Bruno de Sá ist schlicht ein Ereignis

Bruno de Sá © Clemens Manser Photography

Bayreuth Baroque Opera Festival 2026

Er nutzt seine Stimme ganz und gar wie ein Instrument, produziert bruchlose Glissandi, phrasiert noch die längsten Bögen gekonnt, singt makellose Koloraturen und Triller, platziert Staccati und Portati und wo nötig auch Vibrati perfekt, beweist seinen enormen Tonumfang bis auf olympische Spitzen: Bruno de Sá ist schlicht ein Ereignis.

Bayreuth Baroque
Delirio d’Amore

Bruno de Sá   Sopran
Pedro Beriso   Musikalische Leitung und Cembalo
Wrocław Baroque Orchestra Residenzorchester des Bayreuth Baroque Opera Festival 2026

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 7. September 2026

von Sandra Grohmann

„Bayreuth Baroque, Delirio d’Amore, Bruno de Sá, Sopran
 Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 7. September 2026“
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Bayreuth Baroque: „Was ist das Leben, wenn es nicht frei ist?“

Max Emanuel Cenčić als Floridante und Bruno de Sá als Timante © Clemens Manser Photography 

„Was ist das Leben, wenn es nicht frei ist?“ fragt die weibliche Hauptfigur Elmira, als sie sich gegen ihren tyrannischen und grausamen (vermeintlichen) Vater Oronte wendet, der sie heiraten will, und dem unfreien Leben den Tod vorzieht.

Damit behält sie die Macht in den eigenen Händen, über ihr eigenes Leben wenn auch in den vom Tyrannen gesetzten Grenzen zu bestimmen, und setzt im Ergebnis letztlich der Gewaltherrschaft Orontes ein Ende. Aus der Ablehnung von Gewalt und Hass erwächst damit das Leben nicht nur für Elmira, sondern für alle, die mit ihr und für sie Unschuld und Treue beschützt haben.

Am Abend der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt konnte es kaum ein passenderes Zeichen geben.

Bayreuth Baroque

Floridante
Dramma per musica von Georg Friedrich Händel
Libretto von Paolo Antonio Rolli

Markellos Chryssicos  Musikalische Leitung und Cembalo

Max Emanuel Cenčić  Regie
Helmut Stürmer (†)  Bühne
Corina Gramosteanu  Kostüme, Bühnenfertigstellung
Christoph Pöschko  Licht

Max Emanuel Cenčić  Floridante
Sonja Runje  Elmira
Bruno de Sá  Timante
Eva Zalenga  Rossane
Gerrit Illenberger  Oronte
Yannis François  Coralbo

Wrocław Baroque Orchestra Residenzorchester des Bayreuth Baroque Opera Festival 2026

Chor des Bayreuth Baroque Opera Festival

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 6. September 2026

von Sandra Grohmann

„Georg Friedrich Händel, Floridante, Max Emanuel Cenčić
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 6. September 2026“
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Er ist ein lässiger Countertenor. Er ist eine Klasse für sich. Er ist Christophe Dumaux.

Christophe Dumaux © Edouard Brane

Bayreuth Baroque Opera Festival 2026

Er hat Samt in der Kehle. Er kann Töne auf langem Atem aufblühen und verhauchen lassen. Er modelliert die Figuren aus seiner Stimme.

Er färbt seinen Gesang mit dem Gefühl der Arie. Er verursacht frenetischen Beifall. Er reißt sein Publikum zu stehenden Ovationen hin.

Er ist ein lässiger Countertenor. Er ist eine Klasse für sich. Er ist Christophe Dumaux.

Bayreuth Baroque
Handel’s Nature

Christophe Dumaux  Countertenor
Thibault Noally  Musikalische Leitung und Violine
Les Accents

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 5. September 2026

von Sandra Grohmann

„Bayreuth Baroque, Handel’s Nature, Christophe Dumaux
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 5. September 2026“
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Glück mit Gluck: Michael Hofstetter kommt in Bayreuth (fast) ohne Wagner aus

Samuel Mariño, Roberta Mameli, Michael Hofstetter © João Octávio Peixoto

Bei Bayreuth denkt jeder sofort an Richard Wagner. Dass abseits des Festspielhauses andere Kaliber ihr Unwesen treiben, dafür sorgt Intendant und Dirigent Michael Hofstetter. Die Gluck Festspiele widmen sich dem großen Reformator Christoph Willibald Gluck – der Komponist unserer Zeit, dessen ist sich Hofstetter sicher. Wagner hatte ihn ebenfalls auf dem Radar.

