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Klassik begeistert

Kategorie: Bayreuther Festspiele

Wagners "Tannhäuser" zieht in in Bayreuth mehr denn je – auch im fünften Jahr

Richard Wagner, Tannhäuser, Klaus Florian Vogt, Elisabeth Teige, Nathalie Stutzmann  Bayreuther Festspiele, 26. Juli 2024
Foto: Tannhäuser 2024, 2. Akt, Irene Roberts (Venus), Manni Laudenbach (Oskar), Le Gateau Chocolat, Klaus Florian Vogt (Tannhäuser), Elisabeth Teige (Elisabeth), Günther Groissböck (Landgraf Hermann), Chor der Bayreuther Festspiele © Enrico Nawrath

Klaus Florian Vogt bekommt als Tannhäuser zurecht den meisten Applaus an diesem Abend – Klatschen, Bravi, Fußgetrampel. Es ist auch der Klaus-Florian-Vogt-Tag in Bayreuth. Aber auch Elisabeth Teige als Elisabeth, Irene Roberts als Venus, Markus Eiche als Wolfram von Eschenbach und Günther Groissböck als Landgraf Herrmann ernten reichlich Applaus und Bravi.

Bayreuther Festspiele, 26. Juli 2024
Richard Wagner, Tannhäuser

von Andreas Schmidt

„Tannhäuser“ in Bayreuth – das  ist die Oper der Zukunft! Die Inszenierung von Tobias Kratzer (neuer Intendant der Staatsoper Hamburg) ist intelligent, bunt, gefühl- und humorvoll. Das ist cool, emotional, sexy und berührend. Es singen in ihren Rollen die überwiegend besten Sänger der Welt. Das Orchester ist eine Wucht, und die Französin Nathalie Stutzmann (Beifall 8 / 10) zeigt mit ihrem einfühlsamen wie energetischen Dirigat, dass man in Bayreuth auch getrost auf „den großen Thiele“ verzichten könnte.

Und dann diese Musik: Jedem der knapp 2000 Menschen im Festspielhaus schlägt das Herz, brennt vor Sehnsucht die Seele, wenn die besten Musiker aus ganz Europa und dieser fulminante Chor (Leitung: Eberhard Friedrich) alles geben und diese göttlichen Noten spielen und singen.

Richard would have been happy!

Ja, and the very best of the best ist der Klang. Für ihn sollte jeder, der Wagner liebt, einmal im Leben nach Bayreuth pilgern. Wer seinen Focus auf Stimmen richtet, wer die optische Imagination eines Puppentheaters sucht, dem hat Richard Wagner das absolute Wunderland auf den Grünen Hügel gezaubert. Zu einer Zeit, als der Rundfunk noch in seinen Kinderschuhen steckte, als Thomas Alva Edison gerade erst dabei gewesen war, die ersten Tonaufzeichnungsverfahren zu entwickeln, schuf Richard Wagner bereits den Vorreiter des heutigen Dolby Surround Sounds.

Tannhäuser 2024, 1. Akt, Klaus Florian Vogt (Tannhäuser), Irene Roberts (Venus), Le Gateau Chocolat © Enrico Nawrath

In Bayreuth lautet die Devise: Hinsetzen, stillhalten und großes Kino erleben! Ein Erlebnis, das zur Eröffnung des Festspielhauses im Sommer 1876 bahnbrechend gewesen sein muss.

Was findet Tannhäuser eigentlich erotisch an dieser quirligen, pubertierenden, leicht durchgeknallten Venus, die in ihrer Märchenwelt lebt? Ist es das Losgelöste, das Selbstbewusste, das Unbeschwerte?

