DIE SONNTAG-PRESSE – 19. JULI 2026

DIE SONNTAG-PRESSE – 19. JULI 2026

Teodor Currentzis © Olya Runyova

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 19. JULI 2026

Salzburger Festspiele
Kritik – Currentzis bei den Salzburger Festspielen: Düsterer Auftakt
Kunst oder Kitsch? Das erste Konzert der Salzburger Festspiele gerät unter dem Dirigat von Teodor Currentzis zum düsteren Spektakel. Und man fragt sich: Vertraut dieser Dirigent eigentlich der Musik, die er macht? Es beginnt mit Glockenschlägen. Kein Auftrittsapplaus in der rappelvollen Kollegienkirche, denn Currentzis’ Utopia-Chor und Orchester kommen nach und nach auf die Bühne, während ihr Schlagzeugkollege schon die Glocke schlägt. Ganz am Ende schleicht sich Teodor Currentzis herein, leicht geduckt, ganz in schwarz, eher Mönch als Maestro. Von der fernen Orgelempore singt eine Frauenstimme eine mittelalterliche Melodie, wie aus einer anderen Welt. das erinnert weniger an ein Konzert, als an ein Ritual.
BR-Klassik.de

Currentzis sorgt für herb intensiven Auftakt
Die Salzburger Festspiele widmen dem Komponisten György Kurtág einen Schwerpunkt zum 100. Geburtstag, Teodor Currentzis eröffnete ihn in der Kollegienkirche. Kommende Woche widmet sich der griechisch-russische Dirigent dann Georges Bizets Oper „Carmen“.
krone.at

Salzburger Festspiele: Lieder der Schwermut zum Auftakt (Bezahlartikel)
Teodor Currentzis eröffnete die „Ouverture spirituelle“ in der Kollegienkirche mit Chorwerken von György Kurtàg und Arvo Pärt
Kurier.at

Teodor Currentzis eröffnete die Salzburger Festspiele: Der späte Triumph des Intendanten (Bezahlartikel)
Alles wie immer in Salzburg: Teodor Currentzis gestaltete den ersten Festspielabend, Markus Hinterhäuser ließ sich dafür persönlich feiern.
SalzburgerNachrichten.at

Andrang beim Fest zur Festspieleröffnung
Eine Woche vor Beginn der Salzburger Festspiele hat Samstag das Fest zu ihrer Eröffnung begonnen – nachdem Freitagabend die Ouverture spirituelle über die Bühne ging. Heute warten nun zahlreiche Programmpunkte, für das Publikum kostenlos – Konzerte aus vielen Genres, Tanz-Workshops, Podiumsdiskussionen etc.
salzburg.orf.at

Salzburger Festspiele: Programm, stars und Highlights im Überblick
Wenn die Salzburger Festspiele beginnen, füllen sich die Gassen der Altstadt mit Musikern, Regisseurinnen und Opernfans aus aller Welt. Das Motto des diesjährigen Programms lautet „Liebe“, allerdings selten als glückliche Geschichte. Die spannendsten Opern erzählen von Leidenschaft, Verrat und tragischen Schicksalen. Doch neben den großen Premieren lohnt sich auch der Blick auf die kleineren Programmpunkte.
BR-Klassik.de

Jedermann stirbt auf dem Domplatz immer schneller
Bei den Salzburger Festspielen feiert diesen Samstag Robert Carsens „Jedermann“-Inszenierung zum dritten Mal Premiere. Philipp Hochmair ist erneut in der Titelpartie zu sehen, die Buhlschaft an seiner Seite ist hingegen neu: die in Paris geborene 33-jährige Roxane Duran. Es ist ein Ruf, der durch Mark und Bein geht. Die Stimmung kippt mit ihm von fröhlicher Feierlaune in Angst und Panik. Die eindringlichen Jedermann-Rufe sind ein Schlüsselmoment, in dem das „Sterben des reichen Mannes“, so der Untertitel des Hofmannsthal-Klassikers, eingeläutet wird. Seit seiner Gründung 1920 ist der „Jedermann“ vor der imposanten Kulisse des Doms das symbolische Herzstück des Festivals. Keine andere Produktion prägt die internationale Wahrnehmung der Festspielstadt so nachhaltig.
krone.at

