern uns an eine Tenorstimme, für die das magische hohe C nicht wirklich eine Hürde darstellte.
BR-Klassik.de

Testen Sie Ihr Wissen im Klassik-Quiz – Folge 9
Die heutigen fünf Fragen orientieren sich allesamt an aktuell wiederkehrenden Jahrestagen. Viel Spaß und Erfolg mit Quiz Nr. 9!
Klassik-begeistert-Autor und Top-Quizzer Guido Marquardt stellt Ihnen jeden Samstag fünf Quizfragen aus der Welt der Klassischen Musik – als offene Fragen, ohne Multiple-Choice-Optionen.
Guido Marquardt testet Ihr Klassikwissen
https://klassik-begeistert.de/das-klassik-quiz-folge-9/

Eine wahre Kostbarkeit! – nicht nur für Verehrer Petrenkos
Die Berliner Philharmoniker, eines der bedeutendsten und renommiertesten Orchester der Welt, waren seit den Anfängen der Schallplattenindustrie stets von den großen Plattenfirmen umworben. In der Hochblüte der Vinyl-Ära verhalf der Exklusiv-Vertrag Herbert von Karajans mit dem Gelblabel der Deutschen Grammophon-Gesellschaft auch dem Orchester zu einer dominierenden Stellung auf dem Klassikmarkt. Noch unter Karajans Nachfolger Claudio Abbado entstanden zahlreiche Einspielungen, aber die Tonträger-Branche befand sich da bereits in einem deutlichen Abschwung.
Eine CD-Kritik von Peter Sommeregger
Klassik-gegeistert

Wien/ Staatsoper
Regisseur Hans Neuenfels: „Macht macht mies“
Der Regie-Gigant über Mozarts „Entführung aus dem Serail“, Machtspiele und Butterbrote für Hunde.
Kurier

Wien
Sanfter Beginn
Antrittskonzert von Symphoniker-Chef Orozco-Estrada.
Während Wien einen Bürgermeister wählt, hat das Orchester der Stadt seinen künftigen Leiter längst gefunden: Andrés Orozco-Estrada waltete am Samstag erstmals seines Amts als Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Dabei hat der gebürtige Kolumbianer, stadtbekannt seit seinen Jahren als Prinzipal des Tonkünstler-Orchesters, zwar noch nicht alle Erwartungen erfüllt, die kommenden fünf Jahre aber vielversprechend eröffnet.
Wiener Zeitung

Orozco-Estrada mit den Symphonikern: Launige Fanfaren im Musikaquarium
Die Wiener Symphoniker fulminant im Wiener Konzerthaus beim Antrittskonzert des Kolumbianers Andrés Orozco-Estrada
Der Standard

Corona: Die Klassik lernt improvisieren
Nach dem Lockdown im Frühling ist das Konzertleben in Deutschland wieder angelaufen. Jetzt steigen die Corona-Zahlen – eine Herausforderung für die Branche.
https://www.dw.com/de/corona-die-klassik-lernt-improvisieren/a-55234375

Berlin
Mit Nebel- und Laserkanone –
„Aus dem Hinterhalt: Macht der Künste“ an der Deutschen Oper Berlin
Neue Musikzeitung/nmz.de

Augsburg
„Orfeo“ am Staatstheater Augsburg: Lieber sterben als ewig auf dem Sofa winken
Frisch desinfizierte VR-Brillen lagen für jeden Zuschauer bereit: Das Staatstheater Augsburg entführte das Publikum ins digitale Elysium – in dem die Kunst allerdings nicht mehr gebraucht wird. Eine wagemutige Inszenierung nur für Schwindelfreie!
BR-Klassik.de

Würzburg
„Garten der Lüste“: Magische Händel-Oper in der Blauen Halle
Magierin liebt Held, Held liebt Sterbliche, Magierin ist sauer: Mit einer spektakulären Barockoper ist das Mainfranken Theater in die Musiktheater-Saison gestartet.
Mainpost.de

Halberstadt
Three Ladies und ein Mann: Die flotten Weiber von Halberstadt
https://www.nmz.de/online/three-ladies-und-ein-mann-die-flotten-weiber-von-halberstadt

Bremen
So sehr hat Corona den Spielplan der Bremer Theater verändert
Mit angepasstem Eintritt, leeren Reihen und Abstandregelungen hat der neue Spielplan in den Bremer Theatern begonnen. Das läuft teilweise sogar ganz gut.
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/theatertrotzcorona-100.html

Leipzig
Ensemblefestival für aktuelle Musik Leipzig 2020 Vom 19. bis 22. November
2020 wird in Leipzig erstmalig das Ensemblefestival für aktuelle Musik stattfinden.
https://www.nmz.de/kiz/nachrichten/ensemblefestival-fuer-aktuelle-musik-leipzig-2020

Links zu englischsprachigen Artikeln

Stockholm
The Royal Swedish Opera’s Revival of Rufus Wainwright’s “Prima Donna’ Opens October 10
https://operawire.com/the-royal-swedish-operas-revival-of-rufus-wainwrights

London
BWW Review: THE ROYAL BALLET: BACK ON STAGE, Royal Opera House
https://www.broadwayworld.com/westend/article/BWW-Review-THE

ETO Autumn 2020 Season Announcement: Lyric Solitude
English Touring Opera are delighted to announce a season of lyric monodramas to tour nationally from October to December.
http://www.operatoday.com/content/reviews/

Philadelphia
Beethoven meets artificial intelligence at The Philadelphia Orchestra
https://bachtrack.com/de_DE/review-video-nezet-seguin-anadol

Cleveland
Cleveland Orchestra plans return to live concerts Oct. 15 with new online streaming options
https://www.cleveland.com/entertainment/2020/10/cleveland-orchestra

Peking
China classical music festival to feature Wuhan musicians
China is holding its first classical music festival since the start of the coronavirus pandemic
https://mainichi.jp/english/articles/20201011/p2g/00m/0et/046000c

Feuilleton
Word Search: Complete the Title of these Verdi Operas
https://operawire.com/word-search-complete-the-title-of-these-verdi-operas/

Obituary
Maynard Solomon, Provocative Biographer of Composers, Dies at 90
Mr. Solomon probed the psyches of Mozart and Beethoven in critically acclaimed works; he was also co-founder of Vanguard, an adventurous record label.
https://www.nytimes.com/2020/10/08/arts/music/maynard-solomon-dead.html

Ballett/ Tanz

Gießen
Berühren verboten
Das Stadttheater zeigt den Tanzabend „Carmen“ aus der vergangenen Spielzeit jetzt im Großen Haus. Pandemiebedingt in einer Social-Distancing-Variante.
https://www.giessener-allgemeine.de/giessen/beruehren-verboten-13917704.html

Sprechtheater

Begegnung mit Schriftsteller Joachim Meyerhoff Wie leben nach einem Schlaganfall?
Joachim Meyerhoff ist Bestsellerautor und Schauspieler an der Schaubühne. Mit 51 erlitt er einen Schlaganfall und versucht nun, frei und vernünftig zu sein
Tagesspiegel

„Mein Kampf“ am Burgtheater: Scherz kommt von Schmerz
Regisseur Itay Tiran inszeniert George Taboris Hitler-Groteske als Albtraum eines Shoa-Überlebenden.
Wiener Zeitung.de

Wien/ Burgtheater/ Kommentar
Mit Franzl und Sisi im Burgtheater
Wer im Burgtheater eine Loge bucht, muss aus Corona-Gründen alle vier Plätze nehmen, egal, wie viele er beansprucht. Wogegen nichts einzuwenden ist. Zumal die Gesellschaft exquisit sein kann. Neulich zum Beispiel, aus eigener Erfahrung geplaudert, saßen meine Begleiterin und ich mit Kaiser Franz Joseph und seiner Sisi in derselben Loge – und zwar wir vorne, die beiden Majestäten hinten. Corona macht’s möglich.
Wiener Zeitung

Ausstellungen/ Kunst

Köln/ Museum Ludwig
Achtung, Fake! Ein Museum flüchtet nach vorn
Böse Überraschung: Fast die Hälfte der Sammlung Russischer Avantgarde im Kölner Museum Ludwig ist wohl nicht echt. Was macht man da? Eine tolle Ausstellung, die auch zeigt, mit welchen Methoden sich Betrug entlarven lässt.
Die Presse
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Unter’m Strich

Corona in Bayern: Söder wird noch deutlicher und spricht von Lockdown – „Wir haben fünf vor zwölf“
Die Zahl der Neu-Infektionen steigt auch in Bayern. Markus Söder sieht in Deutschland und im Freistaat eine besorgniserregende Entwicklung.
Münchner Merkur

Lockdown ab November, „wenn es wirklich eskaliert“
Die Regierung plant ab November offenbar einen „sanften“ Lockdown! Sollte sich die Corona-Lage aber nicht bessern, könnte dieser auch „hart“ werden.
Heute.at

Politischer Insider aus Berlin über die Corona-Maßnahmen: „So funktionieren totalitäre Regime – so war es in der DDR“
Epochtimes.de

WHO-Offizieller fordert Staats- und Regierungschefs auf, Lockdown zu vermeiden – Tourismusbranche besonders betroffen
Epochtmimes.de

Stockholm
Nobelpreis der Physik der Forschung zu Schwarzen Löchern
Die Nobelpreisträger der Physik sind in diesem Jahr Roger Penrose zur einen Hälfte und zur anderen Reinhard Genzel und Andrea Ghez.
https://www.nau.ch/news/europa/nobelpreis-der-physik-fur-forschung

 

INFOS DES TAGES (MONTAG, 12. OKTOBER 2020)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 12. OKTOBER 2020)

Quelle: onlinemerker.com

Wiener Staatsoper: HEUTE PREMIERE „DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL“ (live als Stream zu sehen)

(19 -22 h)

RESTKARTEN ERHÄLTLICH


Goran Juric (Sänger /Osmin), Regula Mühlemann (Blonde /Sängerin), Stella Roberts (Blonde/ Schauspielerin). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Ein deutsches Singspiel in drei Aufzügen

  • Musikalische Leitung Antonello Manacorda
  • Inszenierung Hans Neuenfels
  • Mit Christian Nickel, Lisette Oropesa, Emanuela von Frankenberg, Regula Mühlemann, Stella Roberts, Goran Jurić, Andreas Grötzinger, Daniel Behle, Christian Natter, Michael Laurenz, Ludwig Blochberger


Andreas Grötzinger (Osmin/ Schauspieler), Lodwig Blochberger (Pedrillo/ Schauspieler). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Unsere Live-Streams aus der Wiener Staatsoper sind ab dieser Saison in Österreich – und vorerst auch international – kostenlos abrufbar. Falls Sie bereits einen Account besitzen, können Sie sich hier einloggen, um auf den Stream zugreifen zu können: https://play.wiener-staatsoper.at/login, falls nicht, können Sie sich hier registrieren: https://play.wiener-staatsoper.at/register. Die Bezahlangebote und Abos für den Live-Stream werden somit in der aktuellen Spielzeit nicht weitergeführt.

Das Live-Stream-Angebot kann mit Windows-PCs und Apple Computern per Webbrowser genutzt werden. Für die mobilen Plattformen von Apple und Android laden Sie bitte die eigens dafür bereitgestellten Apps aus den App-Stores. Besitzerinnen und Besitzern von Smart-TV Hardware (Apple TV, Google Chromecast, Amazon Fire TV) bieten wir ebenfalls Unterstützung an. Unser Live-Angebot steht Ihnen maximal 72 Stunden nach Beginn zur Verfügung.

