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DIE SONNTAG-PRESSE – 4. DEZEMBER 2022
„Lohengrin“ in München feinstes Wagner-Musiktheater
Der erste große Jubel bereits nach dem 1.Akt, nach dem letzten Ton der Richard Wagnerschen Sphärenklänge Standing Ovations: die „Lohengrin“-Regiearbeit von Kornél Mundruczó an der Bayerischen Staatsoper wurde am Samstag gefeiert. http://www.musik-heute.de/24872/lohengrin-in-muenchen-feinstes-wagner-musiktheater/
Deutschland Oper 2023: Die wichtigsten Premieren Anfang des Jahres Oper 2023: Was hat bald Premiere?
Wir präsentieren fünf vielversprechende Neuproduktionen, die ab Januar und Februar 2023 zu sehen sind. https://kulturnews.de/oper-premiere-januar-februar-2023/
Elektra Tragödie in einem Aufzug – 1909 Komponist Richard Strauss Libretto von Hugo von Hofmannsthal
Bayerisches Staatsorchester
Bayerischer Staatsopernchor Vladimir Jurowski, Dirigent
Bayerische Staatsoper, 27. November 2022
von Dr. Gerald Hofner
Richard Strauss’ Elektra ist schwierig. Nicht einmal Liebe. Viele dunkle Gedanken, Rache und Wut. Übersetzt in die Musik bedeutet das – viele Emotionen. Den Sängerinnen (es ist eine der wenigen Opern mit praktisch ausschließlich weiblichen Hauptrollen) wird großer Tonumfang und noch mehr Lautstärke abverlangt. Lyrische Elemente sind selten. Die Story schien Richard Strauss mit seinem faszinierenden, wenn auch unruhigen Hin und Her zwischen den Resten klassischer Sequenzen und dem Aufbruch in die orchestrale Flächenmusik der Postromantik offensichtlich nahe zu sein. „Elektra, Richard Strauss Bayerische Staatsoper, 27. November 2022“ weiterlesen
Bayerische Staatsoper, 21. September 2022 (Wiederaufnahme)
Peter Grimes Oper in drei Akten und einem Prolog von Benjamin Britten (1945)
(ab 14 Jahren)
Komponist Benjamin Britten. Text von Montagu Slater nach dem Gedicht von George Crabbe.
In englischer Sprache · Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Neuproduktion.
von Willi Patzelt
Es gibt Opern, in die geht man wohl weniger wegen der Handlung, sondern vielmehr trotz der Handlung. Mit Verdis „Troubadour“ und Mozarts „Zauberflöte“ seien nur zwei extremere Beispiele genannt. Und dann gibt es Opern, die von ihrer Handlungsanlage nur so vor Intelligenz und dramaturgischer Genialität strotzen. Benjamin Brittens „Peter Grimes“ ist eine ebensolche Oper. Die Handlung ist verstörend, wie uneindeutig, ist grotesk und doch realer, als wir vielleicht zuzugeben bereit sind. Die Inszenierung von Stefan Herheim überzeugt. Musikalisch, nicht nur wegen Jonas Kaufmann – dieser war zum ersten Mal als Peter Grimes in München zu erleben – ein großartiges Erlebnis. Und dennoch: Beglückt und erleuchtet werden wohl die wenigsten das Nationaltheater verlassen haben. „Peter Grimes, Benjamin Britten Bayerische Staatsoper, 21. September 2022 (Wiederaufnahme)“ weiterlesen
Diese Vorstellung war dem vor wenigen Tagen verstorbenen Dirigenten Stefan Soltész gewidmet – bekanntlich erlitt er einen Zusammenbruch auf der Bühne des Nationaltheaters, von dem er sich im Krankenhaus nicht mehr erholte. Kein Zweifel, auch Soltész wäre begeistert gewesen – nicht nur wegen Marlis Petersens Ausnahme-Marschallin und Barrie Koskys genialer Inszenierung.
Nationaltheater München, Bayerische Staatsoper, 24. Juli 2022
Der Rosenkavalier Musik von Richard Strauss Libretto von Hugo von Hofmannsthal
von Johannes Karl Fischer
Wo soll man mit diesem Spektakel der Opern-Champions-League beginnen? Günther Groissböck war als Ochs mal wieder völlig unangefochten. Obwohl etwas spontan aus dem Urlaub geholt, meisterte er die Rolle des Lerchenau’schen Barons wie kein anderer. Völlig mühelos das tiefe C, die langen Noten am anderen Ende des Bassschlüssels resonierten mehrere Atemzüge lang im ganzen Saal. Auch schauspielerisch erstklassig, wie er die Mariandl und die Sophie über die Bühne jagt.