Gluck Festspiele

Christoph Willibald Gluck,   Iphigenie in Aulis  (Bearbeitung von Richard Wagner)


Friedrichsforum Bayreuth,
8. Mai 2026

Christoph Willibald Gluck,   Paride ed Elena

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 9. Mai 2026

von Jürgen Pathy

Maximal 30 Tage darf das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth bespielt werden. Das UNESCO-Weltkulturerbe dient auch den Gluck-Festspielen als eine von mehreren Spielstätten. Mit Samuel Mariño als Zugpferd war es am Samstagabend ausverkauft. Beinahe hätte der junge Venezolaner im Vorfeld w.o. geben müssen. Zum Glück war vom grippalen Infekt bei „Paride ed Elena“ nichts zu hören. Der Sopranist, sein Stimmfach entspricht dem eines Soprankastraten, ist nicht der Einzige, der Glucks Reformoper (1770) leuchtende Energie einhaucht. „Gluck Festspiele, Samuel Mariño
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 8./9. Mai 2026“
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Das Publikum von Bayreuth Baroque unterwirft sich lustvoll dem Eroberer Pompeo Magno

Max Emanuel Cenčić © Lukasz Rajchert
Bayreuth Baroque Opera Festival 2025

 Wer ein solches Meisterwerk so meisterhaft auf die Bühne bringt, hat uneingeschränkten Beifall verdient. Der frenetische Applaus des Publikums für das gesamte Ensemble wird mit einem Da capo aus dem Schlusschor bedankt und schließlich vom Winken der Truppe abmoderiert. Pompeo Magno hat Bayreuth im Sturm erobert, und wir sind für drei Stunden, ohne es auch nur zu bemerken, Sklaven der Barockoper geworden.

Pompeo Magno

Dramma per musica von Francesco Cavalli
Libretto von Nicolò Minato

Musikalische Leitung  Leonardo García Alarcón

Regie  Max Emanuel Cenčić
Bühne  Helmut Stürmer
Kostüme   Corina Gramosteanu
Bewegungscoach   Chiara D’Anna

Pompeo Magno   Max Emanuel Cenčić
Issicratea   Mariana Flores
Mitridate   Valerio Contaldo
Farnace, Amore   Alois Mühlbacher
Sesto   Nicolò Balducci
Giulia   Sophie Junker
Cesare   Victor Sicard
Claudio  Nicholas Scott
Servilio   Valer Sabadus
Crasso   Jorge Navarro Colorado
Delfo   Dominique Visse
Arpalia   Kacper Szelazek
Atrea   Marcel Beekmann

Vier Prencipi   Pierre Lenoir, Angelo Kidoniefs, Yannis Filias, Christos Christodoulou

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 6. September 2025

von Sandra Grohmann

Vielleicht denken Sie beim Stichwort Barockoper ebenso wie ich zunächst an die großen höfischen Opern mit antiken Stoffen, in denen man – wenn die Inszenierung dem nicht vorbeugt – Gefahr läuft, spätestens bei
der 102. Verzierung in Tiefschlaf zu verfallen. Sollten Sie ausgesprochener Barockfan sein, mögen Sie mir diese Bemerkung nachsehen.
„Bayreuth Baroque Opera Festival 2025,  Pompeo Magno
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 6. September 2025“
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Musikalische Barockperlen schmücken Bayreuth wieder

Ifigenia in Aulide von Nicola Porpora, Akt I; Von links:  Maayan Licht (Achilles), Jasmin Delfs (Diana) und Marina Diakoumakou (Ifigenia) © Clemens Manser Photography

5. Bayreuth Baroque Opera Festival von 5.bis 15. September 2024

Nicola Antonio Porpora
IFIGENIA IN AULIDE

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 8. September 2024

von Jolanta Łada-Zielke

Das Bayreuth Baroque Opera Festival ist niemals langweilig. Selbst bei Solo-Konzerten ziehen die Musiker das Publikum in ihren Bann so stark, dass es nicht genug bekommen kann und immer wieder Zugaben fordert. Auch dieses Jahr hört man häufig „Bravi!“-Rufe für die Künstler aus dem Zuschauerraum.

Zur Eröffnung sehen wir Ifigenia in Aulide von Nicola Porpora im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth. Obwohl man das Stück als „Melodrama in drei Akten“ beschreibt, hat es ein glückliches Ende, genau wie die Tragödie von Euripides. Die Regie führt Max Emanuel Cenčić, der künstlerische Leiter des Festivals, der auch die Rolle des Agamemnon spielt. „5. Bayreuth Baroque Opera Festival von 5. bis 15. September 2024
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth 2024“
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Die Menschlichkeit der Mächtigen äußert sich im schönen Gesang

Chor und Solisten während des Schlussapplauses, von links: Jakub Hliněnský, Vero Miller, Francesca Lombardi Mazzulli, Khanyiso Gwenxane, Akiho Tsujii und Barbora Polášková de Nunes-Cambraia © Beth Chalmers 

