Dresden: „Mein Gott, wie spielen die denn!“

Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 10 Fis-Dur, Staatskapelle Dresden, Daniele Gatti  Semperoper Dresden, 19. Oktober 2026

Daniele Gatti © Oliver Killig

Die Staatskapelle Dresden führt Mahlers 10. Sinfonie auf                         
„Mein Gott, wie spielen die denn!“

Semperoper Dresden, 19. Oktober 2026

Gustav Mahler  Sinfonie Nr. 10 Fis-Dur
(Fassung nach Deryck Cooke)

Staatskapelle Dresden
Dirigent  Daniele Gatti

von Henriette Müller

Daniele Gatti und die Staatskapelle Dresden hatten zu Mahlers 10. Sinfonie eingeladen. Diese Aufführung fand im Rahmen des Mahler-Zyklus statt. Ausgewählt wurde die Fassung von Deryck Cooke. Gatti bezeichnet diese Fassung als „die, dem Werk gegenüber hingebungsvollste“.

Mahler konnte dieses Werk selber nicht vollenden. Er starb im Jahre 1911, vor der Fertigstellung seiner Sinfonie.

Leider waren an diesem Abend etliche Plätze im Zuschauerrraum leer geblieben, besonders im Parkett, links. Das war schade und etwas unverständlich. So entging einem Teil der Zuhörerschaft ein Abend, der getrost als emotional außerordentlich berührend bezeichnet werden kann.

Unwillkürlich kamen mir die Gedanken von Gattis Vorgänger Christian Thielemann in den Sinn. Als er damals die Staatskapelle Dresden zum ersten Mal hörte, dachte er: Wie spielen die denn?!

Dieser Klang hat sich natürlich durch die Jahre hinweg erhalten. Ein Klang, der nicht einfach nur berauscht. Ein Klang, der fast süchtig machen kann.

Die Musiker verfügen über besondere, sehr wertvolle Instrumente. Jedoch: Was nützt das beste Instrument, wenn der Spielende nicht in der Lage ist,  dieses Instrument zum Leben zu erwecken.

Ich möchte keinen Musiker schmälern. Dennoch liegt es mir am Herzen, einige davon extra zu erwähnen.

Allen voran die 1. Konzertmeisterin Yuki Manuela Janke. Aber auch der Konzertmeister der 2. Violinen Lukas Stepp ließ aufhorchen.

Im Mittelpunkt standen auch Florian Richter mit dem Bratschensolo zu Beginn des Adagios und Konzertmeister Friedrich Thiele, Violoncello. Ihm war die Spielfreude ins Gesicht geschrieben.

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Mich beeindruckten am stärksten das einleitende Adagio, Andante-Adagio und das Finale. Langsam, schwer mit dem abschließenden Allegro moderato.
Das Orchester bewies einmal mehr, was in ihm steckt. Es wurde nicht an einem unglaublich emotionalen Spiel gespart.

Daniele Gatti gelang es einmal mehr mit diesem Orchester, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. In den leisen Momenten hätte man die berühmte „Stecknadel zu Boden fallen“ hören können.

Die Zuhörerschaft lauschte wie gebannt diesen Klängen, die äußerst emotional, jedoch nie kitschig, herüber kamen.

Henriette Müller, 20. Oktober 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Giuseppe Verdi, Un ballo in maschera Semperoper Dresden, 4. Oktober 2026

Klein beleuchtet kurz 74: Daniele Gatti Elbphilharmonie, 2./3. Juni 2026

Sächsische Staatskapelle Dresden, Daniele Gatti Alte Oper Frankfurt,1. Juni 2026

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert