Jonas Müller reist mit einem Gitarren-Duo durch den Winter

CD-Besprechung:

Franz Schubert
Winterreise

Jonas Müller
Tomasi Musso

Guitar Duo

Oehms Classics OC 1744

von Peter Sommeregger

Schuberts Liederzyklus „Winterreise“ stellt den Höhepunkt des Liedschaffens des früh verstorbenen Komponisten dar. Sänger aller Stimmlagen haben sich daran versucht, die Zahl der Aufnahmen auf Tonträgern hat eine längst nicht mehr überschaubare Zahl erreicht. „CD-Besprechung: Franz Schubert, Winterreise
klassik-begeistert.de, 2. Oktober 2025“
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Düsseldorf versprüht Romantik mit der „Zelda“-Reihe

#ignition 2025 © Susanne Diesner

Wenn der Name einer Videospiel-Reihe als Titel für ein Programm im Konzertsaal erscheint, dann ahnt man: Es ist wieder #IGNITION in Düsseldorf! Wie schon so oft führt Gordon Hamilton (43), der Gastdirigent aus Australien, auch diesmal durch eine Reihe von modernen und zeitlosen Klassikern; Werke aus Film- und Fernsehen, gepaart mit Titeln zu Videospielen und Meisterwerken der Orchestertradition, sogar inklusive überspielter Klassiker. Das alles gewürzt mit Live-Zeichnungen verspricht eine Mischung, die auch diesmal wieder für alle Geschmäcker etwas zu bieten hat.

Tonhalle Düsseldorf, 30. September 2025

Düsseldorfer Symphoniker
Gordon Hamilton, Dirigent

Peter Theiss, Schnellzeichner

Jörg Mohr, Regie

Gordon Hamilton – The Weight of Light – Fanfare (inspiriert aus Neon Genesis Evangelion)
Kaguya-sama: Love is War (Suite)
Evan Call – Violet Evergarden – Main Theme
Hans Zimmer – König der Löwen
Pjotr Tschaikowsky – Romeo und Julia – Suite in vier Akten
Austin Wintory – Apotheosis (aus dem Videospiel Journey)
Sergej Prokofjew – Montagues & Capulets/“Tanz der Ritter“ aus Romeo und Julia
James Horner – Titanic (Suite zum gleichnamigen Film)
Genevieve Eckel – Zelda (Suite mit Themen aus der Videospiel-Reihe)

Zugabe:
John Williams – Hedwigs Thema (Aus den Harry Potter-Filmen)

von Daniel Janz

Es spricht für das Selbstbewusstsein des jungen Dirigenten und Komponisten, dass er den Abend mit einem eigens komponierten Werk beginnt. Seine aus Neon Genesis Evangelion inspirierte Fanfare entführt in ein Wechselspiel aus Pathos und warmen Tönen. Mal schwelgt das Orchester in Klängen, die wie die Inspirationsquelle auch den Bach-Choral „Jesu meine Freude“ zitieren. Mal ertönt die Orgel in all ihrer Kraft. Das alles gewürzt mit subtilen Synthesizerklängen, die zurückhaltend bleiben aber nie untergehen, gestaltet einen gelungenen Einstieg. „Etwas Kosmisches“ habe er schaffen wollen, um den „Dreiklang der Liebe“ einzuleiten, berichtet Hamilton dazu. „#IGNITION, Gordon Hamilton, Dirigent
Tonhalle Düsseldorf, 30. September 2025“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 2. OKTOBER 2025

Walküre Premierenfoto © Monika Rittershaus

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DONNERSTAG-PRESSE –
2. OKTOBER 2025

