Stiffelio © Werner Kmetitsch
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 17. MAI 2026
Wien
Frontalangriff auf die Ohren: Verdis Stiffelio am Theater an der Wien
Kahl sind die Wände, nüchtern die wenigen Einrichtungsgegenstände. Auf der Bühne hat sich eine kleine Gemeinde eingefunden. Die Männer tragen schwarze Anzüge und lange Bärte, die Frauen einfache Schürzen. Das lange Haar ist züchtig unter weißen Hauben versteckt. Vasily Barkhatov hat seine neue Inszenierung von Giuseppe Verdis Dramma Lirico Stiffelio am Theater an der Wien zu den Amish verlegt.
bachtrack.com/de
Berlin
Vorbericht: „Orlando“, Oper von Olga Neuwirth (Podcast)
Der Roman „Orlando“ von Virginia Woolf aus dem Jahr 1928 wurde neben ihrem Essay „Ein Zimmer für sich allein“ zu einem ikonischen Text der Frauenbewegung. Ein Berliner Frauenbuch-Verlag hatte sich zum Beispiel danach benannt. Virginia Woolf erzählt in diesem Roman in heiter-satirischer Weise die Biographie eines jungen englischen Edelmanns, der im Elisabethanischen Zeitalter, der Epoche von Shakespeare, heranwächst, ohne zu altern die Jahrhunderte bis in die Gegenwart von Virginia Woolf durchlebt und sein Geschlecht wechselt, zur Frau wird.
radiodrei.de
Hamburg
„Zwischen den Gleisen“: Grandiose Oper zur Bahnmisere in Hamburg
„Leider verspätet. Wir bitten um Ihr Verständnis!“: Aus diesem Stresstest für Bahnreisende hat das Opernloft im Alten Fährterminal in Hamburg Altona einen ganzen Opernabend gezaubert. Das Stück „Zwischen den Gleisen“ hat zu Himmelfahrt Premiere gefeiert.
ndr.de
Frankfurt
Patriarchat mit Spitzenschleier
„Bluthochzeit“ von Wolfgang Fortner handelt von Misogynie und patriarchaler Gewalt. An der Oper Frankfurt setzt Regisseur Àlex Ollé diesen Abgründen, die dem Ensemble alles abverlangen, nichts entgegen.
DieDeutscheBuehne.de
Dortmund
Wir sind „WIR“ – Sarah Nemtsovs fünfte Oper in Dortmund uraufgeführt (Bezahlartikel)
Verkehrte Welt im Theater Dortmund: Das Publikum sitzt auf der Bühne, die Handlung spielt überwiegend im Zuschauerraum. Nur das Orchester sitzt da, wo es üblicherweise hingehört: im Graben. Ein Teil der Handlung spielt sich auch direkt coram publico auf der Bühne ab, dahinter befindet sich ein zumeist lichtdurchlässiger Spiegel, der gelegentlich in den Schnürboden hochgefahren wird. Ist er aber unten, starrt das Publikum fortwährend sich selbst an, was gerade vor Beginn der Uraufführung von Sarah Nemtsovs Oper „WIR“ ein ungewohntes Bild abgibt: Das Publikum als Beobachter seiner selbst.
NeueMusikzeitung/nmz.de
Coburg
Ulrich Peters als Interimsintendant in Coburg
Das Landestheater Coburg bekommt einen neuen Intendanten: Der Theatermacher Ulrich Peters übernimmt mit Wirkung zum 1. Juni die Interimsintendanz und wird damit Nachfolger von Neil Barry Moss.
backstageclassical.com
Basel
Der Ritter, der nicht sterben möchte
„Don Quijote“ als originelles Opern-Pasticcio – das aber zu komplex und langatmig gerät. Am Ende stirbt er doch – im Roman und auf der Bühne des Basler Theaters. Sancho Panza findet noch ein paar tröstende Worte, dann berichten die Mitglieder des Opernstudios zu den Klängen von Jules Massenets Oper „Don Quichotte“ gleichzeitig in verschiedenen Sprachen vom Tod des Protagonisten.
orpheus-magazin.de
Flickenteppich mit Geniestreich –
„Don Quijote“ Opern-Pasticcio von Thom Luz am Theater Basel (Bezahlartikel)
Die Geschichte des verarmten Edelmanns Alonso Quijaada aus La Mancha, der sich nach der exzessiven Lektüre von Ritterromanen selbst unter dem Namen Don Quijote auf eine Abenteuerreise begibt, stringent zu erzählen, war nicht die Absicht des Regisseurs Thom Luz. Er wollte mit einem Opern-Pasticcio gerade die Heterogenität und Episodenhaftigkeit des in zwei Teilen (1605/1615) erschienenen Romans von Miguel de Cervantes unterstreichen.
NeueMusikzeitung/nmz.de
Laibach
„Carmina Burana“: Spektakuläre, aber reizüberflutete Ästhetik (Bezahlartikel) KRITIK.
Carl Orffs „Carmina Burana“ mit Visualisierungen, Tänzern und Texten am Opernhaus Laibach.
