DIE DIENSTAG-PRESSE – 7. JULI 2026

DIE DIENSTAG-PRESSE – 7. JULI 2026

Macbeth 2026 G. Finley © Geoffroy Schied

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 7. JULI 2026

München/Bayerische Staatsoper
Grigorian, Finley, Tetelman in Verdis Macbeth: Morden mit Luxusbesetzung!
Verdis Macbeth in der Inszenierung von Martin Kušej steht wieder einmal auf dem Spielplan der Münchner Opernfestspiele. Zugpferde sind in diesem Jahr Asmik Grigorian und Gerald Finley in den Rollen der Lady Macbeth und ihres Ehegatten. Auch die kurzfristige Besetzung der Rolle des Macduff mit Jonathan Tetelman besitzt Festspielcharakter. Die Zuhörer werden an diesem Abend nicht enttäuscht und erleben eine packende Aufführung unter der musikalischen Leitung von Andrea Battistoni.
Von Jean-Nico Schambourg
Klassik-begeistert.de

„Die Zeit der großen Operndiven ist vorbei“
Mit ihren 40 Jahren zählt die Sopranistin Regula Mühlemann zu den gefragtesten Opernsängerinnen der Welt. Die Schweizerin trat heuer erstmals auch im Linzer Brucknerhaus auf, nächstes Jahr ist ein Konzert im Musiktheater geplant. „Die Zeit der großen Diven ist vorbei“, so Mühlemann in der ORF-OÖ-Interviewreihe „Auf ein Wort“. Die Sopranistin aus dem Schweizer Kanton Luzern hat schon auf fast allen großen Bühnen der Welt gesungen. „Für mich waren immer die Mailänder Scala, die Wiener Staatsoper und die Metropolitan Opera in New York die wichtigsten Häuser. Nur die Met habe ich noch nicht erlebt.“
ooe.orf.at

Aix-en-Provence
Die Frau ohne Schatten und Accabadora – Premieren beim Festival in Aix
Audio von Jörn Florian Fuchs (8,39 Minuten)
deutschlandfunk.de

Zopott
Baltic Opera Festival 2026 begeistert und beeindruckt und läßt Vorfreude auf 2027 aufkommen
Die Waldopernbühne Zopott wurde im Jahr 1909 eröffnet, und avancierte schnell zu einer höchst erfolgreichen Spielstätte. Anfangs traten Sänger aus verschiedenen Teilen Deutschlands auf, später bevorzugt mit Kräften der Berliner Staatsoper besetzt, wurden vor allem die Wagner-Aufführungen zu Publikumsrennern. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges schien ein Neubeginn zunächst nicht möglich. Die Beharrlichkeit und das Charisma des polnischen Bassbaritons Tomasz Konieczny führten aber schließlich doch zu einer Revitalisierung der Bühne, die nun auch ein regensicheres Zeltdach erhielt.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

Interview
Alex Ross kündigt seinen Posten beim „New Yorker“
Für diejenigen, die sich genreübergreifend mit der Musik des 20. Jahrhunderts und mit der nichtmusikalischen Wagner-Rezeption auseinandersetzen, ist Alex Ross seit vielen Jahren eine feste Größe. Kaum jemand denkt so interdisziplinär, wenige haben soviel Detailwissen und dabei dennoch den ganz großen Überblick wie er. Nach 30 Jahren gibt der Musikwissenschaftler, Journalist und Autor seinen Posten als leitender Musikkritiker bei dem renommierten US-amerikanischen Kultur-Magazin „New Yorker“ auf.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

Berlin/Staatsoper
Sopranistin Adela Zaharia kannte Bülent Ceylan nicht
Am 8. Juli live aus der Berliner Staatsoper Unter den Linden.  Es wird ein einzigartiges Klassik-Ereignis! Am 8. Juli überträgt BILDplus exklusiv und live die Aufführung der Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail“ aus der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Eine der Hauptrollen hat Comedy-Star Bülent Ceylan (50) übernommen. An seiner Seite singt und spielt Sopranistin Adela Zaharia (39) als Konstanze. Die kannte ihn vor den Proben nicht, wie sie BILD verrät.
share.google

Grafenegg
„Klassik unter Sternen“ mit Garanča ist in Grafenegg angekommen (Bezahlartikel)
Das hochkarätige Klassikkonzert mit Elīna Garanča begeisterte am Samstagabend mit Hits und Heiterkeit.
Kurier.at

Salzburg
Glanz und Ruhm locken große Namen nach Salzburg (Bezahlartikel)
Pünktlich vor dem Start der Festspiel-Saison wird über die neue Führungsspitze von Salzburgs Kultur-Aushängeschild spekuliert. Sicher ist: Kein Stein bleibt auf dem anderen. Die „Krone“ gibt einen Überblick über die wichtigsten Kandidatinnen und Kandidaten für den Prestigeposten.
krone.at

