Carmen, Wiener Staatsoper © Michael Pöhn
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 26. FEBRUAR 2026
Wien/Staatsoper
Wie ein wilder Stier: Wiederaufnahme der Schmuddel-„Carmen“
Staatsoper: Tenor Piotr Beczaɫa bleibt die Hauptattraktion der Schmuddel-„Carmen“ von Regisseur Calixto Bieito. Würden Opern auf dem Mond gespielt, wäre Calixto Bieitos Carmen wohl auch schon dort gewesen. Seit dem Jahr 1999 ist die Produktion durch etliche Städte getingelt, 2021 hat sie sich schließlich an der Wiener Staatsoper festgesetzt. Warum? Weil Direktor Bogdan Roščić damit das Repertoire aufzufrischen gedachte. Klingt kurios – und ergibt auch nur in einer Hinsicht Sinn: Der Bieito-Oldie hat hier den doppelt so alten Regie-Methusalem von Franco Zeffirelli ersetzt. Eine Frischzellenkur kann man das dennoch nicht nennen, trotz den Gegenwartsbildern dieser Import-Regie: Bieitos Schmuddel-Spanien der Pöbler, Säufer und Schmugglerinnen sieht leider ebenso trostlos wie fantasiearm aus und verbreitet darum in erster Linie Langeweile.
DerStandard.at