Thielemann zähmt das Drama, Zeppenfeld und Nylund tragen es

CD/Blu-ray Besprechung

Tristan und Isolde in Dresden

Die neue Blu-ray der Semperoper Dresden mit Richard Wagners „Tristan und Isolde“ dokumentiert eine Aufführung von besonderer Tragweite: Klaus Florian Vogt gibt hier sein Rollendebüt als Tristan, und Christian Thielemann verabschiedet sich als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle mit diesem Werk, das wie kaum ein anderes die Grenzen des Orchesters und der menschlichen Stimme auslotet.

Richard Wagner, Tristan und Isolde
Semperoper Dresden 2022

C Major Blu-ray 770804

von Dirk Schauß

Marco Arturo Marellis Inszenierung aus dem Jahr 1995, die nun schon drei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, rahmt das Geschehen in einer ästhetisch sehr ansprechenden, zeitlos-abstrakten Bildsprache. Das Bühnenbild mit seinem großen Würfelraum, den durchscheinenden Vorhängen und vor allem der dominierenden, kühlen maritimen Blautönung schafft eine atmosphärische Dichte, die das Werk in seiner Entrücktheit und inneren Unendlichkeit unterstreicht, ohne ihm Gewalt anzutun oder es krampfhaft neu zu erfinden. Die Kostüme fügen sich harmonisch ein. Dennoch zeigt sich nach so langer Zeit eine spürbare Schwäche in der Personenführung: Die Sänger sind oft zu sehr auf sich gestellt, was zu wiederkehrenden Leerläufen führt, in denen die dramatische Spannung allein von der Musik getragen werden muss. „CD/Blu-ray Besprechung: Richard Wagner, Tristan und Isolde
klassik-begeistert.de, 10. Februar 2026“
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Italienische Sinfonik neu entdecken

CD/Blu-ray Besprechung:

Was für eine schöne CD! Riccardo Frizza und die Bamberger Symphoniker legen mit ihrer neuen Pentatone-Einspielung „Italian Perspectives“ eine über 80 Minuten vollgepackte, klanglich exquisite Reise durch weitgehend vergessene Gefilde der italienischen Spätromantik vor.

Italian Perspectives

Bamberger Symphoniker
Riccardo Frizza, musikalische Leitung

Pentatone, PTC 5187419

von Dirk Schauß

Im Zentrum stehen drei Werke, von denen zwei – trotz ihrer Qualität – bis heute ein Schattendasein fristen. Den Anfang machen fünf Études-tableaux von Sergei Rachmaninoff, die Ottorino Respighi 1930/31 im Auftrag von Serge Koussevitzky für Orchester bearbeitet hat. Diese Bearbeitungen gehören zu den glücklichsten Fällen einer Fremd-Orchestrierung: Respighi bewahrt jede Nuance, jeden harmonischen Schatten und jede rhythmische Eigenart der Originale – und hüllt sie gleichzeitig in eine unverkennbar italienische Farbigkeit. „CD/Blu-ray Besprechung: Italian Perspectives, Bamberger Symphoniker
klassik-begeistert.de, 9. Februar 2026“
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Ritual zeigt das Leben als Kreis aus Anfang, Ekstase und  Abschied

CD/Blu-ray Besprechung:

Ritual (El Ciclo de la vida)
Capella de Ministrers, V-3995-2025

von Dirk Schauß

Diese CD will nicht gefallen, sie will erzählen. Sie nimmt sich Zeit, sie verlangt Aufmerksamkeit, und sie belohnt beides reichlich. „El Ciclo de la vida“ der Capella de Ministrers unter der Leitung von Carles Magraner ist keine lose Sammlung sephardischer und andalusischer Gesänge, sondern ein bewusst gestaltetes Ritual. Ein musikalischer Lebensbogen, der von der Schöpfung bis zum Abschied führt. Geburt, Initiation, Reife, Unabhängigkeit, Tod. Alles ist miteinander verbunden, nichts steht für sich allein. „CD/Blu-ray Besprechung: Ritual (El Ciclo de la vida)
klassik-begeistert.de, 6. Februar 2026“
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So klang Oper am Hamburger Gänsemarkt 1707

CD/Blu-ray Besprechung:

Ein Geheimtipp für die Liebhaber der Barockmusik!

