Daniel Harding erweist sich als Feinmechaniker des Klanges

Gustav Mahler Symphonie Nr.2 c-Moll „Auferstehung“, Daniel Harding  Philharmonie Berlin, 25. September 2026

Daniel Harding, Foto: (c) Stephan Rabold

Der Komponist Gustav Mahler entstammte einer jüdischen Familie, und wurde in diesem Glauben erzogen. Später entschloss er sich zum Übertritt in die katholische Kirche, was ihm z.T. böswillig als Opportunismus ausgelegt wurde, wollte er doch Direktor der Wiener Hofoper werden. Aus Selbstzeugnissen, vor allem aber aus einem Teil seiner Kompositionen lässt sich eine tiefe Frömmigkeit ablesen, die ihn als authentisch katholisch erscheinen lassen.

Philharmonie Berlin, 25. September 2026

Gustav Mahler
Symphonie Nr.2 c-Moll „Auferstehung“

Johanna Wallrot

Marianne Crebassa

Daniel Harding
Rundfunkchor Berlin

von Peter Sommeregger

Seine 2. Symphonie hat die erhoffte Auferstehung zum Thema, und ist in ihrer Inbrunst und Bestimmtheit ein Dokument tief empfundenen Glaubens. Sie ist vielleicht die anrührendste seiner monumentalen Symphonien. Eine Aufführung erfordert einen gewaltigen Apparat, neben einem groß besetzten Orchester wird ein gemischter Chor, sowie ein Sopran und ein Mezzosopran verlangt.

Dem Dirigenten Daniel Harding stand an diesem Abend neben den Berliner Philharmonikern noch der ausgezeichnete Rundfunkchor und zwei erstklassige Solistinnen zur Verfügung. Marianne Crebassa begeisterte mit ihrem vollen, wunderbar schlank geführten Mezzosopran ebenso wie die eingesprungene Johanna Wallroth, die über einen schön timbrierten, lyrischen Sopran verfügt.

Die extremen Tempowechsel und die stark variierende Lautstärke der einzelnen Passagen der Symphonie erfordern vom Dirigenten eine kluge, vorausschauende Disposition. Dafür sorgte Daniel Harding an diesem Abend in bewunderungswürdiger Form. Bis zur sichtbaren Erschöpfung warf er sich in die Klangwogen der Partitur, war für die in Solistenqualität spielenden Musiker ein perfekter Koordinator.

Der Rundfunkchor Berlin ist eine Klasse für sich, was er an diesem Abend erneut unter Beweis stellte. Die Chorpassagen reichen vom Pianissimo bis zur vollen Lautstärke und wurden eindrucksvoll gesungen. Ein Glücksfall ebenso die beiden Solistinnen, denen Harding förmlich jeden Ton aus der Kehle zauberte.

Das Publikum erlebte eine Aufführung von spiritueller Dichte und musikalischer Perfektion, es dankte den Ausführenden mit stehenden Ovationen.

Peter Sommeregger, 26. September 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Igor Strawinsky und Mahler II, Sir Simon Rattle, Dirigent klassik-begeistert.de, 17. August 2026

Gustav Mahler, Symphonie Nr. 2 c-Moll „Auferstehung Salzburger Festspiele, Großes Festspielhaus, 27. Juli 2026

Hör-CD Rezension: Mahler – Welt und Traum. Eine Hörbiographie von Jörg Handstein

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