Salzburg
Ärger um Thielemann-Professur am Mozarteum
Studierende beklagen schlechte Kommunikation und kritisieren, dass die Thielemann-Klasse nur Männer aufgenommen hat. Die Rektorin verteidigt das Vorgehen. Einer der Vorwürfe lautet, dass Thielemanns Engagement lediglich ein Alibi-Professur sei, um die Karriere des mit ihm in einem Team antretenden Martin A. Fuchsberger (er ist Privatdozent) zu fördern. Fuchsberger wird neben dem Thielemann-Assistenten Jobst Schneiderat als Teil des »Teams Thielemann« unter anderem die »curriculare Betreuung« der Studierenden übernehmen. Außerdem kritisieren die Studierenden die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber, besonders, dass die neue Klasse von Christian Thielemann am Mozarteum lediglich aus Männern besteht.
backstageclassical.com

St.Margarethen
Oper im Steinbruch: „Tosca“ als Barockspektakel mit Suchtgefahr
heldenderfreizeit.com

Mörbisch
Mehr Travestie war nie: „Ein Käfig voller Narren“ in Mörbisch
Viel Lila und noch mehr Treppen: Alfons Haider strahlt bei den Seefestspielen im Fummel eine entspannte Wärme aus, musikalisch gerät das Musical stimmig
DerStandard.at

Linz
Erwin Schrott begeisterte bei „Klassik am Dom“ in Linz
Der Star-Bariton aus Uruguay war mit kubanisch inspirierten Liedern am Domplatz in Linz zu Gast. 1500 Zuhörer lauschten dem samtig-warmen Timbre des Baritons.
OberösterreichischeNachrichten.at

Weltstar Erwin Schrott begeisterte bei Klassik am Dom Linz
tips.at

Graz
One-Man-Show mit Orgel: Cameron Carpenter bei der Styriarte
bachtrack.com/de

Bayreuth
„Wie ein Mahnmal“: Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka über „Rienzi“ bei den Bayreuther Festspielen
MuenchnerMerkur.de

Belastete Aufarbeitung: Richard Wagner zwischen Genie und ideologischen Abgründen
Wie Wagners Antisemitismus die Bayreuther Festspiele prägte – und was der aktuelle Skandal um Ausladung Michel Friedmans für die Aufarbeitung bedeutet.
BR-Klassik.de

»Feiern, aber auch reflektieren und aktiv gedenken«
150 Jahre Bayreuther Festspiele: Katharina Wagner mahnt zur historischen Reflexion und warnt vor finanziellen Engpässen
backstageclassical.com

Berlin
Das sind die Premieren der Opernsaison 2026/27: Fokussierung und Schärfung, aber mit Wumms (Bezahlartikel)
Die Kürzungen im Kulturhaushalt machen sich in den Opernhäusern deutlich bemerkbar. Einige spektakuläre Highlights gibt es dennoch, inklusive Helikopter-Konzert. Ein Überblick.
Tagesspiegel.de

Feuilleton
Brief von Brüggi
Lieber Igor Levit, da stehst Du nun vor dem ZDF – und kommst nicht rein. Ausgerechnet das Medium, das Dich jahrelang zum Medienstar aufgebaut hat, lässt Dich plötzlich vor der Tür stehen!
backstageclassical.com

Tonträger
Anne Sofie von Otter singt Chansons: „Berlin! Berlin! Berlin!“
Die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter hat ein neues Album veröffentlicht. Nicht mit Opernarien, sondern mit Chansons und Kabarettnummern. „Berlin! Berlin! Berlin!“ heißt es.
BR-Klassik.de

Ensemble Minui: Vorhang auf! Große Opern in kleinem Format
Das österreichische Ensemble minui beschäftigt sich seit Längerem mit der Bearbeitung großer Werke für Nonett. Die Arrangements zeigen Präzision und Lebendigkeit, besonders Richard Wagners Musik wirkt dadurch transparent und modern.
ndr.de

Links zu englischsprachigen Artikeln

München
„Alcina“ – Magic versus Psychology
concertonet.com

Cremona
Monteverdi Festival Cremona 2026 Review: Dido and Æneas
operawire.com

Paris
Opéra National de Paris & Bibliothèque Nationale de France to Present Exhibition on Wagner’s ‘Ring Cycle’
The Opéra National de Paris will present “Richard Wagner: Les Révolutions du Ring,” an exhibition tracing the history and influence of Wagner’s “Ring” cycle, at the Palais Garnier from Oct. 27, 2026 through Feb. 20, 2027.
operawire.com

London
First Night of the Proms review – 250th anniversary of US independence takes centre stage
From Copland to Gershwin and a new Emily Dickinson-based commission it was America’s evening – but with a surprise Mancunian encore
TheGuardian.com

Brash Americana and a Finzi choral rarity launch the BBC Proms
bachtrack.com/de

A celebration of American music as awe-inspiring as the nation itself (Subscription required)
The BBC’s orchestra and chorus are on form in a night of performances that are well worth hearing again
telegraph.co.uk

New York
Teatro Nuovo 2026 Review: Il Don Giovanni
operawire.com

Cleveland
A feast of color from Ohlsson and Bychkov in Cleveland
seenandheard-international.com

Ballett/Tanz

München
Streit beim Bayerischen Staatsballett: MacKay will nach Kündigung klagen
BR-Klassik.de

Sprechtheater

Salzburg/Jedermann
Freundin über Hochmair: „Nacktauftritt fällt ihm nicht ganz so leicht“
„Sich nackt, ganz alleine vor rund 2000 Menschen zu stellen, fällt ihm, glaube ich, nicht so leicht. Aber es passt zum Stück. Ich finde das sehr mutig.“ Das sagt die Frau, die mit Philipp Hochmair derzeit so viel Zeit verbringt, wie wohl kaum jemand sonst.
krone.at

München
Münchner Kammerspiele: Unwürdige Ränkespiele und ein überfälliger Abgang (Bezahlartikel)
Barbara Mundel, die Intendantin der Münchner Kammerspiele, verzichtet nun auf den Wunsch, eine Vertragsverlängerung zu bekommen. Für ein Haus im Sinkflug kommt dieser Schritt keinen Tag zu früh.
FrankfurterAllgemeine.net

Geschrumpfte Helden
„Die Hunnenkönigin“ bei den Nibelungenfestspielen in Worms will nicht weniger als tradierte Männer- und Frauenbilder in Frage stellen, verheddert sich dabei aber im eigenen Anspruch. Die Inszenierung von Autor Oliver Lansley und Regisseur James Seager ist eine etwas krude Mischung aus Gesellschaftskritik, Jahrmarktspektakel und einem Konzert der Sängerin Alice Merton.
DieDeutscheBuehne.de

Rock/Pop

„Captain Kirk“ präsentiert mit 95 Jahren Metal-Album auf Festival
William Shatner plant Debüt-Auftritt mit seiner Metal-Band The *uckers und hat dafür einen besonderen Essenswunsch.
Kurier.at

Politik

Wien
Rucks Protokollaffäre: Schaden für Ludwig, Rückenwind für Kickl
Ein Protokoll soll belegen, wie das System des Wiener Wirtschaftskammer-Chefs funktioniert. Walter Ruck selbst beschädigt darin seinen Freund, Bürgermeister Michael Ludwig. Und die ÖVP.
Kurier.at

Österreich
Nach Dengler-Rauswurf. Österreicher vertrauen Meinl-Reisinger weniger
Befragte in Österreich vertrauen Bundespräsident Alexander Van der Bellen mehr als den Parteichefinnen beziehungsweise Parteichefs. Das geht aus dem aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex hervor. Demnach hat Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) das Vertrauen der Befragten am meisten verloren.
krone.at