Salzburger Festspiele: Lotte de Beer dementiert Bewerbung
Die Volksopern-Chefin will ihrem Haus treu bleiben. Alexander Schallenberg wird als Festspiel-Präsident gehandelt. Lotte de Beer, Intendantin der Volksoper Wien, dementiert eine Meldung der Kronen Zeitung, wonach sie „die derzeit besten Chancen“ für die ausgeschriebene Intendanz der Salzburger Festspiele habe soll. Es sei ihr „wichtig zu betonen, dass ich mich nicht beworben habe und selbstverständlich mit voller Überzeugung und großer Begeisterung meine Aufgabe an der Volksoper natürlich weiter erfüllen werde“, so ein der APA am Sonntagabend zugegangenes Statement.
DerStandard.at

Wird Schallenberg Präsident? Ex-Kanzler als Favorit für Salzburger Festspiele
Ex-Außenminister Alexander Schallenberg werden gute Chancen auf die Präsidentschaft der Salzburger Festspiele nachgesagt. Im Rennen um die künftige Führung der Salzburger Festspiele fällt immer wieder ein prominenter Name: Ex-Außenminister und Kurzzeit-Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) werden laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ nicht nur Ambitionen, sondern auch hohe Chancen auf die Präsidentschaft nachgesagt.
heute.at

Klosterneuburg
Die Ohnmacht der Haarpracht bei „Samson und Dalila“
Im Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg erfährt Camille Saint-Saëns’ Oper „Samson und Dalila“ eine solid-statische Umsetzung. Es ist nun nicht so, dass gar nichts an Bewegung, an Veränderung stattfand. Im Laufe der Vorstellung war schließlich nicht nur mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen. Auch die Temperaturen bewegten sich Richtung Tiefe. Rund um die Premiere von Camille Saint-Saëns’ französischer Monumentaloper Samson und Dalila verbreitete sich im Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg also eine angenehm kühlende Brise. Nach Tagen auf dem Foltergrill der Sommerhitze war das allein schon eine bewegende Erleichterung.
DerStandard.at

Samson und Dalila“ in Klosterneuburg: Eine haarige Stückwahl für Oper im Freien (Bezahlartikerl)
Schön, dass man sich an wenig Bekanntes wagt. Aber auch wenn die Inszenierung gute Effekte bietet: Musikalisch passt das Werk von Saint-Saëns nicht in den Hof des Stifts.
DiePresse.com

Wo im Sommer Oper ernst genommen wird: „Samson et Dalila“ in Klosterneuburg (Bezahlartikerl)
Die operklosterneuburg wagt sich an „Samson et Dalila“ und reüssiert, aber nur fast.
Kurier.at

Erl
Startenor Jonas Kaufmann: „Perfektion hat keinen Reiz“ (Bezahlartikel)
Jonas Kaufmann im Interview. Machen KI-generierte Stimmen Konkurrenz? Was sagt er zu den Querelen der Salzburger Festspiele?
Kurier.at

Erl/Festspiele
Tod einer ägyptischen Königin und einer Klosterschwester
Von allem etwas, für jeden etwas. So könnte man das Programm der diesjährigen Sommer-Festspiele in Erl beschreiben. Es gibt u.a. eine Matinee, Klavierkonzerte, einen Abend mit einer Zirkustruppe aus Australien, eine Lesung mit Musik, einen Musikfilm, eine Wagner-Oper und eben diesen zweigeteilten Abend mit Berlioz’ Cléopâtre und Puccinis Suor Angelica.
kultura-extra.de

Lübeck/Schleswig Holstein Musikfestival
Eine doppelte Energie-Explosion eröffnet das SHMF in Lübeck!
Endlich hat es begonnen, das Schleswig-Holstein Musik Festival 2026. Mit den beiden Böhmen Antonín Dvořák und Gustav Mahler startete das SHMF in der Lübecker Musik- und Kongresshalle am 5. Juli 2026 – und das Publikum wurde von einem Energiesturm überwältigt!. Antonín Dvořák, Cellokonzert h-Moll op. 104, Gustav Mahler, Symphonie Nr. 1 D-Dur. Anastasia Kobekina, Violoncello. Karina Canellakis, Dirigentin. NDR Elbphilharmonie Orchester
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

St.Florian
Der Mensch im Angesicht des Mysteriums – Philippe Jordan und das Bruckner Orchester Linz mit Bruckners 8. Symphonie in St.Florian.
opernmagazin.de

München/Bayerische Staatsoper
Von Göttern und Menschen: „Die Walküre“ an der Bayrerischen Staatsoper
Es ist die vermutlich am längsten erwartete Premiere der jüngeren Staatsoperngeschichte: Eineinhalb Jahre musste sich das Münchner Publikum nach Tobias Kratzers umjubelten Rheingold gedulden, pünktlich zu Beginn der Festspielsaison liefert die Bayerische Staatsoper nun auch Die Walküre. Das lange Warten zahlt sich aus: Kratzer knüpft Erzählstränge aus dem Rheingold geschickt weiter – und lässt zur Halbzeit seines Ring des Nibelungen viele Fragen offen.
opernmagazin.de