Berlin/Statsoper
Berlin: „Die Walküre“, Richard Wagner

Von wegen in Wagners Musikdramen gehe es überwiegend sehr laut zu, wie immer mal wieder fälschlich behauptet. Wer Christian Thielemann und die Berliner Staatskapelle gehört hat, wird vielmehr staunen darüber, wie doch in der Walküre, richtig musiziert, die leisen Töne überwiegen. Zwar beginnt das Drama mit einem aufwühlenden, stürmischen Vorspiel, aber schon die erste sinnliche Annäherung zwischen den Wälsungen Siegmund und Sieglinde ist geprägt von spannungsvollem Knistern. Eric Cutler und Vida Miknevičiūtė harmonieren als Wälsungenpaar gut miteinander, beide durchleben ihre Achterbahnfahrten zwischen Leidenschaft, Schmerz, Hoffnung und Verzweiflung mit Haut und Haaren und großer Strahlkraft. Nur angelegentlich in der Höhe tönt sein Tenor etwas eng. Als Sängerdarsteller glänzen sie aber beide unangefochten in der Weise, wie sie ihre Empfindungen zunächst diskret in Blicken und kleinen Gesten ausdrücken, bis sich das Begehren über die „Winterstürme“, die Cutler auch seitens der Tongebung achtbar gelingen, gänzlich Bahn bricht.
Von Kirsten Liese
deropernfreund.de.

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Das Ensemble Wien widmet Johann Strauss ein bezauberndes Geburtstagsständchen

Das Ensemble Wien mit zwei Gästen. Von links nach Rechts: Raimund Lissy, Michael Bladerer, Robert Bauerstatter, Raphael Flieder, Michael Strasser, Daniel Froschauer. Foto: privat.

Ein Walzer von Constanze Geiger, schwungvolle Tänze von Johann Strauss und das erste Streichsextett von Johannes Brahms vereinten sich im Programm des Ensemble Wien zu einer klingenden Hommage an den Walzerkönig, dessen Geburtstag sich in wenigen Wochen zum zweihundertsten Mal jährt.

Constanze Geiger
Frühlingsträume. Walzer, op. 8a. Bearbeitung von Raimund Lissy

Johann Strauss Sohn
Scherz-Polka, op. 72. Bearbeitung von Alexander Weinmann
Diplomaten-Polka, op. 448. Bearbeitung von Heinrich W. Pek
Wiener Bonbons. Walzer, Op. 307. Bearbeitung von Heinrich W. Pek
Annen-Polka, op. 117. Bearbeitung von Heinrich W. Pek
Rasch in der Tat. Polka schnell, op. 409. Bearbeitung von Erich Kaufmann
Frühlingsstimmen. Walzer, op. 410. Bearbeitung von Heinrich W. Pek

Johannes Brahms
Streichsextett Nr 1. B-Dur, op. 18

Ensemble Wien

Daniel Froschauer, Violine
Raimund Lissy, Violine
Michael Strasser, Viola
Michael Bladerer, Kontrabass
Robert Bauerstatter, Viola
Raphael Flieder, Violoncello

Brahms-Saal, Musikverein, Wien, 30. September 2025

von Dr. Rudi Frühwirth

Im Ensemble Wien haben sich vier philharmonische Streicher zu einem Quartett zusammengefunden, das durch den Kontrabass anstelle des Cellos eine besondere Klangfarbe erhält. Und welches Ensemble wäre wohl besser berufen, Walzer und Polkas von Johann Strauss in Bearbeitungen für Streichquartett darzubieten? „Ensemble Wien
Brahms-Saal, Musikverein, Wien, 30. September 2025“
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Sommereggers Klassikwelt 294: Höre ich nur diese Weise?

Photo by Sudhith Xavier on Unsplash

von Peter Sommeregger

Jahrhunderte lang war es ein Menschheitstraum: die menschliche
Stimme aufzuzeichnen, den flüchtigen Augenblick festzuhalten. Erst der Erfindergeist am Beginn des industriellen Zeitalters ließ den Traum Wirklichkeit werden, es war letztlich Thomas Alva Edison, der den entscheidenden Durchbruch erzielte. „Sommereggers Klassikwelt 294: Höre ich nur diese Weise?
klassik-begeistert.de, 1. Oktober 2025“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 1. OKTOBER 2025

