Wiesbaden feiert einen mitreißenden Konzertabend

Leo McFall © Christian Kleiner

Manche Konzertabende versprechen im Vorfeld die große, schwelgerische Seelenwanderung und hinterlassen am Ende doch nur den satten Geschmack routinierter Perfektion. Wer am Mittwochabend das Kurhaus in Wiesbaden betrat, durfte anderes befürchten – oder erhoffen. Auf dem Zettel stand eine russische Achterbahnfahrt durch die ersten drei Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts. Drei Komponisten, drei Exilanten in spe, drei völlig unterschiedliche Zugriffe auf die Mechanik der Moderne.

Das Hessische Staatsorchester unter der Leitung von Leo McFall stellte sich dieser gewaltigen Anforderung im Rahmen der Spielzeit-Reihe zur Hommage an Otto Klemperer, der hier einst als Generalmusikdirektor die Schneisen für die Avantgarde schlug.

Kurhaus Wiesbaden, 14. Oktober 2026

Russische Emigranten

Hessisches Staatsorchester Wiesbaden
Tom Borrow, Klavier
Leo McFall, musikalische Leitung

von Dirk Schauß

„Russische Emigranten, Tom Borrow, Klavier, Leo McFall
Kurhaus Wiesbaden, 14. Oktober 2026“
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Genau so soll ein Konzertabend enden: Wenn das Gehörte im Kopf weiterarbeitet

Fotos © Ansgar Klostermann

Orchesterfest aus Zürich

Sergej Prokofjew
Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26

Pjotr Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 5 e-moll op.64

Hayato Sumino, Klavier

Tonhalle-Orchester Zürich
Paavo Järvi, musikalische Leitung

Kurhaus Wiesbaden, 3. September 2026

von Dirk Schauß

„Paavo Järvi und Hayato Sumino
Kurhaus Wiesbaden, aus, 3. September 2026“
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Hayato Sumino sprengt die Rhapsody und Aurora setzt Mahlers Erste unter Strom

Fotos © Ansgar Klostermann

Der Finalsatz geriet zu einem Parcoursritt. Das Ensemble spielte derart entfesselt auf, dass man den Eindruck gewann, es ginge um die Existenz des Orchesters selbst.

Leonard Bernstein – Ouvertüre zur Operette „Candide“
George Gershwin – Rhapsody in Blue
Maurice Ravel – Boléro (Fassung für Klavier und Orchester, Arr. H. Sumino)
Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Der Titan“ (auswendig gespielt)

Hayato Sumino, Klavier
Aurora Orchestra
Nicholas Collon, Leitung

Kurhaus Wiesbaden, Friedrich-von-Thiersch-Saal, 6. August 2026

von Dirk Schauß

„Bernstein, Gershwin, Ravel, Mahler 1
6. August 2026, Kurhaus Wiesbaden, Friedrich-von-Thiersch-Saal“
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Beethoven drängt und Mahler verweilt – Jonathan Nott im Wiesbadener Kurhaus

Jonathan Nott © Guillaume Megevand

Die Internationalen Maifestspiele lieben die große Geste, und das Staatstheater Wiesbaden liefert sie prompt. Für das siebte Sinfoniekonzert kehrte ein alter Bekannter an das Pult des Hessischen Staatsorchesters zurück, der hier vor gut drei Jahrzehnten seine ersten substanziellen Sporen verdiente. Jonathan Nott, inzwischen auf den Chefstühlen der Musikwelt angekommen und designierter Lenker des Gran Teatre del Liceu in Barcelona, suchte die Begegnung mit der eigenen Vergangenheit.

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Der Titan“

Hessisches Staatsorchester Wiesbaden
Jonathan Nott, musikalische Leitung

Kurhaus Wiesbaden, 20. Mai 2026

von Dirk Schauß

Auf dem Spielplan stand ein reines D-Dur-Programm, das den weiten Bogen von der Wiener Klassik bis an die Schwelle der Moderne schlug. Wer den Abend aufmerksam verfolgte, erlebte zwei völlig unterschiedliche Dirigentenpersönlichkeiten in Personalunion. „Mahler und Beethoven, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden, Jonathan Nott
Kurhaus Wiesbaden, 20. Mai 2026“
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Brahms erleben: Wenn der Klang zu sprechen beginnt

Foto © Ansgar Klostermann

Dieses Konzert erzählte nicht von Brahms. Es sprach mit ihm. Und mit einem Publikum, das bereit war, aufmerksam zuzuhören. Nicht nur den Tönen, sondern dem, was zwischen ihnen liegt. Und ja: Es war ein Abend, der gezeigt hat, was es heißen kann, Brahms nicht nur zu lieben – sondern ihn wirklich zu hören.

Johannes Brahms

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-moll op. 15
Sinfonie Nr. 1 c-moll op. 68

Bamberger Symphoniker
Jan Lisiecki, Klavier
Jakub Hrůša, musikalische Leitung

Kurhaus Wiesbaden, 11. Juli 2025

von Dirk Schauß

Lieben Sie Brahms? Diese berühmte Frage, einst zum Titel eines melancholischen Films erhoben, schwebte unweigerlich über dem Konzertabend im Friedrich-von-Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses am 11. Juli 2025. Und sie stellte sich nicht nur rhetorisch – sie wurde mit unerbittlicher Intensität musikalisch beantwortet. „Bamberger Symphoniker, Jan Lisiecki, Jakub Hrůša
Kurhaus Wiesbaden, 11. Juli 2025“
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