DIE DIENSTAG-PRESSE – 10. FEBRUAR 2026

Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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DIE DIENSTAG-PRESSE – 10. FEBRUAR 2026

Wien/Staatsoper
Staatsoper: Ein Albtraum, diese „Luisa Miller“!
Vor allem wegen Nadine Sierra, George Petean und Michele Mariotti am Pult kann sich Verdis nicht unproblematische Schiller-Bearbeitung hören lassen. Szenisch geht die Neuproduktion allerdings auf unfreiwillig komische Weise schief.
DiePresse.com

Wien
Buhorkan für „Luisa Miller“ im Haus am Ring
„So ein Schmarren!“, „Wird Verdi da nur lächerlich gemacht?“ So hörte man’s in den Pausengesprächen der Premiere von Verdis „Luisa Miller“, nachdem das Publikum schon nach dem 1. Akt seinem Ärger mit einem Buhkonzert Luft gemacht hatte. Bei der Schlussverbeugung überschüttete es den russischen Regisseur Philipp Grigorian (49) mit einem Buhorkan und Pfiffen. Er hat mit dem schrägen Machwerk die Reihe der Inszenierungsdebakel der Staatsoper – wie Serebrennikows „Don Carlo“ – mit Links getoppt.
krone.at

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Diese Weltensinfonie begeistert und wird noch sehr lange Zeit nachhallen

Riccardo Minasi © Drew Gardner

Schon zwischen den Sätzen hatte es mehrmals Applaus gegeben. Aber nach dem letzten Ton hält es niemanden mehr im Sitz. Einen komplett ausverkauften Saal mit stehenden Ovationen hatte man in Köln länger nicht mehr jubeln hören. Richtig magisch! Und verdient haben die Musiker es allemal.

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 3 d-Moll (1895–96, rev. 1899)
Riccardo Minasi, Dirigent
Mahler Chamber Orchester

Marianne Crebassa, Mezzosopran

Knabenchor der CHORAKADEMIE am Konzerthaus Dortmund
Jugendmädchenchor der CHORAKADEMIE am Konzerthaus Dortmund
Frauenstimmen des Jugendkonzertchors der CHORAKADEMIE am Konzerthaus Dortmund
Frauenkonzertchor der CHORAKADEMIE am Konzerthaus Dortmund
MCO Academy

Kölner Philharmonie, 8. Februar 2026

von Daniel Janz

Wer, wenn nicht das Mahler Chamber Orchestra sollte es schaffen, eine der beeindruckendsten und längsten Sinfonien der Welt aufzuführen? Zumal sie von Namensgeber für dieses Orchester selber stammt? Immer wieder wird Mahler zu seiner dritten Sinfonie zitiert, er habe eine ganze Welt in dieser Musik erschaffen wollen. Dass diese Welt aber auch musikalisch greifbar wird, braucht Spitzenkräfte, die sowohl Ausdauer als auch überragende Technik am Instrument besitzen müssen. „Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 3 d-Moll, Mahler Chamber Orchester
Kölner Philharmonie, 8. Februar 2026“
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Italienische Sinfonik neu entdecken

CD/Blu-ray Besprechung:

Was für eine schöne CD! Riccardo Frizza und die Bamberger Symphoniker legen mit ihrer neuen Pentatone-Einspielung „Italian Perspectives“ eine über 80 Minuten vollgepackte, klanglich exquisite Reise durch weitgehend vergessene Gefilde der italienischen Spätromantik vor.

Italian Perspectives

Bamberger Symphoniker
Riccardo Frizza, musikalische Leitung

Pentatone, PTC 5187419

von Dirk Schauß

Im Zentrum stehen drei Werke, von denen zwei – trotz ihrer Qualität – bis heute ein Schattendasein fristen. Den Anfang machen fünf Études-tableaux von Sergei Rachmaninoff, die Ottorino Respighi 1930/31 im Auftrag von Serge Koussevitzky für Orchester bearbeitet hat. Diese Bearbeitungen gehören zu den glücklichsten Fällen einer Fremd-Orchestrierung: Respighi bewahrt jede Nuance, jeden harmonischen Schatten und jede rhythmische Eigenart der Originale – und hüllt sie gleichzeitig in eine unverkennbar italienische Farbigkeit. „CD/Blu-ray Besprechung: Italian Perspectives, Bamberger Symphoniker
klassik-begeistert.de, 9. Februar 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 9. FEBRUAR 2026

Luisa Miller/Wiener Staatsoper © Michael Pöhn

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DIE MONTAG-PRESSE – 9. FEBRUAR 2026

