Magische Momente:
Das Festival Verdi in Parma und Busseto ist der Ort für Verdi-Liebhaber

Festival Verdi, Parma und Busseto, 2018

Titelfoto: © Festival Verdi, Parma e Busseto
Festival Verdi, Parma und Busseto, 2018

Wer Verdi liebt, der sollte mindestens einmal in seinem Leben zum Festival Verdi nach Parma und Busseto in Norditalien kommen. Wer diesen weltweit am meisten gespielten Opernkomponisten, diesen Erschaffer von 27 Opern von unendlicher Schönheit und Magie in dessen Heimat erleben will, der mache sich auf mit dem Flugzeug nach Mailand, fahre 40 Minuten mit der Bahn in die 1,5-Millionen-Stadt und dann gemütlich eine gute Stunde weiter durch die Po-Ebene in die 192.000-Einwohner-Stadt Parma.

Teatro Regio di Parma © Renzi

Parma ist wunderbar: Es hat eine warme, historische Altstadt mit zauberhaften Kirchen. Es hat wunderbare Restaurants und Cafés, wo man zu zivilen Preisen sehr gut essen und trinken kann, auch den original Parma-Schinken und den Parmesan-Käse. Parma hat tolle Geschäfte, wo jeder ein Mitbringsel für seine Liebsten findet – meist zu günstigeren Preisen als in Deutschland und Österreich. Und Parma ist noch nicht von Touristen überlaufen. Hier sprechen viele Menschen nur Italienisch – aber die Verständigung klappt trotzdem immer, und sei es mit Händen und Füßen.

Und dieses wunderbare Parma hat zwei Opernhäuser von herausragender Bedeutung: Das Teatro Regio di Parma und das Teatro Farnese. Allein der Charme und die Aura dieser beiden Häuser sind die Reise zehnmal wert: Das Teatro Regio di Parma, 1829 von Maria Luise eingeweiht. Und der Palazzo della Pilotta aus dem 16. Jahrhundert mit dem Teatro Farnese aus dem 17. Jahrhundert. Sehr sehenswert in Parma sind auch das Geburtshaus des Dirigenten Arturo  Toscanini mit vielen einmaligen Exponaten aus seinem Leben, das Haus des Klangs, Casa del Suono, sowie das kleine, aber feine Museo dell’Opera.

Macbeth © Roberto Ricci

Die Opernproduktionen im Jahr 2018 waren für jeden Verdi-Liebhaber ein Leckerbissen: Macbeth, Un Giorno di Regno, Le Trouvère (auf Französisch) und Attila.

Die musikalische Leistung des feinfühlig bis kraftvoll singenden Coro del Teatro Regio di Parma war überragend, oft zum Weinen schön, überwältigend. Die Filharmonica Arturo Toscanini spielte hervorragend und sehr sensibel.

Die Oper – und vor allem der Lokalheld Verdi – sind so zentral für die Identität und Kultur Parmas, dass die Leute allerorten mit der Hingabe und dem Sachverstand darüber debattieren wie sie über das aktuelle Fußballspiel diskutieren. Und die Oper ist bis heute ein Statussymbol: Mit der Mitgliedschaft im exklusiven Club dei 27, einer Gruppe von 27 Vereinen, die nach den Opern von Verdi benannt sind, oder in den Logen des Teatro Regio, die wohlhabenden Familien gehören und einen angrenzenden privaten Raum für Unterhaltung während der Pausen bieten.

Anna Maria Meo © Roberto Ricci

Die Generaldirektorin des Teatro Regio di Parma, Anna Maria Meo, sagt, dass 58 Prozent der 22.000 Tickets, die im Festivalmonat verkauft wurden, an Opernliebhaber außerhalb von Parma gingen. „Die meisten Gäste kommen aus Deutschland, Nummer 2 ist Österreich“, sagte Donna Meo. „Das Festival Verdi ist ein wesentlicher touristischer Faktor für die Region. Jeder in Kultur investierte Euro wird 2,4-mal verdient.“

Die Inszenierung von „Un Giorno di Regno“ im 300 Plätze zählenden Teatro Giuseppe Verdi di Busseto (40 Kilometer von Parma entfernt), das 1868 mit Verdis „Rigoletto“ eingeweiht wurde, war im Gegensatz zum Vorjahr („La Traviata“) sehens- und hörenswert. Die Inszenierung auf der kleinen Bühne war hinreißend, lustig, bunt und turbulent – eine kleine Meisterklasse auf einer kleinen Bühne. Das Orchestra del Teatro Communale di Bologna passte sich im winzigen Graben mit einer guten Leistung dem Bühnenbild und der Inszenierung an.