Die ganze Rolle rattert er natürlich im besten Waidhofener Niederösterreichisch runter. Anderswo ist seine Aussprache manchmal etwas moderiert, in München hatten die Verantwortlichen wohl keine Zeit seinen Gesang zu entdialektisieren. Wie gemacht für diese Rolle. Bitte weiter so, diese Rolle lebt vom Dialekt!
Jonas Kaufmann gibt einen Festspiel-Liederabend in der Bayerischen Staatsoper, wobei ihm die Folgen seiner Corona-Infektion anzumerken waren. Dennoch kann der Abend am Ende als rundum gelungen bezeichnet werden, nicht zuletzt dank der Intelligenz des Sängers.
Bayerische Staatsoper, Nationaltheater, 23. Juli 2022
Münchner Opernfestspiele
Festspiel-Liederabend: Jonas Kaufmann
Helmut Deutsch, Pianist
von Michael Buba
Nachdem am Vortag der Dirigent Stefan Soltész während des Dirigats von Der schweigsamen Frau auf tragische Art verstorben ist, konnte man auf den Fluren eine gewisse Bedrücktheit verspüren. Die für die Opernfestspiele typische sommerliche Feststimmung wollte sich zunächst nicht einstellen, dies änderte sich jedoch schlagartig, als Jonas Kaufmann die Bühne betrat.
Seine herausragende Aura fesselt alle Hörer, selbst die auf den Partiturplätzen. Dieser Mann hat schlichtweg Charakter, eine großartige Stimme und Intelligenz. Oftmals wird von einer Verbindung zwischen der Mathematik und der Musik gesprochen, wobei sich bei Jonas Kaufmann beide Welten treffen und kongenial ergänzen. Albrecht Gündel-vom Hofe fasste in einem Artikel für den Tagesspiegel sehr treffend zusammen, dass die Musik auf der Logik der Mathematik beruht.
Bevor Kaufmann sein Gesangsstudium aufnahm, begann er ein Studium der Mathematik, wodurch seine Herangehensweise ans Singen nicht nur rein auf Emotionen basiert, sondern auch technisch und intellektuell durchdacht ist. Jede Note, jede Silbe verbirgt zahllose Gedanken, die Kaufmann auf sängerische Art stets wunderbar zu präsentieren weiß. „Festspiel-Liederabend: Jonas Kaufmann Bayerische Staatsoper, Nationaltheater, 23. Juli 2022“ weiterlesen
Nationaltheater, Bayerische Staatsoper, München, 21. Juli 2021
Richard Strauss, Der Rosenkavalier
von Willi Patzelt
Der gute alte Rosenkavalier in der Inszenierung von Otto Schenk (Premiere 1972!) hatte in München Kultstatus. Generationen von Zuschauern liebten ihn, die älteren bekommen heute mitunter noch feuchte Augen, wenn sie – nicht selten in fast schon anbetender Manier – Geschichten von Rosenkavalieren mit Carlos Kleiber, Brigitte Fassbaender und den anderen großen Namen erzählen. Dieses Werk in München neu zu inszenieren war also eine riskante Aufgabe. Um es vorwegzunehmen: Regisseur Barrie Kosky hat sie bestens gemeistert. Zusammen mit einer großartigen Sängerbesetzung und klugen musikalischen Interpretation, bekam man am 21. Juli in der Staatsoper großes Musiktheater geboten!
„Vom Ochs hängt der Erfolg der Oper ab“ schrieb Richard Strauss selbst kurz vor der Premiere 1911. Dieser Erfolg war am Abend vorher noch gefährdet. Der ursprünglich als Ochs eingeplante Christof Fischesser war erkrankt, Günther Groissböck sprang ein. Nun ist Fischesser – er war bereits öfter in München in den letzten Wochen als Ochs zu erleben – ein wirklich hervorragender Ochs. Aber wenn man glaubt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo der Groissböck her. Er ist aktuell das Nonplusultra für diese Rolle. Man könnte fast meinen, er wäre hauptberuflicher Ochs-Darsteller. „Richard Strauss, Der Rosenkavalier Bayerische Staatsoper, München, 21. Juli 2021“ weiterlesen
Nationaltheater, Bayerische Staatsoper, München, 22. Juli 2022
Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Bayerisches Staatsorchester
Bayerischer Staatsopernchor
Stefan Soltész, Dirigent
Die Bayerische Staatsoper teilt am Freitag, 22. Juli 2022, um 22.30 Uhr per twitter mit: „Mit Entsetzen und großer Trauer muss die Bayerische Staatsoper den Tod von Stefan Soltesz bekannt geben. Er verstarb heute Abend nach einem Zusammenbruch während seines Dirigats von DIE SCHWEIGSAME FRAU im Nationaltheater. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Michaela.“ #RIPpic.twitter.com/0mdR14hJtP
BayerischeStaatsoper (@bay_staatsoper) 22. Juli 2022
„Die Nachricht über den Zusammenbruch und das Ableben von Stefan Soltész macht mich zutiefst traurig. Wir verlieren einen begnadeten Dirigenten. Ich verliere einen guten Freund. Meine Gedanken sind bei seiner Frau Michaela“, sagte Staatsintendant Serge Dorny.
