Arabella © T+T Fotografie / Toni Suter + Tanja Dorendorf
Dass es in dieser musikalisch vollendeten „Arabella“ von SS-Offizieren in SS-Galauniformen nur so wimmelt, befremdet und verwirrt in dieser sonst sehr konventionellen Inszenierung in der aufwendigen Kulisse eines altmodischen Grand Hotels. Dieses verkörpert existentielle Instabilität und Heimatlosigkeit des seiner verschwenderischen Spielleidenschaft verfallenen Grafen Waldner mit seinen beiden zu verheiratenden Töchtern Arabella und Zdenka.
Richard Strauss, Arabella
Lyrische Komödie in drei Aufzügen
Libretto: Hugo von Hofmannsthal
Musikalische Leitung: Markus Poschner
Inszenierung: Robert Carsen
Ausstattung: Gideon Davey
Graf Waldner: Wolfgang Bankl
Mandryka: Michael Volle
Arabella: Diana Damrau
Zdenka: Anett Fritsch
Matteo: Pavol Breslik
Graf Elemer: Johan Krogius
Fiakermilli: Yewon Han
Orchester und Chor der Oper Zürich
Opernhaus Zürich, 14. April 2026
von Dr. Charles E. Ritterband
Die durchwegs sehr präsenten Anspielungen auf die NS-Zeit – der kanadische Regisseur Robert Carsen verlagert seine Inszenierung von 1860, dem Wien als grandioses Zentrum der k.u.k. Monarchie, ins Wien von 1938 unmittelbar nach dem „Anschluss“ ans „Großdeutsche“ NS-Reich – werden aus den Ausführungen Carsens im Programmheft sehr plausibel: er führt dem Publikum drastisch blindlings opportunistische, „problematische Verknüpfung des Komponisten mit den Machthabern des NS-Regimes“ vor Augen – und stellt mit den perfekt gebügelten SS-Uniformen Richard Strauss schonungslos an den Pranger. „Richard Strauss, Arabella, Robert Carsen Inszenierung
Opernhaus Zürich, 14. April 2026“ weiterlesen