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12.10. Luciano PAVAROTTI hätte seinen 85. Geburtstag gefeiert

Pavarotti and Me - Cultural Weekly
Luciano Pavarotti. Foto: Elisa Leonelli

Playlist: 85 Jahre Luciano Pavarotti
Fünf herausragende Aufnahmen des Star-Tenors
Schon 13 Jahre ist er tot: Luciano Pavarotti, der Dreizentner-Mann aus Modena. Pavarotti war eine „Marke“, der die hehre Klassik auf Tuchfühlung mit der Pop-Kultur brachte. Zu seinem 85. Geburtstag am 12. Oktober staunen wir gerne noch einmal über seine Audio- und Video-Hinterlassenschaft. Und erinnern uns an eine Tenorstimme, für die das magische hohe C nicht wirklich eine Hürde darstellte.
BR-Klassik.de

 Sein Vater Fernando Pavarotti (1912-2002) war Chorsänger, er selbst studierte zunächst Pädagogik an der Scuola delle Magistrale in Modena und war dann zwei Jahre als Volksschullehrer in Modena tätig. Er entschloss sich jedoch, seine Stimme ausbilden zu lassen und absolvierte ein sechsjähriges Studium bei Arrigo Pola in Modena und bei Ettore Campogalliani in Mantua. 1961 gewann er den Internationalen Gesangwettbewerb von Reggio Emilia und hatte daraufhin am dortigen Opernhaus sein Debüt als Rodolfo in »La Bohème« (1961). Nach ersten Erfolgen in Italien debütierte er, wieder als Rodolfo in »La Bohème«, 1963 an der Wiener Staatsoper, an der er bis 1996 in insgesamt 56 Vorstellungen auch als Herzog im »Rigoletto«, als Manrico im »Troubadour«, als Nemorino in »L’Elisir d‘amore«, als Radames in »Aida«, als Cavaradossi in »Tosca«, als Rodolfo in Verdis »Luisa Miller«, als Gustavo in Verdis »Un ballo in maschera«, in der Titelrolle in »Andrea Chénier« von Giordano und in einem Galakonzert mit Mirella Freni auftrat. 1963 gastierte er in Amsterdam als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«. Es schlossen sich glanzvolle Gastspiele in Hamburg und Zürich an. Den Rodolfo in »La Bohème«, eine seiner großen Glanzrollen, sang er dann auch als Antrittsrolle am Teatro San Carlo Neapel (1964). Im September 1964 ersetzte er an der Covent Garden Oper London den erkrankten Giuseppe di Stefano als Rodolfo in »La Bohème«. Im gleichen Jahr bewunderte man dort sowie bei den Festspielen von Glyndebourne seinen Idamante in Mozarts »Idomeneo«. Seitdem ständige Auftritte an der Covent Garden Oper London u.a. als Tonio in »La Fille du Régiment« von Donizetti, als Elvino in »La Sonnambula«, als Herzog im »Rigoletto«, als Alfredo in »La Traviata« und als Edgardo. 1964 debütierte er als Idamante am Grand Théâtre Genf, an dem er auch 1984 den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera« sang sowie 1981 und 1984 erfolgreiche Liederabende gab. 1964 unternahm er eine ausgedehnte Tournee durch Spanien, Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei. 1965 gastierte er erstmalig in Nordamerika, und zwar an der Oper von Miami als Partner der berühmten Primadonna Joan Sutherland in »Lucia di Lammermoor«. Mit ihr zusammen unternahm er anschließend eine große Operntournee durch Australien, bei der er als Nemorino und als Alfredo auftrat. Als erste Partie an der Mailänder Scala sang er 1965 den Herzog im »Rigoletto«, dann bis 1992 auch den Rodolfo in »La Bohème«, den Tebaldo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, das Tenor-Solo im Verdi-Requiem, den Tonio in »La Fille du Régiment«, den Des Grieux in Massenets »Manon«, den Nemorino, den Fernando in Donizettis »La Favorita«, den Rodolfo in »Luisa Miller«, den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, den Cavardossi, den Edgardo, den Radames und den Don Carlos von Verdi sowie mehrere Liederabende. Beim Edinburgh Festival gastierte er 1967 als Tebaldo und 1974 im Verdi-Requiem. 1967 debütierte er an der San Francisco Opera einmal mehr als Rodolfo in »La Bohème«. Dort trat er bis 1991 auch als Edgardo, als Nemorino, als Riccardo, als Fernando, als Rodolfo in »Luisa Miller«, als Manrico, als Calaf in »Turandot« von Puccini, als Cavaradossi, als Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli und als Radames sowie in mehreren Liederabenden auf. 1968 erschien er am Teatro Bellini Catania als Arturo in »I Puritani« von Bellini. Seit 1968 Gastspiele an der Grand Opéra Paris (u.a. als Rodolfo sowohl in »La Bohème« wie in »Luisa Miller«, als Cavaradossi, als Nemorino und als Gustavo) und am Gran Teatre del Liceu in Barcelona (u.a. 1971 als Partner von Montserrat Caballé). Im November 1968 sang er als Antrittsrolle an der Metropolitan Oper New York wiederum den Rodolfo in »La Bohème«. Seitdem trat er in den folgenden 36 Jahren fast in jeder Spielzeit an diesem Haus auf, an dem er 20 Partien in insgesamt 378 Vorstellungen sang: den Edgardo, den Alfredo, den Tonio, den Herzog im »Rigoletto«, den Nemorino, den Arturo, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Manrico, den Fernando, den Cavaradossi, den Riccardo, den Rodolfo in »Luisa Miller«, den Idomeneo von Mozart (1982 in der dortigen Premiere der Oper), den Ernani von Verdi, den Radames, den Oronte in »I Lombardi« von Verdi, den Canio im »Bajazzo«, den Andrea Chénier und den Calaf. Im November 1998 sang er an der Metropolitan Oper New York in einem Gala-Konzert anlässlich seines 30jährigen Haus-Jubiläums. 1969 hörte man ihn an der Oper von Rom als Oronte. Sehr große Erfolge hatte er bei den Festspielen in der Arena von Verona (1971-73, 1976, 1978, 1980, 1985). Seit 1971 hatte er eine große Karriere an der Oper von Philadelphia, seit 1973 an der Oper von Chicago. 1973 verlieh ihm die Stadt Neapel eine Goldmedaille zum 100. Geburtstag des großen Tenors Enrico Caruso. Bei den Salzburger Festspielen gab er 1976, 1978, 1985 und 1988 glanzvolle Liederabende; er sang dort 1978 auch den italienischen Sänger im »Rosenkavalier« und 1983 den Idomeneo. Bei den dortigen Osterfestspielen sang er unter Herbert von Karajan 1975 den Rodolfo in »La Bohème« und 1989 den Cavaradossi. Seit 1977 traten seine großen Konzertauftritte (zum Teil in Freiluftkonzerten vor zehntausenden von Zuhörern) und seine Tätigkeit beim Fernsehen mehr in den Vordergrund, doch ging er auch weiter seiner glänzenden Bühnenkarriere nach. Er gab erstmals 1990 in den Thermen des Caracalla in Rom (anlässlich der in Italien ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft) zusammen mit den berühmten Tenören Placido Domingo und José Carreras ein gemeinsames Gala-Konzert, das die drei Sänger bei zahlreichen Tourneen, u.a. 1996 bei einer Welt-Tournee, wiederholten. Auch bei den Fußball-Weltmeisterschaften 1994 in Los Angeles und 1998 in Paris gaben »die drei Tenöre« Gala-Konzerte; bei dem zuletzt erwähnten Konzert in Paris wohnten weltweit zwei Milliarden Zuschauer und Zuhörer (!) über Radio und Fernsehen dem spektakulären Ereignis bei. 1991 sang er erstmalig in Chicago, dann auch in New York den Otello in konzertanten Aufführungen dieser Verdi-Oper. 1996 gastierte er am Teatro San Carlo Neapel als Cavaradossi. Im Januar 2000 sang er in Rom in einer Galavorstellung zum 100. Jahrestag der Uraufführung von Puccinis »Tosca« den Cavaradossi. Seinen Wohnsitz behielt der Sänger in seiner Heimatstadt Modena, wo er 2007 starb. – Einer der bedeutendsten Tenöre seiner künstlerischen Generation. Seine lyrische, aber doch kraftvolle, technisch vorbildlich beherrschte Tenorstimme kam vom rein lyrischen Repertoire im Lauf ihrer Entwicklung zum dramatischen Fach, ohne etwas von ihrer musikalischen Schönheit zu verlieren. Seine Bühnenpräsenz wie seine darstellerische Begabung wurden immer wieder hervorgehoben. Seine Erinnerungen gab er unter dem Titel »My Own Story« (London 1981; auf deutsch »Meine Welt – mein Leben«, München, 1995) heraus.