Reinhard Keiser
Der Carneval von Venedig

barockwerk Hamburg

Ira Hochman

cpo 555 581-2

von Peter Sommeregger

Diese ambitionierte CD-Produktion taucht tief in die Geschichte der Oper in Hamburg ein. Die Stadt verfügte ab 1678 über das damals größte bürgerlich-städtische Theater im deutschen Sprachraum. Die „Oper am Gänsemarkt“ soll bis zu 2000 Zuschauern Platz geboten haben, und war für sich schon eine Attraktion. „CD/Blu-ray Besprechung: Reinhard Keiser, Der Carneval von Venedig
klassik-begeistert.de, 31. Januar 2026“
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Eine Oper kehrt zurück: Und mit ihr eine ganze Biografie

CD/Blu-ray Besprechung:

„Morgiane“ steht stilistisch zwischen den Welten. Zeitlich angesiedelt irgendwo zwischen Verdi und Puccini, klanglich tief in der französischen Tradition verwurzelt. Man hört Offenbach, man hört Massenet, man hört die große Opernmaschine mit Chor, Ensembles und orchestraler Farbenlust. Gleichzeitig gibt es etwas Eigenwilliges, ja Stures an dieser Musik. Sie will nicht gefallen um jeden Preis.

Edmond Dédé
Morgiane, ou Le sultan d’Ispahan

Delos, DE3628

von Dirk Schauß

Was wäre gewesen, wenn man Edmond Dédé gehört hätte, als er noch lebte?

Delos veröffentlicht gemeinsam mit Opera Lafayette und OperaCréole die erste vollständige Einspielung von „Morgiane“, der frühesten erhaltenen Oper eines schwarzen amerikanischen Komponisten. Keine Wiederentdeckung im musealen Sinn, sondern eine echte Offenbarung. Denn dieses Werk war nicht verschollen, weil es schwach war. Es war unsichtbar, weil sein Schöpfer es war. „CD/Blu-ray Besprechung: Edmond Dédé Morgiane, ou Le sultan d’Ispahan
klassik-begeistert.de, 30. Januar 2026“
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Marina Viotti demonstriert ihre stimmlichen Qualitäten im barocken Repertoire

 

CD/Blu-ray Besprechung:

Marina Viotti   Prime Donne

Vivaldi  Porpora  Porta
Andrés Gabetta

Orchestre de l’Opéra Royal

CVS 157

von Peter Sommeregger

 Marina Viotti entstammt einer hoch musikalischen Schweizer Familie. Die Tochter des Dirigenten Marcello Viotti und Schwester des aufstrebenden Lorenzo Viotti studierte zunächst Philosophie, Literatur und Flöte, ehe sie sich zur Ausbildung ihrer Stimme entschloss. In den letzten Jahren nahm ihre Karriere an Fahrt auf, inzwischen singt sie an ersten europäischen Opernhäusern. „CD/Blu-ray Besprechung: Marina Viotti  Prime Donne
klassik-begeistert.de, 30. Januar 2026“
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Hermine May sucht nach Parallelen bei Henri Duparc und Richard Wagner

CD/Blu-ray Besprechung:

Krönender Abschluss der CD ist eine interessante Version von Isoldes Liebestod. Der von Franz Liszt erstellten Transkription wird die originale Gesangslinie hinzugefügt, eine reizvolle, und so noch nicht gehörte Version.

L’Amour et la Mort

Henri Duparc
Richard Wagner

Hermine May   mezzo-soprano
Manuel Lange   piano

DG Reciatal
MDG 908 2378-6

von Peter Sommeregger

Der französische Komponist Henri Duparc war, obwohl um einige Jahre jünger, Zeitgenosse Richard Wagners und war in seinen Kompositionen deutlich von dem deutschen Meister inspiriert und beeinflusst. Das eher schmale Oeuvre Duparcs besteht hauptsächlich aus Liedkompositionen, die bis heute Eingang in das Lied-Repertoire vieler Sänger finden. „CD/Blu-ray Besprechung: L’Amour et la Mort, Hermine May 
klassik-begeistert.de, 22. Januar 2026“
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Sie haben es wieder getan! Act III des ensemble minui

CD/Blu-ray Besprechung:

Dem Feuerzauber, oder den Winterstürmen aus der Walküre in dieser Form zu begegnen, ist ebenso spannend, wie die Klangfülle von Richard Strauss’ „Frau ohne Schatten“ ohne Qualitätsverlust transponiert zu erleben. Auch der „Manon Lescaut“ des Klangzauberers Puccini steht diese Reduktion gut zu Gesicht.

ensemble minui

Wagner  Puccini  Strauss
Opera Suites for Nonet

Ars 38 693

von Peter Sommeregger

 Die neue CD des 2016 in Kärnten gegründeten Kammermusik-Nonetts ensemble minui, ist bereits die dritte, die groß instrumentierte Opernwerke in raffinierter, kammermusikalischer Gestalt präsentiert, und folgerichtig Act III betitelt ist. „CD/Blu-ray Besprechung: ensemble minui, Wagner/Puccini/Strauss Opera Suites for Nonet
klassik-begeistert.de, 19. Januar 2026“
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Menschen bekommen Gesichter – Die CD „Where To From“ von Hildur Guđnadóttir entführt in intime Seelenlandschaften

 

CD/Blu-ray Besprechung:

Der Name der isländischen Cellistin und Komponistin Hildur Guđnadóttir dürfte hierzulande noch wenigen bekannt sein, aber ihre Musik zur Comic-Verfilmung von „Joker“ von 2019, für die sie den Oscar für die beste Filmmusik erhielt, hat dann doch ein breiteres Publikum in den Ohren. Klassikbegeisterte Kinogänger erinnern sich an ihre Musik zum Film „Tár“ von Todd Field aus dem Jahr 2022. Ihre CD „Where To From“ schlägt deutlich leisere Töne an.

Hildur Guðnadóttir     Where to From

CD erschienen 2025 bei Deutsche Grammophon, UPC 00028948631100

von Dr. Andreas Ströbl

Man muss sie aushalten wollen, die tiefe Melancholie in den Stücken mit wenigen Streichern, dominiert vom Cello der Komponistin, und den Stimmen, die sich mal summend, mal als Vokalisen an den Klang der Instrumente schmiegen, mal mit reduziertem Text ihre Botschaft übermitteln. „CD/Blu-ray Besprechung: Hildur Guðnadóttir, Where to From
klassik-begeistert.de, 18. Januar 2026“
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Sir Charles Mackerras war ein musikalischer Weltbürger

Charles-Mackerras-Box

Warner Classics 5021732623560, 63 CD

von Peter Sommeregger

Der gebürtige Australier Charles Mackerras, Jahrgang 1925, war während seines langen Lebens ein wahrer Weltbürger der Musik. Sein Repertoire schloss auch viele Randgebiete des gängigen klassischen Kanons ein. Mackerras spielte viele Werke für die Schallplatte ein, seine erste entstand bereits im Jahr 1951.

Das Label Warner hat nun anlässlich des 100. Geburtstages des Dirigenten eine umfangreiche Edition veröffentlicht, die 63 CDs umfasst. Darin nicht enthalten ist aus urheberrechtlichen Gründen der ikonische, für die DECCA eingespielte Zyklus der Opern Leoš Jánačeks, aber die Fülle der vorhandenen Werke entschädigt reich dafür. „CD-Besprechung: Charles-Mackerras-Box
klassik-begeistert.de, 7. Januar 2025“
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