Thielemann und die Staatskapelle versetzen das Publikum in einen wahren Strauss-Rausch

Richard Strauss, Vier letzte Lieder, Eine Alpensinfonie  Staatsoper Unter den Linden, 20. Oktober 2026

Foto (c) Matthias Creutziger

Thielemann Staatskapelle Berlin
Christian Thielemann  Dirigent
Diana Damrau  Sopran

Richard Strauss, Vier letzte Lieder
Eine Alpensinfonie op.64

Staatsoper Unter den Linden, 20. Oktober 2026

von Peter Sommeregger

Die detaillierte Schilderung einer Bergbesteigung in den Alpen ist mit ihrer raffinierten Instrumentierung ein richtiges Schaustück für ein virtuoses Orchester. Die Berliner Staatskapelle zog alle Register ihres Könnens und begeisterte mit ihren Musikern, die alle Solistenqualitäten besitzen.

Christian Thielemann, seit zwei Jahren GMD der Berliner Staatsoper Unter den Linden, wird gelegentlich für die Überschaubarkeit seines Repertoires kritisiert. Wenn es um die Musik von Richard Strauss geht, ist Thielemann aber Experte, und aktuell wohl sein bester Interpret.

In Vorbereitung der Asien-Tournee des Orchesters wurden zwei besonders spektakuläre Werke einstudiert. Die erst posthum uraufgeführten vier Lieder auf Texte von Hermann Hesse und Eichendorff haben sich zu einem Kabinettstück für Sopranistinnen entwickelt, die Zahl der prominenten Interpretinnen ist kaum mehr überschaubar. In diesem Konzert nahm nun Diana Damrau die Herausforderung an, und konnte mit ihrem reifen, aber sicher geführten Sopran eine sehr akzentuierte und individuelle Interpretation bieten. Nur einzelne exponierte hohe Töne gerieten etwas trocken, was aber den positiven Gesamteindruck nicht wirklich trüben konnte. Thielemann begleitete die Sängerin subtil und umsichtig.

Die Alpensinfonie ist die letzte, erst 1915 uraufgeführte große Tondichtung von Richard Strauss. Die detaillierte Schilderung einer Bergbesteigung in den Alpen ist mit ihrer raffinierten Instrumentierung ein richtiges Schaustück für ein virtuoses Orchester. Die Berliner Staatskapelle zog alle Register ihres Könnens und begeisterte mit ihren Musikern, die alle Solistenqualitäten besitzen. Christian Thielemann feuerte die Staatskapelle kräftig an, und erreichte eine ungeheuer dichte Interpretation, die sich geradezu rauschhaft entwickelte, und das Publikum zu stehenden Ovationen veranlasste. Das war Orchesterkultur der Extraklasse!

Peter Sommeregger, 20. Oktober 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Wiener Symphoniker, Dirigent Petr Popelka, Strauss, Alpensinfonie Musikverein Wien, 26. Februar 2026      

Kommentar: Vertragsverlängerung von Thielemann und Sobotka Staatsoper Unter den Linden, 16. Oktober 2026

Christian Thielemann Orchesterkonzert, Bruckner 9 Dom zu Salzburg, 10. Oktober 2026

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