Gautier Capuçon betet, selbst anbetungswürdig, mit Joana Mallwitz und dem Konzerthausorchester Berlin

Joana Mallwitz & Konzerthausorchester Berlin © Simon Pauly

Richard Strauss    Till Eulenspiegels lustige Streiche

Joseph Haydn        Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur Hob VIIb:1

Peter Rusicka         Metarmorphosen über ein Klangfeld von Joseph Haydn

Joseph Haydn         Sinfonie Nr. 82 C-Dur Hob I:82 „L’ours“

Konzerthausorchester Berlin
Joana Mallwitz  Dirigentin
Gautier Capuçon  Violoncello

Konzerthaus Berlin, 11. November 2023


von Sandra Grohmann

„La musique exprime ce qui ne peut pas s’exprimer avec des mots et sur quoi il est impossible de se taire“. – Die Musik drückt aus, was mit Worten nicht gesagt werden und worüber man nicht schweigen kann. 

Den Aphorismus von Victor Hugo zitiert Gautier Capuçon, der – um es gleich zu sagen – anbetungswürdige Solist des Abends; und zwar kündigt er damit die Zugabe an, den Vogelgesang (El cant dels ocells) von Pau Casals, dem katalanischen Jahrhundertcellisten, der unter dem von ihm nicht akzeptierten Namen Pablo Casals weltberühmt wurde.

„Konzerthaus Berlin, Joana Mallwitz mit Gautier Capuçon
Konzerthaus Berlin, 11. November 2023“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 12. NOVEMBER 2023

Isabel Signoret, Maria Nazarova. Foto: Wiener Staatsoper, Michael Pöhn

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DIE SONNTAG-PRESSE – 12. NOVEMBER 2023

„Le Grand Macabre“ an der Staatsoper: So sieht ein Triumph aus, so hört sich ein Triumph an. (Bezahlartikel)
Einhelliger Jubel an der Wiener Staatsoper für alle Beteiligten.
Kurier.at

Wien (Staatsoper)
György Ligeti, Le Grand Macabre. Premiere
Prinzipiell freue ich mich, wenn ein Opernhaus Werke der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf den Spielplan setzt, aber es müssen halt solche Werke sein, deren Aufführung sich auszahlt (ein solches wäre der zwar geplante, aber entweder verschobene oder ganz abgesagte, weil durch den Poulenc im Mai 2023 ersetzte „Saint François d’Assise“ Messiaens!). Ligetis „Le Grand Macabre“ (gespielt wurde die zweite Fassung in deutscher Sprache) gehört eindeutig nicht in diese Kategorie, wiewohl der Inhalt sicherlich einen guten Opernstoff abgeben könnte (ich zitiere die Staatsopernhomepage: „In ein imaginäres, korruptes Schlaraffenland – das »verfressene, versoffene und verhurte« Breughelland – platzt eines Tages der Tod alias Nekrotzar alias der dämonische Große Makabre, um die unmittelbare Zerstörung der Welt und der frivolen Menschheit zu verkünden…
forumconbrio.com

Wien/ Staatsoper/vor der Premiere
„Le Grand Macabre“ live aus der Wiener Staatsoper
Erstmals ist György Ligetis „Anti-Anti-Oper“, wie sie der Komponist bezeichnete, an der Wiener Staatsoper zu erleben. Mit Georg Nigl (Nekrotzar), Sarah Aristidou (Chef der Gepopo), Xavier Sabata (Fürst Go-Go), Maria Nazarova (Amanda) u.a. Musikalische Leitung: Pablo Heras-Casado.
https://oe1.orf.at/artikel/706231/Le-Grand-Macabre-live-aus-der-Wiener-Staatsoper

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Daniels vergessene Klassiker Nr. 26: Warum Mahlers zweite Sinfonie unterrepräsentiert ist

Gustav Mahler, 1909 wikipedia.org

Kritisieren kann jeder! Aber die Gretchenfrage ist immer die nach Verbesserung. In seiner Anti-Klassiker-Serie hat Daniel Janz bereits 50 Negativ-Beispiele genannt und Klassiker auseinandergenommen, die in aller Munde sind. Doch außer diesen Werken gibt es auch jene, die kaum gespielt werden. Werke, die einst für Aufsehen sorgten und heute unterrepräsentiert oder sogar vergessen sind. Meistens von Komponisten, die Zeit ihres Lebens im Schatten anderer standen. Freuen Sie sich auf Orchesterstücke, die trotz herausragender Eigenschaften zu wenig Beachtung finden.

