Treffsichere Entscheidung: Christian Thielemann wird neuer Chefdirigent der Berliner Staatskapelle

Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Staatsoper Unter den Linden, 27. September 2023

von Kirsten Liese

Wäre ich aktuell nicht auf dem Filmfestival in San Sebastián unterwegs, wäre ich heute natürlich dabei gewesen, als Berlins Kultursenator Joe Chialo um 12 Uhr den Nachfolger von Daniel Barenboim bekannt gegeben hat.

Es freut mich für ihn, dass er die einzige richtige Entscheidung getroffen – und Christian Thielemann zum neuen Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper gekürt hat. Einen anderen Dirigenten von Weltklasse, der das Erbe Barenboims gebührend an diesem Haus fortsetzen könnte, gibt es nicht. (Den genialen Riccardo Muti schließe ich an dieser Stelle aus, weil er kaum noch szenische Opernaufführungen dirigiert). „Christian Thielemann wird neuer Chef der Berliner Oper
Berlin, 27. September 2023“
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Das Concertgebouworkest brilliert einmal mehr, diesmal in französischem Repertoire

Yuja Wang, Klaus Mäkelä, Concertgebouw © Bjoern Woll

Allerdings schmälern Störungen seitens des unruhigen Publikums den Betriebsablauf. Ein großer Abend wird durch filmende Menschen massiv gestört. Es wird Zeit für klare Ansagen.

Dortmund, Konzerthaus, 26. September 2023

Maurice Ravel (1875-1937) – Klavierkonzerte D-Dur „für die linke Hand“ (1930) und G-Dur (1931)

Claude Debussy (1862-1918) – Prélude à l’après-midi d’un faune (1894) und La Mer (1905)

Yuja Wang, Klavier

Koninklijk Concertgebouworkest
Klaus Mäkelä, Dirigent

von Brian Cooper, Bonn

Ich glaube, es war ein herausragender Abend. Leider war mein 13. Konzert in der noch jungen Saison 2023/24 nur bedingt genießbar, weil zwei Reihen vor mir, in Reihe 13, drei Frauen – nein, nicht „Damen“ – immer wieder ihre Smartphones hochhielten, um kurze Ausschnitte des Konzerts zu filmen.

Und jetzt schlägt’s 13. Es wird Zeit für klare Ansagen. Vor jedem Konzert. Idealerweise nicht vom Band, sondern in Form von persönlichen Ansprachen von Vertreterinnen und Vertretern der jeweiligen Spielstätten. Wenn ein Intendant vor Konzertbeginn auf die Bühne käme, sein Publikum herzlich begrüßte und zugleich darum bäte, man möge das Smartphone jetzt aus- und erst zur Pause bzw. nach dem Konzert wieder einschalten: Was wäre daran so schlimm? Es helfen auch nicht irgendwelche Piktogramme, die kaum jemand zur Kenntnis nimmt. „Yuja Wang, Koninklijk Concertgebouworkest, Klaus Mäkelä, Dirigent
Konzerthaus Dortmund, 26. September 2023“
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Hamburg: Mit Isabelle Faust lässt sich auch das Ligeti-Violinkonzert federleicht goutieren!

Les Siècles / Isabelle Faust / Alexander Melnikov / François-Xavier Rot © Daniel Dittus

Wahnsinn, mit welch atemberaubender Grandezza und müheloser Melodik Isabelle Faust dieses haarsträubende Violinkonzert meistert! Vor einer meterhohen Partitur jongliert sie mit gewaltigen Akkorden und perlenden Läufen als würde sie eine Handvoll musikalischer Tiger streicheln und dabei auch noch auf einem Trapez tanzen. So lässt sich dieses eigentlich schwer verdauliche Violinkonzert plötzlich federleicht goutieren!

Les Siècles

François-Xavier Roth, Dirigent

Isabelle Faust, Violine
Alexander Melnikov, Klavier

Ligeti: Concert Românesc & Violinkonzert / Mozart: Klavierkonzert & »Jupiter«-Sinfonie


Elbphilharmonie, Hamburg, 26. September 2023

von Johannes Karl Fischer

Nein, im Ernst: Das Ligeti-Violinkonzert ist wirklich keine leichte Kost. Normalerweise ist man danach allein vom Zuhören ziemlich umgehauen, gar kaputt. Umso mehr kenne ich viele Leute, die mit diesen oft wirklich sehr schief klingenden Harmonien überhaupt nichts anfangen können. Sie alle sollten dieser Musik mit Isabelle Faust und dem historisch informierten Ensemble Les Siècles nochmal eine Chance geben. Denn diese Musiker und Musikerinnen wissen, diese höchst expressiven Klänge zum Klingen und Schwingen zu bringen. „Les Siècles, François-Xavier Roth, Dirigent, Isabelle Faust und Alexander Melnikov
Elbphilharmonie, Hamburg, 26. September 2023“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 27. SEPTEMBER 2023

Christian Thielemann © Matthias Creutziger 

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 27. SEPTEMBER 2023

Berlin
Christian Thielemann vor dem Sprung an die Staatsoper Berlin
Die Hinweise verdichten sich, dass Christian Thielemann Generalmusikdirektor an der Staatsoper Unter den Linden wird. Die Bekanntgabe der Entscheidung steht bevor: Wie die Berliner Zeitung aus mehreren voneinander unabhängigen Quellen erfuhr, soll Christian Thielemann Nachfolger von Daniel Barenboim werden. Barenboim hatte das Amt vor einigen Monaten aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Der Kultursenator will die Entscheidung über den neuen Generalmusikdirektor bei einer Pressekonferenz am Mittwochmittag bekannt geben.
BerlinerZeitung

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Sommereggers Klassikwelt 204: Der Brite Colin Davis war ein charismatischer Pultstar ohne Allüren

 von Peter Sommeregger

Man will gar nicht glauben , dass der Tod des britischen Dirigenten Colin Davis bereits zehn Jahre zurückliegt. Immer noch sind Konzerte, Platteneinspielungen und sein sympathisch offenes Wesen präsent.

Der am 25. September 1927 in Weybridge, Surrey in eine kinderreiche Familie geborene Colin Rex Davis wuchs in eher ärmlichen Verhältnissen auf. In seinen frühen Teenagerjahren erwachte das Interesse für Musik, sein Studium der Klarinette wurde von einem Großonkel finanziert. Schon bald entschloss sich Davis aber für den Beruf des Dirigenten. In die Dirigenten-Klasse wurde er nicht aufgenommen, da er nicht Klavier spielen konnte. Während seines Militärdienstes wirkte er als Klarinettist im Orchester der Life Guards, verfolgte aber weiterhin das Ziel, als Dirigent zu arbeiten. „Sommereggers Klassikwelt 204: Der Brite Colin Davis
klassik-begeistert.de, 27. September 2023“
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Voller Unwissenheit drischt der Tausendsassa Axel Brüggemann auf Klassik-Blogs ein - und verkauft mal wieder pure Meinung und kaum Fakten

Hamburg / Berlin / Wien, 26. September 2023

Foto: Axel Brüggemann, mdr.de ©

Der Tausendsassa Axel Brüggemann, der keine noch so aberwitzige Moderation abzulehnen scheint, hat mal wieder zugeschlagen.

Kommenden Montag erscheint sein Buch „Die Zwei-Klassik-Gesellschaft“.

Der onlinemerker und klassik-begeistert werden in dem Werk in Brüggemanns bekannten, arrogant-hochnäsigen Art von oben herab bespottet.

Inhaltlich hat er sich mit den Klassik-Blogs nicht auseinandergesetzt. So übersteigt es seinen Horizont, dass promovierte Ärztinnen und Ärzte (derer schreiben allein 7 für klassik-begeistert) meist besser und einfühlsamer berichten, als Kulturredakteure, die dem Ruhestand entgegenfiebern.

Axel B. vergisst auch, dass allein bei klassik-begeistert 4 professionelle Journalistinnen und Journalisten schreiben.

Er vergisst, dass etwa Berichte aus der Staatsoper Hamburg in meinem Blog viel stärker gelesen werden als etwa im Hamburger Abendblatt. „Axel Brüggemann, Die-Zwei-Klassik-Gesellschaft
klassik-begeistert, 26. September 2023“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 26. SEPTEMBER 2023

Szene aus „Lohengrin“ an der Opéra Bastille
Quelle: Charles Duprat / Opéra national de Paris


Für Sie und euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 26. SEPTEMBER 2023

Paris
Achtung: Krieg kann tödlich sein
Kirill Serebrennikov inszeniert Wagners „Lohengrin“ an der Opéra Bastille mit Perspektivwechsel. Mit niederschmetternder Botschaft zeigt der Regisseur, was aus dieser Oper noch alles hervorgebracht werden kann.
https://www.die-deutsche-buehne.de/kritiken/paris-serebrennikov-lohengrin/

Opéra National de Paris: ein bitter banal bedrückender „Lohengrin“ gegen den Krieg
NeueMusikzeitung/nmz.de.kritik

Oper in Frankreich: Geschichte zweier Frauen in Flammen
Schärfer aufeinanderprallen als gegenwärtig in Frankreich können Opernstile nicht. In Paris inszeniert Kirill Serebrennikov Wagners „Lohengrin“ als graue, grausame, zeitgemäße Dystopie. In Rouen wird Bizets „Carmen“ süffig und nostalgisch rekonstruiert. Ein Vergleichstest.
DieWelt.de.Kultur

„DIE DIENSTAG-PRESSE – 26. SEPTEMBER 2023“ weiterlesen

Diese Inszenierung verleidet dem Publikum den Opernbesuch gründlich

Fotos: Les Martyrs © Werner Kmetits

Museumsquartier Halle E (Theater a. d. Wien), 23. September 2023 

Gaetano Donizetti, Les Martyrs
Grand Opéra in vier Akten

Inszenierung: Cezary Tomaszewski

Besetzung:
Roberta Mantegna, John Osborn, Mattia Olivieri, David Steffens, Nicolò Donini u.a.

Arnold Schoenberg-Chor
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Dirigent: Jérémie Rhorer

von Herbert Hiess

Es ist erst gute zwei Monate her, da hat sich der bekannte Dirigent Alberto Veronesi beim Puccini-Festival in Torre del Lago aus Protest gegen eine „spezielle“ Inszenierung während des Dirigates die Augen verbunden. Das ist einem sogleich nach den ersten paar Minuten nach Beginn dieser Aufführung im Museumsquartier eingefallen. „Gaetano Donizetti, Les Martyrs
Museumsquartier Halle E (Theater a. d. Wien), 23. September 2023“
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https://www.martinjamesbartlett.co.uk/media

NDR ELBPHILHARMONIE ORCHESTER / MARTIN JAMES BARTLETT / JONATHAN BLOXHAM

NDR Elbphilharmonie Orchester

Martin James Bartlett  Klavier
Jonathan Bloxham         Dirigent

Benjamin Britten
Young Apollo op. 16

Felix Mendelssohn Bartholdy
Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 »Schottische«

Elbphilharmonie, 24. September 2023

von Harald Nicolas Stazol

„Each new morn                                                                                                                            New widows howl, new orphans cry, new sorrows
Strike heaven on the face, that it resounds
As if it felt with Scotland and yelled out                                                                              Like syllable of dolor.“ (4.3.4–8)

Macbeth

„Schottland, immer wieder Schottland“ rief Henry IV auf der Bühne in Weimar, 2002, den ewigen Unruhestifter jenseits des Hadrianwalls bezeichnend, – das weiß ich, weil ich in der Stadt Goethens war, um meinen damaligen Freund, Patrick Güldenberg, als bald ermordeten König von England zu sehen.

Und so bereist ein blutjunger, 20-jähriger Felix Mendelssohn-Bartholdy eben die Stätten Maria Stuarts, und komponiert derweilen: „In der tiefen Dämmerung gingen wir heut nach dem Palaste, wo Königin Maria gelebt und geliebt hat. […] Der Kapelle daneben fehlt nun das Dach. Gras und Efeu wachsen viel darin, und am zerbrochenen Altar wurde Maria zur Königin von Schottland gekrönt. Es ist alles zerbrochen, morsch und der heitere Himmel scheint hinein. Ich glaube, ich habe heute da den Anfang meiner Schottischen Symphonie gefunden.“ „NDR Elbphilharmonie Orchester / Martin James Bartlett / Jonathan Bloxham
Elbphilharmonie, 24. September 2023“
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Schuberts „Schöne Müllerin“ wird erfrischend, gleichzeitig spröde interpretiert

 CD-Rezension:

Franz Schubert
Die schöne Müllerin

Samuel Hasselhorn
Ammiel Bushakevitzer 2023

Harmonia mundi HMM 902720


von Peter Sommeregger

An Einspielungen von Schuberts Liederzyklus herrscht wahrhaftig kein Mangel. Hier ein neues interpretatorisches Ausrufungszeichen zu setzen ist nicht leicht, aber bei der Einspielung von Hasselhorn und Bushakevitz horcht man bereits beim ersten Lied auf. Von biedermeierlicher Genügsamkeit und Beschaulichkeit ist hier nichts zu spüren. „CD-Rezension: Franz Schubert, Die schöne Müllerin
klassik-begeistert.de, 25. September 2023“
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