Teatro Giuseppe Verdi di Busseto © Destinazione Turistica Emilia – Credit Parma Incoming

Vorweggesagt: Das waren bärenstarke Verdi-Festpiele 2018!

The Festival Verdi is the place to be for Verdi-lovers.  Every Verdi-Lover should go to Parma, Busseto & Milano at least once in his live.

Das Festival Verdi in Parma und Busseto ist DER Ort für Verdi-Liebhaber.

Mehr Verdi geht nicht. Wer Verdi bei seinen Wurzeln hören möchte, der muss in die Emilia-Romagna fahren und den Meister dort hören, wo er herkam. Parma ist eine wirklich wunderbare, italienische Stadt, mit traumhaften Restaurants, Bars und Geschäften – und das alles in der historischen Kulisse einer mittelalterlich-frühneuzeitlichen Stadt. Und Busseto liegt nur eine halbe Bahnstunde entfernt, hier lassen sich auch Verdis Geburtshaus in Roncole Verdi und sein Alterssitz Sant’Agata bewundern.

„Der Troubador“ auf Französisch („le trouvère“), ein gigantisches Meisterwerk, im Teatro Farnese, 20. Oktober 2018

Le Trouvère © Lucie Jansch

Was für ein Saal – amazing! Das Teatro Farnese ist ein barockes Hoftheater im Palazzo della Pilotta aus dem 16. Jahrhundert – 1617 bis 1618 nach Plänen von Giovanni Battista Aleotti errichtet. Er besitzt einen Fassungsraum von etwa 3000 Personen. Nach weitgehender Zerstörung im Zweiten Weltkrieg durch einen alliierten Bombenangriff am 13. Mai 1944 wurde es von 1956 bis 1962 detailgetreu rekonstruiert – überwiegend aus Holz.

Der Architekt Giovanni Battista Aleotti nahm für den Bau das Teatro Olimpico in Vicenza zum Vorbild, ein Werk des Renaissance-Baumeisters Andrea Palladio aus dem Jahr 1580, dazu das Teatro all’Antica von Sabbioneta, errichtet von 1588 von 1590 von dem Architekten Vincenzo Scamozzi.

In dem 87 Meter langen und 32 Meter breiten Saal wurden u-förmige Holztribünen errichtet, die auf 14 Reihen 22 Meter Höhe erreichen. Die Bühne misst 40 mal 12 Meter. Die Holzkonstruktion wurde stuckiert, um Marmor vorzutäuschen. Auch der Figurenschmuck entsprach dem Charakter ephemerer Architektur.

Soweit die Daten. Nun das Sinnliche: Das Raumerlebnis ist umwerfend. Und erst die Akustik: Hammer! Phantastisch! Weltklasse! Allein ein Abend in diesem Teatro Farnese ist alle Mühe wert, die der Opernfreund auf sich nimmt, um nach Parma zu gelangen. Diese Akustik wird jeder Mensch, der schönen warmen, vollen Klang liebt, sein Leben lang nicht vergessen! Hier erklingen schöne Stimmen in Vollendung, hier blühen Orchester auf, hier erlebt der Opernfreund, wonach er sucht: magische Momente…

Hörerlebnisse, bei denen die Zeit verfliegt. Gänsehautminuten, bei denen der Klassikfreund betet:

„Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!“

(Johann Wolfgang von Goethe, Faust 1, Faust)

Dieses Teatro Farnese ist ein ebenso magischer Ort wie das Bayreuther Festspielhaus, das Teatro alla Scala in Milano, der Musikverein und das Wiener Konzerthaus in Wien, das Concertgebouw in Amsterdam und die Elbphilharmonie in Hamburg.

Allein: Dieses Teatro Farnese ist auf der Karte der Klassikwelt ein vollkommen unbekannter Ort, weil hier nur zu Zeiten des Festivals Verdi – sechs Mal – Musik erklingt.

Sonst ist dieser Zauberort Teil eines Museums – und wird nicht seiner Bestimmung gemäß genutzt. Ein Trauerspiel für jeden Musikfreund!