von Daniel Janz

Gustav Mahler ist heute einer der bekanntesten Sinfoniker, vielleicht sogar der bekannteste überhaupt. Seine Sinfonien erklingen in unseren Konzertsälen inzwischen so oft, dass er manchen schon zu oft gespielt wird. Seine Musik gilt als elektrisierend und ergreifend, sie ist Blaupause für das Epische in der Sinfonie. Alle, die nach ihm kamen, berufen sich auf die eine oder andere Art auf ihn, so wie es seinerzeit mit Bach oder Beethoven der Fall war. Betrachtet man jedoch die Anzahl der Aufführungen, fällt auf, dass seine zweite Sinfonie verhältnismäßig selten gespielt wird. Warum? „Daniels vergessene Klassiker Nr. 26: Warum Mahlers zweite Sinfonie unterrepräsentiert ist
klassik-begeistert.de, 12. November 2023“
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Wenn Richard Strauss Asmik Grigorians stimmliche Ausbrüche hätte hören und sehen können, wäre er auf die Knie gefallen und hätte sie geliebt

Wenn Richard Strauss Asmik Grigorians stimmlichen Ausbrüche hätte hören und sehen können, er wäre auf die Knie gefallen und er hätte sie geliebt. Diese Stimme braucht für die Rolle eine Farbpalette von Tönen, die von Dur in Moll wechseln können, vom Fortissimo ins sanfteste Pianissimo (erschütternd und sinnlich am Ende „du hättest mich geliebt“). Es braucht eine dramatische Stimme, die über das volle Orchester singen kann, und doch soll Salome ja eine junge Frau von ungefähr 16 Jahren sein. All das bringt diese Salome mit. Als Zuhörerin konnte ich mitfühlen, wie dieses arme verstörte Mädchen endlich aus ihrem eiskalten, nach aussen gerichteten Elternhaus ausbrechen möchte und ihre tiefe Liebe einem besonderen Menschen schenken möchte, der sie aber ablehnt und brüskiert.

Salome © Monika Rittershaus

Richard Strauss | Salome
Musikdrama in einem Akt (1905)

Musikalische Leitung: Kent Nagano
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Inszenierung und Bühne: Dmitri Tcherniakov
Kostüme: Elena Zaytseva
Licht: Gleb Filshtinsky
Dramaturgie: Tatiana Werestchagina, Janina Zell

Herodes – John Daszak
Herodias – Violeta Urmana
Salome – Asmik Grigorian
Jochanaan – Kyle Ketelsen
Page – Jana Kurucová
Narraboth – Oleksiy Palchykov

Erster Jude – James Kryshak                                                                                              Zweiter Jude – Florian Panzieri                                                                                Dritter Jude – Daniel Kluge                                                                                                  Vierter Jude – Andrew Dickinson                                                                                      Fünfter Jude – Hubert Kowalczyk                                                                                    Erster Nazarener – Alexander Roslavets                                                                      Zweiter Nazarener – Nicholas Mogg                                                                                  Erster Soldat – David Minseok Kang                                                                                    Zweiter Soldat – Karl Huml

Staatsoper Hamburg, Großes Haus, 8. November 2023

von Iris Röckrath

Wie soll ich über eine Aufführung schreiben, dich mich emotional so enorm berührt hat? Der intensive Eindruck des Abends lässt mich auch am folgenden Tag schwer in die Normalität finden.