NEOS in der Krise
Polit-Ranking: Meinl stürzt ab, Schellhorn Letzter
Die pinken Turbulenzen spiegeln sich im neuen APA/OGM-Vertrauensindex wider. Auch die Regierungsmitglieder punkten kaum, nur ein Minister ist im Plus. Stocker beliebtester Parteichef, Kickl holt auf. FPÖ-Chef Herbert Kickl ist der einzige Parteichef, der im Vergleich zum April einen Vertrauenszuwachs verzeichnete – trotzdem bleibt er mit einem Saldo von minus 36 auf dem letzten Platz. Den besten Wert unter den Parteispitzen hat nach wie vor Bundeskanzler Christian Stocker: Auch er verzeichnete aber ein Minus von fünf Punkten und kommt auf einen Negativsaldo von minus zehn.
heute.at

Sport

Fußball-WM
Wildes Spektakel
Zehn Tore! England siegt und wird WM-Dritter
England ist WM-Dritter! Die „Three Lions“ krönten ein Zehn-Tore-Spektakel gegen Frankreich mit einem 6:4-Sieg. Zur Pause führte England bereits mit 4:0, ehe die Franzosen noch eine furiose Aufholjagd starteten. England hat die WM in Nordamerika auf Platz drei abgeschlossen. Die „Three Lions“ gewannen am Samstag (Ortszeit) in Miami einen spektakulären Schlagabtausch mit zwei komplett unterschiedlichen Hälften gegen Frankreich 6:4 (4:0) und sorgten damit für ihren größten Erfolg bei einem Weltturnier seit dem Titelgewinn 1966. Declan Rice (3.), Ezri Konsa (18.) Bukayo Saka (37., 45.+1, 87./Elfer) und Jude Bellingham (98.) trafen für das Fußball-Mutterland.
krone.at

Fußball-WM
Absurder Vorfall: WM-Finalschiri wurde bei Sexparty festgenommen
Vor sechs Jahren geriet Slavko Vincic bei einer Sexparty-Razzia in die Schlagzeilen. Jetzt pfeift er das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien. Für Slavko Vincic geht am Sonntag ein Traum in Erfüllung. Der Slowene leitet das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien in East Rutherford. Als FIFA-Schiedsrichter-Boss Pierluigi Collina die Nominierung vor allen Unparteiischen verkündete, vergrub der 46-Jährige das Gesicht in den Händen und kämpfte mit den Tränen. Für Vincic ist es der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn.
heute.at

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 19. JULI 2026)

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 19. JULI 2026)

Quelle: onlinemerker.com

ASMIK GRIGORIAN: EIN WELTSTAR KOMMT ZUM SALZKAMMERGUT-OPEN-AIR 2027
GEMEINSAM MIT DEM BRUCKNER ORCHESTER LINZ UND CHEFDIRIGENT MARKUS POSCHNER GASTIERT DIE
GEFEIERTE SOPRANISTIN ASMIK GRIGORIAN IM TOSCANAPARK GMUNDEN. DER VORVERKAUF STARTET JETZT!

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Asmik Grigorian © Timofei Kolensnikov

Mit der gefeierten Sopranistin Asmik Grigorian begrüßen wir 2027 eine der bedeutendsten Opernstimmen unserer Zeit. Gemeinsam mit dem Bruckner Orchester Linz unter Chefdirigent Markus Poschner beehrt sie das Salzkammergut-Open-Air im Toscanapark Gmunden.
Der Vorverkauf fürs Salzkammergut-Open-Air 2027 startet bereits jetzt:. Frühbucheraktion bis Ende September 2026

Kaum sind die Scheinwerfer unserer 60-Jahr-Feier im Toscanapark Gmunden erloschen, laufen bereits die Vorbereitungen für die beiden großen Open Airs im kommenden Jahr. Schon jetzt beginnt der Vorverkauf für dieses mit Sicherheit unvergessliche Ereignis. Denn zugleich feiern wir damit die beiden letzten Open Airs mit unserem Chefdirigenten Markus Poschner. Freuen Sie sich auf 2027 und auf Sommerabende voller musikalischer Intensität und unvergesslicher Momente mit einem Weltstar im Salzkammergut!

