Mendelssohn und Beethoven stimmen im Wiener Konzerthaus auf den Frühling ein

Camerata Salzburg, Leonskaja, Emelyanychev  Wiener Konzerthaus, 14. April 2026

Wiener Konzerthaus © Lukas Beck

Camerata Salzburg
Elisabeth Leonskaja   Klavier
Maxim Emelyanychev   Dirigent

Felix Mendelssohn Bartholdy
Ouverture »Die Hebriden / Fingalshöhle« op. 26 (1829–1833)

Ludwig van Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-moll op. 37 (1800–1802)

Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 »Pastorale« (1807–1808)

Wiener Konzerthaus, 14. April 2026

von Kathrin Schuhmann

Mit dem Konzert, zu dem die Camerata Salzburg unter der Leitung von Maxim Emelyanychev am 14. April 2026 in den Großen Saal des Wiener Konzerthauses geladen hatte, blühte in der österreichischen Hauptstadt der Frühling auf.

Die Stimmung, in die der 20-jährige Felix Mendelssohn-Bartholdy auf seiner Reise zur Fingalshöhle versetzt worden war und die er unnachahmlich in seiner Konzertouvertüre Die Hebriden in Tönen konservierte, wurde ab dem ersten Bogenstrich für jeden einzelnen Besucher des ausverkauften Saals erlebbar.

Das anmutige Dirigat führte den orchestralen Klangkörper behutsam und zugleich bestimmt durch den aufregenden Wellenritt. Die klangliche Vielschichtigkeit, die dabei insbesondere im Bläserapparat entstand, vermittelte das Gefühl von Weite, wie es klanglich kaum eindrücklicher zu realisieren ist.

Im dritten Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven trat die international renommierte und gefeierte Starpianistin Elisabeth Leonskaja als Solistin auf. Ihr Spiel war frei von jeglichen Allüren, keine Spur von demonstrativer Virtuosität, sowas hat Leonskaja nicht nötig. Ihr Anschlag, der je nach musikalischer Anforderung zwischen lyrischer Zartheit und trotziger Direktheit variierte, hielt das Publikum von der ersten bis zur letzten Sekunde im Bann. Besondere Freude machte der Schlusssatz, das aufmüpfige Rondo, für dessen Interpretation ein kleiner Schalk im Nacken nicht schadet.

Elisabeth Leonskaja © Marco Borggreve

Mit Beethovens Pastorale verwöhnte die Camerata die den gesamten Konzertabend auffällig ruhig und wach lauschende Hörerschaft mit wohltuenden Naturklängen, beherzten Tanzrhythmen, bedrohlich anmutenden Unwetterspektakeln und friedvoller Abendruhe. Das Publikum dankte mit langanhaltendem Applaus und schwebte beseelt in den lauen Frühlingsabend aus der Klangstätte.

Kathrin Schuhmann, 16. April 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

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