La Traviata in Wiesbaden: Auch Starsänger können eine sinnlose Regie nicht retten

Foto: Jean-Nico Schambourg

Was an einem drittklassigen Haus mit eigenem Ensemble vielleicht als ausgefallenen  intellektueller Regieeinfall durchgehen kann, verflacht total, wenn Gastsänger zu Festaufführungen antreten und sich mehr schlecht als recht in einer sinnlosen Inszenierung über die Bühne retten. So geschehen an diesem Abend in der Aufführung von Verdis LA TRAVIATA am Staatstheater in Wiesbaden. Der Abend wird durch die musikalische Leistung der Gastsänger Rachel Willis-Sørensen, Saimir Pirgu und Quinn Kelsey sowie des sehr gut disponiertem Orchester gerettet.

Giuseppe Verdi (1813-1901) LA TRAVIATA
Oper in drei Akten (Libretto von Francesco Maria Piave)


Musikalische Leitung:            Leo McFall
Inszenierung:                            Tom Goossens
Bühne:                                          Bart von Merode
Kostüme:                                    Sieske Van Aerde, Lena Mariën

Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 22. Mai 2026

von Jean-Nico Schambourg

In der Mitte der ansonsten leeren Bühne eine große quadratische Plattform, auf der sich nur die Sänger befinden. Alle anderen stehen um diese Plattform wie Außenstehende oder Außenseiter herum. In einigen Szenen darf dann der Chor geräuschvoll über diese Plattform trampeln, auf der ansonsten nur manchmal bei offener Bühne die Teppiche ausgetauscht werden. Sonst noch ein Einfall? Ach ja, da gibt es noch ein Mischpult, das zwischen den Hauptcharakteren hin und her ausgehändigt wird. Den Sinn davon erkannte ich nicht. Ansonsten: viel Rampensingen!

„Giuseppe Verdi, La Traviata
Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 22. Mai 2026“
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