Belcanto vom Feinsten: Bellinis "I Puritani" begeistert das Festivalpublikum in Gstaad

Fotos im Beitrag: © Raphaël Faux / Gstaadphotography.com

„Einer ist heute fantastisch und das ist Erwin Schrott. Sein „Cinta di fiori“ im 2. Akt ging unter die Haut. Das war Belcanto vom Feinsten. Das Gstaader Puritani-Publikum wusste dies zu schätzen und spendete dem 48-Jährigen langen und begeisterten Szenenapplaus.“

Gstaad Menuhin Festival & Academy
Festival-Zelt Gstaad, 28. August 2021

Vincenzo Bellini, „I Puritani“

von Leon Battran

Manchmal braucht es nicht viel für ein gelungenes Konzerterlebnis. Ein kleiner Kirchenraum und ein leidenschaftlicher Künstler können vollends genügen und jede opulente Ausstattung überflüssig machen. Und manchmal darf es eben auch etwas üppiger zugehen, mit großem Orchester, Chor und hochkarätigem Solistenensemble. Beim Gstaad Menuhin Festival gab es sowohl das eine als auch das andere zu erleben und der Kontrast konnte kaum größer sein zwischen dem intimen Kirchenkonzert mit dem Pianisten Nicolas Namoradze am Vormittag und der großen konzertanten Opernaufführung von Bellinis „I Puritani“ am Abend. „Vincenzo Bellini, „I Puritani“,
Gstaad Menuhin Festival & Academy, 28. August 2021“
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Der Stoff, aus dem Musik gemacht ist

Der junge Pianist und Komponist Nicolas Namoradze begeisterte im Matinée-Konzert beim Gstaad Menuhin Festival. Foto: © Nathan Elson

„Er nimmt sich die Freiheiten, die er benötigt, die die Musik ihm gestattet. So entspinnt sich ein Dialog zwischen Interpret und Werk, wird der künstlerische Prozess nachvollziehbar. Das macht Nicolas Namoradzes Bach-Interpretation so ungemein fesselnd.“

Gstaad Menuhin Festival & Academy
Kapelle Gstaad, 28. August 2021

Matinée des Jeunes Etoiles: Nicolas Namoradze, Klavier

von Leon Battran

Nachdem die portugiesische Pianistin Maria João Pires am Vorabend ein klassisch-romantisches Rezital in der Kirche Saanen gespielt hatte, stand auch der kommende Vormittag beim Gstaad Menuhin Festival wieder ganz im Zeichen pianistischer Klangkunst. Im Rahmen der Konzertreihe „Jeunes Etoiles“ gab es ein Stelldichein mit dem jungen Pianisten Nicolas Namoradze. Dieser spannte den Bogen weiter, von der Barockmusik Johann Sebastian Bachs hin zur musikalischen Moderne, die sich schon bei Liszt andeutet und heute eindrucksvoll in Gestalt eines Zyklus von Etüden repräsentiert ist, den Nicolas Namoradze an diesem Vormittag nicht nur am Klavier interpretiert, sondern auch selbst komponiert hat. „Matinée des Jeunes Etoiles: Nicolas Namoradze,
Gstaad Menuhin Festival & Academy, 28. August 2021“
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Intimes Farbenspiel – Maria João Pires füllt die Kirche Saanen mit Wohlklang

Die Pianistin Maria João Pires in der Kirche Saanen.
Fotos im Beitrag: © Raphaël Faux / Gstaadphotography.com

„Wenn Klangfarben zu Emotionen werden und Emotionen zu Gemütszuständen, dann ergibt das ein Konzert mit Wohlfühlfaktor, mit Geborgenheitsgarantie. Ein Konzert, wie man es wohl nur in Gstaad erlebt.“

Gstaad Menuhin Festival & Academy
Kirche Saanen, 27. August 2021

Rezital: Maria João Pires, Klavier

von Leon Battran

Langsam kehrt im Kulturbereich wieder „Normalität“ ein. So auch im schweizerischen Gstaad, wo zurzeit im Rahmen des Menuhin Festivals zahlreiche Konzerte mit internationalen Topsolisten und vielversprechenden Nachwuchskünstlern zu erleben sind – mitten in der Bergwelt des Berner Oberlandes. Normalität in Anführungsstrichen; nicht weil das Publikum ordnungsgemäß maskiert in den nur zur Hälfte besetzten Kirchen der Region Einzug hält, sondern vielmehr weil sich diese wiedererlangte Normalität des gemeinsamen Musikerlebens in Gstaad auf beste Weise mit dem Außergewöhnlichen mischt. „Maria João Pires, Rezital,
Gstaad Menuhin Festival & Academy, 27. August 2021“
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Programm-Präsentation des Gstaad Menuhin Festival 2021

Foto: Juan Diego Flórez, der beim 65. Gstaad Menuhin Festival berühmte Arien singen wird  © Manfred Baumann

von Jürgen Pathy

Der Krise kann man auch was Positives abgewinnen. Davon ist Christoph Müller überzeugt. Der künstlerische Leiter des Gstaad Menuhin Festivals, dem er seit über 20 Jahren verbunden ist, sagt: „Jetzt erst wird den Menschen bewusst, wie selbstverständlich es gewesen ist, dass es Konzerte gibt!“ Denn zurzeit ist nichts, wie wir es gewohnt sind.

