DIE SONNTAG-PRESSE – 8. MÄRZ 2026

Aufführung 27.02.26 Nabucco – Enkhbat, Vinogradov, Netrebko © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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DIE SONNTAG-PRESSE – 8. MÄRZ 2026

Wien/Staatsoper/5. März
Anna Netrebko trotzt der Killerrolle
Singt sie oder singt sie nicht? Das war die alles beherrschende Frage im Vorfeld der Nabucco-Vorstellung an der Wiener Staatsoper. Dass man bis zuletzt zittern musste, lag daran, dass der wohl letzte echte Superstar der Opernwelt die vorherige Vorstellung absagen musste. Als einer der Lang-Brüder gegen 19:00 Uhr die Bühne betritt, ahnte man bereits Böses. Doch gleich die Entwarnung: „Anna Netrebko ist wieder gesundet“. Erleichterung und erster Applaus aus dem Publikum. Dass Anna Netrebko die unheimlich anspruchsvolle Partie der Abigaille beherrscht, stellte die russisch-österreichische Sopranistin bereits vor der Pause eindrucksvoll unter Beweis. Mit kraftvoller Attacke, enormer stimmlicher Präsenz und jenem unverwechselbaren, dunkel schimmernden Timbre gestaltet sie die Partie mit großer Autorität. Von Schwierigkeiten in der Höhe ist kaum etwas zu hören. Auch wenn die Energie und der Ausdruck nach der Pause etwas sinken, bleibt die stimmliche Souveränität jederzeit gewahrt.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

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Fabelhafte Doppelbegabung– Szeps-Znaider begeistert als Solist und Dirigent

Znaider © Lars Gundersen, Orchester © hr/Ben Knabe

Nikolaj Szeps-Znaider hat an diesem Abend gezeigt, dass wahre künstlerische Größe dort entsteht, wo das Bekannte immer wieder neu hinterfragt wird. Seine „Zweigleisigkeit“ als Violinist und Dirigent ist kein Kompromiss, sondern eine Notwendigkeit, um die volle Bandbreite der Musik auszuloten. Ein bejubeltes Konzert, das noch lange nachhallen wird.

Unsuk Chin: „subito con forza“
Max Bruch: Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26
Antonín Dvořák: Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

hr-Sinfonieorchester
Nikolaj Szeps-Znaider, Violine und musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 6. März 2026

von Dirk Schauß

Es gibt Abende, an denen die Trennung zwischen Podium und Pult nicht nur aufgehoben, sondern als künstliches Konstrukt entlarvt wird. Nikolaj Szeps-Znaider gehört zu den wenigen Künstlern, denen dies gelingt, ohne in bloße Effekthascherei abzugleiten. „hr-Sinfonieorchester, Nikolaj Szeps-Znaider, Violine und musikalische Leitung
Alte Oper Frankfurt, 6. März 2026“
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Professor Higgins hat die Rechnung ohne Eliza gemacht

Frederick Loewe, My Fair Lady, Musical in zwei Akten ©  Jan Windszus Photography

Die Grammophone sind zurück! Leicht überproportioniert, mit Trichter, starker Kurbel und elegantem Tonarm, zieren sie als nostalgische Gerätschaften die ansonsten recht karge Bühne. Sie waren schon vor
10 Jahren der Hingucker.

Da inszenierte Andreas Homoki, der Opernregisseur, My Fair Lady in der Behrenstraße. Das Stammhaus der Komischen Oper wird seit Sommer 2023 umfassend saniert. So stieg auch diese Produktion in den Umzugswagen, packte die Grammophone kurzerhand ein und zog ins Exil. Dem Stück mit seinem spielfreudigen Ensemble hat das nicht geschadet. Es begeistert in diesen Februar- und Märztagen das Publikum im Schillertheater, meist vor ausverkauftem Saal.

My Fair Lady
Musical von Frederick Loewe (Musik) und Alan Jay Lerner (Buch)
nach George Bernard Shaws Pygmalion und dem Film von Gabriel Pascal

Deutschsprachige Erstaufführung (mit der Übersetzung von Robert Gilbert) am 25. Oktober 1961 im Berliner Theater des Westens

Inszenierung an der Komischen Oper Berlin von Andreas Homoki
Premiere am 28. November 2015

Choreografie: Arturo Gama
Kostüme: Mechthild Seipel
Konzeption und Entwicklung der Grammophone: Jürgen Uedelhoven

Musikalische Leitung: Peter Christian Feigel

Komische Oper Berlin im Schillertheater, 6. März 2026
(50. Vorstellung seit der Premiere)

von Ralf Krüger

Seine Rolle ist eigentlich negativ besetzt. Er ist Junggeselle, lebt in der Welt der Sprache und Phonetik und tyrannisiert seine Umwelt. Sein Frauenbild bewegt sich schon jenseits des Grenzwertigen. Aus seiner gesellschaftlichen Stellung heraus blickt er hochnäsig „auf die da unten“. Der Mann ist also ein Ekelpaket! Trotzdem ist Professor Henry Higgins der Sympathieträger in My Fair Lady. Und an der Komischen Oper Berlin wird Max Hopp in seiner Rolle zum Publikumsliebling. „My Fair Lady, Musical von Frederick Loewe (Musik)
Komische Oper Berlin im Schillertheater, 6. März 2026“
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Anna Netrebko trotzt der Killerrolle

