DIE DIENSTAG-PRESSE – 20. JULI 2021

DIE DIENSTAG-PRESSE – 20. JULI 2021

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE DIENSTAG-PRESSE – 20. JULI 2021

Idomeneo: Premiere am 19. Juli 2021 im Prinzregententheater. Inszenierung: Antú Romero Nunes, Musikalische Leitung: Constantinos Carydis. Foto: W. Hösl ©.

München/ Bayerische Staatsoper
„Idomeneo“-Trailer (gestrige Premiere)
Zum Trailer

Salzburg
„Jedermann“-Besucher positiv auf CoV getestet
Die Salzburger Festspiele und die Gesundheitsbehörde der Stadt Salzburg haben heute Abend bekanntgegeben, dass ein Besucher gestern Abend positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die betroffene Person habe vorgestern die Premiere des „Jedermann“ besucht. „Die infizierte Person war vollimmunisiert“, hieß es in der Aussendung der Festspiele. Dennoch verschärfen die Festspiele ihr Präventionskonzept: Ab sofort muss jeder Besucher eine FFP2-Maske tragen.
„Jedermann“-Besucher positiv auf CoV getestet – news.ORF.at

Salzburger Festspiele: Coronafall nach „Jedermann“-Premiere bringt Maskenpflicht zurück
Aus einer freundlichen Empfehlung der Salzburger Festspiele wird wieder ein Muss: Ab sofort nur mehr mit FFP2-Maske im Saal.
Salzburger Nachrichten

Salzburg/Festspiele
Reflektiert wird auch nicht wenig Festspiele / Wissenschaftliches Begleitprogramm
http://www.drehpunktkultur.at/index.php/festspiele/15240-reflektiert-wird-auch-nicht-wenig

Salzburg/ Festspiele
Konzertkritik: „War Requiem“: Mehr Humanismus als Kriegsgrollen
Stellte man sich hierzulande die Frage, ob man nach Auschwitz noch Gedichte schreiben könnte, frug man sich in England noch 20 Jahre, nachdem Hitlers Luftwaffe die Stadt Coventry dem Erdboden gleich gemacht hatte: Kann man da ein Requiem schreiben, in dem von Erlösung die Rede ist?
Wiener Zeitung

Kritik – Brittens „War Requiem“ bei den Salzburger Festspielen
Gustav-Mahler-Jugendorchester rettet den Abend
BR.Klassik.de

Salzburger Festspiele eröffnen „Ouverture Spirituelle“
https://oe1.orf.at/artikel/686205/Salzburger-Festspiele-eroeffnen-Ouverture-Spirituelle

Salzburger Festspiele: Corona-Fall bei „Jedermann“-Premiere
44 Kontaktpersonen, Maskenpflicht im Publikum ab Dienstag.
Kurier.at

Crescendo Klassik-Woche: Wie wirft man einen Intendanten raus?
KlassikWoche 29/2021: Heute gibt es einiges aufzuarbeiten: Wir nehmen Teodor Currentzis noch einmal unter die Lupe und beschäftigen uns mit der Ohnmacht der Kulturpolitik gegenüber Kulturmanagern mit Führungsschwächen.
https://crescendo.de/klassikwoche29-2021-currentzis-thielemann-spuhler-1000083471/

Erl
Tiroler Opernfestspiele : Retter aus großer Not
Frankfurts Opernintendant Bernd Loebe leitet jetzt auch die Tiroler Festspiele in Erl. Er wollte nicht tatenlos mitansehen, wie ein tolles Opernfestival in den Abgrund treibt.
Frankfurter Allgemeine

München
Kammerorchester-Chefdirigent Schuldt: „Ein Konzert ist auch Begegnung“
Was das Münchener Kammerorchester und sein künstlerischer Leiter für die kommende Saison planen.
Münchner Abendzeitung

Pionierarbeit
Sakrale jüdische Musik wird traditionell nicht von Frauen gesungen.
Die israelische Sopranistin Chen Reiss entdeckte diese Musik dennoch für sich und verhilft nun einer anderen Musikerin mit jüdischen Wurzeln zu neuer Aufmerksamkeit: Fanny Hensel.
Sueddeutsche Zeitung

Frankfurt
Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt. Stabsstelle Bühnen setzt ihre Arbeit unter neuer Leitung fort
https://www.frankfurt-live.com/zukunft-der-st-aumldtischen-b-uumlhnen-frankfurt-133694.html

