CD-Besprechung:
Krimmel hat selbst rumänische Wurzeln, was seine Affinität zu dem Komponisten Mandyczewski erklärt, und ihn in die Lage versetzt, die Lieder- erstmals auf CD- in der Originalsprache zu singen.
Melancolie
Brahms
Mandyczewski
Konstantin Krimmel
Ammiel Bushakevitz
Alpha 1258
von Peter Sommeregger
Für seine neue CD stellt der Bariton Konstantin Krimmel Lieder von Johannes Brahms solchen von Eusebius Mandyczewski gegenüber. Dieser rumänische Komponist und Musikwissenschaftler ist außerhalb seiner Heimat heute kaum noch bekannt, den größten Teil seines Lebens hatte er in Wien verbracht, wo er mit Johannes Brahms bekannt, angeblich sogar befreundet war. Eine erneute oder erstmalige Begegnung mit seiner Musik ist eine lohnende Aufgabe.
Dem Titel der Produktion folgend wählte Krimmel zusammen mit seinem kongenialen Partner am Steinway-Flügel, Ammiel Bushakevitz, ausgesprochen melancholische, schwermütige Lieder aus. Daran herrscht in dem Oeuvre beider Komponisten kein Mangel.
Krimmel hat selbst rumänische Wurzeln, was seine Affinität zu dem Komponisten Mandyczewski erklärt, und ihn in die Lage versetzt, die Lieder- erstmals auf CD- in der Originalsprache zu singen. Die Lieder haben durchaus Qualität und können sich neben dem ungleich bekannteren Johannes Brahms durchaus behaupten. Krimmels weicher, geschmeidiger Bariton eignet sich bestens für den melancholischen Grundton sämtlicher hier eingespielten Lieder, von zarten Pianotönen bis zu verzweifeltem Forte verfügt seine Stimme über ein breites Spektrum von Farben.
Die Gegenüberstellung der beiden Komponisten ist eine interessante Idee, Liedgruppen der beiden wechseln sich auch chronologisch im Ablauf der CD ab, wobei Mandyczewskis Lieder insgesamt weicher, schmeichelnder klingen, gegen die bei Brahms grimmiger zum Ausdruck gebrachte Trauer und Verzweiflung. Stilistisch sind sie einander trotzdem nicht unähnlich.
Konstantin Krimmel, heute einer der interessantesten Kunstlied-Interpreten hat in Ammiel Bushakevitz einen ebenbürtigen Klavierpartner, der die emotionale Tiefe der ausgewählten Lieder sensibel auslotet. Den beiden gelingt eine Interpretation aus einem Guss. So gekonnt versenken sie sich in die melancholische Stimmung, dass man als Hörer Gefahr läuft, emotional belastet zu werden. Man genießt die Zusammenstellung besser in kleineren Etappen!
Peter Sommeregger, 26. August 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at
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