Die Pianistin Tsintsabadze legt eine Hommage an Komponisten ihrer Georgischen Heimat vor

CD Tipp:

Georgian Project
Shorena Tsintsabadze

Ars 38375

 von Peter Sommeregger

 Die Pianistin Shorena Tsintsabadze ist zwar in Moskau geboren, stammt aber aus einer Georgischen Familie und hat stets ihre ethnischen Wurzeln gepflegt. Die Gewinnerin zahlreicher Klavierwettbewerbe hat auch bereits eine Reihe von Aufnahmen vorgelegt, dieses neue Album widmet sie aber komplett außerhalb Georgiens eher unbekannten Komponisten und Komponistinnen ihrer Heimat. „CD Tipp: Georgian Project, Shorena Tsintsabadze
klassik-begeistert.de, 1. August 2024“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 1. AUGUST 2024

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 1. AUGUST 2024

Paris: Eröffnung der Olympischen Spiele
Die Macht der Musik: Was wir von Céline Dion lernen können
Es gibt sie tatsächlich – die ikonografischen Augenblicke der Zeitgeschichte, die sich in unser Gedächtnis einbrennen und doch immer wieder bildgewaltig hervorspringen, während andere Erinnerungen zunehmend verblassen. Einen solchen Moment konnte man am Abend des 26. Juli erleben, als unmittelbar nach der magisch anmutenden Entzündung des olympischen Feuers die Kamera zu einer Plattform des Eiffelturmes schwenkte und das Chanson „L’Hymne à l’amour“ von Édith Piaf  erklang – die „Hymne auf die Liebe“, für die Paris steht wie keine andere Stadt der Welt. Doch je näher die Kamera heranfuhr, desto ungläubiger war das Durchsicken der Erkenntnis, das dort auf der Plattform des berühmten Wahrzeichens der Stadt tatsächlich die kanadische Sängerin Céline Dion stand und sich das Herz aus dem Leib sang.
Von Dr. Holger Voigt
Klassik-begeistert.de

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Im Alter von 97 Jahren wird Herbert Blomstedt zum großen Kraftspender in Salzburg

Wiener Philharmoniker / Herbert Blomstedt Dirigent © Marco Borrelli

Großer Jubel entlädt sich wenige Momente nach dem Schlusston im Saal, wobei es berührend ist zu erleben, wie Blomstedt als Hauptperson des Abends lange Zeit Chor und Solisten beklatscht, bevor er sich zum Publikum wendet, um seinen eigenen verdienten Beifall entgegenzunehmen. Viele haben ihre Handys auf ihn gerichtet, wollen noch schnell ein Foto erhaschen. Und ein bisschen war es, als hätte Blomstedt mit diesen kraftvollen Jubelgesängen seine Lebensleistung gekrönt.

Johannes Brahms: Schicksalslied für gemischten Chor und Orchester op.54

Felix Mendelssohn: Lobgesang op.52 –  Eine Sinfonie-Kantate nach Worten der Heiligen Schrift für Soli, gemischten Chor und Orchester

Christina Landshamer Sopran I
Elsa Benoit  Sopran II
Tilman Lichdi  Tenor

Wiener Philharmonikern
Wiener Singverein (Einstudierung: Johannes Prinz)

Leitung: Herbert Blomstedt

Salzburg, Großes Festspielhaus, 30. Juli 2024

von Kirsten Liese

Dieser Mann ist schlichtweg ein Phänomen: Dirigiert nach längerer Pause zu seinem 97. Geburtstag mit den Bamberger Symphonikern vor wenigen Wochen in St. Florian Bruckners Neunte und kehrt nun mit den Wiener Philharmonikern und dem Wiener Singverein für zwei Konzerte zu den Festspielen nach Salzburg zurück.