Im Rahmen einer Frühbucheraktion bis Ende September 2026 gibt es 20 Prozent Ermäßigung auf den Kartenpreis mit dem Promocode SALZ27.

Salzkammergut-Open-Air 2027
Asmik Grigorian | Markus Poschner | Bruckner Orchester Linz
Donnerstag, 8. Juli 2027 (Voraufführung), 20 Uhr
Freitag, 9. Juli 2027, 20 Uhr
Landestheater Linz | Kartenservice
| +43 732 7611-400
LANDESTHEATER-LINZ

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RAVENNA FESTIVAL/TEATRO ALIGHIERI: OPERA PAESE von Giorgio Battistelli am 3.7.2026

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Das Teatro Alighieri © Luca Concas

Giorgio Battistelli (geboren 1953) gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Italiens.

Viele seiner Opern wurden am Teatro alla Scala, am Teatro dell’Opera di Roma, am Teatro La Fenice, in Gent, Nancy, Mannheim und Berlin etc. uraufgeführt : Richard III., Le Duc d‘Albe, CO 2, Le Baruffe, Il Teorema di Pasolini, um nur einige zu nennen.

1981 schuf er ein sehr besonderes Werk: Experimentum Mundi für 4 Frauenstimmen, 1 Perkussionisten und 16 Handwerker. Die da waren: Zuckerbäcker, Schuster, Tischler, Scherenschleifer, Fassbinder, Schmiede, Maurer, Steinmetze, usw.usf.

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Battistelli und die Handwerker © Luca Concas

Das originelle und einzigartige Werk war über die Massen erfolgreich und wurde bis heute über 100mal aufgeführt, sogar in Peru und China.

Jetzt hat er für das Ravenna Festival eine erweiterte „freiere“ Version des Experimentums geschaffen: OperaPaese Ravenna.

Der Unterschied: in Ravenna wurden auch noch Keramikerinnen, Schneiderinnen, Restauratorinnen, Mosaizisten, Müller, Spielzeugmacher, Nudelmacherinnen und Piadinateigkneter etc. hinzugefügt.

Dazu traten hier zusätzlich das Kammermusikensemble Icarus und ein zwanzigköpfiger Chor auf.

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Der Maestro und die 92jährige Saxophonistin © Luca Concas

Das Ergebnis konnte sich sehen und hören lassen: denn es wird von Battistelli dabei  nicht nur vom Aussterben bedrohten handwerklichen Berufen die Würde zurückgegeben und ein Denkmal gesetzt, nein, OperaPaese ist über diesen verdienstvollen sozialen Aspekt hinaus eine philosophische Reflexion über Ton und Geräusch, Musik und Lärm, zusammengefasst in einer rhythmisch wie timbrisch subtilen und raffinierten Partitur.

Ein unvergessliches Erlebnis !

Robert Quitta, Ravenna

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WIEN/ ImPulsTanz: Alexandra Bachzetsis mit „Rush(es)“ im Odeon

Die in Zürich ansässige Schweizer Choreografin und Bildende Künstlerin Alexandra Bachzetsis verwebt in ihren Arbeiten Tanz, Performance, Bildende Kunst und Theater. Dieser interdisziplinäre Ansatz als Methode, kombiniert mit der Pluralität ihrer Welt- und Menschen-Sicht, führt zu einer ästhetisch unverwechselbaren, eigenen Handschrift und zu vielschichtigen, gesellschaftspolitische Zustände und individuelle Konditionierungen in ihren gegenseitigen Bedingtheiten untersuchenden Sujets.

Bachzetsis, zuletzt 2021 mit „Private Song“ (einer 2017 auf der Documenta 14 in Athen uraufgeführten, für drei Tänzerinnen und Tänzer konzipierten Arbeit über Griechenland) bei ImPulsTanz zu Gast, führt nun mit der Österreich-Premiere ihres im September 2025 im Kunsthaus Zürich erstaufgeführten Solo-Stückes „Rush(es)“ durch einen Reigen habitueller Transformationen.