Zur Vorbereitung habe ich das Programmheft der Staatsoper studiert und eine chronologische Auflistung der Inszenierungen gefunden, die seit 1907 in Hamburg gespielt wurden. Zu lesen, dass mein Vater Hans Böhm in der Premierenbesetzung 1955 den 3. Juden unter der Leitung von Leopold Ludwig und neben Hermann Prey gesungen hat, hat mich mit Stolz erfüllt. „Richard Strauss | Salome, Musikdrama in einem Akt (1905)
Staatsoper Hamburg, 8. November 2023“
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Bach und Ballett: Eine perfekte Symbiose zwischen Musik und Tanz

Foto: Youn William © Irene Zandel

Es werde Licht. Die Goldberg-Variationen funktionieren als Ballett nicht nur. Nein, im Gegensatz zur rein musikalischen Interpretation am Klavier öffnen sie sogar ein komplett neues Universum. In der Choreographie von Heinz Spoerli potenzieren sie die Kraft der Partitur ins Unermessliche. Dem Schweizer, der unter anderem in Wien, Paris und Mailand gerabeitet hat, ist Außergewöhnliches gelungen: Eine ästhetische Symbiose aus Tanz und Musik, bei der man in der Wiener Staatsoper eine Stecknadel fallen hören könnte.

Goldberg-Variationen, Ballett 


Wiener Staatsoper, 7. November 2023 


von Jürgen Pathy

Pianist William Youn kostet dabei die ganze Bandbreite des Klaviers aus. Von tänzelnder Rasanz bis hin zu Temporeduktionen, bei denen einige Variationen fast zum Stillstand gelangen. Das Wiener Staatsballett schwebt dazu über die Bühne. Ganz in Weiß zu Beginn. Bei Variation Nr. 3 zum ersten Mal in Farbe. Hellblau schimmern die hautengen Anzüge, die nur knapp über die Brust reichen und bis zum Ende in den Farben variieren – sowohl bei den Herren als auch bei den Damen des Corps de Ballett, das seit 2020 Martin Schläpfer leitet. Ende 2025 ist Schluss für den Schweizer. Nach externer und interner Kritik verlässt er die Wiener Staatsoper. Keine Träne dürfe man ihm nachtrauern, ist mir Mal zu Ohren gekommen. Viel zu düster sei sein künstlerischer Zugang. Das möge man in Wien nicht.

„Goldberg-Variationen, Ballett 
Wiener Staatsoper, 7. November 2023 “
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Trotz Studioeinspielung: Diese „Tosca“ klingt nach Blut, Schweiß und Tränen

CD-Rezension:

Giacomo Puccini
Tosca

Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Rundfunkchor Berlin
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Carlo Montanaro

PTC 5187 055

von Peter Sommeregger

 Das Cover dieser neuen Tosca-Einspielung zeigt ein von Blutstropfen überlagertes Bild der Engelsburg in Rom. Das steht sinnbildlich für die emotionale Intensität, mit der dieses höchst wirkungsvolle Drama im Studio umgesetzt wurde.

Zum Abschluss der Aufnahmesitzungen fand im April 2022 im Sendesaal des Funkhauses Berlin eine öffentliche Aufführung der Oper statt. Dabei konnte man erleben, wie der leidenschaftliche Einsatz aller Beteiligten das Konzertpodium zur Bühne machte und der dramatischen Wahrhaftigkeit des Stoffes Rechnung getragen wurde. In diesem Stück kommen sämtliche Protagonisten im Laufe der Handlung ums Leben, das kann man nicht nur in gepflegtem Schöngesang vermitteln. „CD-Rezension: Giacomo Puccini Tosca
klassik-begeistert.de 11. November 2023“
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Mit jugendlichem Elan und intensiver Leidenschaft getanzt, wird Romeo und Julia zu einem Ballettereignis

Azul Ardizzone (Julia) und Louis Musin (Romeo) (Foto RW)

Vor allem Ardizzone verkörperte das nervenfiebrige, nicht alles durchschauende, dem Liebesglück rettungslos ausgelieferte der Partie der Julia. Und sie ist ja auch erst 16, also noch knapp in dem Alter der Julia Shakespeares.

