Die MONTAG-PRESSE – 10. SEPTEMBER 2018

Foto: Hans Jörg Michel (c)
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Linz
Brucknerfesteröffnung mit politischen Anklängen
In Linz ist am Sonntag das Brucknerfest eröffnet worden. Schriftsteller Daniel Kehlmann erinnerte in seiner Festrede daran, dass einst Flüchtlingsströme auch von Österreich aus in die Welt gezogen sind und kritisierte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) scharf für dessen Flüchtlingspolitik.
https://ooe.orf.at/m/news/stories/2934835/

Hamburg
Quietschbunte „Così fan tutte“ begeistert in Hamburg
Herbert Fritschs Inszenierung von Mozarts „Così fan tutte“ zur Saisoneröffnung der Hamburgischen Staatsoper ist beim Publikum bestens angekommen. Der Regisseur macht seinem Ruf als Virtuose des abgründigen Slapstick alle Ehre. Das kaltblütige Liebes- Experiment – zwei Freunde wetten mit dem Intriganten Don Alfonso, dass ihnen ihre Verlobten die Treue halten werden, wenn jemand anderes ihnen den Hof macht – führt er auf einer psychedelisch bunten Einheitsbühne durch.
http://www.musik-heute.de/18501/bunte-cosi-fan-tutte-begeistert-in-hamburg/

Opernpremiere in Hamburg: Mozart würde sich kugeln
„Cosi fan tutte“, Mozarts scheinheilige Hymne an die Liebe, drehte Trubelmacher Herbert Fritsch in seiner neuen Inszenierung durch die Kessel-Buntes-Trommel. Aber seine zupackende Regie offenbarte auch die bösen Untiefen der Werkes.
Der Spiegel

Mozarts „Così fan tutte“ als quietschbunter Slapstick
Hamburger Abendblatt „Die MONTAG-PRESSE – 10. SEPTEMBER 2018“ weiterlesen

Großer Premierenerfolg für Herbert Fritsch – Slapstick-„Così fan tutte“ an der Staatsoper Hamburg

Foto: Hans Jörg Michel (c)
Staatsoper Hamburg, 8. September 2018
Wolfgang Amadeus Mozart, Così fan tutte

Inszenierung und Bühnenbild: Herbert Fritsch
Musikalische Leitung: Sébastien Rouland
Fiordiligi: Maria Bengtsson
Dorabella: Ida Aldrian
Guglielmo: Kartal Karagedik
Ferrando: Dovlet Nurgeldiyev
Despina: Sylvia Schwartz
Don Alfonso: Pietro Spagnoli
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Chor der Hamburgischen Staatsoper

von Sarah Schnoor

Ohne Frage ist Herbert Fritsch ein Meister des Slapsticks, der schrillen Farben und übertriebenen Gesten. So erwartete man für die Eröffnungspremiere an der Hamburgischen Staatsoper großartig Komisches. Gespielt wird Wolfgang Amadeus Mozarts „Così fan tutte“ oder auf Deutsch „So machen es alle“. Das kann man über Fritsch nicht sagen. Seine besondere Regiehandschrift erkennt man sofort. Gleichzeitig ist er auch Bühnenbildner seiner Inszenierung und setzt auf knallige Farben – rot, grün, blau, orange – und ein einziges Bild. Deckenhohe, einfarbig-glänzende Seitenwände, die nach hinten offen sind. Bewegung kommt durch die absenkbare Decke und eine geniale Lichtregie (Carsten Sander) in das Bühnenbild. Farbige Riesenkristalle und ein selbstspielendes Cembalo bieten dem spielfreudigen Ensemble eine Phantasielandschaft zum Austoben. „Wolfgang Amadeus Mozart, Così fan tutte,
Staatsoper Hamburg“
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Musikfest Berlin: Makellose, herrliche Blech-Hymnen, aufwühlende Dramatik und Momente von Beseeltheit – magische Momente: Fehlanzeige

Foto: wikipedia.de (c) Musikfest Berlin
Philharmonie Berlin, 7. September 2018
Münchner Philharmoniker
Valery Gergiev

von Kirsten Liese

Es stimmt nachdenklich, wenn bei einem Auftritt der Münchner Philharmoniker in der Berliner Philharmonie viele Plätze leer bleiben. Immerhin hat sich dieses Orchester vor allem mit seinen Bruckner-Interpretationen seit der Ära Sergiu Celibidaches einen hervorragenden Ruf erworben.   „Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev,
Musikfest Berlin, Philharmonie Berlin“
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Musikfest Berlin: Aufwühlende letzte Werke unter Gergiev

Foto: Kai Bienert (c)
Philharmonie Berlin,
7.September 2018
Gastspiel Münchner Philharmoniker
Valery Gergiev  Dirigent
Georg Nigl  Bariton
Michael Rotschopf  1. Sprecher
Josef Bierbichler  2. Sprecher
Bernd Alois Zimmermann, Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne
Anton Bruckner, Symphonie Nr.9 d-Moll

von Peter Sommeregger

Die Koppelung der beiden jeweils letzten Werke der in verschiedenen Jahrhunderten lebenden Komponisten Bernd Alois Zimmermann und Anton Bruckner im Konzert der Münchner Philharmoniker unter Valery Gergiev ist eine kühne Idee, hat aber auch eine innere Logik. Beide Komponisten waren gläubige Katholiken und schrieben diese ihre letzten Werke im Wissen um die Nähe ihres Todes. Beide erlebten die Uraufführungen nicht mehr, Bruckners „dem lieben Gott“ gewidmete Symphonie blieb sogar unvollendet. „Valery Gergiev, Münchner Philharmoniker, Georg Nigl,
Philharmonie Berlin“
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Musikfest Berlin: Ein Mahler-Fest mit dem Charismatiker Andris Nelsons

Foto: Marco Borggreve (c)
Philharmonie Berlin
, 6. September 2018
Gastspiel Boston Symphony Orchestra
Susan Graham Alt
Gewandhaus Kinderchor
Frank-Steffen Elster Einstudierung
Damen des GewandhausChores
Gregor Meyer Einstudierung
Boston Symphony Orchestra
Andris Nelsons Dirigent

Gustav Mahler Symphonie Nr.3 d-Moll

von Peter Sommeregger

Auf das Gastspiel des Boston Symphony Orchestra durfte man gespannt sein, ist doch sein Chefdirigent Andris Nelsons seit diesem Jahr auch Gewandhauskapellmeister in Leipzig und steht damit gleich zwei der weltbesten Klangkörper vor. Entsprechend groß waren die Erwartungen des Publikums, das sehr im Gegensatz zu den vorangegangenen Konzerten während des Musikfestes Berlin den großen Saal der Philharmonie fast vollständig füllte. „Andris Nelsons, Boston Symphony Orchestra, Susan Graham,
Philharmonie Berlin“
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Die SONNTAG-PRESSE – 9. SEPTEMBER 2018

Foto: Kai Bienert (c)
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Mailand
Alexander Pereira wirbt um Mandatsverlängerung an der Scala
„Pereira hat seinen Willen ausgedrückt, seine Arbeit fortzusetzen und ist einer der Kandidaten im Rennen um die Scala-Führung“, berichtete der Mailänder Bürgermeister und Präsident des Theaters, Giuseppe Sala. Die Scala will eine Head Hunter-Gesellschaft beauftragen, die Kandidaten für den Posten des Scala-Intendanten zu prüfen. Diese wird vor Weihnachten dem Scala-Aufsichtsrat dann eine Liste vorlegen, teilte Sala nach Angaben der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Freitagsausgabe) mit.
https://www.stol.it/Artikel/Kultur-im-Ueberblick/Theater/Alexander

Minden
Wagner-Wunder in der Provinz – „Götterdämmerung“ in Minden
Neue Musikzeitung/nmz.de

Hamburg
Staatsoper Hamburg startet Saison mit „Così fan tutte“
Mit der Premiere von Mozarts Oper „Così fan tutte“ startet die Hamburgische Staatsoper am (heutigen) Samstag in die neue Saison. Regie bei dem Liebesverwirrspiel um zwei junge Paare führt Herbert Fritsch, am Pult des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg steht Sébastien Rouland
Musik heute

„Konzertgänger in Berlin“
Musikfest 2018: Gergiev ekklesiastiziert
Vierfalt berührender Kenntnisnahmen in diesem Konzert mit zwei letzten Werken, das dennoch eine Fallhöhe sondergleichen erlebt, und zwar nicht im göttlichen Sinn eines brucknerschen Oktavsturzes. Von Bruckner stammt das zweite letzte Werk an diesem Abend.
Erste berührende Kenntnisnahme aber: Valery Gergiev wagt sich mit seinen Münchner Philharmonikern an Bernd Alois Zimmermann. Spielt ihn nicht nur mit beim Berliner Musikfest, wo Zimmermann dieses Jahr ein Schwerpunkt ist, sondern will ihn auch nach Russland bringen, erfuhr man, wo er völlig unbekannt sei.
https://hundert11.net/musikfest2018-muenchner-philharmoniker/ „Die SONNTAG-PRESSE – 9. SEPTEMBER 2018“ weiterlesen

Subtiler Mozart und mächtiger Schostakowitsch in Grafenegg

Foto: Klaus Vyhnalek (c)
Grafenegg Festival
2018 im Wolkenturm, 7. September 2018
Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Dimitrij Kitajenko  Dirigent
Yeol Eum Son   Klavier
Wolfgang Amadeus Mozart,
Konzert für Klavier und Orchester d-moll KV 466
Dimitri Schostakowitsch, Symphonie Nr. 7 C-Dur op.60 „Leningrader“

 von Charles E. Ritterband

Den Organisatoren der fantastischen Konzertreihe Grafenegg Festival mit insgesamt 20 glanzvollen Aufführungen sei’s gedankt: Sie ließen sich durch den heftig niederprasselnden Platzregen unmittelbar vor Konzertbeginn nicht irritieren und diesen Abend dennoch mutig auf der inspirierenden Freiluftbühne stattfinden – dem Wolkenturm. Der Regen hielt sich zurück, so wurde uns ein später Sommerabend beschieden… und der Genuss war ein zweifacher: Eine großartige Aufführung auf dieser expressionistisch anmutenden Bühne, eingebettet in die romantische Natur des Schlossparks Grafenegg, in dessen Zentrum das prachtvolle Schloss steht, das auf das 14. und 17. Jahrhundert zurückgeht. Klang trifft hier Kulisse, gewissermaßen, so lässt sich das Gesamterlebnis Grafenegg auf eine griffige Formel  bringen. „Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Dimitrij Kitajenko, Yeol Eum Son,
Grafenegg Festival“
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Die SAMSTAG-PRESSE – 8. SEPTEMBER 2018

Foto: Michael Pöhn (c)
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Wien/ Staatsoper
Ein Fest der Klangfülle
Staatsoper: Umjubelte „Carmen“ mit Erwin Schrott zum Saisonstart
Wiener Zeitung

„Carmen“ zu Saisonbeginn als solider Liebeswahn
Clémentine Margaine gibt an der Wiener Staatsoper eine engagierte und exakt singende, emotional Wankelmütige
Der Standard

Grafenegg
Nachsommer mit Bruckner
Wiener Philharmoniker unter Welser-Möst in Grafenegg.
Wiener Zeitung

Erl/ Tirol
Christine Baur – Ombudsfrau bei den Festspielen Erl Ist Vertrauen möglich?
Machtmissbrauch, illegale Beschäftigung, sexuelle Übergriffe – die Vorwürfe sind zahlreich, die gegen die Festspielleitung und den Dirigenten Gustav Kuhn erhoben werden. Christine Baur soll als Ombudsfrau Betroffenen als Ansprechpartnerin dienen, doch ihre Unabhängigkeit wird in Frage gestellt. Im Interview mit BR-KLASSIK erklärt sie, wie sie selbst ihre Position bewertet.
BR-Klassik

Elisabeth Kulman
Unterwegssein ist ihr Lebensprinzip
Elisabeth Kulman wird nicht nur international als Sängerin gefeiert, sie prangert als mutige Kulturkämpferin auch fatale
Abhängigkeitsverhältnisse im Musikleben an. Auf ihrer Mission machte sie jetzt einen Zwischenhalt bei der Schubertiade
https://www.nzz.ch/feuilleton/unterwegssein-ist-ihr-lebensprinzip-ld.1417334 „Die SAMSTAG-PRESSE – 8. SEPTEMBER 2018“ weiterlesen

Wiener Staatsoper: Saisoneröffnung mit sechs Debütanten

Foto: Michael Pöhn (c)
Wiener Staatsoper, 6. September 2018
Georges Bizet, CARMEN
162. Aufführung in der Inszenierung von Franco Zeffirelli

von Peter Skorepa (onlinemerker.com)

Weder Kosten noch Mühen hatte die Staatsoperndirektion diesmal für eine erfolgreiche Saisoneröffnung mit Zeffirellis Carmen gescheut: Mit sechs Debütanten wurde diesmal der Besetzungszettel unterfüttert für den Versuch, die schon schläfrig gewordene Personenregie in dieser Inszenierung aufzumischen, was tatsächlich erst gegen Ende des dritten Akt gelang und dann aber in ein perfektes Finale mündete.

Was in einer mittäglichen Siesta-Stimmung beginnt, setzte sich in seiner Spannungslosigkeit bis in den dritten Akt fort, Franco Zeffirellis Neigung zu schönen Genre-Bildern mit Musik – falls so etwas in den Resten der Regie zu erkennen wäre – sorgte nicht unbedingt für mitreißendes Musiktheater. Erst als die beiden Kontrahenten um die Liebe der schönen Zigeunerin mit den Säbeln aufeinander eindroschen, kam Leben in die Schmugglerszene. Und da der Schlussszene alleine schon handlungsgemäße Spannung inhärent ist, konnte im letzten Bild nichts mehr passieren, außer dass diesmal Carmen etwas unentschlossen schwankte zwischen einem heroisch in den Tod gehen – was ja sehr modern geworden ist – oder standhaftem Kampf ums Überleben.

Clémentine Margaine, französischer Mezzo mit Debüt an der Staatsoper, hübsch und eher zum mütterlichen Typ denn zum männermordenden Vamp neigend. Eine gut durchgebildete Stimme lässt sie die chansonartigen Nummern des ersten Teils der Oper locker genug trällern, so wie auch die dramatischen Ausbrüche des zweiten Teils beachtenswerten Abplomb aufweisen.

Nur Psychologen unter den Zuschauern werden verstehen, was Don José in den menschlichen Betriebsunfall mit dieser Carmen führen konnte. Sucht der Schwächling seine Mutter, weil er bei Micaela den notwendigen Halt nicht findet? Marcelo Álvarez führt uns das Spiel der Verzweiflung dieses Zerrissenen vor. Dazu steht ihm ein gut tragender Zwischenfachtenor zur Verfügung, den er sehr offen, klangschön und ohne zu pressen erklingen lässt. Zusammen mit der Micaela von Anita Hartig erklingen im Duett mit dem Tenor die ersten berührenden Töne der Liebe, auch wenn es manchmal der Sopranistin nicht mehr ganz leicht fällt, ihren schönen Sopran auch leicht klingen zu lassen. Das gelingt ihr dann bei ihrer Arie schon besser.

Erwin Schrott debütierte mit dem sonoren Organ seines Bassbaritons als Escamillo, im Auftreten jeder Zoll ein selbstsicherer, spanischer Grande, im Werben um Carmen gar ein Giovanni, im Duell mit José im eleganten Stunt, ausgeglichen in allen gesanglichen Lagen. Endlich der ersehnte starke Mann für Carmen.

Sorin Coliban war als Zuniga nicht zu überhören und zu übersehen, hatte aber bei Carmen trotzdem das Nachsehen, und Manuel Walser war der Dancairo.

Mit Ausnahme von Anita Hartig hatten alle bis hierher erwähnten Künstler ihr Rollendebüt, Frau Margaine sogar das Hausdebüt. Dazu kamen aus dem Ensemble Hila Fahima als Frasquita und Margaret Plummer als Mercédés und quirliger Mittelpunkt der Damenriege sowie Orhan Yildiz als unauffälliger Morales.

Der sechste Debütant jedoch stand am Pult: Frédéric Chaslin, der mit dem Staatsopernorchester ein enormes Tempo vorgab, der musikalisch vielleicht zu viel an spanischer Grandezza und französischem Esprit zu Gunsten oberflächlicher, lauter Spannung eintauschte.

Erst am Ende zeigte das fast ausverkaufte Haus im Schlussapplaus von circa sechs Minuten Länge jene lebhafte Spontanität, die man im Verlauf der Aufführung noch vermisst hatte.

Peter Skorepa, 7. September 2018

 

Musikfest Berlin: Kein ungetrübtes Wagner-Glück

Foto: wikipedia.de (c)
Philharmonie Berlin,
5. September 2018
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Donald Runnicles Dirigent
Bernd Alois Zimmermann  Photoptosis
Stille und Umkehr
Richard Wagner  SIEGFRIED, 3. Aufzug
Siegfried Simon O’Neill
Der Wanderer Michael Volle
Erda Judit Kutasi
Brünnhilde Allison Oakes

von Peter Sommeregger

Das Gastspiel der Deutschen Oper Berlin in der Philharmonie im Rahmen des Musikfestes Berlin hat bereits Tradition. Im ersten Teil des Konzerts führt das Orchester zwei kurze Stücke von Bernd Alois Zimmermann auf, dessen hundertsten Geburtstag es dieses Jahr zu feiern gilt. Die Wahl fiel auf die beiden letzten Orchesterwerke des Komponisten, die 1968 und 1970, im Jahr seines Freitodes, entstanden. „Richard Wagner, Siegfried, Bernd Alois Zimmermann, Orchester der Deutschen Oper Berlin, Donald Runnicles,
Philharmonie Berlin“
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