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Alexandra Bachzetsis: „Rush(es)“ © Olivier Lovey

Sie empfängt das Publikum als Vamp mit roter Mähne, die ihr Gesicht komplett verdeckt. Schenkelhohe Gummistiefel persiflieren lack-lederne Bettstiefel. Denn ihr steht das Wasser bis zum Hals. Als gesichtsloses Objekt mannigfaltiger Begierden schwimmt sie in den Fluten der sie umspülenden Fremdbilder, bewegt ihre Beine mit den Händen, kommt nicht zum Stehen. Ihr Selbstbild kann sie nicht tragen.

Damit führt sie ein in die folgenden Verwandlungen. Eine Frau auf der Suche nach psychischen Überlebensstrategien. „No rush! Slow down!“ Mehr eingespielter Text wird folgen. Ihre Rolle als Hausfrau untersucht sie mit Hilfe eines Ko-Performers. Ein Staubsaugerroboter wird zum sie umkreisenden Automaten, der sie in das Zentrum einer chauvinistischen Heim-und Herd-Ideologie stellt.

Sie möchte ein Hund sein, Objekt bedingungsloser, fürsorglicher Liebe, ein Teil des Rudels, fähig, zu folgen und zu dienen. Allein mit diesem Bild legt sie fundamentale Defizite bei der Positionierung des (nicht nur weiblichen) Individuums sich selbst gegenüber als Folge familiärer, sozialer und gesellschaftlicher Ächtung frei. Die alte Schnulze „Sealed with a kiss“ läuft. Sehnsucht als Massenware, Bedürftigkeit als Motor für Anpassung und Selbstbetrug.

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Alexandra Bachzetsis: „Rush(es)“ © Olivier Lovey

„Ich habe keine Identität. Identität ist ein Vektor.“ Aus an das Publikum verteilten Lautsprechern tönen sich überlagernde Fetzen vom Worten und Sätzen. Es sind die aus ideologischen, religiösen und politischen Intentionen vergorenen Säfte, wegen ihres zwingenden Charakters Nährstoffe für Entfremdung. Gleichzeitig klingen sie als die Sprache verinnerlichter Instanzen, Spiegel einer paradoxerweise resultierenden Orientierungslosigkeit.

Viele Selfies schießt sie mit einem damit bespaßten Publikum, ihr Gesicht per Maske zu einem anderen, vielleicht noch schöneren gemacht. Schönheitskult und Genusssucht (sie nascht gemeinsam mit dem Publikum Chips). Jede Rolle geschwängert mit einer zunehmenden Laszivität. Die Möglichkeiten, die die sich ausweitende Digitalisierung bietet, sind willkommene Pflaster. Mit Reichweite gegen die Einsamkeit. Sie verwebt Begehren und Begehrlichkeiten, treibt sich mit einer imaginären Peitsche in der Hand durch die individuellen und gesellschaftlichen Normierungen. Das Metronom, sein Tempo ist hoch, klickt unerbittlich. Final nähert sie sich pumpend einem zeitgeistlich gepushten, sportiv-attraktiven Körperbild. Gesundheit, Kraft und Jugendlichkeit als Heilmittel gegen die Angst vor der Ablehnung. Und mit Fitnesswahn gegen den Tod.

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Alexandra Bachzetsis: „Rush(es)“ © Olivier Lovey

Die Texte stammen von Lee Lozano, die Kostüme von Laurent Hermann Progin, konzeptionell beriet sie Stephen Thompson (ehemaliger Eiskunstläufer, von der New York Times 2014 zu einem der besten männlichen Tänzer gekürt, dem Wiener Publikum aus Arbeiten mit Trajal HarrellBenoît LachambreAdam Linder und Antonija Livingstone bekannt), den Sound schuf Alban Schelbert, die Bassklarinette spielte Florian Walter. Das Bühnenbild erarbeiteten Alexandra Bachzetsis und Ivan Wahren, der auch für Licht und Video verantwortlich zeichnet. Ein namhaftes Team also bei diesem Solo.