„Programm-Präsentation des Gstaad Menuhin Festival 2021
klassik-begeistert.de“
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Mit großem Engagement und Optimismus in den Sommer – Ein Ausblick auf das Gstaad Menuhin Festival 2021

Festivalintendant Christoph Müller in Gstaad.
Foto: © Gstaad Menuhin Festival & Academy

Auch wenn die Corona-Pandemie weiterhin unseren Alltag prägt und bei den Opern- und Konzerthäusern zur Zeit die Türen zu sind, darf man sich doch vorsichtig wieder auf schöne Konzert-Erlebnisse freuen. So hat jetzt der künstlerische Direktor des Gstaad Menuhin Festivals Christoph Müller einen Ausblick auf das diesjährige Programm des schweizerischen Festivals gegeben und es sich dabei nicht nehmen lassen, seinen persönlichen Geheimtipp zu verraten.

von Leon Battran

Vor den Berggipfeln des Saanenlandes, die dem Gstaad Menuhin Festival als malerische Kulisse dienen, scheinen sich jegliche Widersprüche einfach aufzulösen. Mittlerweile lockt der Konzertsommer rund 25000 Musikinteressierte ins Berner Oberland. Dann mischen sich Glanz und Glamour mit ländlichem Idyll, treffen Klassikkenner auf Sommertouristen, während die internationale musikalische Prominenz in der Dorfkirche gastiert. Eine Ausnahme war das Jahr 2020, in dem auch das Gstaad Menuhin Festival neben so vielen anderen weitestgehend auf einen Konzertbetrieb verzichten musste. „Mit großem Engagement und Optimismus in den Sommer – Ein Ausblick auf das Gstaad Menuhin Festival 2021“ weiterlesen

Gstaad Menuhin Festival & Academy 2020 abgesagt

Foto: Gstaad Festival Orchestra, Sol Gabetta © Raphael Faux

Auch das Gstaad Menuhin Festival wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Alle für diesen Sommer dort geplanten Konzerte und Veranstaltungen sind abgesagt. Die Festivalleitung reagierte damit auf einen Regierungsbeschluss, der Großveranstaltungen in der Schweiz bis Ende August untersagt. Das diesjährige Festival-Motto „Wien“ soll 2022 nachgeholt werden.

Folgende Mitteilung hat das Festival herausgegeben:

„Zum ersten Mal in der 64-jährigen Festival-Geschichte sehen sich Verwaltungsrat und Festivalleitung gezwungen, alle für den Sommer 2020 geplanten Konzerte und Veranstaltungen von Gstaad Menuhin Festival & Academy abzusagen. 

Der Bundesrat hat am 29. April die Durchführung von Grossanlässen mit mehr als 1’000 Besuchern bis Ende August 2020 verboten. Durch diese Vorgabe der Regierung werden unsere Konzerte im Festival-Zelt Gstaad nicht stattfinden können, doch auch die anderen Konzerte in den malerischen Kirchen des Saanenlandes und Pays d’Enhaut sind von den Pandemie-Folgen betroffen. Es werden weiterhin Einschränkungen aufgrund von Hygienemassnahmen und Reisebeschränkungen bestehen, und ein Ansteckungsrisiko kann unter keinen Umständen in Kauf genommen werden. „Absage der 64. Ausgabe von Gstaad Menuhin Festival & Academy – «WIEN»“ weiterlesen

"Ich brauche diese Herausforderung der ständig neuen Projekte"

Foto: © Raphael Faux

Interview am Donnerstag 7: Der Kulturmanager und Musiker Christoph Müller

Christoph Müller wurde in Basel geboren. Er studierte Violoncello in Bern und Zürich. Als Cellist wirkte er u.a. im Basler Kammerorchester, wo er auch die Geschäftsführung übernahm und bis heute als Konzertmanager tätig ist. Seit 2002 ist Christoph Müller Intendant des Gstaad Menuhin Festivals, eines der größten Klassikfestivals der Schweiz.

klassik-begeistert.de hat Christoph Müller in Basel getroffen und mit ihm über den Spagat zwischen dem Musiker- und dem Managerdasein gesprochen.

von Leon Battran

Christoph Müller, Sie sind künstlerischer Leiter und Manager des Gstaad Menuhin Festivals. Darüber hinaus sind Sie Manager des Kammerorchesters Basel und Initiator verschiedener Projekte im Musik- und Kulturbereich. Würden Sie sich als „Macher“ bezeichnen?