Wien
„Luisa Miller“ an der Staatsoper: Unfreiwillig komisch
Verdis Oper nach Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe“ kehrt nach 35 Jahren auf den Spielplan der Wiener Staatsoper zurück. Musikalisch ein starker Abend mit Nadine Sierra in der Titelrolle und Michele Mariotti am Pult. Szenisch eine fahrlässige oder gar mutwillige Peinlichkeit.
BR-Klassik.de

Ein vergiftetes Meisterwerk
Verdis frühe Schiller-Vertonung „Luisa Miller“ erweist sich an der Wiener Staatsoper als stilistisch herrlich einheitliche, in die Zukunft weisende Preziose. Maestro Michele Mariotti und das wunderbare Sängerensemble sind ihre idealen Anwälte. Die Inszenierung ist indes ein Totalausfall.
concerti.de

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„Ich bin das Feuer, das dich verzehrt!“ – Lübeck tanzt sich in die Leidenschaft

Ieva Prudnikovaitė und Josep Caballé Domenech – Photo Andreas Ströbl

„Tanzt, tanzt, sonst seid ihr verloren“ – dieses Zitat der legendären Choreographin Pina Bausch haben sich die Lübecker programmatisch über das 5. Symphoniekonzert am eisigen 8. Februar 2026 in der Musik- und Kongresshalle geschrieben. Dreimal wird absolut unterschiedlich der Tanz thematisiert – und das Konzert erfährt eine beeindruckende Steigerung.

5. Symphoniekonzert

Carl Maria von Weber, Aufforderung zum Tanz op. 65
Manuel de Falla, El Amor brujo (Der Liebeszauber)
Sergei Prokofjew, Romeo und Julia, Suite aus der Ballettmusik op. 64

Ieva Prudnikovaitė, Mezzosopran

Josep Caballé Domenech, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Lübeck, Musik- und Kongresshalle, 8. Februar 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Funktioniert die Aufforderung?

Im noch jungen Weber-Jahr darf natürlich eines seiner berühmtesten Werke nicht fehlen, und so hat man sich in Lübeck entschieden, zum ersten Symphoniekonzert des Jahres mit seiner „Aufforderung zum Tanz“ den Reigen gleichsam zu eröffnen. „5. Symphoniekonzert, Carl Maria von Weber, Aufforderung zum Tanz
Lübeck, Musik- und Kongresshalle, 8. Februar 2026“
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Maestro Carlo Goldstein errechnet, wie viel Prozent Wagner in La Traviata steckt, Teil II

CANTIERE INTERNAZIONALE D’ARTE CAVALLERIA RUSTICANA
Montepulciano, 11 Luglio 2025 ©️ Irene Trancossi

In Hamburg dirigiert Carlo Goldstein aktuell die Wiederaufnahme von La Traviata. Ich habe mit dem italienischen Dirigenten in der Hamburgischen Staatsoper über Giuseppe Verdi gesprochen: Warum hat der Komponist keine ausgewachsene Symphonie hinterlassen?  Welche jahrzehntelange tragische Vorgeschichte  hatte sein Meisterwerk Falstaff? Außerdem hat Carlo Goldstein exakt bestimmt, wie viel Prozent Wagner in La Traviata steckt…

Jörn Schmidt im Gespräch mit Carlo Goldstein (Teil 2)

klassik-begeistert: Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg pflegt einen typisch Deutschen Klang. Die Hamburger können aber auch Italianità. Ist das der Globalisierung zu verdanken?

Carlo Goldstein: Das ist ein Aspekt, aber ich würde weiter zurückgehen. Die italienische Oper hatte immer schon eine zweite Heimat in Deutschland und natürlich auch hier in Hamburg. „Interview: kb im Gespräch mit Maestro Carlo Goldstein, Teil II
klassik-begeistert.de, 8. Februar 2026“
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Maestro Carlo Goldstein singt und spricht über Adriano Celentano, Teil I

CANTIERE INTERNAZIONALE D’ARTE CAVALLERIA RUSTICANA
Montepulciano, 11 Luglio 2025 © Irene Trancossi

In Hamburg dirigiert  der Italiener Carlo Goldstein aktuell die Wiederaufnahme von La Traviata. Ich habe mit Maestro Goldstein über Adriano Celentano und Feminismus gesprochen.  Außerdem ging es um die Wagner-Pläne des Hamburger Generalmusikdirektors Omer Meir Wellber. Die Antworten sind überraschend… Lesen Sie bitte selber.