Weimar
Weimarer Nationaltheater zeigt frühe Mozart-Oper als Reality-Love-Show
https://www.mdr.de/mdr-klassik-radio/klassikthemen/nationaltheater-dnt-weimar

Kassel
Für Intendant Bockelmann beginnt der Ruhestand
Frankfurter Rundschau

Links zu englischsprachigen Artikeln

Aix-en-Provence
The Sublime Terror of Kaija Saariaho’s “Innocence”
https://www.newyorker.com/magazine/2021/07/26/the-sublime-terror-of

Le nozze di Figaro at the Aix Festival
https://operatoday.com/2021/07/le-nozze-di-figaro-at-the-aix-festival/

Madrid
Teatro Real de Madrid 2020-21 Review: Tosca
https://operawire.com/teatro-real-de-madrid-2020-21-review-tosca/

London
The present and the future of opera: JPYA summer performance at Covent Garden
bachtrack.com

London / West Horsley
Litvinenko opera oozes undercover evil while Mascagni lifts the spirits
“The Life and Death of Alexander Litvinenko” debuts at Grange Park, “L’amico Fritz” revived at Holland Park
https://www.ft.com/content/5ad0e9b4-ef7d-40c5-821f-e04cc943cce3

Longborough
Il ritorno d’Ulisse, Longborough Festival Opera review – gods and grunge on the long journey home
theartdesk.com

Leeds
Q & A: Stage Director Femi Elufowoju Jr on His Debut as the First Black Opera Director at a Major UK House
operawire.com

New York
As New York Reopens, It Looks for Culture to Lead the Way
https://www.nytimes.com/2021/07/17/arts/music/new-york-performing-arts-reopening.html

Chicago
Kalmar, Grant Park Orchestra hit their stride with Bernstein, Sibelius and Brouwer
https://chicagoclassicalreview.com/2021/07/kalmar-grant-park-orchestra-hit-their-stride-with

Perth
Cavalleria Rusticana & Pagliacci (West Australian Opera)
A compelling Cav & Pag, that unfortunately struggles against the inherent violence of the libretti.
„The operatic canon is in desperate need of material which more accurately reflects women and other minorities, and which doesn’t just treat them like convenient plot devices. If this means retiring works like Cav and Pag to make way for these significant changes, then so be it: perhaps this will attract the new audiences ageing art forms like opera need to persist.“
https://www.limelightmagazine.com.au/reviews/cavalleria-rusticana-pagliacci-west-australian-opera/

Obituary
Obituary: Metropolitan Opera & Juilliard Mentor Robert Cowart Passes Away
https://operawire.com/obituary-metropolitan-opera-juilliard-mentor-robert-cowart-passes-away/

Operette/ Musical

„Die Brandmark „Operette Mörbisch“ ist tot“
Der Manager, Sänger und Universitätsprofessor Peter Edelmann, dessen Vertrag noch aufrecht ist, über seine Ausbootung als Intendant der Festspiele in Mörbisch.
https://www.diepresse.com/6010141/die-brandmark-operette-morbisch-ist-tot

Bad Ischl
Kritik – Lehár-Festival Bad Ischl mit dem „Zarewitsch“
Die Macht als „trauriger Zustand“
BR-Klassik.de

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Unter’m Strich

„Europäer waren Schwarze“: Genetiker erklärt, warum der Begriff „Rasse“ im Grundgesetz nichts zu suchen hat
Der Begriff „Rasse“ wird nun doch vorerst nicht aus dem Grundgesetz gestrichen. Genetiker Johannes Krause erklärt im RND-Interview, warum der Terminus beim Menschen im Gegensatz zum Tier nicht verwendet werden sollte.
https://www.rnd.de/wissen/europaeer-waren-schwarze-genetiker-erklaert-warum-der

Autorennsport/ Formel 1
Gnadenloser Titelkampf mit Verstappen: „Sieg oder Tod für Hamilton“
Der Zusammenstoß der beiden WM-Rivalen heizt den Titelkampf in der Formel 1 weiter an. Der Crash sorgt für viele Diskussionen.
Kurier.at

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 20. JULI 2021)

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 20. JULI 2021)