KleineZeitung.at
Lüttich
Gelungenes Experiment: Weltpremiere der Oper „Bartleby“ in Lüttich
brf.be
Tonträger
La Calisto
Lauranne Oliva, Alex Rosen, Anna Bonitatibus, Paul-Antoine Benos-Djian, Zachary Wilder u.a., Ensemble Correspondances, Sebastien Daucé
rondomagazin.de
Wien/Song-Contest
ESC-Herzschlagfinale: Song-Contest-Bangaranga! Dara siegt für Bulgarien
krone.at
Wien
ESC ist vorbei: Wo Wien glänzte und wo es hakte
Der Song Contest fand am Samstagabend mit dem großen Finale seinen krönenden Abschluss. Jetzt ist Zeit für eine erste Bilanz. Die „Krone“ trug zusammen, was in dieser Woche gut lief und wo in Wien noch Aufholbedarf besteht.
krone.at
Ernest Chausson und die Violine: Kraft und Gelassenheit Erschienen im April 2026: ein Chausson-Album mit dem Geiger Renaud Capuçon. Markus Kreul lobt die „große Aufmerksamkeit für die feinen Momente“ der Musik.
BR-Klassik.de
Wim Wenders „Der Himmel über Berlin“ wird zur Oper
In Dortmund wird der Film „Der Himmel über Berlin“ zu einer Oper umgearbeitet. Das kündigte das Opernhaus an. Das Projekt soll in der Spielzeit 2027/28 auf die Bühne kommen – dann feiert die Dortmunder Oper 60-jähriges Bestehen. Der mexikanisch-französische Tenor Rolando Villazón soll eine zentrale Partie singen. Die Musik kommt von der australischen Komponistin Elena Kats-Chernin. Wim Wenders wurde mit „Der Himmel über Berlin“ 1987 in Cannes für die beste Regie ausgezeichnet. Der Film ist bekannt für seine poetische Bildsprache.
share.google
Sarah Nemtsov: „WIR“ in Dortmund – Glück der Unfreiheit
Musiktheater für heute, morgen und übermorgen: Sarah Nemtsovs Science-Fiction-Oper „WIR“ in Dortmund uraufgeführt.
fr.de
Straßburg
Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ an der Rheinoper
Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“: das alte Spiel, aktueller denn je. Mozarts 240 Jahre alte Oper „Hochzeit des Figaro“ ist die Straßburger Antwort auf das Opern-Bashing von Hollywood-Star Timothée Chalamet. Statt Proteste – etwa gegen „Hair“ als Zwischenakt-Musik – gab es Bravo-Rufe für das Regieteam um die Britin Mathilda du Tillieul McNicol, die deutsche Dirigentin Corinna Niemeyer und das gesamte junge Ensemble
rheinpfalz.de
Links zu englischsprachigen Artikeln
Paris
No need to grin and bear it
An exciting cast digs their claws into a heady production of La Calisto at the Théâtre des Champs Elysées.
parterre.com
London
King Charles thrilled by grand unveiling of Royal Opera House curtains
Charles watched as more than 2,000 guests at the Covent Garden venue got a first glimpse of the curtains
standard.co.uk
A ‘lost’ Vaughan Williams song is exciting news but what else remains to be ‘found’?
All kinds of musical riches by formerly overlooked composers may be languishing in lofts and dusty archives.
TheGuardian.com
Magnificent singing redeems Samson et Dalila at the Royal Opera
Two outstanding performances and one glorious duet make Saint-Saëns’ opera well worth seeing at Covent Garden
express.co.uk
An absorbing Wigmore Hall recital by Nikolai Lugansky
seenandheard-international.com
New York
Met wraps the season successfully with Frank’s impassioned “Frida y Diego”
newyorkclassicalreview.com
Review: FRIDA Y DIEGO is the Ultimate Dream in Its Met Premiere, May 14
Gabriela Lena Frank-Nilo Cruz Opera is Spellbinding at Colker Production Opening with Leonard, Álvarez, Reyes, Wanderer and Maestro Nézet-Séguin
broadwayworld.com
Frida Kahlo and Diego Rivera dream together again at Met Opera
npr.org
Review: Frida Kahlo and Diego Rivera, Reunited on the Opera Stage (Subscription required)
“El Último Sueño de Frida y Diego,” Gabriela Lena Frank and Nilo Cruz’s fantasy about two titans of Mexican art, arrives at the Metropolitan Opera.
TheNewYorkTimes.com
Frida Kahlo and Diego Rivera reunite in imaginatively eerie Met opera debut (Subscription required)
In ‘El Último Sueño de Frida y Diego’, Gabriela Lena Frank vividly blends Mexican mythology with magical realism
ft.com
Chicago
Valčuha, Chicago Symphony score with a sumptuous French feast
chicagoclassicalreview.com
Ballett / Tanz
Wien/Volksoper
Ballettpremiere in Wien: Schönes Leiden, leere Hülsen süßer Kitsch (Bezahlartikel)
Grandioser Auftakt von Jerome Robbins und Pam Tanowitz, enttäuschendes Ende mit Lar Lubovitch: Der Ballettabend „American Signatures“ an der Wiener Volksoper.