Noch vor einem Jahr wagte ich kaum zu hoffen, Herbert Blomstedt bei diesem angekündigten Auftritt noch einmal erleben zu dürfen, da musste er gesundheitlich nahezu alles absagen. Aber jetzt ist der dienstälteste Dirigent wieder da und reißt das Publikum mit wie ein Popstar – in einem so hohen biblischen Alter! Nur der Pianist Menahem Pressler, der mit knapp 100 Jahren verstarb, war bei seinen allerletzten Konzerten noch älter. Aber so oder so erscheint es sagenhaft, wie jemand in so hohen Jahren, das ohnehin nur wenige erreichen, solcher Leistungen fähig ist. „Wiener Philharmoniker, Wiener Singverein, Leitung: Herbert Blomstedt
Salzburg, Großes Festspielhaus, 30. Juli 2024“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 31. JULI 2024

Parsifal 2024 © Enrico Nawrath

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DIE MITTWOCH-PRESSE – 31. JULI 2024

Bayreuth
„Die Wunde ist’s, die nie sich schließen will!“ – „Parsifal“ in Bayreuth 2024
100 Jahre „Zauberberg“! Was für eine wundervolle Idee, vom Sanatorium „Berghof“ in Davos, zum Jubiläum eine Delegation der Lungenkranken-Station nach Bayreuth zu entsenden, um das seelenvolle „Parsifal“–Vorspiel mit keuchenden Geräuschen aus dem Siechenhaus zu bereichern! Nein, Thomas Mann wäre nicht amüsiert gewesen, und einen störenden Klingelton hätte selbst ein schreibender Visionär nicht vorausahnen mögen. Doch lassen wir die Publikumsschelte – es waren offenbar viele Neulinge am 27. Juli auf dem Grünen Hügel, um den „Parsifal“ in der Inszenierung von Jay Scheib mit Beifall bereits nach dem heiligen 1. Akt zu bedenken…
Von Dres. Regina und Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

Bayreuth
Der Kampf um das Gold geht in die zweite Runde: Auch „Die Walküre“ begeistert bei den Bayreuther Festspielen
Der Regisseur gibt mit seiner Sichtweise an diesem Abend dem Publikum einige Rätsel auf. Allerdings lassen sich diese, bei genauem Nachdenken und Reflektieren, sehr wohl in den Ring-Kontext einfügen. Immer vorausgesetzt, man lässt sich auf Neues ein und beschäftigt sich damit. Andererseits schafft er immer wieder geradezu magische Momente, in denen man den Atem anhält und deren Intensität überwältigt.
Von Axel Wuttke
Klassik-begeistert.de

„Die Walküre“: Die Sänger sind sensationell
Bei den Wiederaufnahmen von „Rheingold“ und „Walküre“ in Bayreuth unter der Leitung von Simone Young zeigt sich eine Weltelite der Sänger. Michael Spyres und Vida Miknevičiūtė sind als Siegmund und Sieglinde sensationell.
FrankfurterAllgemeine.net

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Die Macht der Musik: Was wir von Céline Dion lernen können

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Eröffnung der XXXIII. Olympischen Spiele

Tour Eiffel, Paris, 26. Juli 2024

von Dr. Holger Voigt

Es gibt sie tatsächlich – die ikonografischen Augenblicke der Zeitgeschichte, die sich in unser Gedächtnis einbrennen und doch immer wieder bildgewaltig hervorspringen, während andere Erinnerungen zunehmend verblassen. Einen solchen Moment konnte man am Abend des 26. Juli erleben, als unmittelbar nach der magisch anmutenden Entzündung des olympischen Feuers die Kamera zu einer Plattform des Eiffelturmes schwenkte und das Chanson „L’Hymne à l’amour“ von Édith Piaf  erklang – die „Hymne auf die Liebe“, für die Paris steht wie keine andere Stadt der Welt. „Kommentar: Eröffnung der XXXIII. Olympischen Spiele
Tour Eiffel, Paris, 26. Juli 2024“
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Münchens „Tosca“: Musikalisch ein Gewinn – szenisch nach wie vor nicht verständlich

Tosca 2024 © Wilfried Hoesl

Puccinis Fassung ist spannend genug und das vielfältige Geschehen bei Mundruczós Inszenierung lenkt nur von der wunderbaren Musik ab.

Tosca
Musik von Giacomo Puccini
Libretto von G. Giacosa und L. Illica

Nationaltheater München, 24. Juli 2024

von Dr. Peter Hampe

Die Wiederaufnahme der  im Mai neu inszenierten „Tosca“ bei den Münchner Opernfestspielen wartete mit einer wesentlichen Umbesetzung auf: An Stelle von Castronovo sang Jonas Kaufmann den Cavaradossi.