Quelle: onlinemerker.com

SALZBURG/ Festspiele: BESUCHER DER JEDERMANN-PREMIERE POSITIV AUF CORONA GETESTET. AB MORGEN MASKEN-TRAGEPFLICHT

„Jedermann“-Besucher positiv auf CoV getestet – news.ORF.at

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MÜNCHEN/Opernfestspiele: Kurzbericht IDOMENEO – Premiere am 19. Juli 2021

Gestern Abend fand im Münchner Prinzregententheater, das die Bayerische Staatsoper im Rahmen der August Everding Opernakademie auch während der Festspiele bespielt, die Premiere von Mozarts „Idomeneo“ statt. In der Inszenierung des jungen und offenbar sehr begabten Nachwuchsregisseurs Antú Romero Nunes sowie unter der musikalischen Leitung von Constantinos Carydis wurde der Abend zu einem vollen Erfolg. Phyllida Barlow schuf wirkmächtige Bilder in einem raffinierten Lichtdesign von Michael Bauer und passenden Kostümen von Victoria Behr. Barlows Bilder bestehen aus drei wesentlichen Elementen, die Hauptthemen des Stücks sinnhaft symbolisieren: Ein riesiger Felsblock für das Archaische, das Alte der Welt des an sein Ende kommenden Königs Idomeneo; eine große Holzstruktur, wie man sie an Meeresstränden zur Befestigung sieht und die also die Beziehung zum bedrohlichen Meeresgott Neptun nahelegt; sowie zwei leichte, buntbemalte Holzstrukturen auf hohen Stelzen, in denen die Jungen, Ilia und Idamante, ihre Zukunftsansichten austauschen. Die zeitweise bizarre Choreografie von Dustin Klein verlangt Ilia und Idamante auch einige nahezu stuntähnliche Kletterpartien ab und sorgt für unkonventionell choreografierte Balletteinlagen, die in ihrer Aufmachung durchaus das so heftig, wenn auch nicht immer überzeugend diskutierte Thema der Diversität anklingen lassen. Nunes gelingt es nachvollziehbar, die Schwierigkeiten des Machtübergangs von Alt, Idomeneo, auf Jung, Idamante und Ilia, zu zeigen, wobei er mit Erfolg auf eine gute und stark psychologisierende Personenregie setzt.

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1. Akt. Foto: Klaus Billand

Matthew Polenzani singt mit einem lyrischen Tenor den ständig an Machtverlust leidenden Idomeneo. Emily D’Angelo ist ein sehr agiler Idamante mit facettenreichem Mezzo. Olga Kulchynska singt die Ilia mit einem glockenreinen Sopran, und Hanna-Elisabeth Müller nimmt das Publikum mit einer außergewöhnlich intensiven Interpretation der Elettra für sich ein, und zwar stimmlich wie darstellerisch. Martin Mitterrutzner gibt einen guten Arbace, Caspar Singh einen für die kleine Rolle beachtlichen Oberpriester Poseidons, und Callum Thorpe orgelt furchteinflößend das Orakel.

Zum Premieren-Kurzbericht von Klaus Billand

München/ Bayerische Staatsoper
„Idomeneo-Trailer (gestrige Premiere)
Zum Trailer

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SALZBURGER FESTSPIELE: FOTOS VOM „WAR-REQUIEM“ (18.7.)

Gustav-Mahler-Jugendorchester rettet den Abend
Lange hatte es so ausgesehen, als würde in Salzburg dieses Jahr alles nach Plan laufen. Doch Corona bleibt ein Thema. Schon beim Eröffnungskonzert erwischte es die Planung der Festspielleitung: Das City of Birmingham Symphony Orchestra konnten wegen Reisebeschränkungen nicht kommen. Und so dirigierte Mirga Gražinytė-Tyla am Sonntagabend das eilig aus den Ferien zusammengetrommelte Gustav-Mahler-Jugendorchester und den Wiener Singverein. Auf dem Programm: das „War Requiem“ von Benjamin Britten. Bernhard Neuhoff war für BR-KLASSIK dabei.

BR-Klassik.de

Bericht vol.at


Das Gustav Mahler Jugendorchester, Mirga Gražinytė-Tyla.