FrankfurterAllgemeine.net
Sprechtheater
Wien/Festwochen
Milo Rau ruft Geister: „Das beste Stück aller Zeiten“ bei den Festwochen (Bezahlartikel)
Auf 75 Jahre Wiener Festwochen will Intendant Rau in eineinhalb Stunden zurückblicken – und zugleich mit der Theater-Vergangenheit die ganze Welt beschwören, in Zitaten und selbstreflexiv, mit Kreuz, Blut und Nebel. Kein Wunder, dass das nicht ganz aufgeht.
DiePresse.com
Von den Mammuts bis zu Milo Rau: „Das beste Stück aller Zeiten“
Der Intendant prescht noch vor der Eröffnung der Wiener Festwochen mit einer sympathischen, aber zahmen Rückschau-Revue vieler Laiendarsteller vor.
DerStandard.at
„Das beste Stück aller Zeiten“: Durch den Fleischwolf gedreht (Bezahlartikel) Milo Rau startete mit einer Revue zum 75-Jahr-Jubiläum der Wiener Festwochen, die alles sein will und doch so gut wie nichts ist.
Kurier.at
Festwochen-Auftakt: „Das beste Stück aller Zeiten“ schreibt das Leben Zum 75. Geburtstag der Wiener Festwochen hat ihr Intendant dem Festival eine Liebeserklärung verfasst – mit Weggefährten und Publikum aus acht Jahrzehnten. „Das beste Stück aller Zeiten“ ist eine bunte Collage mit starken Momenten, die das Theater gleichzeitig feiert und abschafft.
krone.at
Wie die Festwochen zu Chopins Trauermarsch nur langsam Fahrt aufnehmen
Der Einstünder „Das tragische Schicksal der Sonate Nr. 2“ des libanesischen Theaterpaares Lina Majdalanie und Rabih Mroué ist etwas unterkomplex ausgefallen
DerStandard.at
Start der Wiener Festwochen: Chopins Trauermarsch als kabarettistischer VHS-Kurs (Bezahlartikel)
Das Berliner-Beiruter Theater-Duo Lina Madjalanie und Rabih Mroué hat sich „Das tragische Schicksal der Sonate Nr. 2“, nämlich von Chopin, vorgenommen. Die Uraufführung von Volkstheater und Wiener Festwochen ist interessant, komisch, aber so gar nicht tragisch.
DiePresse.com
Ausstellungen/Kunst
Österreich
Zum Tod von Valie Export: Ihr Einfluss war und ist enorm
Ihre Bedeutung ist gar nicht groß genug einzuschätzen. Valie Export prägte mit ihrer feministischen Performancekunst Generationen. Nur drei Tage vor ihrem 86. Geburtstag ist sie gestorben.
DiePresse.com
Ikone des Feminismus und Pionierin der Medienkunst: VALIE EXPORT ist 85-jährig gestorben
Künstlerin VALIE EXPORT : Wider die Genitalpanik. Ikone der weiblichen Selbstermächtigung und Pionierin der Medienkunst: Zum Tod der österreichischen Künstlerin VALIE EXPORT, die ganze Generationen von Frauen beeinflusst hat.
FrankfurterAllgemeine.net
Wien
Sue Williams im Belvedere 21: Wütende Bilder gegen das Schweigen
Mehr als 100 Werke aus vier Jahrzehnten eröffnen den Blick auf ein radikales, visuell verführerisches und politisch brisantes Werk – und auf die Frage: WHAT NOW? Sexualisierte Gewalt, Machtmissbrauch und politische Verrohung: Sue Williams greift Themen auf, die heute aktueller denn je sind. Zugleich entfalten ihre Bilder mit leuchtenden Farben, dynamischen Linien und filigranen Details eine verführerische Wirkung.
Kurier.at
Film
Berlin
Schauspielerin Angelica Domröse ist tot
Im Alter von 85 Jahre ist die Schauspielerin Angelica Domröse gestorben. Bekannt war sie vor allem aus dem DDR-Kultfilm »Die Legende von Paul und Paula«. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) teilte mit, Domröse habe über Jahrzehnte »Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern bewegt«. »Ihre Rollen waren von einer unheimlichen Authentizität und künstlerischer Kraft geprägt, die das Lebensgefühl vieler Menschen widerspiegelte.«
DieZeit.de
Medien
Das war der Eurovision Song Contest 2026: Das ORF-1-Programm am Sonntag, dem 17. Mai
„Österreichs unvergessliche Song Contest Momente“ (20.15 Uhr, ORF 1) blickt am Sonntag nach dem Finale auf eine außergewöhnliche ESC-Reise zurück. Fanny Stapf führt durch eine Dokumentation, die den Bogen vom Sieg JJs in Basel über die Entscheidung für die Gastgeberstadt und die Vorbereitungen in der Wiener Stadthalle bis hin zu den Höhepunkten der ESC-Woche spannt. Gezeigt werden die Proben, die vielen Events rund um den Bewerb sowie die entscheidenden Momente in den beiden Semifinal-Shows und im großen Finale. Es ist eine emotionale Rückschau auf ein Musikereignis, das Österreich und die internationale ESC-Community gleichermaßen bewegt hat.