Nabucco, Anna Netrebko © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Singt sie oder singt sie nicht? Das war die alles beherrschende Frage im Vorfeld der Nabucco-Vorstellung an der Wiener Staatsoper. Dass man bis zuletzt zittern musste, lag daran, dass der wohl letzte echte Superstar der Opernwelt die vorherige Vorstellung absagen musste. Als einer der Lang-Brüder gegen 19:00 Uhr die Bühne betritt, ahnte man bereits Böses. Doch gleich die Entwarnung: „Anna Netrebko ist wieder gesundet“. Erleichterung und erster Applaus aus dem Publikum.

Giuseppe Verdi, Nabucco (Libretto, Temistocle Solera)
Wiener Staatsoper,
5. März 2026

von Jürgen Pathy

Dass Anna Netrebko die unheimlich anspruchsvolle Partie der Abigaille beherrscht, stellte die russisch-österreichische Sopranistin bereits vor der Pause eindrucksvoll unter Beweis. Mit kraftvoller Attacke, enormer stimmlicher Präsenz und jenem unverwechselbaren, dunkel schimmernden Timbre gestaltet sie die Partie mit großer Autorität. Von Schwierigkeiten in der Höhe ist kaum etwas zu hören. Auch wenn die Energie und der Ausdruck nach der Pause etwas sinken, bleibt die stimmliche Souveränität jederzeit gewahrt.

„Giuseppe Verdi, Nabucco (Libretto, Temistocle Solera)
Wiener Staatsoper, 5. März 2026“
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„Die Zauberflöte“, mon amour: Eine Liebeserklärung an Mozarts Geniestreich

Foto: Michael Pöhn / Wiener Staatsoper

Oft belächelt, nie erreicht: Es hat einen Grund, warum die „Zauberflöte“ zur meistgespielten Oper der Welt zählt – und mit zu den besten zählt. Uraufgeführt 1791 und zu Recht auf den Spielplänen weltweit omnipräsent.

von Jürgen Pathy

Zeigt mir eine Oper, die so vieles auf einem Fleck vereint wie die „Zauberflöte“ – gibt es kaum. Mozarts Geniestreich in Kooperation mit Emanuel Schikaneder lässt vieles zu, schon in der Interpretation der Regie. Man kann sie als Märchen auf die Bühne bringen, als Kasperltheater und als Klamauk, was oft so passiert, oder aber als hochintellektuelle Deutung. Stichwort: Aufklärung, Erleuchtung. Das heißt: Sie ist für Fünfjährige genauso reizvoll wie für 80-Jährige.

„Warum Mozarts Zauberflöte so genial ist
klassik-begeistert.de, 1. März 2026“
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Zwischen Ekstase und Erdenstaub: Die Azrieli-Preisträger 2024

CD/Blu-ray Besprechung:

Azrieli Music Prizes: New Jewish Music, Vol. 5

JORDAN NOBLES
kanata, for SATB voices a cappella
I. kanata
II. Epilogue – Home

JOSEF BARDANASHVILI
Light to My Path, Choral Fantasy for Mixed Choir, Saxophone, Percussion and Piano

YAIR KLARTAG
The Parable of the Palace, for Choir and Four Double Basses

JUAN TRIGOS
Simetrías Prehispánicas (Pre-Hispanic Symmetries)

 

Musicians of the Orchestre symphonique de Montréal and the OSM Chorus
Andrew Megill – Conductor and Chorus Master

Analekta, AN 2 9265

von Dirk Schauß

Wenn ein Label wie Analekta das fünfte Album einer Reihe veröffentlicht, die sich ausschließlich zeitgenössischen Kompositionsaufträgen widmet, könnte man trockene Theorie erwarten. Doch weit gefehlt. Die Einspielung der Azrieli Music Prizes 2024 ist kein akademisches Pflichtprogramm, sondern eine hochemotionale Weltreise, die vom kanadischen Ahornwald bis in die staubigen Ruinen der Azteken führt. Das Orchestre symphonique de Montréal und sein fantastischer Chor unter der Leitung von Andrew Megill beweisen hier, dass „neu“ nicht „unzugänglich“ bedeuten muss. „CD/Blu-ray Besprechung: New Jewish Music Vol. 5
klassik-begeistert.de, 7. März 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 7. MÄRZ 2026

Klaus Florian Vogt als Siegfried und Francesca Aspromonte als Waldvogel © Brescia/Amisano – Teatro alla Scala

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 7. MÄRZ 2026

Mailand
Klaus Florian Vogt schmiedet als fabelhafter Siegfried in der Mailänder Scala
Nach der fabelhaften “Walküre” im Ring-Zyklus in der Scala folgte ein ebenso fabelhafter “Siegfried”. Die Sängerinnen und Sänger ließen keine Wünsche offen, und Alexander Soddy führte das Orchester der Scala zu einer Glanzleistung.                                                      Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.de

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Klaus Florian Vogt schmiedet als fabelhafter Siegfried in der Mailänder Scala

Klaus Florian Vogt als Siegfried und Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als Mime © Brescia/Amisano – Teatro alla Scala

Nach der fabelhaften “Walküre” im Ring-Zyklus in der Scala folgte ein ebenso fabelhafter “Siegfried”. Die Sängerinnen und Sänger ließen keine Wünsche offen, und Alexander Soddy führte das Orchester der Scala zu einer Glanzleistung.