Foto: Salzburger Festspiele/ Marco Borelli


Elena Stikhina (Sopran). Foto: Salzburger Festspiele/ Marco Borelli


Florian Boesch (Bariton), Alan Clayton (Tenor). Foto: Salzburger Festspiele/ Marco Borelli

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“ kulTOUR MIT HOLENDER : Christian Gerhaher – „Auf den Flügeln des Gesanges (etw. 25 Minuten)

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ZUM VIDEO

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ESC-Sieger Måneskin in Köln

Von Andrea Matzker und Egon Schlesinger

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Die Fans vor dem Studio. Foto: Andrea Matzker

Am 17. Juli 2021 fand nach langer Pandemie-Pause zum ersten Mal wieder eine Fernsehsendung mit Live-Publikum im Kölner Studio an der Schanzenstraße statt. Es handelte sich um das Format „Schlag den Star“, bei dem diesmal der Extremreporter Jenke von Wilmsdorff (55) gegen den Comedian Bülent Ceylan (45) antrat und ihn am Ende besiegte. Aber das Publikum im Studio und vor den Fernsehbildschirmen hatte zum größten Teil etwas ganz Anderes erwartet als die Konkurrenten der Show, nämlich den diesjährigen Eurovision Song Contest Sieger Måneskin, der zu einem Gastauftritt in der Sendung geladen war. Allerdings mussten sie sehr lange auf diesen Auftritt warten, denn erst nach über 2 Stunden nach Beginn der Sendung kamen sie auf ihre Kosten. Bülent Ceylan musste sich in dieser Show gleich zweifach warm anziehen, denn in den folgenden ca. 4 Stunden der Sendung nach dem Auftritt der Römer sprach man fast nur noch davon, dass der 20-jährige Schlagzeuger Ethan Torchio eine noch viel schönere Haarpracht als der deutsch-türkische Comedian hätte.

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Alle vier Mitglieder, umringt von den Fans. Foto: Andrea Matzker

Bereits nachmittags waren Fans der Gruppe mit Insiderwissen trotz widriger Schwierigkeiten auf Autobahnen und bei der Deutschen Bahn infolge des Jahrhundert-Unwetters von weither in der Hoffnung angereist, wenigstens einen Blick auf die beliebten Musiker werfen zu können. Garantie dafür gab es keine, da sie völlig abgeschirmt wurden, aber die begeisterten Anhänger verließen sich darauf, dass Måneskin regelmäßig ausgesprochen freundlich zu ihren Fans seien und sich ausführlich um sie kümmern würden, wenn diese sich versammelt hätten, um sie zu sehen. Demnach nahmen sich die Musiker auch nach ihrer Probe am Nachmittag des Tages, bevor sie ins Hotel zurückgefahren wurden, ausreichend Zeit, ihre Verehrer zu begrüßen, ihnen Autogramme zu geben und Selfies mit ihnen zu machen.

Am Abend traten sie mit ihrem Gewinner-Hit „Zitti e buoni“ („Halt die Klappe und benimm dich“ aus ihrem zweiten Album) vom 23. Mai des Jahres beim Eurovision Song Contest auf, mit dem sie bereits kurz davor beim Sanremo Festival den ersten Preis gemacht hatten. Weiterhin stellten sie ihren neuen Song „I Wanna Be Your Slave“ vor. Kennern der Materie war die Band aber schon lange zuvor bekannt. Noch im Schulalter hatten sie bereits erste informelle Live-Erfahrungen auf den Straßen Roms gesammelt. Nachdem sie bei einem Highschool-Wettbewerb und in der Castingshow X-Faktor gewonnen hatten, traten sie als Vorband bei einem großen Konzert in Mailand auf, und dann ging es immer weiter rasant bis an die Spitze der Charts. Mit ihrem ESC-Song traf die erfrischend authentische Combo genau den wunden Punkt der Zeit. Der Text appelliert daran, das Negative auszublenden, zum Schweigen zu bringen und mit rockiger Aggressivität gegen die Unbeweglichkeit des Corona-Jahres anzugehen. Damit errang sie den ersten ESC-Sieg Italiens seit Toto Cotugno im Jahr 1990 und ist damit zugleich Vertreter des ersten Landes, dass verdientermaßen den ESC und die Fußball-Europameisterschaft in einem Jahr gleichzeitig gewonnen hat.