Denis Comtet, BR Chor und der Akademie für Alte Musik Berlin © Alexander Heinzel

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE –
1. OKTOBER 2025

München/Prinzregententheater
Der BR Chor entzündet mein inneres Licht
Dieses Konzert entzündet einen wunderbaren zutiefst menschlichen Funken in mir. Voll von Wärme, Liebe, Schmerz, Erhabenheit und Zuversicht.
Missa Assumpta est Maria, Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für Alte Musik Berlin. Denis Comtet Leitung. Alle Werke dieses Abends im Prinzregententheater in München singt der Chor des Bayerischen Rundfunks zum ersten Mal. Die Werke sind aus der französischen Hemisphäre. Im ersten Teil geht es vom Gregorianischen Gesang über Renaissance und Frühbarock bis hin zur Neuzeit. Zu Lebzeiten der flämischen Komponisten Jean de Ockeghem im 15. und Pierre de Manchicourt im 16. Jahrhundert war Flandern größtenteils französisches Hoheitsgebiet. Im zweiten Teil werden zwei Werke des Hochbarocks von Charpentier für den Sonnenkönig Louis XIV. aufgeführt.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

„DIE MITTWOCH-PRESSE – 1. OKTOBER 2025“ weiterlesen

Warum man öfter mal Dvořáks vergessene Sinfonien spielen sollte

Cornelius Meister © Sebastian Mare

Johannes Brahms
Klavierkonzert Nr. 1 d-moll op. 15

Antonín  Dvořák
Sinfonie Nr. 4 d-moll op. 13

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Maxim Lando, Klavier
Cornelius Meister, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 29. September 2025

von Dirk Schauß

Manchmal erwischt es einen eiskalt: Man sitzt im Konzert, halb erwartungsvoll, halb skeptisch, und plötzlich merkt man – hoppla, das klingt ja ganz anders, als erwartet. So ging es am Montagabend in der Alten Oper. Brahms’ erstes Klavierkonzert stand auf dem Programm, jenes Ungetüm, das schon Generationen von Pianisten die Schweißperlen auf die Stirn getrieben hat. Und ausgerechnet ein 23-jähriger Amerikaner, Maxim Lando, setzte sich ans Klavier, als ob er bloß einen alten Freund treffen wollte. Keine Anspannung, keine Spur von dieser steifen „Ich spiele jetzt ein Jahrhundertwerk“-Haltung. Sondern einfach: Musik machen. Punkt. „FOM, Maxim Lando, Klavier, Cornelius Meister, Dirigent
Alte Oper Frankfurt, 29. September 2025“
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Der BR Chor entzündet mein inneres Licht

Das Ensemble beim Schlussapplaus © Alexander Heinzel

Dieses Konzert entzündet einen wunderbaren zutiefst menschlichen Funken in mir. Voll von Wärme, Liebe, Schmerz, Erhabenheit und Zuversicht.

Missa Assumpta est Maria

Chor des Bayerischen Rundfunks
Akademie für Alte Musik Berlin
Denis Comtet  Leitung

Prinzregententheater München, 27. September 2025

von Frank Heublein

Alle Werke dieses Abends im Prinzregententheater in München singt der Chor des Bayerischen Rundfunks zum ersten Mal. Die Werke sind aus der französischen Hemisphäre. Im ersten Teil geht es vom Gregorianischen Gesang über Renaissance und Frühbarock bis hin zur Neuzeit. Zu Lebzeiten der flämischen Komponisten Jean de Ockeghem im 15. und Pierre de Manchicourt im 16. Jahrhundert war Flandern größtenteils französisches Hoheitsgebiet. Im zweiten Teil werden zwei Werke des Hochbarocks von Charpentier für den Sonnenkönig Louis XIV. aufgeführt. „Missa Assumpta est Maria/Denis Comtet Leitung
Prinzregententheater München, 27. September 2025“
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Ein Märchen-Klassiker im neuen Gewand lässt viel Raum für eigene Gedanken

Etwas Besseres als den Tod finden wir überall, Singspiel von Martin Heckmanns und Masha Qrella © Kaspar Wengenroth

Sie sind Esel Grau, Hund Schlau, Katze Schwarz und Huhn Kommun. Rein äußerlich sind sie die Bremer Stadtmusikanten aus dem Märchenbuch der Gebrüder Grimm. Doch die Vier auf dieser Bühne haben ihr Märchen-Gewand längst abgelegt und hadern nicht nur mit dem eigenen Schicksal, sondern mit dem der ganzen Welt. Und trotzdem singen sie und spielen sie, als ob es kein Morgen gäbe.

ETWAS BESSERES ALS DEN TOD FINDEN WIR ÜBERALL
Singspiel von Martin Heckmanns (Text) und Masha Qrella (Musik)

Mit Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin
(Absolventenjahrgang 2027)

Regie: Friederike Heller
Bühne und Kostüme: Sabine Kohlstedt
Live-Musik:

Masha Qrella (Gitarre & Gesang)
Andreas Bonkowski (Bass, Keyboard & Gesang)

Uraufführung am 23. September 2022 am Staatstheater Kassel
Berliner Erstaufführung am 20. September 2025 am Theater an der Parkaue

Theater an der Parkaue, Bühne 1, 29. September 2025

von Ralf Krüger

Esel Grau wurde geschunden von seinem Dienstherrn. Blutig ist sein Rücken und doch wird er dank Körperkraft und Stärke zum tragenden Fundament der Truppe. Hund Schlau ist von der Kette und vom Leben gezeichnet, macht aber seinem Namen alle Ehre. Er erklärt jedem, der es nicht hören will, und uns Zuschauern, wie diese Welt funktioniert. Katze Schwarz betrauert all die Verstorbenen und Vergessenen, die ihren Weg säumten. Sie verkörpert den Pessimismus in Perfektion. Und das bunte Huhn Kommun? Es konnte der Legebatterie entfliehen und sollte im Suppentopf landen! Nun steht es auf der tierischen Pyramide ganz oben und gibt lautstark die Richtung vor. „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall, Singspiel
Theater an der Parkaue, Bühne 1, 29. September 2025“
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Tobias Kratzer überzeugt mit einer intelligenten Inszenierung von Robert Schumanns Oratorium Das Paradies und die Peri

Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg mit seinem Dirigenten Omer Meir Wellber (Foto: RW)

Tobias Kratzer befasst sich wie in seiner Münchner Rheingold-Inszenierung mit dem Verlust des Glaubens in unserer einstmals durchgehend christlichen Gesellschaft. Kratzer zeigt die Lücken, die sich in uns auftun.

Das Paradies und die Peri
Weltliches Oratorium in drei Teilen (1843)
Komposition: Robert Schumann

Libretto: Emil Flechsig nach der Dichtung Lalla Rookh von Thomas Moore

Inszenierung: Tobias Kratzer
Bühne und Kostüme: Rainer Sellmaier

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung Omer Meir Wellber

Chor der Hamburgischen Staatsoper, Leitung Alice Meregaglia

Die Peri:  Vera-Lotte Boecker
Engel:  Ivan Borodulin,   Jüngling:  Lunga Eric Hallam,   Gazna:  Christoph Pohl
Sopran: Eliza Boom, Mezzosopran: Kady Evanyshyn, Alt: Annika Schlicht, Tenor: Kai Kluge

Premiere in der Hamburgischen Staatsoper, 27. September 2025

von Dr. Ralf Wegner

Eigentlich hatte ich nicht hingehen wollen, allein der Name des Stücks „Das Paradies und die Peri“ klingt sehr sperrig und das Schaubild einer Frau mit Engelsflügeln vor einer Müllhalde lud auch nicht dazu ein. Allerdings kamen wir ganz begeistert von Kratzers durchdachter Münchner Rheingold-Inszenierung zurück. Und da auch der dortige Ausstatter Rainer Sellmaier an der Peri beteiligt ist, besann ich mich eines anderen. „Robert Schumann, Das Paradies und die Peri
Hamburgischen Staatsoper, 27. September 2025 Premiere“
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