Singen mit Sir Simon – Ein vielfach überwältigendes Chor-Konzert im Münchner Circus-Krone-Bau (Bezahlartikel)
Das Land kennenlernen, in dem man musiziert – das praktiziert der Dirigent Simon Rattle seit seinen Anfängen in Birmingham. Die Wurzeln suchen und die Jugend einbinden gipfelten dann in „Rhythm is it“, in Strawinskys „Sacre“ mit Berliner Kindern und den dortigen Philharmonikern. Nach dem Wechsel zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks wollte Sir Simon dann die ländliche Musizierlust kennenlernen, reiste zu Blaskapellen quer durch seine neue Heimat und ließ das dann gigantisch zusammenklingen (vgl. nmz 8.7.2024) … doch „Rattle-di-tattle“ geht weiter…
NeueMusikzeitung/nmz.de

Nürnberg
Besucherrekord in Nürnberg
Mit einem ausverkauften Abschlusskonzert in St. Sebald ist das 75. Musikfest ION am Wochenende zu Ende gegangen. BR Klassik war als Medienpartner beim Festival präsent, das dieses Jahr einen Besucherrekord verzeichnen konnte.
BR-Klassik.de

Basel
Kammerorchester Basel: Emmanuelle de Negri & Bruno de Sá beim „Stimmen Festival Lörrach“
Mit einem außergewöhnlichen Konzert hat das Kammerorchester Basel zusammen mit dem Sopranist Bruno de Sá und der Sopranistin Emmanuelle de Negri am Stimmen Festival Lörrach teilgenommen. Wahrlich ein Festival der Stimmen!
opernmagazin.de

Sopot
Experimentieren auf Polnisch
In seinem vierten Jahr baut das Baltic Opera Festival weiter seine Präsenz auf der europäischen Festivalbühne auf – ganz im Sinne des Bayreuth-Jubiläums mit viel Wagner sowie deutsch-polnischem Operettenzauber.
concerti.de

Aix-en-Provence
Uraufführung in Aix: Was heißt es, auf einem sardischen Dorf zu leben? (Bezahlartikel)
Die Oper „Accabadora“ von Francesco Filidei wird beim Opernfestival in Aix-en-Provence uraufgeführt und löst ein besonderes Vermächtnis ein.
FrankfurterAllgemeine.net

Neues und Altes – Eine Uraufführung und ein Requiem beim Festival Aix-en-Provence (Bezahlartikel)
NeueMusikzeitung/nmz.de

Jerewan
Mythen im Schatten des Ararat – Oper in Armenien (Podcast)
Das imposante Opernhaus beherrscht das Stadtbild von Jerewan. Gespielt werden dort neben Opern-Klassikern auch Werke von Tigran Tschuchadschjan, Armen Tigranyan oder Alexander Spendiaryan. Diese Komponisten erzählen auf der Opernbühne Mythen und historische Ereignisse aus der armenischen Geschichte. Zur Zeit der Loslösung vom Osmanischen Reich und später zur Sowjetzeit stärkten sie damit das nationale Bewusstsein. Als Vater der klassischen armenischen Musik gilt der Priester, Komponist und Musikethnologe Komitas. In seiner Musik schwingt eine gewisse Tragik mit, geprägt von seinen Erlebnissen während des Völkermords an den Armeniern 1915.
swr.de

Links zu englischsprachigen  Artikeln

Halle
Händel-Festspiele Halle 2026 Review: Aci, Galatea e Polifemo
operawire.com

Aix-en-Provence
Klaus Mäkelä Plants His Flag in Opera With Strauss’s ‘Frau’ (Subscription required)
“Die Frau Ohne Schatten” is a difficult opera for any conductor. Klaus Mäkelä chose it for his first new production, in front of a global audience.
TheNewYorkTimes.com

Cheltenham
A vivid, dramatic performance of Das klagende Lied at the Cheltenham Music Festival
seenandheard-international.com

Poor acoustics mar Mahler at the Cheltenham Music Festival
bachtrack.com/de

Longborough
Review; MACBETH at Longborough Festival Opera
stagetalkmagazine.com

Verdi’s ‘Macbeth’ comes alive in the Cotswolds
thearticle.com

Feature
Q & A: Tanisha Mitchell on ‘Opera Talks’ & Educating Audiences
operawire.com

Recordings
Berlin! Berlin! Berlin! Kabarett und Exil album review – Anne Sofie von Otter turns to cabaret
TheGuardian.com

Ballett / Tanz

Wien/ImPulsTanz
Auftakt bei Impulstanz: Tanzen mit dem Mut der Jugend
Ein ganzer Monat voll zeitgenössischer Choreografie und aktueller Performance! Den Auftakt macht Christos Papadopoulos’ „My Fierce Ignorant Step“ im Volkstheater
DerStandard.at

Hamburg Ballett
Lloyd Riggins verkündet die Beförderungen von Solisten zu Ersten Solisten coram publico
Lloyd Riggins ist es gelungen, das Hamburger Ballett sicher in eine erfolgversprechende künstlerische Zukunft zu führen. Er wird das für Hamburg als Kunststadt kennzeichnende, bleibende Vermächtnis von John Neumeier wie kein besserer verwahren und daneben dem Ensemble auch Möglichkeiten eröffnen, neue choreographische Handschriften zu erlernen.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de

Ballet / Dance
Interview: Nina Ananiashvili talks about the State Ballet of Georgia’s return to London
gramilano.com

Review: Tierra Bendita with the Ballet Flamenco de Andalucía at Flamenco Festival London 2026
gramilano.com

Rock/Pop

Wien
Donauinselfest findet 2027 trotz Hitzedebatte wieder Ende Juni statt
Die Veranstalter halten am Traditionstermin fest: „Wir gehen nicht davon aus, dass sich Extremwetter so wiederholen wird“. Das 44. Donauinselfest findet von 25. bis 27. Juni 2027 statt.
DiePresse.com

ESC-Star und Komponist Ralph Siegel liegt wegen Lungenentzündung  im Koma
Große Sorge um Ralph Siegel: Der erfolgreiche Komponist befindet sich derzeit im Krankenhaus. Sein Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen Tagen deutlich verschlechtert. Wie ernst die Lage ist und was sein engstes Umfeld jetzt bewegt.
krone.at

Sprechtheater

Gmunden
„Elisabeth II.“ in Gmunden: Ein Griesgram seziert die Wiener Gesellschaft (Bezahlartikel)
Das wenig gespielte Stück von Thomas Bernhard bietet bei den Salzkammergut-Festwochen eine Glanzrolle für Sven-Eric Bechtolf.
DiePresse.com

Reichenau
Stefan Zweig, so bieder wie nie: „Vierundzwanzig Stunden …“ in Reichenau
Die Novelle „Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau“ gerät in Gordon Greenbergs launiger Dramatisierung und Inszenierung flach
DerStandard.at

Wie man Stefan Zweig den Banalitäten verpflichtet
Letzte Premiere in Reichenau: Zweigs Kurzroman „Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau“, fabelhaft besetzt, aber auf Bahnhofskiosk-Niveau bearbeitet und inszeniert.
krone.at

Neue Stefan-Zweig-Adaption: The Grand Reichenau Hotel (Bezahlartikel)
Gordon Greenberg inszeniert Stefan Zweigs Novelle „24 Stunden aus dem Leben einer Frau.“
Kurier.at

Stuttgart/Schauspiel
Wozu erzählen, wenn man handeln kann?
Stefan Pucher inszeniert am Schauspiel Stuttgart „Die Räuber“ von Friedrich Schiller. Dabei wird Amalia zur Zeitzeugin, die das Verhalten ihrer Brüder kommentiert.
DieDeutscheBuehne.de

Ausstellungen/Kunst

Deutschland
Deutscher Kulturrat befürwortet ein „Deutschlandticket“ für Museen
Mehr als 6000 Museen gibt es in Deutschland. Großen Besucherandrang verzeichnen aber hauptsächlich die bekannten unter ihnen. Deshalb hat sich der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, für eine „Deutschlandticket“-Variante für Museen ausgesprochen. Im Deutschlandfunk erklärte er, dass ein solches Ticket dafür sorgen könnte, Kultur auch besser in der Alltag der Menschen zu integrieren. Seiner Meinung nach sind dann mehr spontane und auch kürzere Museumsbesuche möglich, wenn man nicht für jeden Eintritt den vollen Preis zahlen muss. Er sieht darin auch die Chance, die „Akzeptanz der Museumsbesuche“ zu erhöhen.                                                                  share.google

Sport

Fußball-WM
Tränen beim Gastgeber
„Rache“ bei der WM: Fußball-Welt feiert USA-Aus. USA – Belgien 1:4
Wenn man nach dem WM-Aus der USA auf die internationalen Pressestimmen blickt, wird eines deutlich: Die Fußball-Welt verspürt eine gewisse Genugtuung. Zuvor hatte der Fall um Stürmer Folarin Balogun und die Einmischung von US-Präsident Donald Trump für jede Menge Wirbel gesorgt.
krone.at

________________

Unter’m Strich

Fußball-WM
Einmischung von Trump? „Absolute Schande!“ Ärger über aufgehobene Sperre
Die aufgehobene Rot-Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun schlägt hohe Wellen. Nicht nur der belgische Trainer, der mit seinem Team am Dienstag (ab 2 Uhr MESZ – im sportkrone.at-Liveticker) im Achtelfinale auf Gastgeber USA trifft, sieht darin eine unfaire Entscheidung. Gleich mehrere Experten, zahlreiche Fans und sogar die Politik sind empört. Zumal der Verdacht aufkommt, dass die Entscheidung nach Intervention von US-Präsident Donald Trump getroffen wurde.
krone.at

St.Lorenzen
Betrunkener Bergsteiger ohne Ausrüstung am Gipfel der Drachenwand
Ein völlig hirnloses und lebensgefährliches Verhalten legte ein Vorarlberger am Samstag bei St.Lorenz in OÖ an den Tag. Nachdem er mehrere Flaschen Bier gekippt hatte, unternahm er drei schwierige Bergtouren. Darunter waren auch zwei Klettersteige – Mahdlgupf und Drachenwand, die er ohne Ausrüstung bezwang. Am Gipfel fiel der schwankende Mann glücklicherweise einem anderen Bergsteiger auf.
krone.at