Die Aufführung von „La clemenza di Tito“ von W. A. Mozart krönt die Gluck-Festspiele in Bayreuth am 11. Mai 2024

von Jolanta Łada-Zielke

Ich hatte Bedenken, ob die Gluck-Festspiele nicht eine Art Kopie von Bayreuth Barock sein könnten, vor allem, was die Besetzung angeht. An beiden nehmen doch zwei herausragenden Countertenöre – Bruno de Sá und Valer Sabadus – teil. Die Christoph Willibald Gluck gewidmete Veranstaltung hat jedoch ein abwechslungsreicheres Programm, und nicht nur Countertenöre, sondern auch Frauen singen hier die Männerrollen. „W. A. Mozart, La clemenza di Tito
Gluck-Festspiele, Bayreuth, 11. Mai 2024“
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Die Zeit bleibt stehen, um die Musik erklingen zu lassen

Valer Sabadus während des Konzerts im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth am 10. Mai 2024 © Beth Chalmers

Zweiter Tag der Gluck Festspiele in Bayreuth

Arienabend von Valer Sabadus im Markgräflichen Opernhaus

Nachtkonzert in der Schlosskirche, 10. Mai 2024

von Jolanta Łada-Zielke

Eine der großen Stärken der Gluck Festspiele ist die geschickte Zusammenstellung des Programms jeder Aufführung. Langsame und lyrische Stücke wechseln sich mit den dynamischeren ab. Selbst wenn sich das Repertoire auf eine bestimmte Epoche oder einen einzelnen Komponisten bezieht, kommt keine Langeweile auf. Der zweite Festspielabend in Bayreuth war zwar lang, aber ich habe danach keinen Überdruss gespürt. „Zweiter Tag der Gluck Festspiele in Bayreuth
Markgräflichen Opernhaus und ein Nachtkonzert in der Schlosskirche, 10. Mai 2024“
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Adel verpflichtet: Die Milde des „Titus“ steht bei den Gluck Festspielen am Prüfstand

Foto: Michael Hofstetter und Valer Sabadus (c) Beth Chalmers

Ein Teufelskerl dieser Michael Hofstetter. Don Giovannis Höllenfahrt, Verdi und funkelnden Barock kitzelt der bayerische Dirigent und Intendant der Gluck Festspiele aus Mozarts „La clemenza di Tito“ heraus. Eine Überraschung jagt die andere. Meine Kinnlade: meist weit unten. Dass die Luft zum Ende raus ist, schieben viele Mozart in die Schuhe. Glucks Version des „Titus“ steckt der dennoch in die Tasche.

Christoph Willibald Gluck & Wolfgang Amadeus Mozart, La clemenza di Tito


Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 9. und 11. Mai 2024

von Jürgen Pathy

Könnte ich dirigieren, Mozarts opera seria würde genauso klingen. Lebendig und frech wechselt oft im Minutentakt mit gediegen und ausladend. Eine Hochschaubahn der Gefühle. Dirigent Michael Hofstetter erfindet Mozarts „La clemenza di Tito“ fast neu. Die Partitur glänzt funkelnd mit Wiedererkennungswert. So als wäre sie gestern entstanden und nicht bereits vor über 230 Jahren.

„Willibald Gluck & Wolfgang Amadeus Mozart, La clemenza di Tito
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 9. und 11. Mai 2024“
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Erzengel statt Walküren: Countertenor Valer Sabadus zwingt Wagner in die Knie

Michael Hofstetter und Valer Sabadus (rechts) © Mauro Silva

Engagiert den jungen Herren, wo ihr nur könnt. Selten hört man Händels „Ombra mai fu“ mit so einer Reinheit anschwellen wie bei Valer Sabadus. Ein Kniefall vor dieser Stimme. Der rumänische Countertenor ist das Highlight der Gluck Festspiele bislang. Das Publikum in Bayreuth liegt ihm zu Füßen.

Gluck Festspiele

Händel & Gluck

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 10. Mai 2024

von Jürgen Pathy

„Wahnsinn“, flüstert eine Stimme aus dem Hintergrund. Da gibt Valer Sabadus bereits die x-te Zugabe. Mit „Ombra mai fu“ hat Händel auch einen zeitlosen Hit geschrieben. Die vermutlich berühmteste Barockarie passt somit als Abgang perfekt ins Programm. Wie mühelos und frei der in Rumänien geborene Countertenor sie anschwellen lässt, versetzt in blankes Entzücken. Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth brennt. Zum Glück nur die Emotionen. Die Holzkonstruktion des Opernhauses hält. 1748 eröffnet, ist es das älteste bespielte Barocktheater der Welt. Von der UNESCO 2012 zum Weltkulturerbe erhoben.

„Gluck Festspiele, Händel & Gluck
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 10. Mai 2024“
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