Politik
Trump bei Xi: Das Machtzentrum der Welt verschiebt sich nach Peking
Der Dealmaker aus den USA traf den Strategen aus Peking. In der Taiwan-Frage zeigte Xi Trump die Grenzen auf. Der US-Präsident schreibt sich Handelsdeals zugute. Manchmal erzählt der Ort die eigentliche Botschaft. Am zweiten Tag seines Peking-Besuchs wurde Donald Trump hinter die Mauern des mythischen Regierungsviertels Zhongnanhai gelassen. Der US-Präsident war offensichtlich beeindruckt von der sorgfältig gestalteten Gartenlandschaft, den teils über tausend Jahre alten Bäumen. Und dann wandte sich Trump an Xi Jinping, im Inneren des chinesischen Machtzentrums, und fragte bedeutungsschwer: „Bringen Sie auch andere Präsidenten hierher?“
DiePresse.com
Niederlande wollen Putin in Den Haag vor Gericht stellen
Die internationale Gemeinschaft will in Den Haag ein Tribunal einrichten, um Verbrechen im Ukraine-Krieg zur Anklage zu bringen. „Die Täter dürfen nicht ungeschoren davonkommen“, sagte Außenminister Tom Berendsen.
DiePresse.com
„König des Nordens“: Wer ist der Mann, der britischer Premier werden will?
Der hemdsärmelige Andy Burnham hat gute Chancen, nächster Premierminister zu werden. Auch weil er so ganz anders ist als Keir Starmer. Um an sein Ziel kommen zu können, muss er zuerst in einer Nachwahl im Wahlkreis Makerfield beweisen, dass er die rechte Reform UK schlagen kann.
DiePresse.com
________________
Unter’m Strich
Auch der Papst kennt die Hölle der Hotline
Der Stellvertreter Christi auf Erden scheiterte am Kundendienst seiner Bank. Was kann uns dieses kleine Gleichnis lehren? Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“, heißt es im Evangelium nach Markus in Luthers Übersetzung. Ja, gewiss: Berge versetzen, Kranke heilen, Weltreligionen begründen. Aber, bei allem gebotenem Respekt vor dem Fleisch gewordenen Wort: Im Judäa zur Zeitenwende kannte man die Hürden der Hotlines noch nicht. An ihnen ist auch, wie erst jüngst bekannt wurde, im Vorjahr jemand gescheitert, dem es an Glauben gewiss nicht mangelt: der aktuelle Stellvertreter Christi auf Erden.
DiePresse.com
Internet-Abzocke: Kanzler-Werbung lockt Pensionistin in Betrugsfalle
Mit dem Versprechen auf schnelles Geld ist eine 76-jährige Frau aus Villach auf Internetbetrüger hereingefallen. Die Pensionistin wurde Opfer einer perfiden Masche, für die auch die Identität von Kanzler Christian Stocker durch KI gestohlen wurde. Der Schaden geht in die Tausende Euro. Aufmerksam wurde die Frau laut der Kärntner Polizei durch eine Online-Werbung für die Plattform „AVATRADE“. „Darin war Bundeskanzler Christian Stocker zu sehen, der angeblich zeigte, wie sich Geld vermehren lasse.“ Alles war jedoch durch KI manipuliert bzw. auch produziert.
krone.at
INFOS DES TAGES (SONNTAG, 17. MAI 2026)
INFOS DES TAGES (SONNTAG, 17. MAI 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Der ESC in Wien ist vorbei! Bulgarien siegt – Wien siegt punkto Sicherheit! Nur 6 Punkte für Cosmo!
Winner’s Performance | DARA – Bangaranga (Reprise) | Bulgaria

ESC-Heimkehrer Bulgarien hat überraschend den Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Sängerin Dara konnte sich mit ihrem Partylied „Bangaranga“ klar vor Israel durchsetzen. Das als favorisiert geltende Finnland landete lediglich auf Platz fünf.
Das war der Eurovision Song Contest 2026: Das ORF-1-Programm am Sonntag, dem 17. Mai
________________________________________________________________________________________
Wiener Volksoper: Trailer zu „american signatures“ – Wiener Staatsballett

ZUM TRAILER (44 Sekunden)
________________________________________________________________________________________
Wien/Der Ehrbar-Saal 1040. Mühlgasse lädt für kommende Woche ein!

KS. Vincent Schirrmacher (24.5.). Foto: privat
KS Vincent Schirrmacher mit seinen Lieblingsarien von Franz Lehár
Liebes Publikum!
Ich darf Ihnen diese Woche wieder zeigen, was ich so kann und glauben Sie mir: In meinen alten Mauern wird’s garantiert nicht still.
Junge Stimme, große Gefühle, neue Klangwelten und Kammermusik, die wunderbar bis in meine letzten Winkel schwingt.
Genau so mag ich das.
Am 18. Mai wird es gleich doppelt spannend: In meiner Reihe Junge Stimmen im Ehrbar Saal begrüße ich die Klasse von Laura Aikin zu einem Lieder- und Arienabend. Wer musikalisch lieber Neues entdeckt, sollte im Kleinen Saal vorbeischauen: Das Kla(n)g Trio widmet sich zeitgenössischer Kammermusik für Violine, Violoncello und Akkordeon. Ja, auch Akkordeon kann avantgardistisch.
