Klein beleuchtet kurz Nr. 12: NDR mit Igor Levit

Igor Levit, Foto Patrik Klein

Elbphilharmonie, 4. Februar 2024

Bock auf Béla Bartók

Haben Sie Bock auf Béla Bartók? Sollten Sie und werden Sie spätestens bekommen, wenn Sie in eines der vielen Konzerte in dieser Woche in der Elbphilharmonie Hamburg gehen. Es gibt auch eigentlich gar keinen Grund, kein Geburts- oder Todesjubiläum oder sonst irgendetwas. Die verschiedenen Klangkörper des NDR haben einfach Bock Bartók zu spielen. Weil er ein klasse Komponist war.

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Elbphilharmonie, 4. Februar 2024“
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Dreimal Weltliteratur, dreimal blitzende Perfektion, dreimal hochaufglänzende Leidenschaft!

Oslo Philharmonic, Truls Mørk, Klaus Mäkelä © Sophie Wolter

Klaus Mäkelä, Dirigent
Truls Mørk, Violoncello
Oslo Philharmonic


Piotr I. Tschaikowsky (1840–1893)

Der Sturm / Sinfonische Fantasie nach William Shakespeare op. 18 (1873)

Henri Dutilleux (1916–2013)
Konzert für Violoncello und Orchester »Tout un monde lointain…« (1967–1970)

Nikolai Rimski-Korsakow (1844–1908)
Scheherazade / Sinfonische Suite op. 35 (1888)

Elbphilharmonie, 1. Februar 2024


von Harald Nicolas Stazol

Alarm! Da ist ein Riss in der Elphi, unter der Treppe, Ebene 12 A, gegenüber des Notausgangs, auf Kopfhöhe, drei Meter entfernt gegenüber der Bar, sehen Sie selbst nach, ein Haarriss nur, aber ich hoffe, nur in der Farbe – wer den wohl verursacht hat?

Mit ziemlicher Sicherheit Klaus Mäkelä, 28 – wie er da aufstampft bei Tschaikowsky und dessen „Sturm“, wie er den natürlich sehr langen Taktstock rechts hinten über den Rücken wirft, mehrmals, der König tanzt, und ich denke noch, da schrieb ich genau vor einem Jahr, „Junge, komm bald wieder“. Jetzt ist er da, kritikerwunschgemäß, halt ein Jahr älter, und ich möchte sagen, „Junge, komm ma runter.“ Denn anfangs denke ich noch, er überzieht.

„Klaus Mäkelä, Dirigent, Truls Mørk, Violoncello, Oslo Philharmonic
Elbphilharmonie, 1. Februar 2024“
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Lässt sich Literatur hörbar machen? – Konzert mit Tschaikowsky, Dutilleux und Rimski-Korsakow in der „Elphi“

Oslo Philharmonic, Truls Mørk, Klaus Mäkelä © Sophie Wolter

Piotr I. Tschaikowsky, Der Sturm, Symphonische Dichtung nach William Shakespeare op. 18

Henri Dutilleux, Konzert für Violoncello und Orchester „Tout un monde lointain…“

Nikolai Rimski-Korsakow, Scheherazade, Symphonische Suite op. 35

Klaus Mäkelä, Dirigent
Truls Mørk, Violoncello
Oslo Philharmonic

Großer Saal der Hamburger Elbphilharmonie, 1. Februar 2024

von Dr. Andreas Ströbl

Inwieweit Tondichtungen tatsächlich auf literarische Vorgaben rekurrieren, diese inhaltlich in Teilaspekten wiedergeben können oder nur Stimmungen aufzugreifen vermögen, ist eine Frage, die es seit der Entstehung der Gattung gibt. Es ist ja nicht mal geklärt, ob man hier bereits von einem Genre sprechen kann, was an der unterschiedlichen Art und dem Grad der Adaption bzw. Inspiration und damit der grundsätzlichen Ausrichtung der Komponisten bei der Anlage des jeweiligen Werks liegt.

Richard Strauss hat sich bei der Komposition von „Also sprach Zarathustra“ tatsächlich von der hymnischen Sprache und der strukturellen Anlage des Nietzsche-Werks beeindrucken lassen – philosophische Thesen lassen sich nun mal schwer musikalisch darstellen. „Klaus Mäkelä, Dirigent, Truls Mørk, Violoncello Oslo Philharmonic
Elbphilharmonie, 1. Februar 2024“
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Auf himmlische Ruhe folgt Todesstille – Konzert mit Mahler und Larcher in der „Elphi“

Johanna Wallroth © Heikki Tuuli 

Gustav Mahler, Symphonie Nr. 4 für großes Orchester und Sopran

Thomas Larcher, Symphonie Nr. 2 „Kenotaph“

Klaus Mäkelä, Dirigent
Johanna Wallroth, Sopran
Oslo Philharmonic

Großer Saal der Hamburger Elbphilharmonie, 31. Januar 2024

von Dr. Andreas Ströbl

Die Zusammenstellung zweier Symphonien, zwischen deren Entstehungszeiten gut 100 Jahre liegen, für das Konzert am 31. Januar in der Hamburger „Elbphilharmonie“ war ausgesprochen sinnfällig. Unter der Leitung von Klaus Mäkelä spielte das Oslo Philharmonic zuerst Gustav Mahlers 4. Symphonie und Thomas Larchers 2. Symphonie mit dem Beinamen „Kenotaph“.

„Klaus Mäkelä, Dirigent, Johanna Wallroth, Sopran, Oslo Philharmonic
Elbphilharmonie, 31. Januar 2024“
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Bancroft und Dalene zaubern Klangfunken – Konzert mit Beethoven, Nielsen und Sibelius in der „Elphi“

Johan Dalene © Mats Bäcker

Bancroft lebt diese Musik sicht- und hörbar, er ist entflammt vom Geist jedes Werks, und die von ihm empfangenen Funken springen in kaum messbarer Geschwindigkeit auf das Orchester über, das einen brillanten, vollen und stets transluziden Klang formt. Ein neuer leuchtender Stern am Dirigentenhimmel!

Ludwig van Beethoven, Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 op. 72
Carl Nielsen, Konzert für Violine und Orchester op. 33
Jean Sibelius, Lemminkäinen-Suite op. 22

Ryan Bancroft, Dirigent
Johan Dalene, Violine
Philharmonia Orchestra

Großer Saal der Hamburger Elbphilharmonie, 28. Januar 2024

von Dr. Andreas Ströbl

Eigentlich sollte Esa Pekka Salonen das Konzert am 28. Januar im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie leiten, aber der Dirigent war an Corona erkrankt und man fand in Ryan Bancroft einen Einspringer.

Bancroft ist aber weit mehr als das, denn alles, was dieser begabte junge Mann anfasst, wird zu musikalischem Gold. Ebenfalls in Hamburg, aber auch in Lübeck durfte ihn ein begeistertes Publikum vor Kurzem bejubeln, als er mit Joshua Bell und dem NDR Elbphilharmonie Orchester auftrat (https://klassik-begeistert.de/ndr-elbphilharmonie-orchester-ryan-bancroft-dirigent-joshua-bell-violine-luebecker-musik-und-kongresshalle-21-januar-2024/).

„Ryan Bancroft, Dirigent, Johan Dalene, Violine, Philharmonia Orchestra
Elbphilharmonie, 28. Januar 2024“
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„Zwei Takte gibt es, die ich besonders liebe“, sagt Maestro Jakob Hrůša in seiner kurzen Einführungsrede, und nun gilt es, sie zu erhören

Jakub Hrůša © Marian Lenhard

Bamberger Symphoniker
Dirigent Jakub Hrůša

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 »Eroica«

– Pause –

Richard Strauss
Ein Heldenleben / Tondichtung für großes Orchester op. 40

Elbphilharmonie, 25. Januar 2024

von Harald Nicolas Stazol

Lieber Herr Hrůša, selten habe ich mir um den Blutdruck eines Dirigenten solche Sorgen gemacht, denn schon bei der Eroica – die sie ja aus der Partitur in der Größe eines Schulheftes bemeistern – sind Sie so hochroten Gesichtes, dass man wirklich um einen Schlaganfall fürchtet, während Sie über Ihr Top-Orchester rudern, ja rudern, dass es klanglich höchste Freude!

„Bamberger Symphoniker, Dirigent Jakub Hrůša
Elbphilharmonie, 25. Januar 2024“
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Grausam – schockierend – erschütternd – dramatisch – überwältigend…

François-Xavier Roth © Marco Borggreve

Bernd Alois Zimmermann: Die Soldaten

Gürzenich-Orchester Köln
Dirigent: François-Xavier Roth
Herrenchor und Extrachor der Oper Köln
Inszenierung: Calixto Bieito

Elbphilharmonie, 21. Januar 2024

von Iris Röckrath

Das waren die ersten Worte, die nach dem Verhallen des allerletzten Fortissimo-Decrescendo in meinen Kopf hämmerten. Die Wucht des Krieges, das Abstumpfen und die Gewalt der Soldaten, das Leid der Frauen – an diesem Abend wurde all das erschreckend deutlich nicht nur durch die drastische Musik, sondern auch durch die phantastische intensive halbszenische Umsetzung des Stoffes durch den spanischen Star-Regisseur Calixto Bieito.

„Bernd Alois Zimmermann: Die Soldaten, Gürzenich-Orchester Köln, François-Xavier Roth
Elbphilharmonie, 21. Januar 2024“
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Er kam, sah und siegte - und 90 Dezibel in der Elbphilharmonie

© Joshua Bell

NDR ELBPHILHARMONIE ORCHESTER /
JOSHUA BELL / RYAN BANCROFT

ERNEST CHAUSSON (1855 – 1899)
Poème für Violine und Orchester op. 25
Entstehung: 1896 | Uraufführung: Nancy, 27. Dezember 1896

HENRI VIEUXTEMPS (1820 – 1881)
Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 a-Moll op. 37

ALEXANDER VON ZEMLINSKY (1871 – 1942)
Die Seejungfrau

Elbphilharmonie, 18. Janaur 2024 

von Harald Nicolas Stazol

Was ein Glück, in der Lebenszeit des Joshua Bell sein Dasein zu fristen, im besten Fall zu frönen, und dessen höchst-begeistertes Lob ich nun schon seit Jahren singe – singend wie seine Stradivari, die gestern Abend so eminent strahlte mit ihm, eigentlich ab der ersten Note des Chausson, dass nach dem Vieuxtemps – absolutes Novum – die ersten Bravo-Rufe, unisono, fortissimo einsetzen, auf den Punkt, als wären sie selbst dirigiert, und diesen so überragenden Virtuosen dreimal zurückbitten, und er noch eine Zugabe hinhaucht in Begleitung der zerbrechlichen Harfenistin Anaëlle Tourret, eine Chopin Bearbeitung – aber nun die Zügel angespannt, denn mit dem „Poème für Violine und Orchester“, beginnt es ja, das alles Überstrahlende, dem sich im ausverkauften Haus wirklich NIEMAND entziehen kann…

„NDR ELBPHILHARMONIE ORCHESTER / JOSHUA BELL / RYAN BANCROFT
Elbphilharmonie, 18. Januar 2024 “
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Hände hoch! Die Großfürstin kommt

Elisabeth Leonskaja © Marco Borggreve

Elisabeth Leonskaja Klavier

Dennis Russell Davies Dirigent 
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Richard Wagner (1813-1883)
Eine Faust-Ouvertüre d-Moll WWV 59

Robert Schumann (1810-1856)
Klavierkonzert a-Moll op. 54

Pause

Heinz Winbeck (1946-2019)
Zweite Symphonie

Elbphilharmonie, 14. Januar 2024

von Harald Nicolas Stazol

Hände hoch! Nein wirklich, wie diese Grande Dame am Klavier, Elisabeth Leonskaja, schon beim ersten fulminant-starken Akkord und deren weiterer Abfolge des Schumann erstmals nach dem kraftvollen Anschlag die linke Hand hochreißt, oft auch die Rechte, manchmal die Arme nach rechts und links gleichzeitig, als wolle sie direkt abheben im bodenlangen weißen Kleid mit den schwarz-dekorativen, großen Pinselstrichen darauf, das ihr die Aura einer russischen Fürstin gibt, voller Würde und dabei mit voller Hingabe im Antlitz, und die, durch den langen Rock ja unsichtbar, die Pedale bedient und auch da manchmal das Bein hochschnellen lässt in einem kleinen Ausfallschritt, meist, wenn sie ihre Leidenschaft schon im 1. Satz, der ja so schnell und gefällig, im 3., allegro vivace, kaum bremsen kann, und es sie wirklich rasend vor Leidenschaft sekundenlang vom Schemel hebt!

„Elisabeth Leonskaja, Klavier, Dennis Russell Davies, Dirigent, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Elbphilharmonie, 14. Januar 2024“
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Ausgewogen genial

Sylvain Cambreling © Yomiuri Nippon Symphony Orchestra

Sonderkonzert Elbphilharmonie Großer Saal

Hamburger Symphoniker
Sylvain Cambreling   Dirigent

Alexander Malofeev   
Klavier

 Nikolai Brücher (* 1979) Convocatio – Symphonische Fanfare

 George Gershwin (1898–1937) Klavierkonzert F-Dur

Pause

Nikolai Rimski-Korsakow (1844–1908) Scheherazade op. 35

Das Meer und Sindbads Schiff (Largo e maestoso – Allegro non troppo)

Die Geschichte vom Prinzen Kalender (Lento – Andantino – Allegro molto – Con moto)

Der junge Prinz und die junge Prinzessin (Andantino quasi allegretto – Pochissimo più mosso – Come prima – Pochissimo più animato)

Feier in Bagdad. Das Meer. Das Schiff zerschellt an einer Klippe unter einem bronzenen Reiter (Allegro molto – Vivo – Allegro non troppo maestoso)

Elbphilharmonie, 8. Januar 2024


von Harald Nicolas Stazol

Stellen Sie sich vor, Messieurs Dames, Sie zittern als junger, äußerst majestätisch-genial-gefälliger Komponist – wie sich sogleich zu meinem Entzücken herausstellt – im dunkeltaubenblauen, peitsch-engen Anzug, aufgeregt bis zum Platzen weil Elphi-Debüt, und Sie sitzen in der Künstlerreihe B4 1-5, und zittern… und dann kommt eine Gruppe Kölner Rentner, die behauptet, Du säßest auf ihrem Platz, Dich umringt, NÄHERKOMMT, der arme Mann!? „Hamburger Symphoniker, Sylvain Cambreling Dirigent, Alexander Malofeev Klavier
Elbphilharmonie, 8. Januar 2024“
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