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Måneskin. Damiano David und Ethan Torchio. Foto: Andrea Matzker

Der Erfolg der Rockband aus Rom resultiert auch daraus, dass das kreative Quartett klar und deutlich ein visuelles Statement gegen Geschlechterkonventionen in Mode (vom Weltklasse-Designer Etro) und Maquillage vertritt. Die Musiker möchten ihre Freiheit ausdrücken, ohne sich an feste Rollen halten zu müssen. Das zeigen sie nach ihrem erfolgreichen Album „Il ballo della vita“ („Der Tanz des Lebens“, auch als Tattoo in gotischen Lettern bei Hauptsänger Damiano David zu sehen) von 2018 auch in ihrem 2. Studioalbum „Teatro d’ira“ („Theater des Zorns“) aus 2021, in dem sie ihre flexible und eigenartige Stilmixtur weiterentwickelt haben und mit Elementen des Rap-Metal, Rock-Pop und Funk-Rock gegen eingefahrene akustische Musikkonventionen ansingen und anspielen. Sie möchten mit ihrem originellen und einzigartigen Mix aus verschiedenen Einflüssen und Stilen Vorurteile bekämpfen, Geschlechterklischees zunichtemachen und die Welt verändern. Dafür wurden sie allein bisher mit unzähligen Platin- und Gold-Awards ausgezeichnet und erhielten auch einen Doppel-Platin-Award. Ihre außerordentliche Sympathie allerdings bewirkt die Tatsache, dass sie, außer mit Talent und Verstand, auch mit ausgesprochener Bescheidenheit begabt sind, und all dies ungeachtet ihrer großen Attraktivität, die Mädchen und Jungs reihenweise in Ohnmacht fallen lässt.

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Victoria De Angelis. Foto: Andrea Matzker

Wie inzwischen allgemein bekannt sein dürfte, kommt der Name der Band ursprünglich aus Dänemark, da Bassistin Victoria De Angelis – die mit ihrem engelhaften Aussehen ihrem Namen alle Ehre macht – dänische Wurzeln hat, und bedeutet „Mondschein“. Im Juni 2022 treten sie in Deutschland bei den Musikfestivals Rock im Park in Nürnberg und Rock am Ring am Nürburgring auf.

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Damiano David. Foto: Andrea Matzker

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Damiano David während der Show. Foto: Andrea Matzker

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AUSSTELLUNG: Farben im Licht • Glasmalerei vom 13. bis 21. Jahrhundert, Landesmuseum Zürich, 16.07.2021 – 03.04.2022

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Mit einer fulminanten Schau zum Thema Glasmalerei beginnt die Reihe der Ausstellungen der Amtszeit von Denise Tonella, die am 01.04.2021 die Leitung des Schweizerischen Nationalmuseums (Landesmuseum Zürich, Château de Prangins, Forum Schweizer Geschichte Schwyz und Sammlungszentrum Affoltern am Albis) übernommen hat.

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Flumser Madonna: Kirchenfenster, um 1200; Herkunft: Kapelle St. Jakob, Gräpplang bei Flums; farbige Gläser, bemalt; Foto © Schweizerisches Nationalmuseum.

Einen ersten Höhepunkt erlebte die Glasmalerei in den gotischen Kathedralen. Seither wirkt der Bann des atmosphärischen Lichts der farbigen Glasscheiben auf die Menschen. Die ältesten Glasmalereien finden sich in der Schweiz in Kirchen und Klöstern aus dem 13. Jahrhundert: dazu gehören die Kathedrale von Lausanne, das Kloster Königsfelden als Grablege der Habsburger oder der Chor des Berner Münsters.
Die «Flumser Madonna», ein Kirchenfenster mit dem romanischen Bildtypus der thronenden Madonna, ist das älteste figurative Glasfenster der Schweiz. Das Kreuzfenster aus San Vittore Mauro in Poschiavo (GR), möglicherweise in der Dombauhütte von Como entstanden, ist ein faszinierendes Zeugnis der lombardischen Kunst in der Südschweiz. Fünf durch ihre intensive, pralle Farbigkeit faszinierende Figurenscheiben sind in Kreuzesform angeordnet und zeigen in der Mitte Maria mit dem Jesuskind, flankiert von Johannes dem Täufer und Petrus, darüber Gottvater und darunter die betende Stifterfamilie. Rasch haben wohlhabende Stifter die Kosten für die Glasgemälde übernommen: entweder liessen sie dann sich oder ihr Wappen auf der Scheibe darstellen.

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Standesscheibe Bern; Hans Jakob Güder (um 1631–1691), 1675; Herkunft: Kirche Othmarsingen; farbige Gläser, bemalt; Foto © Schweizerisches Nationalmuseum.

Die Tradition der Scheibenstiftung weitete sich in der Eidgenossenschaft rasch über den kirchlichen Raum hinaus aus: es entstanden Kabinetts- und Standesscheiben. Verwandte oder Freunde, bedeutende Persönlichkeiten oder staatliche Institutionen übernahmen die Kosten für die Kunstwerke und konnten sich im Gegenzug darin verewigen. So wurden die Scheiben zum Sinnbild der Beziehung von Schenkendem und Beschenkten.
Eine posthume Zeichnung im Kopienband zur Zürcherischen Kirchen- und Reformationsgeschichte (1605) von Heinrich Thomann zeigt den Reformator bei seiner Arbeit im Studierzimmer. Die bemalten Fenster, die der Reformator nicht als Götzenbilder einstufte, sind der einzige Schmuck im Raum, in dem Butzenscheiben das einfallende Licht brechen. Die Verwendung im Umfeld einer so bekannten Persönlichkeit bescherte der Glasmalerei ein weiteres Aufblühen. Eine besondere Spielart der Glasmalerei im 16. Jahrhundert sind die Grisaille- und Schliffscheiben, farblose, nur mit Braun- oder Schwarzlot bemalte Gläser oder geschliffene Monolith-Gläser.
Eine besondere Tradition der Eidgenossenschaft ist die Standesscheibenstiftung: Die eidgenössische Orte («Stände») schenken sich im 16. und 17. Jh. gegenseitig ihre Wappen in ihre Ratsstuben, Wirtshäuser oder Klöster. Das Sinnbild des Zusammenschlusses gleichberechtigter Orte ist eine der frühesten Ausdrucksformen eidgenössischen Nationalgefühls. Der älteste erhaltene Standesscheibenzyklus befindet sich im Tagsatzungssaal (ab 1426 Versammlungsort der eidgenössischen Tagsatzung) in Baden (AG). Der älteste Zyklus aus der Sammlung des Nationalmuseums ist der Oswald Göschel zugeschriebene, der 1507 für das Rathaus von Lachen (SZ) entstand. Nach dem Tod des Zürcher Sammlers und Dichters Johann Martin Usteri, der den Zyklus zu Beginn des 19. Jahrhunderts erworben hatte, gelangten die Scheiben ins Schloss von Grodziec (Polen).
Um 1894 kaufte die Gottfried Keller-Stiftung die 16 erhaltenen Scheiben zurück: zwei sind verschollen, eine ist in der Kirche von Sędzimirów (Polen) eingebaut. Nach der Gründung des modernen Bundesstaats wurde die Tradition der Standesscheibenstiftung als Zeichen des nationalen Zusammenhalts wiederaufgenommen. Gemeinsame Stiftungen der Orte gingen 1861 ins Bundesrathaus (heutiges Bundeshaus West), 1891 in die Ruhmeshalle des Landesmuseums, den Ort der hier besprochenen Ausstellung und 1902 in die Kuppel des Bundeshaus. Im 20. Jahrhundert wurde die Tradition im Rahmen der Jahrhundertfeiern der Zugehörigkeit der Kantone zur Eidgenossenschaft (der 1. August 1291 als Gründungsdatum der Schweiz wurde erst 1891 festgelegt).

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Bildfenster; Karl Wehrli (1843–1902); um 1880; farbige Gläser, bemalt; Foto © Schweizerisches Nationalmuseum.

Das 19. Jahrhundert war geprägt durch den Wunsch ältere Glasmalereien zu restaurieren und wieder neue Buntfenster herzustellen. Das Wissen um die alten, nicht mehr bekannten Techniken war wiederherzustellen, was als Grundlage der modernen Konservierungsforschung gelten kann. Eisen und Glas als neue Baustoffe brachten dann auch neue Bauformen: Ausstellungs- und Gartenpavillons, Warenhäuser, Hotelfestsäle und Veranden an Bürgerhäusern. Trotz Zäsuren wie der Weltwirtschaftskrise und zwei Weltkriegen setzte sich die Blüte der Glasmalerei im 20. Jahrhundert fort. Mit den Glasfenstern von Marc Chagall im Fraumünster oder den Glasfenstern von Sigmar Polke im Grossmünster hat die Stadt Zürich zwei Prunkstücke zu bieten.
Mit «Farben im Licht» ist dem Landesmuseum ein grandiose Schau gelungen. Absolute Empfehlung.

16.07.2021, Jan Krobot/Zürich

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