Und weil ich offenbar nicht genug von jungen Stimmen bekommen kann, geht es am 19. Mai gleich weiter: Die Klasse von Eva Maria Riedl-Buschan gestaltet den nächsten Abend meiner Nachwuchsreihe. Vielleicht erleben Sie hier schon die Opernstars von morgen – ich habe da ein gutes Gefühl.
Am 21. Mai bringt die Ehrbar Chamber Music Society Kammermusik in meinen großen Saal. Genau für solche Abende wurde ich schließlich gebaut.
Ein besonderer Tag erwartet mich am 23. Mai: zuerst eine Lied-Matinée mit Lucía Castelló & Alejandro Zabala, am Abend dann Die Welt von Gestern rund um Stefan Zweig und seine melancholisch-schönen Erinnerungen an das alte Wien. Zwischen uns gesagt: Das passt ziemlich gut zu mir.
Und zum Abschluss der Woche darf ich noch einmal richtig glänzen: Am 24.5. bringt KS Vincent Schirrmacher meine Bühne mit seinen Lieblingsarien von Franz Lehár zum Strahlen.
Ich freue mich auf Ihren Besuch – meine Türen stehen offen, meine Bühne ist bereit und die Musik sowieso.
Herzlich, Ihr
Ehrbar Saal
________________________________________________________________________________________
Second Week of the Prague Spring International Music Festival 2026

Sir Simon Rattle, Magdanena Kozena. Foto: Julia Wesely
Prague, 16 May 2026 | The second festival week at the Prague Spring will be devoted to early music, chamber music, jazz and opera. On Wednesday, the artistic residency of soprano and conductor Barbara Hannigan will begin with its first concert; the legendary jazz pianist Fred Hersch will make his Prague Spring debut; the winner of the 2025 Warsaw International Chopin Piano Competition 2025, Eric Lu, will give a recital; and the highlight of the rich weekend programme will be a concert by the Oslo Philharmonic with conductor Klaus Mäkelä and cellist Truls Mørk.
The second festival week will open with the Prague Spring Debut concert, whose protagonist this year is conductor Ondřej Soukup. For his first festival appearance on 18 May at the Rudolfinum, where he will conduct the Prague Philharmonia, he has chosen a “dance-inspired” programme featuring works by Aaron Copland, Alberto Ginastera and Antonín Dvořák. Their atmospheric counterpoint will be provided by Samuel Barber’s compelling vocal-instrumental work Knoxville: Summer of 1915 on a text by James Agee. The solo part will be performed by leading Slovak soprano Simona Šaturová.
On Tuesday 19 May, violinist Patricia Kopatchinskaja will return to the festival to give the Prague Spring premiere of Luboš Fišer’s Concerto for Violin and Orchestra. In doing so, she will conclude her artistic residency from last year, during which she presented Fišer’s chamber works for violin and piano as well as the celebrated Crux. The Czech Philharmonic will be conducted by Jakub Hrůša. Alongside Fišer’s music, audiences will hear the suite from Leoš Janáček’s opera Fate, Béla Bartók’s Rhapsody for Violin and Orchestra, and the spectacular suite from his ballet The Miraculous Mandarin. The concert will be broadcast live by Czech Radio Vltava.
Barbara Hannigan’s artistic residency will begin on Wednesday 20 May with a chamber recital together with French pianist Bertrand Chamayou, featuring, among other works, the Czech premiere of John Zorn’s Jumalattaret on texts from the Finnish epic Kalevala. On Sunday 24 May, Hannigan will invite the outstanding Belcea Quartet to join her on stage for a programme transporting audiences to the splendour of the Belle Époque.
Audiences can also look forward to several other chamber music projects. The programme includes two piano recitals: on 22 May, a recital by the winner of the 2025 Warsaw International Chopin Piano Competition 2025, Eric Lu, and on 23 May, a piano matinée by the recent recipient of the BBC Music Magazine Award, Jan Schulmeister. The final string quartets of Benjamin Britten and Antonín Dvořák will be performed on 23 May at the Convent of St Agnes by the Bennewitz Quartet, while the chamber concerts of the second festival week will culminate on 24 May with a recital by French lutenist Thomas Dunford featuring works by Italian, French, German, Spanish and English Renaissance and Baroque masters.
The Helsinki Baroque Orchestra with artistic leader Aapo Häkkinen will make its Prague Spring debut on 21 May at the Rudolfinum. The ensemble will bring to Prague a programme with a strong Czech connection: Jakub Jan Ryba’s Stabat Mater and the modern premiere of the oratorio La Purificazione di Maria Virgine by Antonio Casimir Cartellieri, who worked at the end of the 18th century at the court of Prince Joseph Franz Maximilian von Lobkowitz. This concert will also be broadcast live on Czech Radio Vltava.
One of the most eagerly anticipated concerts of the second festival week will be the jazz evening by the Fred Hersch Trio at the DOX Centre for Contemporary Art. Seventeen-time Grammy nominee Fred Hersch will appear at the Prague Spring for the first time. The concert partner is Mercedes-Benz Czech Republic.