Weitere Lit: G. Gualerzi: Luciano Pavarotti (in »Opera«, 1981); M. Mayer: Grandissimo Pavarotti (Garden City NY, 1981);  M. Mayer & G. Fitzgerald: »Pavarotti, Mythos, Methode und Magie« (Zürich, 1992)

Schallplatten: Aufnahmen auf Decca (vollständige Opern »La Bohème«, »Madame Butterfly«, Orombello in »Beatrice di Tenda« von Bellini, »Lucia di Lammermoor«, »L’Elisir d’amore«, Tonio in »La Fille du Régiment«, Leicester in »Maria Stuarda« von Donizetti, italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, »Un ballo in maschera«, »Luisa Miller«, »Rigoletto«, »La Traviata«, »Macbeth«, Oronte in »I Lombardi« und Ernani von Verdi, »Mefistofele« von Boito, »Pagliacci«, »Idomeneo«, Radames in »Aida«, »Norma« mit Joan Sutherland und Montserrat Caballé, Verdi-Requiem in einer Aufnahme zum 100. Geburtstag von Arturo Toscanini unter Karajan). Es ist als interessant anzumerken, dass in zwei seiner Opernaufnahmen (»Luisa Miller« und »Pagliacci«) sein Vater, Fernando Pavarotti, in kleinen Comprimario-Partien mitwirkt. Auf HMV ist Luciano Pavarotti in »L’Amico Fritz« von Mascagni, auf HRE in »Manon« von Massenet, in »Tosca« und in Mozarts »Idomeneo« anzutreffen, auf DGG in »La Traviata«, »Rigoletto« und in »Un ballo in maschera«, auf EMI in »Don Carlos« von Verdi, auf Gala als Enzo in »La Gioconda« (San Francisco 1979); auf Warner-Video als Radames in »Aida« (San Francisco 1981), auf DGG-Video als Riccardo in »Un ballo in maschera« (Metropolitan Oper 1991) und als Manrico im »Troubadour« (Metropolitan Oper 1988), auf EMI-Video in der Titelrolle in Verdis »Don Carlos« (Scala 1992), auf Pioneer-Video in »Aida« und in »La Bohème«, auf RCA-Video in »Tosca«, auf Decca Video-Aufnahmen von Konzerten (darunter »The Three Tenors«, Rom 1990 und Paris 1998). Dazu existiert eine unübersehbare Fülle von weiteren Schallplatten- und Videoaufnahmen, wobei es sich zum Teil um Mitschnitte von Aufführungen auf Privatmarken handelt.