Romeo und Julia
Ballett in drei Teilen nach Shakespeares Tragödie

Choreographie und Inszenierung John Neumeier

Bühnenbild und Kostüme von Jürgen Rose
Musik von Serge Prokofieff

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Leitung Simon Hewett

Hamburg Ballett,  Staatsoper Hamburg, 9. November 2023

von Dr. Ralf Wegner

Eigentlich hatten bei dieser Vorstellung Emiliano Torres und Ana Torrequebrada die beiden Hauptpartien tanzen sollen, und mit ihnen auch andere junge Tänzerinnen und Tänzer des Hamburger Ensembles. Aber John Neumeier entschied sich offenbar dazu, die Alternativbesetzung nicht auftreten zu lassen, sondern Louis Musin und die noch in der Ballettschule lernende Azul Ardizzone sowie die bereits erprobten Tänzerinnen und Tänzer dieser Serie erneut einzusetzen. Schade, man hätte gern auch eine Alternativbesetzung gesehen; eigentlich müssten angesichts der Qualität des Hamburger Ensembles sogar mehr als zwei Besetzungen möglich sein. „Romeo und Julia, Ballett, John Neumeier
Hamburg Ballett,  Staatsoper Hamburg, 9. November 2023“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 11. NOVEMBER 2023

Wiener Staatsoper © M. Pöhn

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 11. NOVEMBER 2023

Wien
Sopranistin Sarah Aristidou: „Le Grand Macabre ist ein Drahtseilakt“ (Bezahlartikel)
Die Sopranistin Sarah Aristidou debütiert am Samstag bei der Premiere von Ligetis „Le Grand Macabre“ an der Wiener Staatsoper. Die „Presse“ beeindruckte sie durch ausgeprägte Furchtlosigkeit.
Die Presse.com

Salzburg
Nur Domingo singt keinen Mozart
Pfingsfestpiele 2024 / „Tutto Mozart“ ist die Devise.
Drehpunkt.Kultur.at

„Jedermann“-Regisseur Carsen bei Pfingstfestpielen 2024
Bevor der Kanadier Robert Carsen, wie zuletzt kolportiert wurde, im kommenden Jahr den „Jedermann“ neu inszenieren wird, wird er für die Pfingstfestspiele im Einsatz sein. Das gaben die Salzburger Festspiele am Freitag bekannt. Carsen wird bei Mozarts Oper „La clemenza di Tito“ Regie führen.
https://salzburg.orf.at/stories/3231958/

„DIE SAMSTAG-PRESSE – 11. NOVEMBER 2023“ weiterlesen

Bernard Haitinks Bruckner-Aufnahmen sind ein bedeutendes Vermächtnis

Bruckner

Symphonie Nr. 8
Te Deum

Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Bernard Haitink

BR Klassik 900212

von Peter Sommeregger

Der im Jahr 2021 verstorbene niederländische Dirigent Bernard Haitink war ohne Zweifel einer der bedeutendsten Dirigenten seiner Generation. Eine Aufzählung seiner Ämter und Auszeichnungen würde den Rahmen dieser Rezension sprengen, auch mit dem hier zu hörenden Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks verband Haitink eine lange, fruchtbare Zusammenarbeit, die nicht zuletzt in einer kompletten Studio-Produktion von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ ihren Niederschlag fand. „CD-Rezension: Bruckner, Symphonie Nr. 8, Te Deum
klassik-begeistert.de, 10. November 2023“
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DIE FREITAG-PRESSE – 10. NOVEMBER 2023

BPhil, Kirill Petrenko © Monika Rittershaus

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DIE FREITAG-PRESSE – 10. NOVEMBER 2023

Frankfurt/Alte Oper
Kirill Petrenko bleibt ein Glücksfall für Berlin
Auch wegen des Repertoires bleibt es in Berlin spannend: Ein Abend in Frankfurt mit den Berliner Philharmonikern und zwei komplexen Werken der Spätromantik, die transparenter nicht klingen könnten
Von Brian Cooper
Klassik-begeistert.de

Sommereggers Klassikwelt 210: Dem großen Piotr Iljitsch Tschaikowski zum 130. Todestag
Heute gehört Tschaikowski zu den weltweit meist gespielten Komponisten, sein kompliziertes Leben kann man mit einiger Sensibilität aus seinen Werken heraushören. Die Musik des großen russischen Komponisten, egal ob Oper, Symphonie oder Klavierkonzert, vermittelt viel von der Schwermut, die ein lebenslanger Begleiter Tschaikowskis war. Das ist nicht nur melancholische slawische Seele, da steckt auch ein großes Maß an persönlicher Tragik darin.                              Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

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