Saturday 23 May will bring another highlight of this year’s orchestral series – a performance by the Oslo Philharmonic with conductor Klaus Mäkelä and Norwegian cellist Truls Mørk, who will perform Antonín Dvořák’s Cello Concerto in B minor. It will be one of Mäkelä’s final appearances as Chief Conductor of the orchestra before fully assuming his positions with the Chicago Symphony Orchestra and the Royal Concertgebouw Orchestra. The second work on the programme will be Jean Sibelius’s Lemminkäinen suite.
Opera will also have its place during the week. In cooperation with the National Theatre in Prague, one of the most significant operatic works of the 20th century, Francis Poulenc’s Dialogues des Carmélites, directed by Barbara Horáková Joly and featuring Jana Sibera in the title role, will receive its Prague Spring premiere at the State Opera Prague on 21 May. The performance will be conducted by the Music Director of the State Opera, Hermann Bäumer.
On Sunday morning, 24 May, all admirers of the songs of jazz icon Ella Fitzgerald are invited to enjoy a free musical morning from 11.00 in the Nostic Garden in Kampa Park. The jazz morning will be hosted by StarDance star singer Dasha together with the Epoque Quartet and percussionist Šimon Veselý. The project has been created in cooperation with Prague 1 City District.
Tickets for individual festival concerts are available online at festival.cz/en and at the festival box offices in the Rudolfinum and the Municipal House .
📷 Illustrative photographs: Prague Spring 2026 official artist photos
📷 OpenAir_illustrative
________________________________________________________________________________________

RONDO / Raphaël Pichon – Bäche, Flüsse und Wanderwege
RONDO / Kissinger Sommer – 40 Jahre? Mazel Tov!
________________________________________________________________________________________
Ballettgala „Rainer and Friends“ heuer wieder in St.Pölten im Rahmen von SommerTheaterPark
Rainer Krenstetter, Wiener Tänzer mit internationaler Ballettkarriere, kommt wieder für die Ballettgala „Rainer and Friends“, die diesmal am 12. Juli im Rahmen von „Sommer Theater Park“ in St.Pölten (Oriongasse 4) stattfindet, nach Österreich. Die Ballettveranstaltung von „Rainer and Friends“ gab es bereits mehrfach in den USA, jetzt ist dieses Ballettereignis nach dem Vorjahreserfolg erneut in Österreich zu sehen.

Rainer Krenstetter – er war nach seinem Engagement in Wien u.a. Erster Solotänzer beim Staatsballett Berlin und im Miami City Ballet – brachte im Vorjahr erstmals die Ballettgala „Rainer and Friends“ nach St.Pölten. Geplant als Open Air-Event in lauer Sommernacht, machte damals ein Gewitter kurzfristig die Verlegung der Vorstellung ins neben der Freiluftbühne gelegene Kulturhaus Wagram nötig.
Schon während seiner aktiven Zeit als Tänzer hat sich Rainer Krenstetter stark in der Förderung von Ballettnachwuchs engagiert. Nachdem er 1999 als erster Österreicher den Prix de Lausanne gewonnen hat, erlebte er selbst nach seinem Erfolg bei diesem wichtigen Ballettpreis, wie wichtig die Unterstützung für junge Tänzer ist. Er saß dort auch schon in der Jury. Rainer Krenstetter gibt daher seine Erfahrung gern an den Ballettnachwuchs weiter und unterrichtet daher an vielen Orten weltweit. Seit vielen Jahren arbeitet er auch mit Michael Fichtenbaum und dem Europaballett zusammen: Rainer Krenstetter gibt hier gern im Sommer bei den dortigen internationalen Ballettworkshops als einer der Pädagogen Training, so wird er auch in diesem Jahr von 4.-11.Juli beim Sommerworkshop des Europaballetts unterrichten.
Nach dem Erfolg der im Vorjahr erstmals in St.Pölten durchgeführten Gala hat Rainer Krenstetter auch heuer wieder internationale Gäste und junge Talente eingeladen, um mit ihm gemeinsam aufzutreten, wie u.a. Emily Bromberg (International Guest Principal), Olga Chelpanová (Slovak National Theatre), Nina Fernandes (Czech National Ballet), Nina Noč (Slovenian National Ballet), Kleber Rebello(Ballet du Capitole de Toulouse) sowie Kenta Yamamoto (Slovenian National Ballet).
Information zum Internationalen Ballett Meeting „Rainer and Friends“ unter www.sommertheaterpark.at
Kartenbezug auch über bzw. am Kartentelefon: +43 2742 230 000 möglich.
Ira Werbowsky
________________________________________________________________________________
Ludwig van Beethoven: Fidelio • Opernhaus Zürich • Vorstellung: 14.05.2026 nachmittags
(4. Vorstellung • Wiederaufnahme am 03.05.2026 • Premiere am 08.12.2013)
Ist mir so wunderbar?