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 7. JULI 2026)

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 7. JULI 2026)

Quelle: onlinemerker.com

BÜHNE BADEN/ Stadttheater: „Ich bin für euch da!“  Musical TOOTSIE von David Yazbek . Premiere 24. JULI

toots
Tootsie © Lalo Jodlbauer/YAY Creative

Mit einer perfekt geschriebenen Komödie geht es an der Bühne Baden weiter im Sommerspielplan: Das Musical TOOTSIE von David Yazbek (Musik und Gesangstexte) und Robert Horn (Buch) begeistert mit bissig-scharfen Dialogen, klugen Pointen, individuell komponierter Musik und jeder Menge Situationskomik. TOOTSIE sei „das witzigste Musical am Broadway“, schrieb The New York Post sogar anlässlich der Premiere im Frühjahr 2019 – was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass in diesem Stück auch ernste Themen verhandelt werden.

Die Geschichte ist dank des legendären Films aus dem Jahr 1982 mit Dustin Hoffman weltbekannt: Ein erfolgloser Schauspieler, dem niemand eine Rolle geben will, wird über Nacht zum Star, als er beschließt, sich als Frau zu verkleiden. Doch damit ist das Chaos vorprogrammiert, zumal auch die Liebe dazwischenfunkt … Wie lange wird es dauern, bis das Netz aus Lügen zerreißt und die Wahrheit ans Licht kommt?

Simon Stockinger schlüpft in die Rolle des verzweifelten Schauspielers Michael Dorsey bzw. der erfolgreichen Dorothy Michaels. Ihm bzw. ihr zur Seite stehen Clara Mills-Karzel als Bühnenpartnerin Julie Nichols und Sebastian Brummer als Michaels bester Freund und Mitbewohner Jeff Slater. Ein Wiedersehen gibt es mit Missy May, die in TOOTSIE Michaels verzweifelte Ex-Freundin, die Schauspielerin Sandy Lester spielen wird. In weiteren Rollen sind unter anderen Franz Frickel, Clemens Otto Bauer, Marika Lichter und Martin Berger zu sehen.

Regie führt Felix Seiler, der großen Wert darauf legt, kein Remake des Hollywood-Films auf die Bühne zu bringen. Er lässt die Geschichte im heutigen New York spielen und räumt dabei vor allem dem Thema Lebensträume breiten Raum ein: Wie ticken diese Menschen, die für das Theater leben? Wie weit sind sie bereit, für ihren großen Traum zu gehen, was opfern sie auf? Wie gehen sie mit der Angst vor dem Scheitern um, mit dem Gefühl, dass es immer nur die anderen schaffen, nie aber man selbst? Das Bühnenbild von Darko Petrovic trägt diesen Fragen Rechnung: Kein New York aus Pappmaché, sondern eine Stadt, die immer anders aussieht, je nachdem, ob man gerade auf Wolken schwebt oder gefühlt ganz unten angekommen ist. Die zeitlosen Kostüme stammen von Aleš Valášek, die Choreografie von Danny Costello. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Victor Petrov.

Premiere ist am 24. Juli 2026 um 19.30 Uhr im Stadttheater

Weitere Vorstellungstermine:
28. & 30. Juli 2026

1., 4., 5., 7., 11., 18., 21., 22., 25., 26., 28. & 29. August 2026

________________________________________________________________________________________

BERLIN/Staatsoper Unter den Linden: DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL, 5.7.2026

Musikalisch sehr erfreulich – Comedy und Singspiel? Ein nur fast netter Versuch

serai
© Stephan Rabold

Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ ins Heute verlegt. Raimund Bauer schuf ein spektakuläres Bühnenbild in Form einer protzig güldenen Superyacht, Marke nouveau riche. Deren gelüftete Fassaden fallweise den Blick auf einen eleganten Salon mit Flügel, und gesellschaftlich hierarchisch darunter auf eine Bordküche in Chrom geben.

Oben versucht Bassa Selim, Konstanze mit allerlei Versprechen für sich zu gewinnen. Unten kabbeln sich der Prolo Osmin, Pedrillo und die aufmüpfige Blonde als Instagram Tussi. Bis der spanische Edle Belmonte auftaucht und als Baumeister in diese Sphäre eindringt, um Konstanze zu befreien. Dann werden alle bei der Flucht erwischt. Nur dank eines trotzigen Gnadenakts des Bassa Selim, der mit zusammengebissenen Zähnen alle raushaut, endet das Stück aufklärerisch versöhnlich. Natürlich zum Missfallen des Machos Osmin, der auf Blonde steht.

