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Verismus ist ein brutales Handwerk. Er lebt vom Ungeschminkten, von der blutigen Schnittstelle zwischen menschlicher Kreatur und gesellschaftlichem Korsett. Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“ und Ruggero Leoncavallos „Pagliacci“ sind keine musealen Doppeldeck-Häppchen für den gepflegten Bildungsbürger, sondern verlangsamte Hinrichtungen auf offener Szene. Am Staatstheater Darmstadt wollte Intendant Karsten Wiegand in Personalunion als Regisseur zu viel. Er lieferte eine überambitionierte visuelle Materialschlacht, die am Ende vor allem eines offenbart: Mutlosigkeit vor der nackten Tragödie.
Pietro Mascagni
Cavalleria rusticana
Ruggero Leoncavallo
Pagliacci
Regie: Karsten Wiegand
Musikalische Leitung: Alessandro Palumbo
Doppelabend am Hessischen Staatstheater Darmstadt, 13. September 2026
von Dirk Schauß