Foto © Herwig Prammer
Zur Inszenierung von Andreas Homoki gibt es nichts Neues zu berichten. Es bleibt der Eindruck der Inkonsequenz, wenn einerseits die Qualität des Textbuches kritisiert wird, und andrerseits in der Inszenierung dann genau diese Texte eingeblendet werden, da sich die neugestaltete Handlung im tristen, grauen Einheitsbühnenbild (Bühnenbild: Henrik Ahr; Lichtgestaltung: Franck Evin) sonst nicht schlüssig vermitteln lässt. Das Kostümbild (Barbara Drosihn), die Herren in «modern getragenen» Anzügen, die Damen weitgehend an die Uniform von Hotelpersonal gemahnenden Kleidern, trägt nicht zum Verständnis bei. Einmal mehr ist man für Inszenierungen dankbar, die «Schwierigkeiten» (hier wird von der Regie der Gegensatz von Libretto-Text und moralischer Botschaft als solcher wahrgenommen) als Chance wahrnehmen und nicht mit destruktiver Kreativität (in Form von Umgestaltung und Überschreibung) reagieren.
Das Orchester der Oper Zürich spielt unter der musikalischen Leitung von Axel Kober durchaus ansprechend. Tempi und Lautstärke sind etwas besser angepasst, aber immer noch deutlich vom Idealmass entfernt. Die Chöre (Chor der Oper Zürich, Zusatzchor der Oper Zürich und SoprAlti der Oper Zürich; Choreinstudierung: Klaas-Jan de Groot) beeindrucken mit wuchtigem Klang.
Andrew Moore springt als Don Fernando für den erkrankten Yannick Debus ein. Der amerikanische Bassbariton, mittlerweile eine Stütze des Ensembles, gibt die kurze, aber wichtige Partie mit tadellos fokussierter Stimme und natürlicher Autorität. Brian Mulligan kann als Don Pizarro nicht überzeugen: stimmlich bleibt er, mit stark verbesserungswürdiger Diktion, der Rolle vieles schuldig und szenisch ist kein Ansatz der der Rolle zugehörigen Boshaftigkeit auszumachen. Klaus Florian Vogt überzeugt mit seinem hell timbrierten Heldentenor als Florestan rundum und punktet mit mustergültiger Textverständlichkeit. Gabriela Scherer legt die Leonore recht dramatisch an und verkörpert glaubwürdig die Frau, die ihren Mann rettet. Christof Fischesser gibt mit souverän geführtem und perfekt fokussiertem Bass einen Rocco von idealer Bühnenpräsenz. Die Textverständlichkeit ist erneut mustergültig. Anna El-Khashem als Marzelline kommt, so schwer das zu konstatieren fällt, einer Fehlbesetzung nahe. Die Stimme weist keinerlei Fundament auf und ist sehr nervös geführt. In den Höhen neigt die Stimme zu unangenehmen, schrillen Schärfen. Die Diktion ist mangelhaft. Andrew Owens gibt zuverlässig einen unauffälligen Jaquino. Luis Magallanes als Erster Gefangener und Mamuka Tepnadze als Zweiter Gefangener ergänzen das Ensemble.
Ist mir so wunderbar?
Zum letzten Mal: Sa. 16. Mai 2026, 19.00.
15.05.2026, Jan Krobot/Zürich
________________________________________________________________________________________
BARCELONA/Gran Teatre del Liceu: WERTHER – Neuinszenierung
Große Tragik
Es ist immer wieder ein Vergnügen, ja gar ein Erlebnis, in das wunderschöne Gran Teatre del Liceu an den Ramblas in Barcelona zurückzukehren. Das Haus wurde nach einem furchtbaren Großbrand 1999 in einer kaum für möglich gehaltenen Eleganz und traditionsorientierter restaurativer Schönheit wiederaufgebaut. Es ist heute eines der beeindruckendsten Opernhäuser Europas, wenn nicht weltweit! Dabei sieht die Fassade – zwar in einem ansprechenden klassizistischen Stil in Altrosa gehalten – gar nicht so außergewöhnlich aus, handelt es sich doch um ein „Reihenhaus“ in der Prachtstraße Las Ramblas im Herzen der Hauptstadt Kataloniens.

Copyright: Sergi Panizo
Diesmal war im hier üblichen Stagione-Betrieb Jules Massenets „Werther“ angesetzt, in einer Inszenierung von Christof Loy, in Koproduktion mit der Scala di Milano und dem Théâtre des Champs-Élysées in Paris. Man kennt Loy. Er inszeniert immer etwas unterkühlt, und so war es diesmal auch wieder. Man blickte den ganzen Abend auf eine nur etwa drei Meter (!) tiefe Bühne mir einer klassizistischen, hellen Saal-Wand mit einer ebensolchen Tür in der Mitte. Sie gab einen begrenzten Blick auf einen Speisesaal und in den Garten frei. Die Tür bekam durch das ständige Öffnen und Schließen im Laufe des Abends auch eine – allerdings von der Wirkung her eher begrenzte – dramaturgische Bedeutung. Bühnenbildner Johannes Leiacker hätte sicher viel mehr machen können, (wenn Loy ihn wohl gelassen hätte). Aber im Grunde findet eben alles auf diesem beengten Raum vor der Wand statt, was im ersten Teil des Abends für das, was sich da abspielte, zu spartanisch wirkte – und damit bisweilen etwas langweilig. Die Kostüme von Robby Duiveman waren etwa in Stile der 1950-60er Jahre, also zeitgenössisch, gehalten und durchwegs ansprechend. Roland Edrich hatte mit seiner Lichtregie wegen der allzu überschaubaren Bühne nicht viel zu tun. Es war einfach fast immer gleichmäßig hell.