klassik-begeistert.de-Reporter Jean-Nico Schambourg verfolgte diesen Opernabend im Nationaltheater, und wir veröffentlichten seinen Beitrag um 22.10 Uhr.
Das Team von klassik begeistert spricht der Frau, der Familie und den Freunden von Stefan Soltész sein tiefstes Beileid aus.
Sehr detailliert: https://www.ndr.de/kultur/musik/klassik/Er-war-kein-Blender-Zum-Tod-des-Dirigenten-Stefan-Soltesz,soltesz102.html
Auch wir wünschen Stefan Soltész auf diesem Weg eine schnelle Genesung, sodass wir hoffentlich schon bald wieder und oft sein musikalisches Können am Dirigentenpult erleben dürfen.
Nationaltheater, Bayerische Staatsoper, München, 22. Juli 2022
Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Bayerisches Staatsorchester
Bayerischer Staatsopernchor
Stefan Soltész, Dirigent
von Jean-Nico Schambourg
Mit “Capriccio”, dem “Rosenkavalier” und der “Frau ohne Schatten” ist “Die schweigsame Frau” die vierte Oper von Richard Strauss, die die Bayerische Staatsoper während der diesjährigen Münchner Opernfestspiele auf die Bühne bringt.
Es hätte ein schöner Abend werden sollen mit dieser, außer in Wien und München, selten gespielten komischen Oper, denn am Dirigentenpult stand Stefan Soltész, ein als Strauss-Spezialist weltbekannter Dirigent.
Ich gebe zu, Barrie Kosky ist einer der ganz wenigen Regisseure, dessen Regiearbeiten ich (fast) uneingeschränkt schätze. Und auch diese Produktion begeistert mich sehr.
Koskys Rosenkavalier wird durchgewirbelt von tollen Einfällen, wie zum Beispiel, dass sich die grosse Standuhr während dem Orchestervorspiel auf der Bühne herumdreht und im Schlussbild der Oper sich in den Bühnenboden versenkt, als Zeichen, dass die Zeit abgelaufen ist. Die Zeit spielt eine grosse Rolle in dieser Inszenierung: der zweite Akt wird von einem Wecker eingeläutet, der dritte von einer Kuckucksuhr.
Bemerkenswerter als alle Regieeinfälle ist für mich jedoch, dass Kosky in den ruhigen Momenten den Zuschauer sich voll auf die Schönheit der Musik von Richard Strauss konzentrieren lässt. Da stört kein irrsinniges Herumlaufen oder Turnen der Protagonisten.
Wunderbar das Schlussbild des ersten Aktes mit Marlis Petersen auf dem Pegel der Standuhr sitzend, während die Schlussakkorde sich scheinbar unendlich und zärtlich hinziehen. Ebenso der Schluss der Oper, wo Octavian und seine Sophie in den siebten Himmel der Liebe entschweben.
Nationaltheater, Bayerische Staatsoper, München, 18. Juli 2022 Giuseppe Verdi, Macbeth
von Jean-Nico Schambourg
Seit der Ankündigung der Oper „Macbeth“ im Spielplan 2021/2022 sind alle Hauptrollen umbesetzt worden:
Zuerst kündigte die Bayerische Staatsoper in Folge des Ukraine-Krieges das Engagement der Anna Netrebko als Lady Macbeth. Sie wurde ersetzt durch Ekaterina Semenchuk.
Vor einigen Tagen dann die Umbesetzung der Rollen von Macbeth und Banco: George Petean übernahm die Titelrolle und Christian Van Horn die seines Weggefährten und Rivalen.
Am Vorstellungsabend wurde dann auch die Rolle des Macduff krankheitshalber umbesetzt: es übernahm kurzfristig Giovanni Sala.