Teatro Farnese © Renzi

Verehrter Präsident der Provinz Parma in der Region Emilia-Romagna: Führen Sie diese Perle Parmas, dieses akustische und architektonische Weltkulturerbe, wieder seiner Bestimmung zu. Hier muss (fast) jeden Abend große Musik erklingen. Hier können die besten Stimmen der Welt ertönen und die besten Orchester der Welt spielen!

Das Teatro Farnese ist ein Sehnsuchtsort für die klassik-begeisterten Menschen dieser globalisierten Welt. Es ist ein Ort, in dem die Anna Netrebkos und Elina Garancas, die Ricardo Mutis und Sir Simon Rattles liebend gerne auftreten würden.

It is the magic, that counts – die Magie ist es, die zählt!

Die Oper „Der Troubador“ ist eine Weltklasse-Komposition mit einer unerschöpflichen Vielfalt von Melodien und Ohrwürmern, die jeder Verdi-Liebhaber in seinem Leben einmal gehört haben sollte.

Der Abend im Teatro Farnese war ein Abend vor allem für Hörmenschen. Die Akustik ist Weltklasse – weich wie mächtig, für zarte wie für energische Töne geeignet. Dieses Teatro Farnese ist ein Weltkulturerbe, es bietet ein Hörerlebnis der Extraklasse.

Ja, dies ist ein Wallfahrtsort für Klassikliebhaber… eine Perle in der Emilia Romagna oder wie man auf Neudeutsch sagt: ein unique selling point.

Was für ein Sound, als der Coro del Teatro communale di Bologna sang – Hammer –, für den Chorsänger Andreas Schmidt ein Moment zum Abheben …

Franco Vassallo ist ein Weltklasse-Graf, Le Comte de Luna, seine mittlere und höhere Lage ist von einzigartiger Schönheit, besser kann ein Bariton Verdi nicht singen.

Roberta Mantegna ist als Léonore eine phantastische Sopranistin, fast so gut wie Anna Netrebko. Zu deren Einzigartigkeit fehlt ihr nur noch ein bisschen mehr Glanz in den Höhen und eine noch geerdetere Tiefe. Wunderbare Arien, Gänsehaut-Feeling. Diesen Namen muss man sich merken. Die wird noch eine ganz Große.

Der Tenor Giuseppe Gipali ist als Troubador Manrique  besser als Anna Netrebkos Ehemann und Dauer-Manrico an ihrer Seite. Ganz viel Gefühl, perfektes Verdi-Timbre – grandiose Höhen bis zum hohen d und dazu noch ein beeindruckendes tiefes Register. Er könnte eine kleine Schippe mehr Kohlen ins Feuer werfen, dann wäre er absolute Weltklasse.

Das Ballett in der französischen Version des „Troubadors“ ist musikalisch für Verdi-Verhältnisse schwach, zu hören sind auch Walzer-Elemente. Alles wurde schön mit Box-Szenen umgesetzt; 30 lange Minuten, vereinzelte Buh-Rufe. Musikalisch absolut überflüssig.

Andreas Schmidt und Roberto Abbado © Andreas Schmidt

Leider gab es sehr wenig Beifall und wenig Bravi an diesem Abend. Besonders wenig für Manrique, am meisten noch für Léonore und den Herzog. Das war viel zu wenig Applaus für so großartige Stimmen und so ein großartiges Orchester unter der sehr agilen und dynamischen Stabführung von Roberto Abbado. Die Inszenierung ist hochwertig, großartiges Licht, tolle Kostüme. Die Sänger agierten ein wenig zu statisch.

Die Toiletten- und Versorgungssituation vor der Aufführung und während der Pause war indes Kreisklasse, nicht Weltklasse. Und leider gab es viele Zuschauer älteren Semesters, die quatschten und dauer(raucher)husteten.

Busseto, Un giorno di regno, 21. Oktober 2018

Un giorno di regno © Roberto Ricci

Busseto ist absolut eine Reise wert. DAS Verdi-Städtchen! Hier hat der Meister seine musikalische Ausbildung erhalten. Das Teatro ist schön und heimelig. Überwiegend tolle Sänger an diesem Abend und eine tolle Inszenierung mit hinreißenden Kostümen. Der Dirigent Francesco Pasqualetti agiert feinfühlig, mit viel Hingabe. Die Sopranistin ist hervorragend: Gioa Crepaldi als La marchesa del Poggio – ebenso die Mezzosopranistin: Diana Rosa Cardenas Alfonso als Giulietta di Kelbar. Beide Sängerinnen haben viel Potenzial und ein unverwechselbares Timbre. Auch der Tenor Martin Susnik als Edoardo di Sanval ist eine Wucht: Was für ein feines Timbre und was für eine Strahlkraft!

Die Busseto-Aufführung war eine Galaxie besser als jene des Vorjahres („La Traviata“) – die durch überwiegend schwache Sänger und ein vollkommen einfallsloses Bühnenbild gekennzeichnet gewesen war.

Das Orchester spielte sehr gut an diesem Abend und folgte den Anweisungen des jungen Dirigenten Francesco Pasqualetti sehr genau.  Unrühmlich während der Aufführung fielen aber insgesamt 10 von ca. 35 Musikern  auf, die sich während der gesamten Spielzeit  immer wieder unterhielten – teilweise so lautstark, dass es der Rezensent in Reihe 1 deutlich hörte und der Dirigent einen Meter vor ihm auch: Hornisten, Trompeter, Klarinettisten und Fagottisten.

Besonders übel plauderten zwei Hornisten – eine Frau und ein junger Mann – in der vorletzten Reihe. Sie unterhielten sich teilweise 2, 3, 4 Minuten lang ohne Pause. Manche Musiker führten sogar Gespräche mit anderen Musikern, obwohl sie ein paar Plätze auseinander saßen – wohlgemerkt, während ihre Kollegen ein phantastisches Werk musizierten und die SängerInnen über ihren Köpfen ihr Bestes gaben.

Diese Musiker haben den Sinn und die Eigenschaft ihres Berufes nicht verstanden: Mit Hingabe und Devotion große Werke zu musizieren – ja, genau dazu hat sie ihre Ausbildung befähigt. Diese Musiker missachten die göttliche Komposition, sie missachten ihre großartigen Kollegen und die phantastischen Sänger … und last not least das zahlende Publikum und den Dirigenten.

Klassik-begeistert.de würde sich freuen, wenn die Verantwortlichen von diesen tumben Brabbel-Musikern – der Dirigent wird sie alle genauestens kennen – eine Strafe von 1000 Euro fordert, die einer Stiftung zufließen mögen, die begabte Kinder fördert, die mit Hirn und Herz große Werke auf Instrumenten spielen lernen wollen – und nie so dilletantisch musizieren werden wie diese abgestumpften Musiker.

„Attila“, Teatro Regio di Parma, 21. Oktober 2018

Attila © Roberto Ricci

Was für ein großartiges Werk. Allein die Ouvertüre ist schon eine Sensation: tief, schön, gewaltig. Alle Vorspiele sind ebenso wunderbar und richtige Verdi-Meisterwerke – vor allem das Vorspiel zum 4. Akt. Es ist wirklich schade, dass diese großartige Oper in Deutschland und Österreich kaum gespielt wird.

Die Inszenierung wieder einmal phantastisch, packend, mitreißend. Tolle Lichteffekte, tolle Kostüme.

Gigantisch gut war der Coro del Teatro Regio di Parma – er sang in allen Stimmen mit Hingabe und Devotion.

Die Filharmonica Arturo Toscanini spielte unter der Leitung von Gianluigi Gelmetti herausragend gut – kein Wunder bei diesem Maestro, der mit Liebe und Leidenschaft dirigiert und das Werk so gut wie auswendig kennt.

Star des Abends war der Bass-Bariton Michele Pertusi als Attila. Was für eine virile, männliche Stimme, was für eine Präsenz auf der Bühne, was für eine Ausstrahlung!  So klingt ein Verdi-Bariton – genau so, und nicht anders. Seine wunderbare Arie des Attila im zweiten Akt musste und durfte er teilweise wiederholen. Dass war Welt-Welt-Klasse!!! Dafür gab es minutenlangen Applaus während der Aufführung.

Sehr stark auch der zweite Bariton, Vladimir Stoyanov als Ezio, der zwei Tage zuvor schon als Macbeth geglänzt hatte. Eine ganz tolle, männlich-virile Stimme, die auch im höheren Register mitreißt, ziert diesen Ausnahmesänger. Seine Arie „Dagli immortali vertici“ im 4. Akt bekam auch ganz langen Applaus mit vielen Bravos.

Mit einem ganz besonderen Timbre ausgestattet war auch die einzige Frau auf der Bühne, die Sopranistin Maria José Siri als Odabella. Erst etwas gewöhnungsbedürftig ist ihre Stimme sehr kraftvoll und dramatisch und hat einen ganz besonderen Kick. In den ersten Minuten sang sie, das machen Sänger seltener, einige Töne zu hoch von oben an.

Ein tolles, italienisches Timbre hatte auch der Tenor Francesco Demuro als Foresto. Sehr warm und bewegend erklang er immer wieder, seine Strahlkraft ist auch nicht von schlechten Eltern. Allein, er sang, vor allem am Anfang, Töne immer wieder falsch an. Ob es mangelnde Technik, mangelndes Üben, Nervosität oder ein mangelndes Einsingen war, blieb offen.

© Maxperot Wikimedia CC BY 3.0

Ja, und zu einem Festival Verdi gehört unbedingt auch noch der Besuch im Geburtshaus Verdis in Roncole Verdi (in vier Kilometern mit dem Taxi von Busseto aus erreichbar), im Verdi Museum Casa Barezzi in Busseto, wo der Meister von seinem Förderer Antonio Barezzi ab dem zehnten Lebensjahr gefördert und erzogen wurde (Verdi heiratete später dessen Tochter Margherita), und – der absolute Höhepunkt: die Villa Verdi in Sant’Agata, fünf Kilometer von Busseto entfernt (und nur mit dem Taxi zu erreichen).

© Andreas Schmidt

1848 kaufte Verdi das Landgut als Unterkunft für seine Eltern. Später zogen der Maestro und Giuseppina Strepponi, die später seine zweite Ehefrau wurde, in die Villa. Hier hatte Verdi 1200 Hektar Land und betätigte sich als Bauer, hier legte er einen wunderschönen Park mit Pflanzen und Bäumen aus aller Welt an. Zu sehen sind das Zimmer der Giuseppina Strepponi, Verdis Schlaf- und Arbeitszimmer sowie das Zimmer 157 aus dem Hotel de Milan, wo Verdi am 27. Januar 1901 im Alter von 87 Jahren starb.

Wer diesen Ort besucht, taucht in Verdis Zeit ein. Sein Zylinderhut, sein weißer Schal aus Seide, eine Kopie seines Handabdrucks, das Nachthemd, das er trug, als er einschlief; die alten Sessel, die Stofftapeten, sein Schreibtisch: alles trägt noch die Aura des 19. Jahrhunderts – und ist nicht totsaniert wie die Villa Wahnfried von Richard Wagner in Bayreuth. Zu sehen sind auch Verdis Kutschen sowie im Park die Grabessäule für seinen Hund Lulu. Ein magischer Ort, dieses Sant’Agata!

© Andreas Schmidt

Also: Fahren Sie nach Parma und Busseto! Besuchen Sie das Festival Verdi 2019! Sie werden es nicht bereuen!

Festival Verdi 2019

I due Foscari, 26. September, 6., 11. und 20. Oktober
Luisa Miller, 27. September, 5., 12. und 19. Oktober
Aida, 28. September, 2., 4., 6., 9., 10., 13., 16., 18. und 20. Oktober
Nabucco, 29. September, 3., 13., 17. Oktober

Andreas Schmidt, 5. Mai 2019, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Ein Gedanke zu „Festival Verdi, Parma und Busseto, 2018“

  1. Wer das Gesehene schon kennt, der versteht Ihren begeisterten und begeisternden Bericht aus Parma und kann das nachvollziehen. Danke, dass Sie das Gefühl dafür aufgebracht haben, wie eine Gedenkstätte eines Musikers auszusehen hat und den Vergleich mit der zu Tode sanierten Bayreuther Immobilie Wagners dazu heranziehen.
    Möge allerdings Ihr Wunsch NICHT in Erfüllung gehen, das Teatro Farnese einem Dauerbetrieb zuzuführen. Es würde die Intimität der gesamten Lokalität durch Tourismus stören. Obendrein fehlt es an Allem: Etwa Sanitäres, Bühnentechnik und, und, und………… Der Geldmangel wird es zu verhindern wissen.

    Peter Skorepa

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