Er konnte die an ihn gestellten hohen Erwartungen erfreulicherweise erstaunlich gut erfüllen. Erstaunlich, weil sein kürzlicher Münchner Liederabend stimmlich problematisch blieb (siehe die kontroverse Diskussion in diesem Blog). Nunmehr wirkte die Stimme erholt.
„Giacomo Puccini, Tosca
München, 24. Juli 2024“
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Sommereggers Klassikwelt 245: Wer kennt noch Eleanor Steber, die erste Nachkriegs-Elsa in Bayreuth?

Foto: Eleanor Steber 1952

von Peter Sommeregger 

Die erste Inszenierung des „Lohengrin“ nach dem 2. Weltkrieg fand in Bayreuth 1953 statt. Die Aufführung wurde damals für das Plattenlabel DECCA mitgeschnitten. Neben dem bekannten Tenor Wolfgang Windgassen, war der Name der Elsa, Eleanor Steber, den meisten Festspielgästen und späteren Käufern der Schallplatte unbekannt. „Sommereggers Klassikwelt 245: Wer kennt noch Eleanor Steber, die erste Nachkriegs-Elsa in Bayreuth?“ weiterlesen

Der Kampf um das Gold geht in die zweite Runde: Auch „Die Walküre“ begeistert bei den Bayreuther Festspielen

1. Aufzug: Michael Spyres (Siegmund), Georg Zeppenfeld (Hunding), Vida Miknevičiūtė (Sieglinde) Bayreuther Festspiele © Enrico Nawrath

Der Regisseur gibt mit seiner Sichtweise an diesem Abend dem Publikum einige Rätsel auf. Allerdings lassen sich diese, bei genauem Nachdenken und Reflektieren, sehr wohl in den Ring-Kontext einfügen. Immer vorausgesetzt, man lässt sich auf Neues ein und beschäftigt sich damit. Andererseits schafft er immer wieder geradezu magische Momente, in denen man den Atem anhält und deren Intensität überwältigt.

 Richard Wagner

Der Ring des Nibelungen
Erster TagDie Walküre

Musikalische Leitung:   Simone Young
Regie: Valentin Schwarz
Bühne:  Andrea Cozzi
Kostüm: Andy Besuch
Dramaturgie: Konrad Kuhn
Lichtwiederaufnahme: Nicol Hungsberg nach Reinhard Traub
Video: Luis August Krawen

 Orchester der Bayreuther Festspiele

Bayreuther Festspiele, 29. Juli 2024

von Axel Wuttke

Was beim „Rheingold“ so verheißungsvoll begann, setzt sich fort. Simone Young begeistert auch bei der Walküre durch ein spannungsgeladenes Dirigat, das alles an Schönheit und Dramatik aus der Partitur herausholt. Wieder folgt das Festspielorchester mit hochintensivem, in den dramatischen Phasen voluminösem Klang. Die stimmigen Tempi und die genaue Reaktion auf die Sänger zeugen von einer großen Liebe zur Musik Richard Wagners. Die Festspielstimmung beim Ring hält an.

2. Aufzug: Michael Spyres (Siegmund), Vida Miknevičiūtė (Sieglinde)© Enrico Nawrath

Großes Augenmerk lag auf dem Debüt von Vida Miknevičiūtė und Michael Spyres als Wälsungen-Paar. Und die Debüts sind mehr als gelungen.

Vida Miknevičiūtė überzeugte mit ihrer leicht herben, geradezu glühenden Soptran-Stimme und einem intensiven Spiel als Sieglinde. Die Seelenzustände und die Härte ihres Lebens gestaltet sie, gepaart mit einer perfekten Durchdringung des Textes, mitreißend. „Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen, Erster Tag: Die Walküre
Bayreuther Festspiele, 30. Juli 2024“
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Mit einem packenden „Ring“- Finale enden die Tiroler Festspiele in Erl

Erl Passionsspielhaus Erl nachts, Photo Regina Ströbl

Szenisch, aber über weite Strecken auch seitens des Sängerensembles war das – ich habe das schon nach der ersten Halbzeit geschrieben – so ziemlich der beste Ring, den ich seit langem erleben durfte. Dieser Eindruck hat sich in Siegfried und Götterdämmerung noch verfestigt. Der euphorische Beifall galt am Ende nicht zuletzt Bernd Loebe, der das Festspiel in Nachfolge von Gustav Kuhn seit 2018 erfolgreich leitete, zuletzt nun mit einer fast 100-prozentigen Auslastung.