Der Koffer, der die Utensilien für all diese Frauenbilder beherbergt, ist wie eine Seele, in der sich die Eingießungen so vieler unheiliger Geister versammeln. Lustvoll zelebriert sie den Prozess der Verwandlungen aus diesem Koffer heraus, veröffentlicht die Transformation selbst und deren Ergebnis, lässt das Publikum teilhaben an der Konstruktion immer neuer, anderer Identitäten. „Transition. Masturbation.“ Jede Rolle ist ein rauschhafter Genuss für sich, der ständige Wandel ein einziger Trip.

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 Alexandra Bachzetsis: „Rush(es)“ © Olivier Lovey

Sie konstruiert und dekonstruiert gleichzeitig ein Set von Krücken für das Selbstwertgefühl. Bedürftigkeit wird zu Ursache und Wirkung all dieser Transformationen. Und solcher Maßen perpetuiert sich die Entfremdung, brennt sich ein in das psychische Gen-Material und wird zum Objekt Generationen übergreifender seelischer Vererbung. Gemeinschaften aus solcherlei deformierten Individuen oder gar eine von diesen gebildete Gesellschaft können somit gar nicht anders als diese Sackgasse zu preisen. Alles aber durchwirkt die Angst, nicht zu genügen.

Begehren ist das autoerotische Gesicht der Sehnsucht, sich geliebt zu fühlen. Lust wird zum Werkzeug zur Gefühlsvermeidung (je erfolgreicher diese, umso rauschhafter der Genuss der Verwandlung), wird zum Fluchtfahrzeug vor einem defizitären Selbstbild. Den Qualen, die die schonungslose, absolut ehrliche Selbstanschauung bereiten würde, stemmt sich das Individuum mit mannigfaltigen Identitätskonstrukten entgegen, als Massenphänomene gesellschaftlich legitimiert, die Medien zur Substitution missbrauchend und mit Hilfe ganzer Industrien kapitalisiert.

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 Alexandra Bachzetsis: „Rush(es)“ © Olivier Lovey

„Rush(es)“ beschreibt, feinnervig beobachtet und analysiert, zwischen Intimität und Extrovertiertheit individuelle und gesellschaftliche, private und öffentliche Identitätspolitiken, deren Kultivierung patriarchale Strukturen, kapitalistische Interessen und, insbesondere, die allem zu Grunde liegende und alles antreibende Kompensation psychischer Defizite bedient. Am Ende nämlich wächst ihr Schatten zu einem die ganze Szenerie verdunkelnden Ungeheuer.

Dieser Schatten, im C. G. Jung’schen Sinne die Summe aller verdrängten, unbewussten Persönlichkeitsanteile, die nicht mit dem bewussten Ich-Ideal übereinstimmen, wächst von Verwandlung zu Verwandlung und wird schließlich zu einer bedrohlichen Macht in uns. Unbewusst, unerkannt, unbearbeitet und ungeheilt häufen wir somit mit jeder neuen, das Selbst sabotierenden Wandlung zusätzliche, von innen heraus wirkende seelische Explosivstoffe an.

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 Alexandra Bachzetsis: „Rush(es)“ © Olivier Lovey

Die unbewusste (und so willkommene, weil Selbstanschauung und also Schmerz vermeidende) Opferhaltung wird sublimiert in ein destruktives Schöpfertum, dessen Kreativitätspotential mit der Angst vor sich selbst zunimmt. Eingesetzt mit dem Ziel, die immer gleichen zu Grunde liegenden Strukturen zu verschleiern respektive deren Erkenntnis zumindest zu erschweren oder sogar unnötig erscheinen zu lassen. Die Frage „Wer bin ich?“ bleibt unbeantwortet. Letztlich weist Bachzetsis auf die Verantwortungslosigkeit des Einzelnen sich selbst und damit auch der Gesellschaft gegenüber.

Alexandra Bachzetsis mit „Rush(es)“ am 11.07.2026 im Odeon Wien im Rahmen von ImPulsTanz.

Rando Hannemann

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