In Mozarts Singspiel in drei Akten aus dem Jahr 1782 darf Bülent Ceylan in der von Andrea Moses inszenierten und von Thomas Guggeis dirigierten Neuproduktion den Bassa Selim mimen. Die Staatsoper Unter den Linden kommentiert das Engagement so: Mit Bülent Ceylan konnte ein prominenter Comedian gewonnen werden, sowohl die Sprechrolle des Bassa Selim zu übernehmen als auch das Bühnengeschehen, den Text und die Musik aus wechselnden Perspektiven zu kommentieren – und das alles mit Elementen und Stilmitteln, die aus seinen bundesweit erfolgreichen Comedy-Shows bekannt sind. Mozarts Entführung erscheint auf diese Weise in einem neuen Licht, aus heutiger Zeit bewusst reflektiert und zugleich humorvoll und unterhaltsam.“

Das wäre sehr nett ausgefallen und startete auch durchaus amüsant, hätte das Leading Team nicht einfach zu viel des Guten gewollt. Die Neufassung samt Moderationen von Bülent Ceylan, Andrea Moses und Michael Höppner unter Verwendung des Originaltextes von Johann Gottlieb Stephanie d. J. will nämlich nicht nur Oper und Comedy sein, sondern auch ein Lehr- und Lernstück sowie eine moralische Anstalt der political correctness. Da wird über kulturelle Aneignung gequatscht – ich habe kein Wort davon kapiert – und natürlich auch darüber, welche Textteile heute gar nicht mehr gehen. Als ob das nicht alle längst selbst wüssten. Auch konnte man sich offenbar nicht entscheiden, ob ein satirischer Ton angemessen ist (das Beste an den Texten) oder ob nicht zwischendurch das Wacheln mit dem Zeigefinger pädagogisch genauso opportun wäre. So irgendwie peinlich nach Volkshochschulenart.

Das ist aber noch immer nicht alles. Im Programmheft ist von einem Pilotprojekt die Rede. Der Rest ist auf BildOnline zu erfahren. Demnach plant Bülent Ceylan nichts weniger als eine „Klassik Revolution.“ Fakt ist, dass BILD Mozarts Oper „Die Entführung aus dem Serail“ für ihre BILDplus Kunden am 8. Juli als Live-Stream mit dem Hinweis „Hier anmelden und Oper mit Bülent Ceylan live schauen“anbietet. Und dazu gleich auch noch praktisches Wissen offeriert, nach der Art von „Darf ich wie Bülent Ceylan in Jeans in die Oper?“

Den deutschen Komiker, der offensichtlich mit seinen „Comedy Programmen die größten Hallen füllt“, kannte ich als Nicht-Comedy Mensch vorher nicht. Er ist nach dem gestrigen Erlebnis auf jeden Fall ein Bühnenprofi, ein charismatischer Kerl, der selbst aus abgedroschenen Kalauern noch Funken zu schlagen vermag.

Was jedenfalls auch zu funktionieren scheint, ist die Attraktivität des Comedians für eine breitere, vielleicht andere Öffentlichkeit als sonst. Das zeigt sich auch daran, dass oft mitten in Arien dazwischen geklatscht wird. Denn wenn der Comedian überall und an jeder Stelle der Musik seinen mehr oder weniger scharfen Senf über Privates, Politisches oder Schnurren eines Komikers dazugeben darf, wird das wohl auch dem werten Publikum erlaubt sein.

Das Publikum stürmt jedenfalls die Aufführungen des in Wien als „Deutsches Nationalsingspiel“ uraufgeführten Stücks. Ob allerdings Ceylans Ziel, „Menschen, die bisher wenig Berührung mit Klassik hatten, zu zeigen, wie geil Oper ist“, in aller Nachhaltigkeit erreicht werden kann, daran will ich doch meine Zweifel haben dürfen. Ob dieselben Ceylan-Anhänger, durch ihren Liebling für die Oper mit ihm ‚erweckt‘, Klassik-Festivals weltweit stürmen oder im Herbst zumindest in Repertoireaufführungen welcher Oper auch immer gehen, hmmm?

Wie schmal der Grat ist, auf dem das Konzept baut, zeigte sich zu Beginn des dritten Akts. Da drohte das ganze Unterfangen fast zu kippen. Siyabonga Maqungo, offenbar indisponiert und extrem kurzatmig, kassierte nach seiner wirklich nicht gut gesungenen Arie „Ich baue ganz auf deine Stärke“ ein kräftiges Buh. Bülent Ceylan spielte sofort den Benimmapostel und mahnte das Publikum oberlehrerhaft, sich anständig aufzuführen, sonst könne es ja abgeschoben werden. Dafür kassierte der übereifrige Stand-up Comedian wiederum noch mehr kräftige Buhs. Mit ein paar Witzen lotste der erfahrene Showman das Ganze wieder halbwegs in ruhigere Bahnen. Aber ein Kratzer an diesem Clash der an sich unvereinbaren Kunstformen blieb doch haften.

Zurück zum Ursprung. Wie war denn die musikalische Qualität der Aufführung? Sensationell war in erster Linie, wie sehr es Dirigent Thomas Guggeis vom Hammerklavier aus mit diversen Einlagen verstand, die fantastische Staatskapelle Berlin auf einen forschen und janitscharenexotischen Klang einzuschwören. Für mich war da bislang noch immer die Aufnahme mit der Staatskapelle Dresden unter Karl Böhm das Maß aller Dinge. Guggeis hat mich gestern noch mehr überzeugt und mitgerissen. Die umwerfende Modernität dieser Partitur von Mozart, die ihre ganze Stärke nicht zuletzt aus der emotionalen Zerrissenheit ihrer Figuren, insbesondere der Zweifel der wieder vereinten Liebespaare zieht (Quartett „Ach, Belmonte! Ach, mein Leben!“), habe ich nie überzeugender artikuliert erlebt als gestern.