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MÜNCHEN: The Ninth Wave — Ode to Nature. Schwere Reiter, 17. — 20. Dezember 2020

Tauffest für Ludwig van: Eine atemberaubende Symphonie von Stefan Winter  aus Krach, fabelhaften Geräuschen, Live-Musik und Avantgardefilm über  die Schönheit der Natur und die Tragödie des Menschen. Verrückte beethovensche Musik erfüllt den Raum, Klänge rufen Erinnerungen wach,  fantastische Bilder erscheinen auf dem Körper einer weiblichen Skulptur,  die zum Leben erwacht und neun Allegorien [Schöpfung, Endlichkeit,  Schönheit, Verlorenheit, Flucht, Suche, Ohnmacht, Hass, Trostlosigkeit]  durchlebt.

Bilder und Klänge erzählen von Wasser und Luft, unbedeutend, doch  elementarer Ursprung unseres Seins, vom Elisium, vom vollkommenen Glück,  von der Styx, vom Fluss des Grauens, vom Wasserfall aus blutroten Tränen  im grünen Regenwald, von Schatten Toter im Wüstensand, vom Floß  verlorener Menschen auf offener See, von Untergang des blauen Planeten  und dem Erwachen der Liebe.

Buch und Regie: Stefan Winter / Komposition: Fumio Yasuda / Live -Musik-Dirigent: Aarón Zapico / Klavier für vier Hände: Ferhan & Ferzan
Önder / Klarinette: Joachim Badenhorst / Bassklarinette: Gareth Davis /  Bratsche: Geneviève Strosser, Klaus-Peter Werani / Geräusche: Mathis
Nitschke, Stefan Winter
Tanz, Choreografie in der Filminstallation: Aki Tsujita
Darsteller, Wanderer: Aisha Ibrahim and Stefan Winter / Körper im roten  Kleid im Treibgut: Latifa Were / Flüchtlinge auf dem Floß und Körper im  roten Sand: Aisha Ibrahim, Latifa Were, Ahmed Adam, Ridhwan Kiluwash,  Saidi Makame, Mbamba, Ridhwan Mohamed, Saidi Mpakarangi, Selemani  Shabani, Babu Ali Suleiman, Najim Suleiman
Kamera: Gernot Aschoff /Assistent: Florian Epple / Filmstudio  Screencraft München / Schnitt: Lena Flecke, B.O.A. Videofilmkunst /
Colorgrading, Endbearbeitung: Marcus Adam, Scanwerk / Produktion für Neue Klangkunst: Mariko Takahashi
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ONLINE-PETITION ZUM ERHALT DES MARIONETTENTHEATERS SCHÖNBRUNN

Nach 25jähriger Theateraufbauarbeit ohne laufende Subventionen, arbeiten wir intensiv daran Förderungen zu bekommen um die Covid-Krise zu überstehen! Durch den Wegfall unserer weltweiten Tourneen, sowie die massiven Einschränkungen im Theaterbetrieb ist die Existenz unseres Theaters bedroht.

Bitte unterstütze uns mit deiner Unterschrift ❤

UNTERSCHREIBEN

Zum Erhalt des Marionettentheaters Schloss Schönbrunn

Aktuelles vom 07.10.2020: Online-Petition soll Schönbrunner Marionettentheater retten
https://www.marionettentheater.at/
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VENEDIGS KONZERTLANDSCHAFT IM SEPTEMBER 2020


Musica a Palazzo: Die Fondamenta Duodo o Barbarigo. Foto: Andrea Matzker

Venedigs Konzertlandschaft im September 2020

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

In Venedig, der Stadt, die eigentlich insgesamt sowieso schon ein einziges Juwel darstellt, gibt es viele, recht versteckte und verborgene Orte, die es sich unbedingt lohnt aufzusuchen. Eine dieser Initiativen ist „Musica a Palazzo“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Oper mit erstklassigen Sängern und Darstellern in der anheimelnden, gemütlichen, vor allem aber edlen und originalen Atmosphäre eines venezianischen Palazzo aufzuführen.


Musica a Palazzo. Die Szenerie während der Aufführung von La Traviata am 2. September 2020. Foto: Andrea Matzker


Das Konzertprogramm vom 2. September 2020. Foto: Andrea Matzker

Nach ordnungsgemäßer Anmeldung wird man durch eine großzügige Vorhalle und über eine große Treppe im Piano nobile mit einem Glas Prosecco empfangen und zu seinem Platz geleitet. Alles geschieht selbstverständlich unter Berücksichtigung aller Corona-Schutzmaßnahmen. Die sicherlich größte Überraschung in diesem angenehmen Ambiente ist, dass die Sänger von La Traviata durchweg von allererstem Niveau sind, wie man sie selbst selten auf den Bühnen der Welt hört. Recht abenteuerlich ist allerdings der Weg bis zum Palazzo Barbarigo-Minotto, der zwar am Canal Grande liegt, aber nur zu Fuß über die Stadt zu erreichen ist. Mit dem Vaporetto fährt man am besten bis zur Haltestelle San Giglio und geht bis zur gleichnamigen Kirche. Bei einem romantischen Spaziergang über die schmale Gasse Fondamenta Duodo o Barbarigo in Richtung zurück zum Canal Grande, aber ohne ihn zu erreichen, geht man rechts durch einen ganz schmalen Gang und klingelt an einer völlig unauffälligen, einfachen Klingel. Umso größer ist das Erstaunen, wenn man den riesigen Palast betritt. Die Vorstellungen dauern pandemie-bedingt nicht lange; unbedingt nötig ist es aber in jedem Fall, sich rechtzeitig anzumelden, da nicht allzu viele Plätze zur Verfügung stehen.


