Veronas fulminante „Traviata“ begeistert das Publikum im Moulin Rouge

Giuseppe Verdi, La Traviata   Arena di Verona, 6. August 2026

Foto © Arena di Verona

Diese „Traviata“ in der Arena von Verona schaffte in der Regie von Paul Curran die überaus heikle Gratwanderung zwischen Spektakel (für das die gigantische Arena steht) und jener zarten Intimität, welche diese tragische Oper erfordert – szenisch und musikalisch.

Giuseppe Verdi,   La Traviata

Violetta:  Rosa Feola
Flora:  Anna Werle
Annina:  Francesca Maionchi
Alfredo:  Galeano Salas
Giorgio Germont:  Luca Salsi

Dirigent:  Michele Spotti

Regie:  Paul Curran
Bühne:  Juan Guillermo Nova
Kostüme:  Stefano Ciammitti
Choreographie:  Kyle Lang

Orchester und Tänzer Fondazione Arena di Verona

Arena di Verona, 6. August 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Dass es zum Zeitpunkt der Uraufführung der „Traviata“, die bekanntlich mit einem eklatanten Misserfolg im „Gran Teatro La Fenice“ am 6. März 1853 startete und bis heute zur meistgespielten Oper weltweit wurde, das „Moulin Rouge“ in Paris noch lange nicht (nämlich 36 Jahre) gab,  gehört zu den Freiheiten, die sich ein Regisseur durchaus erlauben darf: in Verona diente die legendäre Vergnügungsstätte im 1. Akt als Schauplatz und spektakuläre Kulisse – samt dem berühmten XXL-Elefanten, der damals wirklich im Moulin Rouge gestanden hatte.

© Arena di Verona

Ganz einfach: das Moulin Rouge wird nach wie vor mit dem Paris der Belle Époque assoziiert, deshalb ist dieser Anachronismus sinnvoll und zulässig.

Diese „Traviata“ in der Arena von Verona schaffte in der Regie von Paul Curran die überaus heikle Gratwanderung zwischen Spektakel (für das die gigantische Arena steht) und jener zarten Intimität, welche diese tragische Oper erfordert – szenisch und musikalisch.

Das Hausorchester unter der ebenso engagierten wie subtilen Stabführung von Michele Spotti unterstützte die Sänger bei ihrer so schwierigen Herausforderung, ohne Mikrofone (wie in Bregenz) in diesem riesigen Raum die perfekte Balance zwischen Stimme und Orchester zu finden.

Herausragend die Violetta von Rosa Feola mit ihrer perfekten, ausdauernden Bühnenpräsenz und einer Stimme von überragender Wärme und Leuchtkraft.

© Arena di Verona

Als kongenialer Partner Galeano Salas mit seiner jungen, weichen und doch kraftvoll austarierten Stimme.

Als Vater Germont Luca Salsi, sonor und männlich.

Das Publikum zeigte einhellig Begeisterung, vor allem angesichts der überwältigenden Bühnenbilder und der durchwegs großartigen stimmlichen Leistungen.

Man muss sich stets vor Augen halten, dass sich hinter dem atemberaubenden Spektakel Abend für Abend eine Tausendschaft von Technikern, Kostümspezialisten im Einsatz befindet, um diese gigantische Show unter freiem Himmel, bei bisweilen schwierigen Wetterverhältnissen reibungslos in Gang zu bringen.

Dr. Charles E. Ritterband, 6. August 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Verdi, La Traviata, Bregenzer Festspiele Seebühne Bregenz, 22. Juli 2026 PREMIERE

Giuseppe Verdi, La Traviata Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 22. Mai 2026

Giuseppe Verdi, La Traviata Hamburgische Staatsoper, 11. Januar 2026

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