von Peter Sommeregger
Lebensweg und Karriere der am 5. November 1911 in Budapest geborenen, und am 27. April 1999 in Zürich verstorbenen Sopranistin Maria Stader, weichen stark von vergleichbaren Biographien anderer Künstler der Zeit ab.
Allgemein wird Maria Stader bis heute als Schweizerin wahrgenommen, was nur bedingt richtig ist. Sie kam als Kind 1919 im Rahmen der Kinderhilfe nach dem 1. Weltkrieg durch die Heilsarmee in die Schweiz zu Pflegeeltern, im Jahr 1928 wurde sie schließlich vom Ehepaar Stader adoptiert und legte ihren Geburtsnamen Molnár ab.
Schon früh wurde ihre Stimme als ausbildungswürdig erkannt, sie studierte bei verschiedenen schweizerischen Gesangspädagogen und debütierte 1940 am Zürcher Stadttheater als Olympia in „Hoffmanns Erzählungen“. Bald stellte sich aber heraus, dass ihre Stimme, wenn auch von großer Schönheit und technischer Qualität, vom Volumen her nicht für eine Bühnenkarriere ausreichte. Ihre Körpergröße von nur 144 cm bildete ein weiteres Handicap. So blieben Bühnenauftritte seltene Ausnahmen, aber ihre Karriere als Konzertsängerin führte sie über viele Jahre durch die ganze Welt. „Sommereggers Klassikwelt 135: Maria Staders ungewöhnliche Karriere“ weiterlesen