Richard Wagner
Siegfried. Der Ring des Nibelungen, zweiter Tag.

 David McVicar,  Regie

David McVicar und Hannah Postlethwaite,  Bühnenbild
Emma Kingsbury,  Kostüme
S. Katy Tucker,  Videoprojektion
David Finn,  Licht
Gareth Mole,  Choreographie

Orchestra del Teatro alla Scala
Alexander Soddy,  Dirigent

Teatro alla Scala, Mailand, 5. März 2026


von Dr. Rudi Frühwirth

Groß waren meine Erwartungen nach der herrlichen Walküre zwei Tage zuvor – und sie wurden nicht enttäuscht. Klaus Florian Vogt zeigte einmal mehr, dass er in der Titelrolle derzeit wohl nur schwer zu übertreffen ist. Gerade für den jungen Siegfried ist seine für einen Heldentenor erstaunlich bewegliche Stimme wie geschaffen, ebenso seine ideale physische Präsenz. Die Spitzentöne kommen mühelos, ohne jegliches Forcieren. Auch vermag er den stimmlichen Marathon ohne die geringsten Ermüdungserscheinungen durchzustehen und ist selbst im dritten Aufzug noch voll präsent.

„Richard Wagner, Siegfried. Der Ring des Nibelungen, zweiter Tag
Teatro alla Scala, Mailand, 5. März 2026“
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Die Walküren reiten in der Mailänder Scala

David Butt Philip als Siegmund und Vida Miknevičiūtė als Sieglinde © Brescia/Amisano – Teatro alla Scala

 

Eine exzellente Sängerriege und Alexander Soddy am Pult machen aus der Walküre ein musikalisches Erlebnis der Sonderklasse. Die kluge Regie von David McVicar überzeugt durch sensible Personenführung.

Richard Wagner
Die Walküre. Der Ring des Nibelungen, erster Tag.

David McVicar, Regie
David McVicar und Hannah Postlethwaite, Bühnenbild

Emma Kingsbury, Kostüme
S. Katy Tucker, Videoprojektion
David Finn, Licht
Gareth Mole, Choreographie

David Butt Philip, Siegmund
Günter Groissböck, Hunding
Vida Miknevičiūtė, Sieglinde
Michael Volle, Wotan
Camilla Nylund, Brünnhilde
Okka von der Damerau, Fricka

Orchestra del Teatro alla Scala
Alexander Soddy, Dirigent

Teatro alla Scala, Mailand, 3. März 2026

von Dr. Rudi Frühwirth

Eine ganz und gar unheile Welt zeigt sich, wenn der Vorhang in der Mailänder Scala sich hebt. Die Inszenierung der Walküre stammt aus dem Jahr 2024 und wird heuer zum ersten Mal im Rahmen des kompletten Ring-Zyklus gezeigt.

Unrecht und Gewalt herrschen unter den Menschen, drastisch verkörpert durch den brutalen Stammeshäuptling Hunding. Günter Groissböck gibt ihn darstellerisch außerordentlich beeindruckend, stimmlich etwas uneben.

„Richard Wagner, Die Walküre. Der Ring des Nibelungen
 Teatro alla Scala, Mailand, 3. März 2026“
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Golda Schultz erobert das Berliner Publikum mit noch nie gehörten Liedern

© Kaupo Kikkas, N.N.

Golda Schultz und Jonathan Ware sind ein eingespieltes Team, und haben dem Publikum trotz aller Düsternis der Lieder einen großartigen Abend beschert, das sich mit langem, herzlichen Applaus bedankt.

Golda Schultz & Jonathan Ware
Dark Matters

Lieder von George Crumb, Clara Schumann, Florence Price, Johannes Brahms, Rita Strohl und Richard Strauss

Pierre-Boulez-Saal Berlin, 5. März 2026

von Peter Sommeregger

Zuletzt hatte man die aus Südafrika stammende Sängerin in Berlin im Januar bei einer Aufführung von Gustav Mahlers 8. Symphonie erleben können, ihr Liederabend im Pierre-Boulez-Saal gab ihr nun Gelegenheit, mit einem höchst anspruchsvollen Programm ihre solistischen Qualitäten unter Beweis zu stellen. „Golda Schultz & Jonathan Ware, Dark Matters
Pierre-Boulez-Saal Berlin, 5. März 2026“
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