Ja, das ist eine gute Bezeichnung. In diese Schublade wurde ich schon gesteckt und das trifft, glaube ich, auch zu. Ich bin einfach jemand, der Sachen ausprobiert und angeht. Klar, einige davon funktionieren, einige funktionieren nicht. Trotzdem mag ich es sehr, eine Idee von Grund auf zu entwickeln und zu versuchen umzusetzen. Das ist etwas, das mein berufliches Leben ausmacht und sicher auch noch ausmachen wird. Aber man muss natürlich den Durchhaltewillen haben und immer dranbleiben. Man kann sich eigentlich nie gehen lassen, aber das ist auch nicht mein Typus. Ich brauche diese Herausforderung der ständig neuen Projekte. „Interview am Donnerstag 7: Christoph Müller, Kulturmanager“ weiterlesen

Macht Lust auf den Konzertsommer: Intendant Christoph Müller stellt das Programm des Gstaad Menuhin Festivals vor, und das Gstaad Festival Orchestra zeichnet ein leuchtendes musikalisches Panorama

Basel, 13. Februar 2020

Präsentation des Festivalprogramms mit dem Intendanten des Gstaad Menuhin Festivals Christoph Müller

Konzert mit Seong-Jin Cho und dem Gstaad Festival Orchestra

von Leon Battran

Christoph Müller, Intendant und künstlerischer Leiter des Gstaad Menuhin Festivals, hat im Grand Hotel „Les Trois Rois“ in Basel das diesjährige Programm des Musikfestivals vorgestellt. Vor Ort dabei war auch der südkoreanische Pianist Seong-Jin Cho, der als einer von zahlreichen Künstlern in diesem Jahr in Gstaad gastieren wird. Beim anschließenden Konzert in der Basler Martinskirche gaben das Festivalorchester und Seong-Jin Cho unter dem Dirigenten Manfred Honeck eine Kostprobe ihres Könnens und stimmten schon jetzt ein wenig auf das Festival im Sommer ein, das in diesem Jahr zum 64. Mal stattfindet. „Gstaad Festival Orchestra, Seong-Jin Cho, Manfred Honeck, Christoph Müller,
Basel, 13. Februar 2020“
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Gstaad Menuhin Festival 2019: Auch vornehm-zurückhaltend scheint romantische Musik ihre Wirkung nicht zu verfehlen

Foto: Eindrücke von der Eröffnungsfeier mit Patricia Kopatchinskaja © Raphael Faux

Gstaad Menuhin Festival, Kirche Saanen, 18. Juli 2019
Eröffnungskonzert
Patricia Kopatchinskaja, Violine
Polina Leschenko, Klavier
Camerata Bern

von Jürgen Pathy

In der Schweiz da ticken die Uhren anders. Bereits die Anreise zum Gstaad Menuhin Festival erweist sich als einzigartiges Naturspektakel. Vorbei an steilen Abhängen, schneebehangenen Berggipfeln und saftig-grünen Almen führt der wahrhaftige Zug der Zeit durch das idyllische Saanenland nach Gstaad und Umgebung.

Bereits zum 63. Mal fungiert die exklusive Destination internationaler Berühmtheiten und vieler Wohlhabender als Austragungsort des klassischen Musik-Festivals, das vom weltbekannten „Wundergeiger“ Lord Yehudi Menuhin aus den Schweizer Bergen gestampft wurde. Dort wo sich Fuchs und Hase noch gute Nacht sagen, reichen sich die Stars der Klassik-Szene jedes Jahr aufs Neue die Klinke in die Hand. „Patricia Kopatchinskaja, Polina Leschenko, Camerata Bern,
Gstaad Menuhin Festival, Kirche Saanen, 18. Juli 2019“
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Im Geist von Menuhin: Klassik-Weltstars spüren der DNA französischer Musik nach     

Foto: Gstaad Menuhin Festival ® Raphael Faux

Gstaad Menuhin Festival & Academy: Yehudi Menuhins Idee prägt ein ebenso traditionelles wie innovatives Festival und versammelt 2019 die Stars der Klassik-Szene unter dem Motto „Paris“

Mitte der 1950er-Jahre entdeckte der große Violinvirtuose und Humanist Yehudi Menuhin Gstaad und das Saanenland als Heimat für seine Familie. In der Kirche Saanen treffen im Sommer 1957 mit Yehudi Menuhin, Benjamin Britten, Peter Pears und Maurice Gendron vier legendäre Musiker zusammen: Es ist die Geburtsstunde des heutigen Gstaad Menuhin Festival & Academy, das zu den berühmtesten Musikfestivals weltweit zählt. Nicht nur, dass sich hier die Weltstars der Klassik-Szene zu einer Symbiose aus Kunst und Landschaft treffen, auch die Besucher schätzen die atmosphärische Mischung aus bis zu 50 Veranstaltungen von Mitte Juli bis Anfang September, Bergwanderungen und den vielen kulinarischen Genüssen im Saanenland. Für die Prise Glamour obendrauf sorgen der „Goldstaub“, der im Namen Gstaad mitschwingt, aber auch das Aufgebot großer Namen beim Gstaad Menuhin Festival. „Gstaad Menuhin Festival & Academy, Festival vom 18. Juli bis 6. September 2019, „Paris“,
Gstaad“
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