San Vidal. Foto: Andrea Matzker. Foto: Andrea Matzker


San Vidal, kurz vor Konzertbeginn. Foto: Andrea Matzker

Als weitere Formation, die insbesondere in Venedig aber auch weltweit hinlänglich bekannt ist, da sie seit 1987 existiert, sind die Interpreti Veneziani tätig, die regelmäßig ein typisch venezianisches Konzert veranstalten und für gewöhnlich in ihrer Stammkirche Chiesa San Vidal an der Accademia-Brücke auftreten. Die Akustik ist allein schon daher faszinierend, da sie sich in all den Jahrhunderten zuvor ebenso angehört hat. Besonders beliebt sind ihre Konzerte mit typisch venezianischer Musik, wie von Antonio Vivaldi, aber auch von Arcangelo Corelli oder Wolfgang Amadeus Mozart. „Die vier Jahreszeiten“ gehören selbstverständlich zu ihrem bekanntesten Programm. Die Kirche San Vidal ist um das Jahr 1084 gegründet worden und mit vielen kostbaren Gemälden ausgestattet. Ihre Außenfassade wurde 1725 bis 1735 von Andrea Tirali, inspiriert durch Andrea Palladio, entworfen. In ihr befindet sich die Ruhestätte des berühmten venezianischen Musikers und Komponisten Baldassare Galuppi (1706-1785), dessen Denkmal in seinem Geburtsort Burano steht.


San Vidal, Konzertprogramm im September. Foto: Andrea Matzker

Neben diesen beiden Veranstaltungen gab es noch viele mehr, zum Beispiel auch die Orgelkonzerte mit diversen, vielfach ausgezeichneten Organisten in der Kirche San Trovaso. Ein viel besichtigter Anziehungspunkt der Stadt war, besonders auch in diesem Jahr, die panoramaprägende, bedeutende Barockkirche Santa Maria della Salute, die, nach einem Versprechen vom 22.10.1630, zum Dank für das Ende der damaligen Pest zu Ehren der Madonna entstand. Die Epidemie war damals durch eine einzige Person in die Stadt getragen worden und hatte die Bevölkerung Venedigs von 46.000 Einwohnern um ein Drittel dezimiert.


Santa Maria della Salute von der Terrasse des Hotel Monaco Grand Canal aus gesehen. Foto: Andrea Matzker

Luchino Visconti zeichnete die katastrophale Situation der Stadt während einer Cholera-Epidemie in seinem Film „Tod in Venedig“ einprägsam genug. Gemeinsam mit dem Redentore ist die Salute eine der zwei Votivkirchen der Stadt. Der Architekt Baldassare Longhena, der auch Cà Rezzonico erschuf, baute fast sein ganzes Leben lang an ihrer Errichtung. Erst fünf Jahre nach seinem Tod, 1687, konnte sie geweiht werden. Die Kirche ruht auf über 1 Million Stämmen von je 4 m Länge. Allein dafür dauerte die Bauzeit 2,2 Jahre. Um das Gewicht der Kuppel zu reduzieren, konstruierte Longhena eine leichte, zweischalige Kuppel aus Holz, die anschließend verputzt wurde. Sie besteht aus istrischem Stein und leichten Ziegeln, die mit einer Schicht Marmorino (pulverisiertem Marmor) überzogen wurden. Auf der größeren Kuppel steht die Madonna und auf der kleineren der Schutzpatron der Stadt, der heilige Markus. Der achteckige Zentralbau mit der Hauptpassage zum Canal Grande hin zeichnet sich in der äußeren Architektur durch die Besonderheit der riesigen Voluten aus. Im Inneren befinden sich Meisterwerke von Tizian und Tintoretto.


Santa Maria della Salute. Foto: Andrea Matzker


Bei Vollmond. Foto: Andrea Matzker

Seit über dreihundert Jahren findet jährlich am 21. November das zum Dank an die Madonna für die Errettung von der Pest bestimmte große Fest statt, für das eine Schiffsbrücke von Santa Maria del Giglio über den Canal Grande bis zur Salute hin gebaut wird, über die eine Prozession verläuft. Viele Pilger besuchen die Kirche noch – oder vielleicht gerade – heute, und in den ersten Tagen des September 2020 traf man dort auch auf den durch Hochwasser und Corona leidgeprüften Bürgermeister der Stadt, Luigi Brugnaro, der für seine Stadt und ihre Einwohner zur Madonna betete, damit diese unheilvolle Pandemie beendet werden möge. Mit seiner unvergleichlichen und positiven Ausstrahlung verließ er die Kirche und machte seinen Mitbürgern Mut: „Assieme ce la faremo“, was so viel bedeutet wie „Zusammen schaffen wir das!“

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ORF „kulturMontag“: Philosophische „Peanuts“, Thunberg-Doku im Kino, Klassikbranche in der weltweiten Krise

 Außerdem: in memoriam „Landschaften der Erinnerung – Das Weiterleben der Ruth Klüger“, danach „Orson Welles – Tragisches Genie“ zum 35. Todestag

Wien (OTS) – Der „kulturMontag“ mit Clarissa Stadler am 12. Oktober 2020 um 22.30 Uhr in ORF 2 widmet sich zunächst dem philosophischen Gehalt von Charles M. Schulz‘ berühmter Comic-Serie „Peanuts“, die dieser Tage ihren 70. Geburtstag feiert. Weiters blickt die Sendung u. a. auf den neuen Dokumentarfilm „I am Greta“ über die Umweltaktivistin und „Fridays for Future“-Begründerin Greta Thunberg, der demnächst im Kino anläuft, und befasst sich mit der Corona-bedingten weltweiten Krise der Klassikbranche, die besonders in den USA enorme Ausmaße nimmt. Anschließend an das Magazin zeigt ORF 2 um 23.15 Uhr die Dokumentation „Landschaften der Erinnerung – Das Weiterleben der Ruth Klüger“ in Gedenken an die kürzlich verstorbene Autorin und Literaturwissenschafterin. Danach steht das neue Porträt „Orson Welles – Tragisches Genie“ (0.10 Uhr) zum 35. Todestag des Filmemachers auf dem Programm.

