Langanhaltender Jubel für Orchester und Dirigent - The Music of Hans Zimmer and others

The Music of Hans Zimmer & others, St. Margarethen, Oper im Steinbruch, 13. August 2019

Foto: Quelle – www.esterhazy.at
The Music of Hans Zimmer & others

St. Margarethen, Oper im Steinbruch, 13. August 2019

von Anna Ploch

Eine Premiere ging am Dienstagabend in St. Margarethen im Steinbruch zu Ende. Zum ersten Mal wurden in dieser einmaligen Umgebung die berühmtesten Werke von Hans Zimmer sowie seinem großen Vorbild Ennio Morricone gespielt. Als Highlight dirigierte Hans Zimmers langjähriger Praktikant  Klaus Badelt persönlich die ikonische Filmmusik „He’s a pirate“ aus Fluch der Karibik. Bis dahin musste sich das Publikum jedoch teilweise in Geduld üben. Der Abend bot ein musikalisches Auf und Ab mit vielen Höhen und Tiefen.

Wenig passend eingestimmt wurde das Publikum vor Beginn des Konzerts mit allem erdenklichen, was die Popwelt zu bieten hat – von Anastacia, über Mariah Carey bis hin zu Rod Stewart. Für einen bevorstehenden Konzertabend dieses Kalibers die falsche Musikwahl. Umso fulminanter der Auftakt des Hollywood Philharmonic Orchestra und des staatlichen akademischen Symphonie-Orchesters unter der Leitung von Yuri Karavaev. Ein Medley aus bekannten Themen wie „The Lion King“ oder „He’s a Pirate“ wurde präsentiert, während die Solisten und Moderatoren des Abends mittels Hebebühne die Bühne betraten. Das Bühnenbild, bestehend aus einem breiten Ring aus unterschiedlich großen, weißen Bällen, gehört freilich zu Mozarts Zauberflöte, die diesen Sommer im Steinbruch gespielt wird, störte den Konzertabend jedoch nicht.

Die Moderation beginnt und nimmt leider einen großen Teil des Abends ein. Die Information zu Werken oder Hans Zimmer selbst hätte besser Platz in einem Programmheft gefunden. Zwischen den Stücken war es meist störend und zog den Abend unnötig in die Länge. Denn auch wenn die Stimmung und die Atmosphäre im Steinbruch verzaubernd sind, lädt die Kulisse auf Grund harter, quietschender Sessel, Fluglärms und kühler Temperaturen nicht allzu lange zum Verweilen ein. Das Konzert beginnt mit mit „Rain Man“ und „Driving Ms. Daisy“. Auf seitlich installierten Leinwänden werden die Stücke von Szenen aus den jeweiligen Filmen oder anderen passenden Bildern unterstützt. Anschließend das erste Stück mit Gesang aus „Gladiator“, wunderbar gefühlvoll gesungen von Johanna Krumin.

Die Musikauswahl ist sehr gut getroffen. Hans Zimmer zählt mit insgesamt elf Oscarnominierungen, zuletzt 2018 für Dunkirk und einer Oscarauszeichnung für Lion King, zu den erfolgreichsten und bekanntesten Filmmusikkomponisten unserer Zeit. Dennoch wurden die dargebrachten Stücke so ausgewählt, dass jeder Musiker das jeweilige Können in mindestens einem Solo unter Beweise stellen konnte. So brillierten die beiden Pianistinnen bei der Titelmusik zu Inception. Selten wurde so viel Gefühl in alleinstehende Dreiklänge gebracht. Großes Bravo und Jubel am Schluss von Inception für die beiden Musikerinnen.

Ebenso hervorragend die Percussions in der Titelmusik zu Lion King. Hier wurde auf der Bühne eine Lebensfreude versprüht, die das Publikum bis in die letzten Reihen ansteckte. Lion King, selbstverständlich eine der beliebtesten und bekanntesten Melodien, wurde von Jean Marc Lerigab und Nina Nyembwe interpretiert. Lerigab bemüht sich den „Circle of Life“ zu seinem eigenen Song zu machen, scheitert jedoch zeitweise am Text und an der großartigen Vorlage von Elton John.

Unterstützt wurden die Solisten zeitweise vom Chor der Republik Weißrussland. Leider wurden hier einige Sänger eingespart. Die nötige Stimmgewalt brachte der Chor daher nicht mit. Äußerst schade, da ein stimmgewaltiger Chor maßgeblich zur Dramatik der Kompositionen beiträgt.

Das Highlight hoben sich die Veranstalter für den Schluss auf. Nach einer eher langatmigen Darbietung von Pearl Harbor und Dunkirk, kam endlich Klaus Badelt auf die Bühne und dirigierte sein fulminantes Werk aus Fluch der Karibik „He’s a pirate“. Nach so einem Schluss ist das Publikum selbstverständlich begeistert. Großer und langanhaltender Jubel für das Orchester und die Dirigenten.

Anna Ploch, 19. August 2019, für
klassik-begeistert.de

 

 

 

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