Tannhäuser 2024, 1. Akt Klaus Florian Vogt (Tannhäuser), Irene Roberts (Venus), Manni Laudenbach (Oskar) © Enrico Nawrath

Die Mezzosopranistin Irene Roberts, USA, als Venus meistert die Anforderungen bravourös – aber an Elena Zhidkova vor fünf Jahren reicht sie nicht heran. Sie ist eine großartige Schauspielerin und Sängerin (mit etwas zu viel Vibrato) und fügt sich perfekt in die Inszenierung ein. Die Intensität, mit der sie die Rolle verkörpert, ihre Blicke im zweiten Aufzug, das Trotzige, Gelangweilte, auch Gemeine – das alles nimmt man ihr sofort ab.

Tannhäuser 2024, 1. Akt Irene Roberts (Venus), Manni Laudenbach (Oskar), Le Gateau Chocolat © Enrico Nawrath

Tannhäuser hat ein Gewissen – er muss weg aus dieser kriminellen Energie, er war dabei, als ein Polizist von Venus totgefahren wurde. Er muss fliehen, ansonsten geht er zugrunde. Er wirkt psychisch äußerst angeschlagen im ersten Aufzug. Der Tenor Klaus Florian Vogt singt den verzweifelten Tannhäuser kraftvoll und sicher, ohne Ermüdungserscheinungen. Im 1. Aufzug fängt er etwas zu verhalten an. Im Sängerkrieg ist er der Hämische, Besserwisserische, sich über die „Romantiker“ Stellende. Die Titelrolle verlangt vom Dithmarscher ein Äußerstes an Stimmtechnik – KFV verfügt über eine exzellente, sodass nicht eine Sekunde zu befürchten ist, er würde es nicht bis zur Romerzählung schaffen.

Tannhäuser 2024, Klaus Florian Vogt (Tannhäuser) © Enrico Nawrath

Vogt ist der strahlende Tannhäuser unserer Zeit, einen solchen hörte ich zuletzt 2016 in Berlin an der Deutschen Oper. Der Sänger damals: Stephen Gould, der viel zu früh verstorbene US-Amerikaner, bester Freund der Prinzipalin Katharina Wagner.

Vogt ist ein gestandener Heldentenor mit einem besonders hellen Timbre, seine Kraftreserven bis zum Schluss sind beeindruckend, seine Strahlkraft in der Höhe herausragend. Er beschert den 2000 Menschen MAGISCHE MOMENTE.

Der Bariton Markus Eiche als Wolfram von Eschenbach berührt durch eine hervorragende Leistung und lässt im dritten Aufzug einen hochemotionalen und berührenden „Abendstern“ strahlen. Seine Stimme klingt baritonal, weich, warm und voll. Dass er zum Schluss noch einmal alle Register zieht, beeindruckt auch Elisabeth, und sie zieht sich mit ihm in den Citroën für ein Schäferstündchen zurück. Lieber Markus Eiche, Ihr Wolfram berührt, Sie sind ein Bariton, der sich auf die hohe, verloren gehende Kunst des Legatosingens versteht und sein Lied an den Abendstern wunderbar leise, lyrisch und zärtlich gestaltet.

Seit 2007 ist Markus Eiche regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen zu Gast und war dort als Kothner in „Die Meistersinger von Nürnberg“, Donner im „Rheingold“, Gunther in der  „Götterdämmerung“ und Wolfram in „Tannhäuser“ zu erleben. Seit 2019 gestaltet der Künstler dort die Partie des Wolfram in der aktuellen Inszenierung des „Tannhäuser“ von Tobias Kratzer. Dieser Weltklassebariton gehörte auch als Wolfram wieder zu den Besten, sein Timbre hat einen Wiedererkennungswert der Extraklasse. Er möge bitte auch größere Partien in Bayreuth singen.

Die norwegische Sopranistin Elisabeth Teige verkörpert Elisabeth trotz oder gerade aufgrund ihres Schicksals als starke, selbstbewusste Frau. Sie singt die Partie voller Wärme, Hingabe, in den Höhen strahlend und klar und überzeugt mit einer äußerst ausdrucksstarken Darstellung.  Sehr ergreifend ist vor allem die Szene im zweiten Aufzug, in der sie um das Leben von Tannhäuser fleht. Auch die Sequenz, in der sie mit Oskar, Manni Laudenbach, die Suppe löffelt, ist unbeschreiblich anrührend.