Tiroler Festspiele Erl, 5. bis 28. Juli 2024

Musikalische Leitung: Erik Nielsen
Inszenierung: Brigitte Fassbaender
Bühne und Kostüme: Kaspar Glarner
Licht: Jarn Hartmann
Video: Bibi Abel

Chor: Olga Yanum
Chor und Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Erl Passionsspielhaus, 26. und 28. Juli 2024

von Kirsten Liese

Eine Waldlandschaft aus hölzernen Stelen, eine Halle mit Treppenstufen zu beiden Seiten und einem Brückensteg  zwischen erhobenen Aussichtsplattformen – in solch minimalistisch angedeuteten, mit Sitzgarnitur und Baumhöhle sparsam ausgestatteten Räumen hat Brigitte Fassbaender zusammen mit ihren Bühnenbildner Kaspar Glarner ihren aufwühlenden Ring geschmiedet. „Zweite Halbzeit Tiroler Festspiele Erl, 5. bis 28. Juli 2024
Tiroler Festspiele Erl“
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Das Bayreuther „Rheingold“ lässt Richard Wagner im Himmel aufstoßen und überzeugt nur durch Musik und Stimmen

Was soll so ein Blödsinn, werter Herr „Regisseur“ Valentin Schwarz aus Oberösterreich? Dieser Schwach-Sinn hat nichts mit den Intentionen und dem Libretto Richard Wagners zu tun.

Bayreuther Festspiele, 28. Juli 2024
Richard Wagner, Das Rheingold

von Andreas Schmidt (Text und Foto)

Eine gute Leistung in Bayreuth: „Das Rheingold“, der Vorabend des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“, startete mit überwiegend guten und einigen sehr guten Solisten und einer Inszenierung,  die von Dummheit, Weltfremdheit, Borniertheit, Hass (Kindesmissbrauch) nur so trotzt. Richard Wagner wird diese Oper im Himmel nicht verstehen… und, sorry: kotzen… aber ich habe versprochen, nicht über die Inszenierung zu schreiben eines RINGES, der hoffentlich nach dem dritten Jahr abgesetzt wird, einem RING, der 2024 nur zweimal durchläuft auf dem Grünen Hügel.

Nur eine Frage: Was soll der depressiv-schwarze Hybrid-SUV mit reichlich PS, der für die Handlung vollkommen! bedeutungslos war – die Riesen steigen zweimal ein –, nicht bewegt wurde und offensichtlich nur penetrante Schleichwerbung für einen baden-württembergischen Automobilhersteller war.

„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit.“ Mit diesen Worten beschrieb Thomas Mann, immer der von Wagner inspirierte Autor, das Uranfängliche. Ein waberndes Kontra-Es steigt aus dem Graben, der Vorabend zum Ring nimmt seinen Anfang.

Bayreuther Festspiele 2024 © Enrico Nawrath

In diese düster-ernstliche Stimmung mischt sich der Klang der Wellen, der Vorhang geht auf und die Rheintöchter verstecken sich unter der Bettdecke. Die Sopranistinnen Evelin Novak (Woglinde) und Natalia Skrycka (Wellgunde) und die Mezzosopranistin Marie Henriette Reinhold  (Floßhilde) sind drei stimmlich starke Schwestern.

Bayreuther Festspiele 2024 © Enrico Nawrath

Aber die Musik!!!!! Was für eine hinreißende Musik. Schon der Beginn überwältigt mit dem tiefen Es der Kontrabässe – die Ursuppe, der Anfang allen Seins – erwidert vom Fagott, von den Hörnern mit einer aufsteigenden Melodie übernommen und schließlich in Woglindes vokalbetontem, aus dem Orchesterklang heraus entwickeltem Weia! Waga! Woge, du Welle, walle zur Wiege wagala weia! Walala, weiala mündend. Wellgunde und Floßhilde stimmen ein. Musikalisch nimmt der Rhein, Metapher des ewig dahin strömenden Lebens, Fahrt auf. Vom Grunde kommt ein Liebe suchender Alberich, missgestaltet, ein oben Ausgestoßener. Die Rheintöchter necken ihn, versprechen ihm Liebe, die sie ihm gleich wieder entziehen. Alberich schwört der Liebe ab, gewinnt dafür das im Rhein verborgene, Macht versprechende Gold. Wenn schon nicht Liebe, dann wenigstes Macht, mit der man sich Liebe erkaufen oder erzwingen kann.