Jörn Schmidt im Gespräch mit Carlo Goldstein (Teil 1) 


klassik-begeistert:
  Was heißt „Prisencolinensinainciusol“ auf Deutsch?

[Anm. Jörn Schmidt: „Prisencolinensinainciusol“ ist ein Song von Adriano Celentano aus dem Jahr 1972 und gilt als Vorläufer des Rap. Böse Zungen behaupten, der Titel klinge so, als wenn Neapolitaner Englisch sprechen würden… Tatsächlich soll der Song zeigen, wie gut Sprache ohne Sinn funktionieren kann – zumindest in der Musik]

Carlo Goldstein: Das ist aus einem Song von Celentano, sagen Sie? Reinstes Kauderwelsch ist das, aber gut gemacht… im Grunde ist das die moderne Version der Commedia dell’arte, des Stegreiftheaters. Neben den Masken war eine Kunstsprache wichtiger Bestandteil – der „Grammelot“, ein expressives Geplapper, das trotz fehlender Wortsinnhaftigkeit verstanden wurde. „Interview: kb im Gespräch mit Maestro Carlo Goldstein, Teil I
klassik-begeistert.de, 7. Februar 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 8. FEBRUAR 2026

Jonathan Tetelman © Ben Wolf

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DIE SONNTAG-PRESSE – 8. FEBRUAR 2026

München/Bayerische Staatsoper
„Ich habe alle angequatscht“: Jonathan Tetelman singt in München Gounods Faust
Selbstbewusst, souverän, charismatisch und mit Entertainer-Qualitäten: Jonathan Tetelman wird in der Opernszene hoch gehandelt. An der Bayerischen Staatsoper ist er nun in Gounods „Faust“ zu erleben. Eine Begegnung. Es ist die berühmteste Anmache der Literaturgeschichte. „Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, meinen Arm und Geleit ihr anzutragen?“ Er: Faust. Sie: Gretchen. Das Ergebnis ist bekannt. Ein uneheliches, später ertränktes Kind, dazu ein schuldbeladener Lover plus die himmlische Erlösung für die Missbrauchte.
MuenchnerMerkur.de

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 7. FEBRUAR 2026

Blick auf den Beleuchtungskranz des Großen Saals der Wiener Staatsoper © Christian Öser

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 7. FEBRUAR 2026

Wiener Staatsoper
Liebe bis in den Tod
Mit „Luisa Miller“ schuf Verdi eine seiner größten, schönsten, aber auch anspruchsvollsten Opern: Philipp Grigorian inszeniert die Liebestragödie jetzt neu. In der Hauptrolle. Nadine Sierra. Wir trafen beide vorab auf der Probebühne. Mit Geschichten ist es so wie mit Warten auf den Postbus: Manchmal wird man mitgenommen, manches Mal nicht. Bei „Luisa Miller“, dieser großen Oper von Verdi, hat die Storyline das Potenzial, vor allem den Eltern unter uns das Herz herauszureißen. Und zwar durch die einfachste aller Erkenntnisse: nämlich dass man für Kinder am Ende des Tages nichts tun kann, dass man sie ihre eigenen Entscheidungen treffen lassen muss – auch die offensichtlich falschen. Philipp Grigorian, der Regisseur der Oper „Luisa Miller“, die am 7. Februar Premiere hat, nickt. „In dieser Oper geht es um sehr, sehr viel. Sie ist so traurig und so voller Liebe. Sie ist ein Geschenk an ein Kind: So sehr ich dich liebe, ich kann dich nicht beschützen, aber ich liebe dich wirklich.“
DieBuehne.at

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Ritual zeigt das Leben als Kreis aus Anfang, Ekstase und  Abschied

CD/Blu-ray Besprechung:

Ritual (El Ciclo de la vida)
Capella de Ministrers, V-3995-2025

von Dirk Schauß

Diese CD will nicht gefallen, sie will erzählen. Sie nimmt sich Zeit, sie verlangt Aufmerksamkeit, und sie belohnt beides reichlich. „El Ciclo de la vida“ der Capella de Ministrers unter der Leitung von Carles Magraner ist keine lose Sammlung sephardischer und andalusischer Gesänge, sondern ein bewusst gestaltetes Ritual. Ein musikalischer Lebensbogen, der von der Schöpfung bis zum Abschied führt. Geburt, Initiation, Reife, Unabhängigkeit, Tod. Alles ist miteinander verbunden, nichts steht für sich allein. „CD/Blu-ray Besprechung: Ritual (El Ciclo de la vida)
klassik-begeistert.de, 6. Februar 2026“
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