Tannhäuser 2024, Elisabeth Teige (Elisabeth, Nichte des Landgrafen © Enrico Nawrath

Elisabeth Teige bekommt zurecht den drittmeisten Applaus an diesem Abend – Klatschen, Bravi, Fußgetrampel wie bei Vogt und Stutzmann. Es ist – auch – der Elisabeth-Teige-Tag in Bayreuth. Als „Farben“ zu ihrem phantastischen Gesang passen Sonnenblumen, Bernstein, Gold und Kardamom.

Der Landgraf Hermann wird vom Niederösterreicher Günther Groissböck (Bass) gesungen. Er zog die Zuhörer und Zuschauer mit seiner väterlichen Stimme in den Bann. Groissböcks Kernkompetenz ist der mittlere und tiefere Bereich – kernig und volltönend! Sehr entspannend. Er hat ein wunderbares, dunkles Timbre, eine absolute Wohlfühlstimme. Ganz selten hatte er im höchsten Register leichte Probleme beim richtigen Ansingen des Tones.

Tannhäuser 2024, 1. Akt, Klaus Florian Vogt (Tannhäuser), Irene Roberts (Venus) © Enrico Nawrath

Bewegend schön, stilvoll mit einem Klaus-Florian-Voigt-Timbre gestaltet der südafrikanische Tenor Siyabonga Maqungo seine kleine Rolle als Walther von der Vogelweide. Yes he can, von diesem Spietzensänger möchte ich gerne mehr hören.

Der junge Hirt wird von einer fahrradfahrenden Flurina Stucki hingebungsvoll gesungen. Bei der Textpassage „Da strahlte warm die Sonnen – der Mai war ’kommen“ ist die wärmende wohlige Sonne förmlich zu spüren.

Tannhäuser 2024, Flurina Stucki (Ein junger Hirt) © Enrico Nawrath

Insgesamt war die Textverständlichkeit vieler Sängerinnen und Sänger ausbaufähig (gehört in Reihe 29, Platz 12, Parkett links) – nur Groissböck, Voigt und Eiche – in dieser Reihefolge – überzeugten auch sprachlich.

Andreas Schmidt, 28. Juli 2023, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Mit Dank an Autorinnen und Autoren von klassik-begeistert.de.

Kommentar von Dr. Klaus Billand:     IMG_3237.MOV

Klein beleuchtet kurz Nr 27: Richard Wagners Tannhäuser überzeugte erneut in Schwerin Mecklenburgisches Staatstheater, Schwerin, 13. April 2024

Tannhäuser, Musik und Libretto von Richard Wagner Staatsoper Hamburg, 14. Mai 2023

Richard Wagner, Tannhäuser Staatsoper Hamburg, 7. Mai 2023, Staatsoper Unter den Linden, 4. Mai 2023

Richard Wagner, Tannhäuser Großes Festspielhaus Salzburg, 9. April 2023

Autor Andreas SchmidtVeröffentlicht am 27. Juli 202427. Juli 2024Kategorien Bayreuther FestspieleSchreiben Sie einen Kommentar zu Richard Wagner, Tannhäuser, Klaus Florian Vogt, Elisabeth Teige, Nathalie Stutzmann
Bayreuther Festspiele, 26. Juli 2024

Tristan und Isolde: Eine „dramaturgische Vergangenheitsbewältigung“ findet nicht statt… die Inszenierung verliert sich in einen Antiquitäten-„Tristan“…

(Eröffnung) Richard Wagner, Tristan und Isolde  Bayreuther Festspiele, 25. Juli 2024

Bayreuther Festspiele 2024 © Enrico Nawrath

Wird am Grünen Hügel eine Phase der Rückkehr zu einem werkbezogeneren Inszenierungsstil, der die originären Ideen und Werkaussagen Richard Wagners wieder mehr in den Mittelpunkt rückt, eingeleitet?! Das wäre insbesondere im Hinblick auf das Jubliäumsjahr 2026 mit einem neuen „Ring“ sehr interessant.

Bayreuther Festspiele, 25. Juli 2024 (Eröffnung)
Richard Wagner, Tristan und Isolde

von Dr. Klaus Billand

Nach dem sehr gelungenen „Interims“-„Tristan“ von Roland Schwab, den die Bayreuther Festspiele relativ kurzfristig als fast chorloses Stück in der Pandemie einschoben, um ihn bei möglichen Corona-Attacken auf den Chor alternativ spielen zu können, war manchem unklar, dass nach nur zwei Jahren eine weitere Neuinszenierung von „Tristan und Isolde“ stattfinden sollte.

Die Verträge mit dem isländischen Regisseur und Bayreuth-Debutanten Thorleifur Örn Arnarsson waren allerdings schon länger vorher beschlossen. Umso gespannter war man nun, was da an einer möglichen neuen Lesart der „Handlung in drei Aufzügen“ kommen würde, und man wurde doch zu großen Teilen enttäuscht. „(Eröffnung) Richard Wagner, Tristan und Isolde
Bayreuther Festspiele, 25. Juli 2024“
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Autor Klassik-begeistertVeröffentlicht am 27. Juli 202427. Juli 2024Kategorien Bayreuther Festspiele5 Kommentare zu (Eröffnung) Richard Wagner, Tristan und Isolde
Bayreuther Festspiele, 25. Juli 2024

Augmented Phantasy statt Augmented Reality

Bayreuther Festspiele 2023, Parsifal NI  klassik-begeistert.de, 9. Oktober 2023

Parsifal © Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2023

PARSIFAL NI – abschließende Betrachtungen – 12. August 2023


von Dr. Klaus Billand

Das Bayreuther Festspielhaus erstrahlt nach der Renovierung fast wieder in altem Glanz, zumindest äußerlich. Weniger erstrahlend war hingegen der neue „Parsifal“ in der Produktion von Jay Scheib mit der Bühne von Mimi Lien, den Kostümen von Meentje Nielsen, dem Licht von Rainer Casper und der hier neu hinzugetretenen sog. Augmented Reality – AR und Videos von Joshua Higgason. Wie man lange im Vorfeld umfang- und blumenreich informiert wurde, ist das Regieteam angetreten, mit der Neuerung, hier Augmented Reality vorzuführen, das heißt diesen „Parsifal“ erleben zu lassen – ursprünglich gedacht für das gesamte Festspielhaus – durch sogenannte AR-Brillen, die man also aufsetzt und in denen man zusätzliche Handlungselemente sieht im erweiterten Rund des Festspielhauses. „Bayreuther Festspiele 2023, Parsifal NI
klassik-begeistert.de, 9. Oktober 2023“
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Autor Klassik-begeistertVeröffentlicht am 9. Oktober 20239. Oktober 2023Kategorien Bayreuther FestspieleSchreiben Sie einen Kommentar zu Bayreuther Festspiele 2023, Parsifal NI
klassik-begeistert.de, 9. Oktober 2023

Festspielluft IX: Die musikalisch grandiosen Bayreuther Festspiele 2023 schließen mit einer satten Dosis Vorfreude!

Festspielluft IX: Die grandiosen Bayreuther Festspiele 2023… klassik-begeistert.de, 11. September 2023

Tannhäuser 2023, Bayreuther Festspiele © Enrico Nawrath

Viel zu schnell gehen die Bayreuther Festspiele auch 2023 leider schon wieder zu Ende. Zeit, einmal die zahlreichen Stärken und wenigen Schwächen auf dem Grünen Hügel zu reflektieren.

von Peter Walter

Sternstunden gab es letztes Jahr schon viele, dieses Jahr noch mehr:

  1. Katharina Wagners Nase für Neues

Die Verantwortlichen hatten dieses Jahr auf einige künstlerische Experimente gesetzt. Das gehört absolut dazu und darf auch mal schief gehen. Aber Katharina Wagner scheint ein richtig fein gestimmtes Ohr für neuen KünstlerInnen zu haben: Die Namen Oksana Lyniv, Elisabeth Teige oder nun Nathalie Stutzmann waren vorher – wenn überhaupt – nur in Insider-Kreisen ein Thema, nun halten sie die musikalischen Leuchttürme dieses Hauses fest mit hoch im Himmel. Weiter so!

  1. Die Umbesetzungen

Ganze 11 Hammerpartien – darunter vier Titelpartien – wurden in den Wochen und Monaten vor der Premiere teilweise sehr kurzfristig umbesetzt.  Von Elīna Garančas Kundry bis hin zu Günther Groissböcks Landgraf zeigt sich: In Bayreuth singt selbst die Einspringer-Besetzung alle anderen Häuser in Grund und Boden. Das ist die wahre Klasse dieses Hauses!

  1. Nathalie Stutzmann

Auch die zweite Dirigentin der Festspielgeschichte, Nathalie Stutzmann, verdient eine eigene Lobeshymne. Einfach unglaublich, was sie aus diesem Tannhäuser rausholt. Ihr Orchester schwebt auf dem Pilgerchor und flirrt im schimmernden Schein des Venusbergs. Das Ganze klingt wahrhaftig nach einer Tannhäuser-Sinfonie, die der beste Tannhäuser der Welt, Klaus Florian Vogt, nun begleiten darf. Und wieder einmal muss sich der Wagner-Gott Christian Thielemann sehr warm anziehen… „Festspielluft IX: Die grandiosen Bayreuther Festspiele 2023…
klassik-begeistert.de, 11. September 2023“
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Autor Klassik-begeistertVeröffentlicht am 13. September 202313. September 2023Kategorien Bayreuther FestspieleSchreiben Sie einen Kommentar zu Festspielluft IX: Die grandiosen Bayreuther Festspiele 2023…
klassik-begeistert.de, 11. September 2023

Festspielluft VIII: Geschmückt mit Richard Wagners Bild

Festspielluft VIII: Geschmückt mit Richard Wagners Bild  klassik-begeistert.de, 11. September 2023

Foto © Elisabeth von Pölnitz-Eisfeld

von Peter Walter

Einer der wichtigsten Leitmotive bei den Festspielen 2023 stammte gar nicht von Richard Wagner selbst. Und hatte auch nie was mit Musik zu tun – zu mindestens nicht direkt. Nein, es geht um eine Skulpturenausstellung. Und das mitten im Festspielpark! „Festspielluft VIII: Geschmückt mit Richard Wagners Bild
klassik-begeistert.de, 11. September 2023“
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Autor Klassik-begeistertVeröffentlicht am 12. September 202311. September 2023Kategorien Bayreuther FestspieleSchreiben Sie einen Kommentar zu Festspielluft VIII: Geschmückt mit Richard Wagners Bild
klassik-begeistert.de, 11. September 2023

Wagner Plakate-Ausstellung in der Stadtbibliothek Bayreuth

Wagner Plakate-Ausstellung  Stadtbibliothek Bayreuth vom 25. Juli bis 25. August 2023

© Frank Piontek

Wagner Plakate-Ausstellung in der Stadtbibliothek Bayreuth vom 25. Juli bis 25. August 2023

von Dr. Klaus Billand

Noch zur Wagner Plakate-Ausstellung im Alten Schloss Bayreuth – Juli-August 2022:

Der KULTURBRIEF der Bayreuther Buchhandlung Breuer & Sohn zur Bayreuther Wagner Plakate-Ausstellung 2022, von Dr. Frank Piontek – August 2023:

https://www.kulturbrief.de/wie-hoer-ich-das-licht/

Im Festspielsommer 2023 konnte man diese schönen Objekte 1:1 an zwei Bayreuther Standorten bewundern : 1. In der Stadtbibliothek Bayreuth RW 21 (zu den normalen Öffnungszeiten), dort im 1. Stock und im Untergeschoss – 42 Plakate, und 2. bei „Frau Müller echt feines Zeug“, ein Gourmet-Restaurant in der Maximilianstr. 17, wo es ausschließlich um „Parsifal“ ging, (wegen der Neuinszenierung 2023) – 13 Plakate.

Die Sammlung ist nicht allein sehr schön, sondern auch sehr wertvoll.

Ich frage mich seit Langem, wo sie einmal verwahrt werden wird, um der Öffentlichkeit entweder dauerhaft präsentiert zu werden oder zumindest in den Händen einer staatlichen Sammlung, eines Museums oder eines speziellen, der Öffentlichkeit verpflichteten Archivs gesichert zu werden.

Mir fielen da einige Institutionen ein – mal sehen, was wird.

Wie es auf einem der Plakate bei Frau Müller so schön heißt:

„Einzigartiges wahren“ – und die Sammlung IST einzigartig.

Die Herren müssten sich nur mal zusammensetzen…

Beste Grüße aus Bayreuth!

Frank Piontek

Die Wagner Plakate-Ausstellung in der Stadtbibliothek Bayreuth RW 21 wurde im Zeitraum vom 25. Juli bis 25. August 2023 von etwa 5.500 Besuchern gesehen, also etwa 185 pro Tag.

Information der Stadtbibliothek

Autor Klassik-begeistertVeröffentlicht am 3. September 20233. September 2023Kategorien Bayreuther FestspieleSchreiben Sie einen Kommentar zu Wagner Plakate-Ausstellung
Stadtbibliothek Bayreuth vom 25. Juli bis 25. August 2023

Zwei starke Vorstellungen beenden die Bayreuther Festspiele 2023

Richard Wagner, Parsifal, Tannhäuser  Bayreuther Festspiele, 27. & 28. August 2023

Tannhäuser 2023 © Enrico Nawrath, Bayreuther Festspiele

Der diesjährige Festspielbesuch bescherte mir nicht nur die „Dernieren“ des Parsifal und des Tannhäuser

von Patrik Klein

Die Bayreuther Festspiele 2023 sind zu Ende.

Fulminant gingen sie zu Ende mit einem atemberaubenden Chor und Orchester und einem insgesamt gut disponierten Ensemble (über die Leistungen der Elisabeth und des Tannhäusers konnte man gewiss geteilter Meinung sein – und das tat man dann auch in den Pausen, wie es sich in Bayreuth gehört). „Richard Wagner, Parsifal, Tannhäuser
Bayreuther Festspiele, 27. & 28. August 2023“
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Autor Klassik-begeistertVeröffentlicht am 30. August 202330. August 2023Kategorien Bayreuther FestspieleSchreiben Sie einen Kommentar zu Richard Wagner, Parsifal, Tannhäuser
Bayreuther Festspiele, 27. & 28. August 2023

Bayreuth: Andreas Schager haut das Festspielhaus mit seinem Stahlkraft-Siegfried völlig vom Sockel

Richard Wagner, Siegfried  Bayreuther Festspiele, 24. August 2023

Siegfried 2023 © Enrico Nawrath

Dieser Heldentenor fürchtet weder Wotan Speeres Spitze noch vorwärtsdrängende Orchesterklänge. Trommelfelle schwingen, Ambosse klingen: Zusammen mit Pietari Inkinens furiosem Orchester und Daniela Köhlers brillanter Brünnhilde haut Andreas Schagers Siegfried die Stimmung im Bayreuther Festspielhaus völlig vom Sockel. Nur für das Regie-Team um Valentin Schwarz gibt es nach wie vor heftige Buh-Rufe. Ausnahmsweise mal zu Unrecht!

Festspielhaus Bayreuth, Bayreuther Festspiele, 24. August 2023

Siegfried
Musik und Libretto von Richard Wagner

von Peter Walter

Anscheinend hat Andreas Schager – der schon in den letzten Vorstellungen mit seiner Stahlkraftstimme immer wieder furchtlos das Festspielhaus dominiert hat – den richtigen Turbo nochmal für den Festspielschluss angespart. Denn an seinem drittletzten Bayreuth-Auftritt dieses Jahr schmeißt er alles heraus, was er an Stahlkraftstimme in seinen Lungen die letzten Tage und Wochen eingelagert hatte. Als halbtrunkener Jugendlicher hopst er mit seinem Schwert über die Bühne und findet seine Gesellen vielmehr in stimmlichen Bären als gewöhnlichem Operngesang.  „Richard Wagner, Siegfried
Bayreuther Festspiele, 24. August 2023“
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Autor Klassik-begeistertVeröffentlicht am 25. August 202325. August 2023Kategorien Bayreuther Festspiele1 Kommentar zu Richard Wagner, Siegfried
Bayreuther Festspiele, 24. August 2023

Dieser Parsifal goutiert sich wesentlich angenehmer ohne als mit Brille... und vor allem ohne Applaus mitten im Schlussakkord

Richard Wagner, Parsifal  Bayreuther Festspiele, 24. August 2023

Parsifal 2023 © Enrico Nawrath

Von Pablo Heras-Casado blumigen Dirigat bis Ekaterina Gubanovas brillanter Kundry, blüht, singt und triumphiert die Musik im Festspielhaus. Auf der Bühne spielt eine spannende Inszenierung von Jay Scheib… die leider von der Operninnovation des Jahres, die AR-Brillen, weitgehend verdeckt wird.

Festspielhaus Bayreuth, Bayreuther Festspiele, 24. August 2023

Parsifal
Musik und Libretto von Richard Wagner

von Peter Walter

Zum Spielzeitende darf auch ich eine der begehrten Parsifal-Brillen aufsetzen. Einmal diese neue Augmented-Reality – auf gut Deutsch auch „Erweiterte Realität“ – Technik,  die seit einem Jahr zum Dauerdiskussionsthema der Opernwelt geworden ist, ausprobieren. Die einen mögen’s, die anderen eher nicht so. Und dann gibt es die, die sich zum ExpertInnen in dieser Sache erklären, ohne je so eine Brille auf dem Kopf gehabt zu haben! „Richard Wagner, Parsifal
Bayreuther Festspiele, 24. August 2023“
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Autor Klassik-begeistertVeröffentlicht am 25. August 202325. August 2023Kategorien Bayreuther Festspiele2 Kommentare zu Richard Wagner, Parsifal
Bayreuther Festspiele, 24. August 2023

Wagnerisches Gesamtkunstwerk findet auch in Zeiten des überbordenden Regietheaters Anklang!

Roland Schwabs nur vier Mal vor ihrem diesjährigen Bayreuther Ende gespielte Corona-Joker-Inszenierung von „Tristan und Isolde“ offenbarte nachdrücklich, dass eine aus dem Stück und der Musik heraus erarbeitete Interpretation in ansprechenden Bühnenbildern beim Publikum noch auf ein gutes Gespür für die Intensität von Wagners Musikdramen stößt, wenn sie nach seiner Idee des Gesamtkunstwerks in Szene gesetzt und ein Einklang zwischen Musik, Optik und Gesang erreicht werden. Diese Publikumspräferenz sollte man nicht unterschätzen.

Die Eindrücke von Dr. Klaus Billand als YouTube-Video

Dr. Klaus Billand, 23. August 2023, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Autor Klassik-begeistertVeröffentlicht am 23. August 202323. August 2023Kategorien Bayreuther Festspiele, PodcastSchreiben Sie einen Kommentar zu Podcast: Dr. Klaus Billand/ Tristan und Isolde
Bayreuth 2023

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