Auch gesungen wurde mehrheitlich ganz hervorragend bis grundsolide. Die rumänische Sopranistin Adela Zaharia, Mitglied des Ensembles der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, sang die Konstanze comme il faut. Eine unheimlich schwere Partie, weil sie neben hochdramatischen Koloraturen der berühmtem, mit Oboe, Flöte, Violine und Cello konzertierenden „Martern aller Arten“ Arie auch die sanften, durchwegs in Piano gehaltenen weiten Legatobögen der „Welcher Wechsel der Gefühle! … Traurigkeit ward mir zum Lose“ Arie im zweiten Akt und etliche Ensembleszenen meistern können muss. Schließlich hält sie trotz aller sanften bis brutalen Versuche des Bassa Selim, die ihrige zu werden, standhaft an ihrer Liebe zu Belmonte fest. Zaharia kann dramatische Koloratur, verfügt zudem über eine prächtige Mittellage und volltönende Tiefe (wie einst Edda Moser), was die wenigsten Interpretinnen dieser Partie aufweisen können. Zum Niederknien gut!

Die junge Serafina Starke, Mitglied des Internationalen Opernstudios der Staatsoper Unter den Linden, imponierte mit leichtgängigen Höhen bis zum dreigestrichenen E und mit quirliger Bühnenpräsenz. In der extremen Tiefe mangelt es allerdings noch an Volumen und Stimmsitz.

Von den Männern boten Michael Laurenz als Pedrillo mit heldischer Attacke seines Charaktertenors sowie David Steffens als weniger polternder, sondern als wirklich gefährlicher Osmin mit tollem schwarz timbriertem Bass, absolute Spitzenleistungen. Siyabonga Maqungo, der mich mit seinem perfekten Stammsitz und einer probaten Technik als lyrischer Tenor stets überzeugte, enttäuschte gestern auf voller Linie. Er schien kurzatmig und phrasierte dementsprechend eigentümlich. Mehrere der lang gehaltenen Pianotöne rissen ab, außerdem schien mir seine Stimme insgesamt zu schwer und dramatisch für diese Partie.

Fazit: Ein aufregend dirigierter und musizierter Opernabend mit originellem Bühnenbild und einem Regiekonzept, das vielleicht auf der richtigen Spur, sich in einem Allzuviel an Anspruch verhedderte. Über all den Witzen und Belehrungen litt die Personenregie, die das Beziehungsgeflecht nicht schlüssig in Aktion übersetzte. Da hat man wohl allzu sehr der Strahlkraft des Fernseh- und Comedystars vertraut.

A propos TV: Gestern wurde die Vorstellung audiovisuell aufgezeichnet. Laut Bülent Ceylan für RTL.

Dr. Ingobert Waltenberger

________________________________________________________________________________________

Benjamin Bernheim: »Wir haben uns selbst belogen«

Auch diese Woche war ich noch einmal für eine arte-Doku in Paris. Eine der spannendsten Begegnungen: Gemeinsam mit Tenor Benjamin Bernheim haben wir im Archiv der Opéra wütende Briefe von Wagner und spannende Autographe von Gounod und Offenbach entdeckt. Und: Wir haben einen BackstageClassical-Podcast aufgenommen, der es in sich hat: »Wir haben uns jahrelang selbst belogen«, sagt Bernheim, wenn wir geglaubt haben, Oper sei – ähnlich wie die Popmusik – eine Kunst, die jedermann erreiche. Nein: Wir müssten endlich akzeptieren, dass wir eine Nische sind und dürfen aus Spar- und Legitimationsdruck nicht in Angst verfallen.
________________________________________________________________________________________

Giudittas heiße Küsse im Stadttheater Bad Hall in einem Fest der Superlative

giud

Begeisterung, Bewunderung, Staunen – enthusiastischer Beifall für die scheinbar leichte Muse