Richard Wagners geniale Kunst hinterlässt in Summe ein staunendes Publikum im schönen Oberfranken zurück. Das „Rheingold“, dessen Uraufführung zuwider Richard Wagner am 22. September 1869 im Nationaltheater in München von seinem Gönner Ludwig II. in die Bahnen geleitet wurde, annähernd in Worte zu fassen, wird immer ein hoffnungsloses Unterfangen bleiben – man muss dieses alle Sinne erfassende Kunstwerk einfach live erleben!

Bayreuther Festspiele 2024 © Enrico Nawrath

Erst später im Jahr 1876 erklang der gesamte vierteilige Zyklus im Rahmen der ersten Bayreuther Festspiele.

Die Rheintöchter sind Wagners persönliche Schöpfung, die übrigen Figuren, Göttergestalten, Riesen und Zwerge, entspringen der nordischen Mythologie. Wasser und Wellen befinden sich in Aufruhr, Wagner lässt es wogen und wallen. Gleich zu Beginn der Aufführung wird man nassgemacht – vom Plätschern und Sprudeln der Musik, von strudelnden Es-Dur-Figurationen. Man wird mitten hineingesogen.

Bayreuther Festspiele 2024 © Enrico Nawrath

Die australische Dirigentin Simone Young und das Festspiel Orchester waren sehr gut, tief am Rheingrund und locker in den Höhen. Sie gaben der Komposition Noblesse und Würde. 

Wir schreiben hier bei klassik-begeistert viel über Stimmen. Das fällt heute kürzer aus, da fast alle Stimmen leider „nur“ maximal gut waren, was ein Zuhörer in Bayreuth sicher auch mindestens erwarten darf.

Es gab nur vier Sänger, die herausstachen:

Weltklasse war Ólafur Sigurdarson als Nibelung Alberich. Was dieser kleine Mann an Energie, an Hingabe, an Vielfalt in der Klanggebung, an vollkommener Professionalität darbot, war von einem anderen Stern. Lieber Ólafur, Sie sind DER BESTE Alberich der Welt. Sie sind Power pur und stemmen vom piano bis zum fortissimo alles in Perfektion. Sie kommen mitten aus dem Meer, aus Island. Dass Ihr für deutsche Verhältnisse kleines Volk (380.000 Einwohner) einen so herausragenden Bariton hervorbringt, ist beachtlich und beneidenswert. 2000 Menschen waren aus dem Häuschen  im Festspielhaus.

Olafur Sigurdarson (Alberich), Schülerstatisterie der Bayreuther Festspiele © Enrico Nawrath

Okka von der Damerau als Erda, die Frau aus Hamburg ist die Inkarnation der Erda. Sie kommt aus der Tiefe, lässt die knapp 2000 Menschen im Festspielhaus mit ihrem tiefen Register vor Glück erschauern und bleibt trotz ihres kurzen Auftritts im Herzen und in der Seele der Wagner-Liebhaber zurück.

Der norwegische Bass Jens-Erik Aasbø war ein perfekter, tief-schwarzer Fasolt, tusen takk , lieber Norweger… Deine Stimme hat den Wohlfühlfaktor 10.

Auch Tobias Kehrer als Fafner war ein bärenstarker, männlicher Bass – beiden Sängern gehört die Zukunft… Diese Riesen sind riesig.

Die Wortdeutlichkeit ALLER Sänger – besonders des Polen Tomasz Konieczny als Wotan – ließ sehr zu wünschen übrig.
Bislang hat nur Georg Zeppenfeld als König Marke in „Tristan und Isolde“ und Gurnemanz im „Parsifal“textstark vollkommen überzeugt.

Andreas Schmidt, 29. Juli 2024, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Richard Wagner, Das Rheingold Wiener Staatsoper, 21. Mai 2022

Richard Wagner, Das Rheingold Bayerische Staatsoper, Nationaltheater, 3. Juli 2021

Das Rheingold, R. Wagner, Staatsoper, Berlin

 

„Richard Wagner, Das Rheingold
Bayreuther Festspiele, 28. Juli 2024“
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