Aber dann setzte Christof Loy einen Kontrapunkt zur Optik mit einer sehr intensiven Personenführung. Es war wohl auch seine Idee, die ganze Tragik von Werther und Charlotte intensiv auf die Protagonisten zu konzentrieren, also, de facto, fast im Stile eines Kammerspiels, und langsam, aber sicher auf die finale Katastrophe zuzusteuern. Und das ist in der Tat auch gut gelungen, nicht nur wegen der hohen darstellerischen Kompetenz und Intensität der Sängerdarsteller, sondern auch mit der Unterstützung von Maestro Henrik Nánási am Put des Orquesta Simfònica del Gran Teatre del Liceu.

Copyright: Sergi Panizo
Schon mit den ersten Takten zu Beginn wäre die düstere Tragik in den Streichern zu hören, die den ganzen Abend über für eine facettenreiche musikalische Kommentierung des Geschehens auf der Bühne sorgen. In den dramatischen Momenten ging Henrik Nánási mit dem Orchester intensiv mit, und die Musiker, auch in allen anderen Gruppen, nahmen die Freiheit beherzt auf, ohne dass es jemals zu laut geworden wäre. Es gab also eine unglaubliche Harmonie zwischen Gesang und der Bühne, was die Dramatik des Stücks trotz der kargen Bebilderung sehr förderte. Das wurde auch entsprechend vom Publikum gewürdigt. Der Kinderchor, der Cor Vivaldi – Petits Cantors de Catalunya Escola IPSI war unter der Leitung von Pilar Paredes in sehr guter Form und auch bestens choreografiert.
Albert stellte Loy als ungewöhnlich negative Figur in den Raum. Seine Verzweiflung angesichts des Nebenbuhlers wurde stark herausgekehrt und schlug schließlich sogar in Hass gegen Charlotte um. Der Gipfel war erreicht, als sie ihm im Finale alle gesammelten Briefe Werthers wütend vor die Füße warf. Albert las sie in aller Ruhe nacheinander, während Werther nach dem Pistolenschuss gegen sich selbst in den Armen Charlottes vor dem stoischen Sadisten verblutete. Damit erreichte die Interpretation Loys am Ende doch noch eine Fallhöhe, die dem Werk sowie seiner großen Tragik entspricht und einiges Staunen abverlangte. So wurde vieles vom ersten Akt, in dem es bisweilen allzu flach herging, dramaturgisch wieder gut gemacht.
In der Zweitbesetzung an diesem Abend gab der junge Xabier Anduaga die Titelrolle. Der junge Spanier ist sicher noch entwicklungsfähig und der Werther auch für sein Alter noch eine große Herausforderung. Man denke nur daran zurück, wie Rolando Villazón mit der „Werther“-Premiere in Nizza einst seine Stimme kompromittierte. Anduaga singt sehr schöne Höhen und legt auch im Piano große vokale Ausstrahlung an den Tag. In der etwas dramatischeren Mittellage klingt die Stimme aber nicht wirklich gut, bricht manchmal wie unkontrolliert aus. Da fehlt der tenorale Glanz, von Italianità ganz zu schweigen. Vielleicht ist das mit einer besseren Technik noch zu verbessern, wenn es keine Sache des Timbres ist. Unvergessen ist der große Alfredo Kraus aus Gran Canaria mit seinem Werther in Wien – und nicht nur da… Was hatte er für eine Wärme und Eleganz in der Stimme!

Copyright: Sergi Panizo
Ganz hervorragend war Kristina Stanek als Charlotte, mit einer attraktiven Erscheinung und einem leuchtenden Mezzo in jedem Moment ihrer Aktion mit großer Klangfülle präsent. Neben ihr glänzte Sofía Esparza als Sophie, die gerade auf Teneriffa die Juliette in Gounods „Roméo et Juliette“ (Rezension weiter unten) eindrucksvoll und ebenso hoch engagiert wie hier die Sophie gesungen hatte. Sie hat einen leichteren, aber dennoch fülligen Sopran mit guter Linienführung, der durchaus zur Attacke fähig ist. Damit waren die beiden Damen die Stars des Abends.
David Oller sang den Albert mit einem prägnanten und gut artikulierten Bariton und wusste das ihm von der Regie auferlegte Böse der Rolle nachvollziehbar über die Rampe zu bringen. Stefano Palatchi war ein charaktervoller Amtmann, Josep Fadó ein ebensolcher Johann wie Cristòfol Romaguera der Brühlmann. Die kleinen Nebenrollen waren ebenfalls gut besetzt.
Es war ein insgesamt guter, aber wegen der spartanischen Optik letztlich doch kein ganz großer Abend am Liceu, von denen man hier schon einige erleben konnte und durchaus auch gewohnt ist.
Klaus Billand