Es ist längst bekannt. Das relativ junge, kleine Stadttheater Bad Hall steigt langsam aber sicher zu einer Musiktheaterbühne auf, die es mit größeren Häusern aufnehmen kann. Die Premiere von Franz Lehárs nicht allzu oft gespieltem Spätwerk „Giuditta“ am Samstag, dem 4. Juli 2026, gelang bei den heurigen Operettenfestspielen als ein weitbeachtetes Ereignis in der frequentierten Kurstadt. Die Produktion wies auf allen Linien Vorbildqualität aus, was gerade mit diesem Werk nicht leicht zu erreichen war. Das beginnt schon beim Titel. Das goldene Zeitalter der Operette war für den Komponisten zahlreicher, erfolgsbewährter Operetten aus eigener Feder vorbei, also muss etwas Neues auf die Bühne. Lehár nannte seine „Giuditta“ eine musikalische Komödie, eigentlich seltsam durch den tragischen Ausgang. Aber so tragisch wurde der Inhalt gar nicht. Mit seinem zeitlosen Thema LIEBE, die Herzen an Untreue brechen lässt. Enttäuscht bleibt der Liebhaber zurück, während seine Angebetete in ein anderes Leben flüchtet. Die Darstellung solcher tiefgreifenden Gefühle braucht viel Fingerspitzengefühl auch für melancholische Momente oder ganz einfach die visionäre angeborene Kraft des Regisseurs. Bad Hall hat das Glück einer Erfüllung dieser Ansprüche. Thomas Kerbl, seines Zeichens lehrender Musikprofessor an der Linzer Bruckneruni, weiß genau, worauf es ankommt bei der scheinbar leichten Muse. Emotionen in heikelsten Situationen ausdrücken zu können, den Szenenverlauf in Bewegung zu halten, so dass das Publikum keine Minute das Wunder der Faszination verliert. Bei Kerbl glitzert und glänzt das Geschehen, seine Ideen übertragen sich auf die Mitwirkenden, die Identifikation erfolgt spontan auf die Rollenträger. Dazu hat er natürlich auch das genau passende Team, schauspielerisch sowie sängerisch und auch für die tänzerischen Einlagen. Eine allgemein zündende Stimmung vom Anfang bis zum Ende durch die Ausstattung der fünf Bühnenbilder von Susanne Kerbl, die so einfach wie kulissenmäßig großartig die Handlung widerspiegelten.

Die Musik strotzt förmlich von melodischer Grazie, rhythmischer Lebendigkeit und einer geschickt ausgewogenen Orchesterbehandlung. Bis heute tönen bekannte Schlager aus „Giuditta“ im Ohr von Musikkennern etwa „Gern hab ich die Frauen geküsst“, welche liebeshungrige Dame würde das nicht kennen ? Oder „Freunde, das Leben ist lebenswert“. Und das seit 1934, dem Uraufführungsjahr des Werkes nach dem Buch von Paul Knepler und Fritz Löhner. Keine bedeutendere Bühne als die Wiener Staatsoper hatte es für sich entdeckt. Im oberösterreichischen Bad Hall weiß man es zum ersten Mal, wie Lehár seine geniale Musik mit unsterblichen Klängen in Zeitlosigkeit versetzte.

Wie gesagt, leicht ist es nicht, im Theater alle Höhepunkte von Lehárs spätem Opus als der letztvollendeten der Operette umzusetzen. Durch den Übergang von der traditionellen Operette zum modernen Musiktheater hat in „Giuditta“ eben eine Sonderstellung in der Musikgeschichte. In Zeiten digitaler Ablenkungen und Stückversetzungen in die Gegenwart heißt es, die Relevanz der Bühnenkunst dem Publikum erfahrbar machen zu können. Auch in dieser Hinsicht ist der Produktion insgesamt höchstes Lob auszusprechen.

Der spätromantische Sound der Musik kam vom Orchester unter der Leitung von Walter Rescheneder, die tänzerischen Rhythmen wie Tango oder Foxtrott, perfekt ausgeführt von professionellen Solotänzerinnen, verdienten die präzise Begleitung der Musiker. Die Akkordeonklänge des Straßenmusikers Bernhard Walchshofer füllten bravourös die Orchesterpausen, und auch das Herrenensemble sang seine Parts mit Feuer und Eifer. Dass ohne sichtbare Verstärkung der Stimmen die Artikulation durch die Bank keinen Wunsch übrig ließ, ist keine Selbstverständlichkeit. Die adäquate Besetzung der Hauptrollen schien für eine solche Produktion fast eine Pflicht zu sein. Cinzia Zanovello als Giuditta weist alle Vorzüge auf, die diese Rolle verlangt. Eine umwerfende Ausstrahlung, herrliche, in der Höhe mühelose Stimme, ein natürlich bewegtes Spiel und Tanz; als die ideale Vorstellung von einer umworbenen Diva erhielt sie sämtliche Avancen vom Publikum. Christoph Gerhardus als Octavio war gewiss ein attraktiver Partner, allein die Führung seines flexiblen Tenors würde vielleicht noch etwas mehr Beachtung vertragen. Einem Richard Tauber durch Forcieren nachzueifern, braucht es bei diesem Sänger gar nicht. Eine Art Buffopaar hatten Génesis López Da Silva als Anita und Alexandre Bianque als Perrino darzustellen, was sie nicht nur im Gesang hochtalentiert für diese Aufgabe taten. Ernst Garstenauer (Ibrahim), Gerald Giedenbacher (Butler/Lord), Josef Krenmair (Wirt/Türsteher) und Marie Büchele (Lolitta) ergänzten in bewundernswerter Eintracht das Gesamtensemble. Versäumen Sie diese aufregende Inszenierung nicht und besuchen Sie eine der zahlreichen Aufführungen, die bis zum 26. Juli 2026 geboten werden.

Georgina Szeless

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert