Die Pianistin Uta Weyand reist in die Vergangenheit: Mit einem Steinway-Flügel aus dem Baujahr 1892

CD -Besprechung: Uta Weyand, 1892 Reflections (Ars Produktion)
Kompositionen von Debussy, Albéniz, Grieg und Brahms

„Im Jahr 2014 schließlich wurde eine umfangreiche Restaurierung des historischen Instruments im Hamburger Steinway-Werk vorgenommen. Hier kommt Uta Weyand ins Spiel, die als ihren Beitrag zur Restaurierung ein Benefizkonzert gab. Dabei scheint sich so etwas wie eine emotionale Beziehung zwischen dem Flügel und der Pianistin entwickelt zu haben, die letztlich zur Idee dieser nun vorliegenden CD führte.“

von Peter Sommeregger

Die Pianistin Uta Weyand hat ihrer neuen CD den ungewöhnlichen Titel „1892 Reflections“ gegeben. Das hat zweierlei Gründe: zum einen ist der Steinway-Flügel, auf dem Weyand diese CD einspielte, Baujahr 1892. Dies brachte die Pianistin auf die Idee, in musikalischer Form über dieses spezielle Jahr musikalisch zu reflektieren. „CD -Besprechung: Uta Weyand, 1892 Reflections“ weiterlesen

Zeitgemäße Musik – der Soundtrack zur Krise (IV):
This is (not) America…

Foto: © Richard Grant

George Floyd starb vor laufenden Handykameras, während der Polizist, der ihn mit desinteressierter Miene erstickte, alle Warnungen der Umstehenden ignorierte (die es nicht wagten, einzugreifen). Brutale Gewalt gegen Afroamerikaner ist in den USA traurige Normalität. Doch dieser Fall wurde zum Auslöser von Massenprotesten. Inmitten einer Pandemie tun Trump und viele Polizeikräfte nun alles, um die Situation weiter zu eskalieren. Wer die Berichte verfolgt, sieht Entsetzliches. Zeit für ein paar passende Songs.

von Gabriele Lange

Ich habe an der Münchner Universität junge Amerikaner unterrichtet. Sie waren mehrheitlich aus der weißen Oberschicht. Sie waren sich ihrer Privilegien bewusst. Das Bildungsniveau dieser jungen Menschen lag deutlich unter dem gleichaltriger anderer Studenten. Einzelne von ihnen behandelten mich wie Dienstpersonal („My father pays a fucking amount of money for this” als Argument, warum ich eine bessere Note geben sollte…). Und sie blickten auf deutlich begabtere und fleißigere, aber arme, nicht-weiße Kommilitonen aus ihrer Heimat herab. „Zeitgemäße Musik – der Soundtrack zur Krise (IV): This is (not) America…“ weiterlesen

„In 150 Jahren wird niemand mehr wissen, wer Dieter Bohlen oder Moritz Eggert war, aber man wird sich an das Trautonium erinnern und es feiern“

Foto: Alessandra Schellnegger

Interview am Donnerstag 15: Der Trautoniumspieler Peter Pichler

Peter Pichlers musikalische Wurzeln liegen in der Punkszene. Im Laufe der 1990er Jahre kam er in Kontakt zu einem Instrument namens Trautonium. Dieser Kontakt ist für Peter Pichlers weitere musikalische Entwicklung prägend.

Viele von Ihnen werden von diesem Instrument vielleicht noch nie gehört haben, viele von Ihnen haben es jedoch sehr wahrscheinlich schon einmal gehört: sämtlicher Sound Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ wurde mit dem Trautonium produziert.

von Frank Heublein

Was bedeutet Ihnen Musik?

Das ist natürlich eine hochphilosophische Frage und auf viele Arten beantwortbar … Kurz gesagt: Musik sollte die Möglichkeit bieten, Grenzen zu sprengen und eine weltweite, überirdische, friedliche Form der Kommunikation zwischen den Völkern herstellen. Eine musikalische Sprache zum Guten. Bei mir persönlich wurde die Bedeutung der Musik durch meinen familiären Hintergrund geprägt. Als viertes Kind einer Pension- und Wirtsfamilie war mein Leben vorbestimmt. Musik half mir auszubrechen, mich zu verstecken, mich zu finden an einem geheimen Ort, ohne jegliche Art gesellschaftlicher Beeinflussung. „Interview am Donnerstag 15: Peter Pichler, Trautoniumspieler“ weiterlesen

Eine faszinierende transepochale Entdeckungsreise: Víkingur Ólafsson bringt Debussy und Rameau zusammen

„Gibt es Bindungen, die über historische Epochen und Aufführungskonventionen hinausreichen und alles miteinander verknüpfen – bis in unsere Gegenwart? Nach dem Hören dieser CD muss man das eindeutig bejahen.“

CD-Besprechung:
Debussy • Rameau (Deutsche Grammophon, 27. März 2020, UPC 00028948377015)

Víkingur Ólafsson, Klavier

von Dr. Holger Voigt

Selbst vielen eingefleischten Musikkennern ist der Name Víkingur Ólafsson (noch) kein Begriff. Fast wäre man geneigt, ein Zitat Wolfgang Amadeus Mozarts zu rezitieren, als dieser über den jungen Ludwig van Beethoven sagte: „Auf den gebt Acht – der wird einmal in der Welt von sich reden machen.“

Wer also ist nun dieser Víkungur Ólafsson?

Víkingur Ólafsson wurde am 14. Februar 1984 in Reykjavík, Island geboren. Durch seine Mutter, eine Klavierlehrerin, lernte er schon früh das Klavierspielen und wurde dann später an der Juilliard School in New York City, USA als Pianist ausgebildet. Dort erwarb er den Bachelor- und Master-Degree. Im Laufe seiner gerade erst beginnenden solistischen Laufbahn als Pianist gewann er zahlreiche Preise und Auszeichnungen, bis er dann schließlich von der Deutschen Grammophon exklusiv unter Vertrag genommen wurde. Er ist ein Vertreter der sich gegenwärtig mächtig entwickelnden isländischen Musikkultur-Szene, bei der einem mitunter der Begriff der „jungen Wilden“ in den Sinn kommen kann, wenn man deren Vielfalt und Dynamik beobachtet. „Víkungur Ólafsson, Claude Debussy, Jean-Philippe Rameau,
CD-Besprechung“
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