Sinnfragen und Sinnlosigkeiten – Snoopy, der wichtigste Philosoph der Welt

Die einen finden Trost und Rat bei Sokrates oder Seneca, für andere ist Snoopy von den „Peanuts“ der wichtigste Philosoph unserer Zeit. Die berühmte Comicserie, die dieser Tage 70 wird, ist ein großes philosophisches Experimentiertagebuch ihres Schöpfers Charles M. Schulz. Als er im Jahr 1950 seine ersten Cartoons veröffentlichte, ahnte noch niemand, wie tiefgreifend sie später die Gesellschaft analysieren würden. Bis zu seinem Tod sollte Schulz fast 18.000 Folgen zeichnen, die in mehr als 2600 Zeitungen in 75 Ländern und 21 Sprachen mehr als 350 Millionen Leser/innen fanden. In Corona-Zeiten erleben die pop-kulturellen Helden des US-amerikanischen Erfinders dank Social Media eine Renaissance. Schon 1963 erkannte der italienische Dichter und Denker Umberto Eco das poetische wie philosophische Potenzial der „Peanuts“, insbesondere auch seiner neurotischen wie existentialistischen Hauptfigur Charlie Brown. Der deutsche Literaturkritiker Denis Scheck hat die kleinen Helden der Populärkultur gar in seinen Kanon der 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur aufgenommen.

Anklage und Appell – Galionsfigur Greta Thunberg demnächst im Kino

„Wir müssen weiter über die Klimakrise sprechen und Veränderungen einfordern“, monierte die 17-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg kürzlich bei den Filmfestspielen in Venedig. Nicht von ungefähr feierte dort der Dokumentarfilm „I am Greta“ kürzlich seine Weltpremiere, spiegelt sich doch die Klimakatastrophe in der berühmten Lagunenstadt am eklatantesten wider. Seit zwei Jahren kämpft die „Fridays for Future“-Initiatorin für einen radikalen Wandel. Mittlerweile ist die junge Schwedin zur Ikone einer weltweiten Bewegung für den Klimaschutz geworden. Dafür wurde sie mit dem Menschenrechtspreis von „Amnesty International“ und dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Das „Time Magazine“ kürte Greta Thunberg zur Person des Jahres 2019. Wie wurde aus dem schüchternen Mädchen, das seit seiner Geburt am Asperger-Syndrom leidet, ein Vorbild für Millionen Menschen? Regisseur Nathan Grossman und sein Team haben Thunberg über ein Jahr lang begleitet. Ihren Film verstehen beide als Appell, die Klimakrise endlich ernst zu nehmen.

Wagemut und Widrigkeiten – Klassikbranche in der Krise

Während hierzulande der Klassik-Betrieb langsam wieder in die Gänge kommt – wie u. a. an der Wiener Staatsoper, wo am Montag „Die Entführung aus dem Serail“-Premiere ansteht – und auch weltweit Musiktheater nach Kräften versuchen, ihren Spielbetrieb zu retten, kämpft man in den USA ums nackte Überleben. Ob die legendäre Carnegie-Hall, die frühestens ab Jänner öffnen darf, oder die Metropolitan Opera, die ihre Corona-bedingte Schließzeit gar bis September 2021 verlängern muss, ob Sänger/innen oder Orchester, die auf die Straße gesetzt wurden – eine ganze Branche steht vor dem Abgrund. Ihre Rettung hat bei der US-Politik keinerlei Priorität, staatliche Unterstützung ist für Kunst und Kultur nicht vorgesehen. Kein Wunder, dass im Land der sonst unbegrenzten Möglichkeiten eine gewisse Mutlosigkeit herrscht. Stardirigent Franz Welser-Möst, zuletzt bei den Salzburger Festspielen wie an der Wiener Staatsoper umjubelt, will mit seinem Cleveland Orchestra endlich wieder spielen und entwickelt zurzeit einen Covid-konformen Plan. Muss im globalen Musikbusiness ein Paradigmenwechsel stattfinden? Das analysieren „Met“-Direktor Peter Gelb, Pultstar Franz Welser-Möst, Künstler-Agentin Helga Machreich-Unterzaucher und Konzerthaus-Chef Matthias Naske im Interview.

Dokumentation „Landschaften der Erinnerung – Das Weiterleben der Ruth Klüger“ (23.15 Uhr)

Die aus Österreich stammende Literaturwissenschafterin Ruth Klüger gehörte zu den Koryphäen im deutschen Sprachraum. Als Jüdin teilte sie im Kindesalter das Schicksal unzähliger Juden unter der Naziherrschaft: Theresienstadt, Auschwitz, bis ihr auf einem Todesmarsch 1945 die Flucht gelang und sie 1947 schließlich in New York „landete“. Ihr autobiografisches Buch „Weiter leben – eine Jugend“ wurde zum Bestseller. Bis zu ihrem letzten Tag lebte sie ein selbstgewähltes Leben zwischen allen Stühlen, eine unabhängige Frau in materieller und vor allem geistiger Hinsicht. Unkonventionell, messerscharf im Denken, kompromisslos in ihrer sprachlichen Genauigkeit. Das einfühlsame Filmporträt von Renata Schmidtkunz entstand anlässlich des 80. Geburtstags von Ruth Klüger im Jahr 2011.

Dokumentation „Orson Welles – Tragisches Genie“ (0.10 Uhr)

„Begnadet“, „magisch“, „revolutionär“ sind nur einige der Attribute, mit denen er bedacht wird. Orson Welles, der bereits mit 15 Vollwaise war, schrieb mit 26 in Hollywood Filmgeschichte. „Citizen Kane“, sein Erstlingswerk, zählt bis heute zu den besten Produktionen. Als Regisseur, Schauspieler, Produzent und Hörspiel-Autor schaffte er legendäre Werke wie „Othello“, „Der Dritte Mann“, „Falstaff“ oder „Krieg der Welten“. Gleichzeitig verfolgten den chaotischen Workaholic Pech und Pannen, viele seiner Filme floppten, viele blieben unvollendet, oft war er in seiner Arbeit behindert. Doch nichts davon konnte jemals seinen Ruhm schmälern. Zum 35. Todestag am 10. Oktober beleuchtet der ORF mit der 2014 entstandenen Dokumentation „Orson Welles – Tragisches Genie“ von Elisabeth Kapnist die Hochs und Tiefs eines Filmschaffenden, der bereits zu Lebzeiten eine Legende war.

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ORF: Michael Sturminger inszeniert „Die Unschuldsvermutung“

 Dreharbeiten zu erster Salzburger ORF-Stadtkomödie mit u. a. Ulrich Tukur, Laura de Boer, Marie-Christine Friedrich, Daniela Golpashin

Noch bis Freitag, den 16. Oktober 2020, laufen die Dreharbeiten zur neuesten – und gleichzeitig ersten Salzburger – ORF-Stadtkomödie: Im TV-Film „Die Unschuldsvermutung“ gibt „Tatort“-Kommissar Ulrich Tukur einen berühmten Dirigenten, dessen Aufführung des „Don Giovanni“ bei den Salzburger Festspielen in Turbulenzen gerät, nachdem der ebenso berühmte Regisseur nach einem Wutanfall die Festspiele verlassen hat. Dirigent Marius Atterson wiederum muss jederzeit mit Me-Too-Anschuldigungen rechnen, und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Bombe platzt. Neben Ulrich Tukur stehen für diese von ORF und SWR koproduzierte Stadtkomödie seit Mitte September u. a. auch Laura de Boer, Marie-Christine Friedrich, Daniela Golpashin, Catrin Striebeck, Michou Friesz, August Zirner, Robert Stadlober, Christine Ostermayer und Simon Schwarz vor der Kamera. Inszeniert wird der Fernsehfilm von „Jedermann“-Regisseur Michael Sturminger, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Zu sehen ist „Die Unschuldsvermutung“ voraussichtlich 2021 in ORF 1.

Ulrich Tukur: „Eine Figur mit einem kleinen Abgrund“

Ulrich Tukur über seine Rolle: „Marius Atterson ist ein weltbekannter Dirigent, ein Alphamännchen, der hier ,Don Giovanni‘ dirigiert und selbst ein Don Juan, ein Frauenheld, ist. Er ist ein Mensch mit sehr viel Charme, der es aber mitunter übertreibt und dafür die Rechnung bekommt. Atterson glaubt, er ist einer der Allergrößten, und muss dann leidvoll erfahren, dass er eben doch nicht der Allergrößte ist. Eine Figur mit einem kleinen Abgrund.“ Und Tukur weiter über die Dreharbeiten in Corona-Zeiten: „Es ist natürlich nicht so luftig, frei und normal, wie es früher war, und ein bisschen anstrengend. Aber wenn das jetzt nicht schlimmer wird, kommen wir gut über die Runden.“

Drehbuchautor und Regisseur Michael Sturminger: „Eine neue Routine“

„Die Geschichte ist vielleicht auch die Geschichte einer Zeitenwende, die zeigen soll, dass irgendwann auch in der obersten Hochkultur mächtige Männer auf diese Macht verzichten müssen. Und Ulrich kann diese mächtigen Männer gut repräsentieren, weil wir ihn alle kennen aus 30 Jahren Film-, Fernseh- und Theatergeschichte. Er hat in der allgemeinen Erinnerung einen Status und eine Aura, die diese Macht und Geschichte glaubwürdig repräsentieren können.“ Sturminger über die Verortung der neuen Stadtkomödie in Salzburg: „,Die Unschuldsvermutung‘ spielt in Salzburg, weil sich hier jedes Jahr im Sommer sozusagen die Weltspitze der Oper ein Stelldichein gibt. Und dadurch, dass wir sowohl im Hotel Sacher als auch im Festspielhaus an den Original-Schauplätzen der Salzburger Festspiele drehen dürfen, haben wir die Möglichkeit, die Welt dieser Spitzenmusiker zu porträtieren.“ Und abschließend zu den Dreharbeiten mit Corona-Bestimmungen: „Da ich im Theater schon eine Produktion hinter mir habe und den ,Jedermann‘ bei den Salzburger Festspielen, war es überhaupt keine Umstellung mehr. Wir sind es gewohnt, mit diesen Sicherheitskonzepten umzugehen, haben eine neue Routine, kommen damit gut klar und haben künstlerisch keinerlei Einschränkungen.“
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27. Usedomer Musikfestival zieht positive Bilanz: Drei Wochen Stars und Musikschätze aus Norwegen

• NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Alan Gilbert und der Violoncellist Sheku Kanneh-Mason beschlossen Saison 2020 des Usedomer Musikfestivals mit Peenemünde-Premiere zum Ausklang der Saison im Musikland MV
• Staatspräsident der Republik Polen a. D. und Friedensnobelpreisträger Dr. h.c. mult. Lech Wałęsa sowie der Bundestagspräsident a. D. und Direktor der Konrad-Adenauer-Stiftung Prof. Dr. Norbert Lammert eröffneten Finale
• Norwegen-Schwerpunkt präsentierte breites Spektrum norwegischer Musik mit Stars und musikalischen Schätzen des nordischen Landes
• Alle Konzerte, einschließlich der Education- und Förderprogramme konnten bei 100 Prozent coronabedingter Auslastung stattfinden, neun von 36 Veranstaltungen wurden kurzfristig hochkarätig neu besetzt
• Hohe Hygiene- und Sicherheitsstandards in allen Konzerten erfolgreich umgesetzt

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